Eingenetzt

Montag, 26. September 2016

Starenetz

Vergangene Woche haben wir mit ein klein wenig Welschriesling, vielerlei Weißburgunder, vier Chargen Blaufränkisch und einem Teil des Traminers die Hauptlese abgeschlossen.

Der Blaufränkisch war perfekt in Qualität und nicht schlecht in der Menge, aber bei Weißburgunder und Traminer haben der letzte Regen und das warme Wetter in einigen Lagen deutliche Spuren in Form von Fäulnis und Essignestern in den Trauben hinterlassen. Mühsames Auslesen war teilweise notwendig, aber zum Glück sehr erfolgreich.

Jetzt warten noch der Cabernet Sauvignon, der Großteil des Traminers und ein wenig Weißburgunder auf die Ernte. Seit Freitag bzw. heute mit Netzen vor den gefräßigen Staren geschützt, die sich nach der Haupternte zu immer größeren Schwärmen zusammenrotten.

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Es geht voran

Sonntag, 18. September 2016

Weinlese 2015

Die zweite – erneut sehr heiße – Lesewoche liegt hinter uns und mittlerweile sind die meisten Weißweine und der Zweigelt im Keller.

Gestern Samstag hat deutlich abgekühlt und kurz, aber sehr intensiv geregnet. Da es nach dem Regen praktisch windstill war, blieben die Trauben bis heute nass.

Nun gilt es den Weißburgunder und das bißchen Welschriesling zügig nach Hause zu holen, denn bei der aktuellen Traubenreife, genügend Feuchtigkeit und nicht besonders niedrigen Temperaturen hat die Botrytis ein leichtes Spiel.

In Form von Edelfäule wollen wir sie aber nur beim Traminer und einem kleinen Teil des Weißburgunders für eine Auslese und auf gar keinen Fall bei den Rotweinsorten haben. Deshalb werden wir Ende der Woche wohl auch schon zumindest ein Teil des Blaufränkisch lesen.

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Licht und Schatten

Donnerstag, 15. September 2016

Pinot-Trauben

Der heute gelesene Chardonnay zeigt, wie eng Licht und Schatten heuer beinander liegen. Perfekt reife und gesunde Trauben in der Ried Kräften bei einem für diese Qualität außerordentlichen Ertrag von (umgerechnet) 100 hl/ha.

Vereinzelte, nach dem Totalfrost (hier im Video) nachgewachsene ebenfalls sehr schöne Trauben am Goldberg bei (umgerechnet) 15 hl/ha. Und gar kein Ertrag am ebenfalls erfrorenen Hofwiesort, da die paar wenigen Trauben dort nicht wirtschaftlich zu ernten sind.

Leider ist die Kräften der mit Abstand kleinste Weingarten der drei…

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Heiße Herausforderung

Montag, 12. September 2016

Heißer Most

2016 ist kein extrem frühes Jahr. Trotzdem plagt uns die Hitze bei der Weinlese, weil der September seit unserem Erntebeginn und auch noch zumindest bis zum kommenden Wochenende ungewöhnlich warm ist.

Unsere tapferen Lesehelfer halten trotz Temperaturen an die 30°C oder gar darüber brav durch, und ich gebe im  Keller was ich kann, um die Trauben rasch weiterzuverarbeiten.

Zum Glück haben wir heuer in eine Kühlanlage investiert, die den im Bild sichtbaren Grünen Veltliner von heute Nachmittag bis morgen Früh auf kellerverträgliche Temperaturen bringen sollte. Mit der alten Wasserberieselung außen an den Tanks wäre das nicht gegangen.

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Jubiläum verpasst

Sonntag, 11. September 2016

Haider 131 komprimiert

Am 3. September 2006 ging mein Blog mit diesem Beitrag online, aber im (Vor-)Lesestreß habe ich mein 10-Jahres-Jubiläum glatt vergessen.

Zum Glück hat mich mein Bruder, der sich dankenswerterweise seit damals um die „Technik“ dahinter kümmert, daran erinnert.

Nach der Lese werde ich ein gutes Glas Mosel-Riesling von Harald Steffens darauf trinken!

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Auftakt geschafft

Sonntag, 11. September 2016

Jerzy Bin_B011889 komprimiert

Die ersten vier Lesetage mit kleiner Mannschaft liegen hinter uns, und der gesamte Muskat Ottonel jetzt im Keller. Reife, weitgehend gesunde Trauben mit einem für diese Sorte bei dieser Reife ungewöhnlich hohem Säuregehalt lassen uns auf einen guten Wein hoffen.

Die Menge liegt bei rund 40 Prozent einer Normalernte, was angesichts der noch niedrigeren Erwartung beinahe ein Grund zur Freunde ist.

Morgen Montag geht es mit größerer Crew mit dem Grünen Veltliner weiter, damit der nicht zu hochgradig und damit alkoholreich für unseren Einsatzzweck wird.

Danach werden wir uns wahrscheinlich dem Zweigelt widmen, der mir heute nicht ganz so gut gefallen hat. Der Regen vor einer Woche und das wegen des niedrigen Ertrages kräftige Wachstum haben bereits einige Fäulnisherde entstehen lassen, die wir aussortieren werden müssen.

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Schrecksekunde

Dienstag, 6. September 2016

Presshaus vor der Lese

Weinpressen stehen das ganze Jahr über unbenutzt herum und werden – welche Überraschung – nur während der Lese kaputt. Um unliebsamen Überraschungen vorzubeugen habe ich es mir deshalb angewöhnt, unsere Presse rechtzeitig vor der Ernte auf ihre Funktionstüchtigkeit zu überprüfen.

Das hat vor einer Woche auch problemlos funktioniert, denn die Batterie, über deren Entladung mich das Display informiert hat, ist nicht für den Betrieb, sondern nur für die Uhrzeit und die Archivfunktion notwendig. Trotzdem habe ich mir eine solche Batterie besorgt, diese vorgestern getauscht und die Uhr neu eingestellt.

Umso größer war die Überraschung, als sich die Presse heute nicht drehen ließ, da ein Sicherheitsschalter ausgelöst sei, es tatsächlich aber nicht war. Am Nachmittag vor dem ersten Tag der Ernte ist sowas besonders blöd.

Meine zaghaften Reparaturversuche blieben erfolglos, und auch ein Anruf beim freundlichen und kompetenten Service des Herstellers brachte mich nicht weiter. Blieb also nur die Option Kundendienst, und für dessen effizienten Einsatz sollte ich telefonisch  den Status irgend eines Kontrolllämpchens im Schaltkasten durchgeben.

Noch bevor ich den Deckel abgeschraubt hatte, kam mir der Gedanke. Und als ich freie Sicht hatte, war klar, warum die Presse nicht funktionierte: Beim Tauschen der Batterie hatte ich ein Kabel ausgesteckt, um mehr Platz zu haben. Angesteckt habe ich es freilich nicht mehr…

Auch wenn das folgende Telefonat mit dem Servicemitarbeiter etwas peinlich war, fiel mir doch ein großer Stein vom Herzen. Schließlich liegt auch ohne solche Komplikationen knapp vor der Weinlese genug Spannung in der Luft.

Ist der Lesetermin richtig gewählt? Wird das Wetter halten, was der Wetterbericht verspricht? Und die Weine später das, was die Trauben in Aussicht stellen?

Auch deshalb sind die nächsten Wochen die anstrengendsten des ganzen Weinjahres, in denen man mitunter an die Grenzen der physischen und psychischen Belastbarkeit gerät. Trotzdem ist heute für mich ein Tag der Freude:

Morgen beginnen wir mit der Lese 2016!

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Zuckerwettstreit

Sonntag, 4. September 2016

Foto: Jerzy Bin

Es wird niemals so viel gelogen wie vor der Wahl,
während des Krieges und nach der Jagd.

Wäre Bismarck nicht Politiker (und Jäger?) gewesen, sondern Weinbauer in der heutigen Zeit, würde dieser Spruch (der wahrscheinlich gar nicht von ihm selbst stammt) wohl anders lauten. Die Zeit der Traubenreife und der Weinlese paßt nämlich auch wunderbar in diese Aufzählung.

Bis in die 1980er-Jahre unterschied sich die Reife der Trauben der verschiedenen Weinbauern in unserer Region kaum. Alle Weingärten wurden nach dem gleichen System bewirtschaftet, die Erträge waren überall ähnlich hoch und die Lese wurde bis zur Überreife und beginnendem Botrytisbefall hinausgeschoben.

Die Traubenreife, sprich die Zuckergrade, hochzulügen war damals kein großes Thema. Den Kunden wäre es egal gewesen, und den Weinbauernkollegen gegenüber ziemlich sinnlos.

weiter…

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Zeit der Reife

Samstag, 27. August 2016

Cabernet Sauvignon

In den vergangenen sonnig-warmen Tagen haben die Trauben einen großen Sprung nach vorne gemacht. Und so wie die Trauben reifen derzeit auch unsere Ernteprognosen.

Heute habe ich die ersten Reifemessungen durchgeführt, aber noch ist die Datenlage viel zu unsicher. Stimmen die Werte? Warum passen die Relationen zwischen den verschiedenen Sorten nicht immer? Liegt es am Spätfrost, am geringen Ertrag mancher Weingärten oder an den weniger reifen später nachgewachsenen Trauben? Wie schnell werden die Trauben bei dem frostbedingt niedrigen Ertrag weiterreifen? Wie wird das Wetter in den nächsten Wochen? Und wie sehr geht gerade heuer Sicherheit vor?

Fragen über Fragen. Hoffentlich liefern die Begutachtungen der kommenden Woche ein paar Antworten.

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Die Jubiläumsetappe der Weinrallye

Freitag, 29. Juli 2016

Weinrallye-100

Heute ist wieder einmal Wein(blog)rallye-Tag. Und weil es nicht irgendeine, sondern die 100. Etappe (!) ist, möchte ich nach sehr sehr langer Abstinenz wieder einmal einen kleinen Beitrag abliefern.

Alle deutschsprachigen Weinblogs, die Lust dazu haben, schreiben bei der Weinrallye zu einem Thema, das der Ausrichter der jeweiligen Etappe vorgibt. Und weil es ein Jubiläum ist, gibt dieses Mal der Erfinder der Rallye, Thomas Lippert vom Winzerblog, das Thema vor. Er lädt ein, eines der vergangenen 99 Themen wieder aufzugreifen oder selbst ein Thema rund um die Zahl 100 zu finden.

Meine vergangenen Rallye-Beiträge findet man hier. Leider ist die Zeit fürs Bloggen und zugegebenermaßen auch die Inspiration in den letzten Jahren deutlich weniger geworden und die ausgelassenen Etappen deshalb immer mehr.

So wie Thomas Lippert geht es auch mir, wenn er in seinem Jubiläumsbeitrag schreibt:

Blogs waren damals noch was Neues, sie wurden beachtet und es war richtig Bewegung im Internet. Ja als ganz normaler Mensch konnte man plötzlich publizieren und man hatte Leser, es gab Kommentare  und irgendwie hat man sich wohl auch wichtiger gefühlt als man tatsächlich war. Aufbruchstimmung halt!

Nun ja, dann erschienen Twitter und Facebook und haben die social media in kürzester Zeit radikal verändert. Ich glaube bis heute das dies auch für die Weinrallye ein entscheidender Einschnitt war, dazu kam das die Blogs zunehmend als Begleitung für kommerzielle Webshops eingesetzt wurden was dazu führte das sich viele “Blogger” für die Weinrallye interessierten aber eigentlich nur die links abgreifen wollten.

Was ich sagen will, mit Facebook und Twitter haben die Leute aufgehört zu lesen, nur noch schnell überfliegen und gut ist.  Da will ich mich selber gar nicht ausnehmen, es ist ja einfach und schnell, ein Foto + “Super” als Text hinzufügen und fertig ist der Artikel.

Viel hat sich verändert im WorldWineWeb in den letzten neun Jahren, nicht nur bei der Weinrallye. Was bleibt, sind neben vielen schönen Verkostungserlebnissen und spannenden Artikeln vor allem die Freundschaften mit den bloggenden Kollegen:

Mit Thomas Lippert, dem einzigen wahren Winzerblogger, der immer wieder neue Anläufe unternimmt, die Szene zu vernetzen und zu aktivieren.

Mit Harald Steffens, dessen Bildergeschichten von meinem PC und dessen Moselrieslinge aus meinem Keller nicht mehr wegzudenken sind.

Und mit Armin Kobler, der mir mit seinen sachlichen Blogbeiträgen das Weinland Südtirol erst so richtig ins Bewußtsein gebracht hat.

Heute werde ich wie so oft in den letzten Wochen ziemlich müde ins Bett fallen, aber bei nächster Gelegenheit mache ich mir ein gutes Fläschchen auf und trinke auf euch!

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