Wieder früh

Dienstag, 3. März 2015

Mandelblüte

Vor ein paar Tagen haben wir die ersten geöffneten Blüten der Mandelbäume gefunden. Bis heute sind wir zwar noch nicht so weit, wie auf dem Foto, das Jahr 2015 startet aber wieder einmal früh in die Vegetationsperiode.

Über das Weinjahr sagt das freilich nicht wirklich etwas aus, wie auch diese Gegenüberstellung mit den Ernteterminen der verschiedenen Jahre zeigt.

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Da wiehert der Amtsschimmel

Sonntag, 22. Februar 2015

Katasterplan

Angesichts der zunehmenden (Agrar-)Bürokratie und zahlreicher Doppel-, Drei- und Viergleisigkeiten in der Verwaltung spiele ich schon länger mit dem Gendanken, hier im Blog eine kleine Serie über deren Sinnlosighaftigkeit zu starten.

Als Vorgeschmack darauf empfiehlt sich dieser Artikel in der Tageszeitung “Die Presse” über die aktuell laufende Hauptfeststellung der landwirtschaftlichen Einheitswerte. Von diesen mühsam ermittelten, aber trotzdem natürlich zwangsläufig fiktiven pauschalen Ertragswerten werden auch im 21. Jahrhundert immer noch sehr viele Steuern und Abgaben landwirtschaftlicher Betriebe berechnet.

“Das Rückgrat (der Einheitsbewertung, Anm.) bildet die Betriebszahl zwischen eins und hundert, die es für jeden Bauernhof (der 167.000, Anm.) zu ermittelt gilt – mit Abschlägen von einem Hauptvergleichsbetrieb mit Betriebszahl 100, also besten Bedingungen. Er existiert als ideeller Betrieb nur in den Köpfen der Beamten. …

Besonders liebevoll durchdacht ist etwa die Entfernung zum lokalen zentralen Ort, also der nächsten Stadt. Da von der Bürokratie geknechtete Bauern oft bei Behörden vorsprechen müssen, ist zu hinterfragen, ob es im lokalen zentralen Ort zumindest eine Außenstelle der Bezirkshauptmannschaft gibt. Sonst ist ein Mittelwert mit dem nächsten entsprechenden Ort zu bilden, „sofern auch teilweise agrarische Belange bearbeitet werden“. …

Abschläge bei der Betriebszahl gibt es auch für die „Überquerung stark befahrener Straßen“ oder besondere Gefährdung durch Hagel – wofür Daten der Versicherung und der Zentralanstalt für Meteorologie zu konsultieren sind.”

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Chefsache

Sonntag, 15. Februar 2015

Rebschnitt aufgehellt und komprimiert

Während viele Betriebe den Rebschnitt von ungelernten Hilfsarbeitern ausführen lassen oder sogar an Fremdfirmen “outgesourct” haben, ist die erste Arbeit im Weinjahr (so wie die allermeisten folgenden) bei uns immer noch Chefsache.

Zum Glück schaffen wir (d.h. derzeit überwiegend mein Vater) es, alle unsere Reben selbst zu schneiden. Denn auch wenn es für den Laien nicht so aussehen mag, trägt handwerkliches Know-How und Genauigkeit beim Rebschnitt wesentlich bessere Früchte.

Sauber geschnittene (und danach gebundene) Reben treiben im Frühjahr gleichmäßiger aus. Die jungen Triebe (und später auch ihre Trauben) sind besser verteilt, erhalten mehr Sonne und trocknen nach Regen rascher ab.

Nimmt man beim Schneiden auf den Boden, die Sorte und die Entwicklung eines Weingartens im Vorjahr Rücksicht, findet man die beste Balance zwischen Wachstum und Ertrag. Solcherart ausgeglichene Reben können besser mit Wetterextremen umgehen.

Ein individueller Schnitt, der die besondere Situation der einzelnen Stöcke berücksichtigt, bewahrt geschwächte Pflanzen vor Überlastung und sorgt damit für eine gleichmäßigere Traubenreife und -qualität im gesamten Weingarten.

Kompetente Arbeiter erkennen die Schwarzholzkrankheit oder Esca beim Schneiden und versuchen mit oft gutem Erfolg die Rebstöcke zu verjüngen, bevor sie daran absterben.

Und schließlich beeinflußt der Schnitt natürlich maßgeblich die Lebensdauer eines Weingartens. Ohne sogfältige Arbeit büßen die Reben schon nach zwei, drei Jahrzehnten ihre Vitalität ein, anstatt gerade dann die besten Trauben zu liefern.

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Altes Handwerk

Sonntag, 18. Januar 2015

Fassbinder1

Wie schon öfter zu lesen, spielen Holzfässer in unserem Keller eine große Rolle. Seit langem wissen wir, wie gut sie vielen unserer Weine tun, vor kurzem haben wir auch gelernt, wie man sie zerlegt und wieder zusammenbaut, aber wie die Fässer gemacht werden, durften wir noch nie live erleben. Grund genug für eine Exkursion zum Fassbinder unseres Vertrauens.

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Endlich Winter

Montag, 29. Dezember 2014

Schneemann

Nach einem sehr milden Dezember ist jetzt endlich der Winter eingekehrt. Nach dem gestrigen Schneefall sollen die nächsten Tage Temperaturen bis an die -10°C bringen.

Kalt genug um den Reben zu signalisieren, dass es Zeit für ihren erholsamen Winterschlaf ist, aber warm genug, um trotz noch nicht völlig zur Ruhe gekommenem Saftstrom in den Pflanzen keine Frostschäden befürchten zu müssen.

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Frohe Weihnachten!

Mittwoch, 24. Dezember 2014

Raureif3 bearbeitet

 

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Maßgeschneidert

Sonntag, 21. Dezember 2014

Edelreiser 6 bearbeitet

Ein neuer Weingarten ist eine äußerst langfristige Investition und braucht eine entsprechend sorgfältige Vorbereitung. Deshalb haben wir auch schon im heurigen August mit der Planung unserer nächsten Auspflanzung im Frühjahr 2016 (!) begonnen.

Vor der Ernte wurden nämlich nach intensiver Begutachtung unserer besten Blaufränkisch-Weingärten jene Stöcke markiert, die uns besonders gefallen haben und von deren Eigenschaften unsere Neuanlage geprägt sein soll.

In den letzten Tagen haben wir diese Reben geschnitten und das Holz an die Rebschule unseres Vertrauens geliefert. Dort lagern diese sogenannten Edelreiser jetzt im Kühlhaus, bis sie im kommenden Spätwinter auf von uns ausgesuchte Unterlagsreben veredelt werden. Maßgeschneidert statt von der Stange, sozusagen.

Nach einer Vortreibphase im Gewächshaus kommen die kleinen Pflänzchen dann Ende Mai 2015 ins Freiland, in die Rebschule. Im Herbst werden sie wieder ausgeschult, und jene, die einen schönen Trieb und kräftige Wurzeln entwickelt haben warten über den Winter im Kühlhaus auf ihre Auspflanzung am Mörbischer Altenberg im Frühjahr 2016.

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Ein Jahrgang, der in Erinnerung bleibt

Freitag, 28. November 2014

WeinrallyeNach langer Pause schaffe ich es heute wieder einmal an einer Etappe der Wein(blog)rallye teilzunehmen. Alle deutschsprachigen Genussblogger die Lust dazu haben beschäftigen sich auf Vorschlag von Christin Jordan von Hauptsache Wein mit Eindrücken, Bilanzen und Meinungen zur Ernte 2014. In den nächsten Tagen wird es bei der Gastgeberin dieser Etappe auch eine Zusammenfassung dazu geben.

Aus dem Gefühlsleben eines Weinbauern

Auch wenn sich das nach 22 Jahrgängen, an denen ich aktiv beteiligt war, nicht mehr ganz so leicht sagt, wie früher: 2014 wird mir (und sehr, sehr vielen Kollegen) sicherlich lange Zeit in Erinnerung bleiben. Nicht wegen seiner Vorgeschichte, die mit (beinahe) blühenden Mandelbäumen im Jänner und einem extrem frühen Austrieb der Reben auch schon sehr ungewöhnlich war. Sondern natürlich in erster Linie wegen der sechs Wochen vor der Ernte und der Lese selbst.

Ende Juli waren wir noch bester Dinge. Das mäßige Sommerwetter hatte die Entwicklung der Reben ein wenig verzögert und die Nachteile des frühen Vegetationsbeginnes – eine zu frühe, zu heiße und zu schnelle Reifephase der Trauben – zum Teil wettgemacht. Der Regen in dieser Phase hätte vielleicht nicht ganz so üppig ausfallen müssen, aber er war nach ein paar eher trockeneren Wochen durchaus willkommen. Ein durchschnittlicher August genügt und das wird vielleicht der perfekte Jahrgang…

Leider hörte es aber nicht auf zu regnen und am 9. des Monats traf dann auch noch ein Hagelschauer einige unserer wichtigsten Weingärten. Davon abgesehen gaben die Trauben jedoch immer noch Grund zum Zweckoptimismus. Nur sehr vereinzelt waren Fäulnisnester zu sehen. Kein Problem, das bei der Ernte auszusortieren. Das kann noch ein sehr guter Jahrgang werden, wenn es jetzt trocken bleibt…

Es regnete weiter. Im ganzen August gab es wohl keine fünf Tage an denen es nicht geregnet hat oder die Trauben lange Zeit vom Regen am Vortag naß waren. Nur mühsam kletterten die Zuckerwerte der Beeren nach oben, aber immerhin waren die Trauben noch weitgehend gesund. Wenn es jetzt aufhört zu regnen, wir mit der Ernte zuwarten und in Weingarten und Keller alles richtig machen, kann das noch ein guter Jahrgang werden…

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Thema: Lese 2014, Weinrallye |  Beitrag kommentieren

Jahrgangsphänomen

Mittwoch, 26. November 2014

Jahrgangsphänomen 2014 1

Seit Ende Oktober ist in vielen Weingärten etwas zu beobachten, was auch mein Vater in seiner mehr als 50jährigen Weinbauernlaufbahn noch nie gesehen hat: Anstatt sich auf den nahenden Winter vorzubereiten, treiben zahlreiche Knospen an den oberen Trieben der Rebstöcke kleine Blätter und kurze (Geiz-)Triebe als ob wir mitten im Frühling oder Sommer wären!

Wie es scheint, hat die verzögerte Entwicklung der Reben im heurigen Sommer die jüngeren Teile des Rebholzes nicht vollständig ausreifen lassen. Der milde Oktober gab den dort befindlichen Knospen dann das Gefühl, der Sommer wäre noch voll in Gang und die feuchtigkeitsbedingt starke Wuchskraft des Jahrgangs tat ein übriges.

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Kellerpartie

Sonntag, 16. November 2014

Vati mit Heber 1 komprimiert

Auch wenn wir heutzutage noch gelegentlich unsere Jungweine mit dem einen oder anderen Weinbauernkollegen verkosten, der alte Brauch der “Kellerpartie” ist leider längst ausgestorben.

Bis in die 70er- und vielleicht auch 80er-Jahre war es üblich, im Spätherbst und Winter in Freundesgruppen gegenseitig die Weine des neuen Jahrgangs im Keller direkt aus dem Fass zu verkosten und zu diskutieren. Und je später der Abend, umso eher ging das Verkosten dann auch in ein geselliges Trinken über.

Aus diese Zeit stammt eine Mörbischer Anekdote, die, wenn sie sich nicht tatsächlich so zugetragen hat, zumindest gut erfunden wurde:

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Thema: Kunterbunte Weinwelt |  Beitrag kommentieren