Gute Ausbeute

Sonntag, 29. März 2015

Holzpfähle1 komprimiert

Wie hier vor vielen Jahren schon einmal berichtet, stammen die Holzpfähle für das Drahtgerüst unserer Weingärten aus unserem eigenen kleinen Waldanteil.

Im Jänner haben wir die schönsten Stammteile  der Akazien Robinienbäume nicht zu Brennholz zerkleinert, sondern auf 2,5 Meter Länge zugeschnitten. Und gestern hat ein pensionierter Faßbinder diese schweren Teile mit seiner Bandsäge unter unserer tatkräftigen Mithilfe je nach Dicke nur gespitzt oder halbiert, gedrittelt, geviertelt, gefünftelt oder zweimal sogar gesechstelt.

So haben wir 212 neue Pfähle (die für einen neuen Weingarten mit ca. 4000 m2 reichen) erhalten – eine gute Ausbeute.

Holzpfähle2 komprimiert

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Ein Frühling wie damals

Montag, 23. März 2015

Mandelblüte 2 bearbeitet

Während man in den letzten Jahren meist den Eindruck hatte, das Wetter läßt den Frühling aus und wechselt vom Winter nahtlos in den Sommer, scheint es heuer eine richtige Übergangszeit zu geben. Sonnige, aber nicht all zu warme Tage und Nachttemperaturen nur wenig über dem Gefrierpunkt.

Dementsprechend langsam und entspannt erwacht die Natur aus ihrem Winterschlaf. Die Mandelbäume haben zwar schon recht früh ihre ersten Blüten geöffnet, aber sie blühen drei Wochen später immer noch und von grünen Blattspitzen wie auf dem Archivfoto kann derzeit keine Rede sein.

Die Knospen der Reben zeigen nicht die kleinste Regung, und wie es scheint, ist noch nicht einmal der Saftfluß in den Stöcken in Gang gekommen. Tränende Reben findet man im Moment nur ganz selten.

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Zwei Millionen Hektoliter

Montag, 16. März 2015

Weinernte 2014

Quelle: Statistik Austria

Nach den Schätzungen im Herbst ist jetzt endlich das offizielle Ergebnis der Weinernte 2014 da: Mit knapp zwei Millionen Hektoliter hat der vergangene Jahrgang die fünftkleinste Ernte der letzten 30 Jahre erbracht, rund 16% weniger als 2013 bzw. rund 13% weniger als der Schnitt der letzten fünf Jahre.

Besonders klein war die Ernte im Burgenland (-26% zu 2013, -21% zum 5-Jahres-Schnitt), ganz besonders in unserem Gebiet Neusiedlersee-Hügelland (mit 30,8 hl/ha der geringste Hektarertrag aller österreichischen Weinbaugebiete). Und anders als in Niederösterreich, wo es beim Rotwein deutlich mehr Einbußen gab als beim Weißen, sind die Verluste im Burgenland gleichmäßig verteilt.

Warum wir in unseren Weingärten zum Glück deutlich geringere Verluste als der Durchschnitt zu verzeichnen hatten, hat wohl mehrere Gründe:

Unsere Rebstöcke sind sorgfältig gepflegt und weisen grundsätzlich ein gutes (aber nicht übertriebenes) Ertragspotential auf. Mit entsprechender Laubarbeit und sachgerechtem Pflanzenschutz hatten wir die zum Teil massiv auftretenden Pilzkrankheiten (Oidium!) sehr gut im Griff und dadurch keinerlei Verluste zu beklagen. Auch der Hagel Anfang August hat offensichtlich weit weniger Menge gekostet, als befürchtet.

Möglicherweise wegen der guten Laubarbeit, ganz sicher aber dank des frühen Erntebeginns und der raschen (dabei aber trotzdem sorgfältigen) Lese haben wir weit weniger Trauben an die Fäulnis verloren als zahlreiche Kollegen. Vor allem größeren Betrieben und solchen, die keine Lehren aus vergangenen Extrembotrytisjahren gezogen haben, sind viele Trauben (und damit bei selektiver Lese zwar nicht Qualität aber ganz viel Menge) weggefault.

Besonders hart hat es sicherlich auch Kollegen getroffen, die in größerem Ausmaß Prädikatsweine angestrebt haben. Wir haben “nur” 0,25 ha Traminer als Totalausfall zu beklagen, andere aber mehrere Hektar.

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Wieder früh

Dienstag, 3. März 2015

Mandelblüte

Vor ein paar Tagen haben wir die ersten geöffneten Blüten der Mandelbäume gefunden. Bis heute sind wir zwar noch nicht so weit, wie auf dem Foto, das Jahr 2015 startet aber wieder einmal früh in die Vegetationsperiode.

Über das Weinjahr sagt das freilich nicht wirklich etwas aus, wie auch diese Gegenüberstellung mit den Ernteterminen der verschiedenen Jahre zeigt.

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Da wiehert der Amtsschimmel

Sonntag, 22. Februar 2015

Katasterplan

Angesichts der zunehmenden (Agrar-)Bürokratie und zahlreicher Doppel-, Drei- und Viergleisigkeiten in der Verwaltung spiele ich schon länger mit dem Gendanken, hier im Blog eine kleine Serie über deren Sinnlosighaftigkeit zu starten.

Als Vorgeschmack darauf empfiehlt sich dieser Artikel in der Tageszeitung “Die Presse” über die aktuell laufende Hauptfeststellung der landwirtschaftlichen Einheitswerte. Von diesen mühsam ermittelten, aber trotzdem natürlich zwangsläufig fiktiven pauschalen Ertragswerten werden auch im 21. Jahrhundert immer noch sehr viele Steuern und Abgaben landwirtschaftlicher Betriebe berechnet.

“Das Rückgrat (der Einheitsbewertung, Anm.) bildet die Betriebszahl zwischen eins und hundert, die es für jeden Bauernhof (der 167.000, Anm.) zu ermittelt gilt – mit Abschlägen von einem Hauptvergleichsbetrieb mit Betriebszahl 100, also besten Bedingungen. Er existiert als ideeller Betrieb nur in den Köpfen der Beamten. …

Besonders liebevoll durchdacht ist etwa die Entfernung zum lokalen zentralen Ort, also der nächsten Stadt. Da von der Bürokratie geknechtete Bauern oft bei Behörden vorsprechen müssen, ist zu hinterfragen, ob es im lokalen zentralen Ort zumindest eine Außenstelle der Bezirkshauptmannschaft gibt. Sonst ist ein Mittelwert mit dem nächsten entsprechenden Ort zu bilden, „sofern auch teilweise agrarische Belange bearbeitet werden“. …

Abschläge bei der Betriebszahl gibt es auch für die „Überquerung stark befahrener Straßen“ oder besondere Gefährdung durch Hagel – wofür Daten der Versicherung und der Zentralanstalt für Meteorologie zu konsultieren sind.”

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Chefsache

Sonntag, 15. Februar 2015

Rebschnitt aufgehellt und komprimiert

Während viele Betriebe den Rebschnitt von ungelernten Hilfsarbeitern ausführen lassen oder sogar an Fremdfirmen “outgesourct” haben, ist die erste Arbeit im Weinjahr (so wie die allermeisten folgenden) bei uns immer noch Chefsache.

Zum Glück schaffen wir (d.h. derzeit überwiegend mein Vater) es, alle unsere Reben selbst zu schneiden. Denn auch wenn es für den Laien nicht so aussehen mag, trägt handwerkliches Know-How und Genauigkeit beim Rebschnitt wesentlich bessere Früchte.

Sauber geschnittene (und danach gebundene) Reben treiben im Frühjahr gleichmäßiger aus. Die jungen Triebe (und später auch ihre Trauben) sind besser verteilt, erhalten mehr Sonne und trocknen nach Regen rascher ab.

Nimmt man beim Schneiden auf den Boden, die Sorte und die Entwicklung eines Weingartens im Vorjahr Rücksicht, findet man die beste Balance zwischen Wachstum und Ertrag. Solcherart ausgeglichene Reben können besser mit Wetterextremen umgehen.

Ein individueller Schnitt, der die besondere Situation der einzelnen Stöcke berücksichtigt, bewahrt geschwächte Pflanzen vor Überlastung und sorgt damit für eine gleichmäßigere Traubenreife und -qualität im gesamten Weingarten.

Kompetente Arbeiter erkennen die Schwarzholzkrankheit oder Esca beim Schneiden und versuchen mit oft gutem Erfolg die Rebstöcke zu verjüngen, bevor sie daran absterben.

Und schließlich beeinflußt der Schnitt natürlich maßgeblich die Lebensdauer eines Weingartens. Ohne sogfältige Arbeit büßen die Reben schon nach zwei, drei Jahrzehnten ihre Vitalität ein, anstatt gerade dann die besten Trauben zu liefern.

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Altes Handwerk

Sonntag, 18. Januar 2015

Fassbinder1

Wie schon öfter zu lesen, spielen Holzfässer in unserem Keller eine große Rolle. Seit langem wissen wir, wie gut sie vielen unserer Weine tun, vor kurzem haben wir auch gelernt, wie man sie zerlegt und wieder zusammenbaut, aber wie die Fässer gemacht werden, durften wir noch nie live erleben. Grund genug für eine Exkursion zum Fassbinder unseres Vertrauens.

weiter…

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Endlich Winter

Montag, 29. Dezember 2014

Schneemann

Nach einem sehr milden Dezember ist jetzt endlich der Winter eingekehrt. Nach dem gestrigen Schneefall sollen die nächsten Tage Temperaturen bis an die -10°C bringen.

Kalt genug um den Reben zu signalisieren, dass es Zeit für ihren erholsamen Winterschlaf ist, aber warm genug, um trotz noch nicht völlig zur Ruhe gekommenem Saftstrom in den Pflanzen keine Frostschäden befürchten zu müssen.

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Frohe Weihnachten!

Mittwoch, 24. Dezember 2014

Raureif3 bearbeitet

 

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Maßgeschneidert

Sonntag, 21. Dezember 2014

Edelreiser 6 bearbeitet

Ein neuer Weingarten ist eine äußerst langfristige Investition und braucht eine entsprechend sorgfältige Vorbereitung. Deshalb haben wir auch schon im heurigen August mit der Planung unserer nächsten Auspflanzung im Frühjahr 2016 (!) begonnen.

Vor der Ernte wurden nämlich nach intensiver Begutachtung unserer besten Blaufränkisch-Weingärten jene Stöcke markiert, die uns besonders gefallen haben und von deren Eigenschaften unsere Neuanlage geprägt sein soll.

In den letzten Tagen haben wir diese Reben geschnitten und das Holz an die Rebschule unseres Vertrauens geliefert. Dort lagern diese sogenannten Edelreiser jetzt im Kühlhaus, bis sie im kommenden Spätwinter auf von uns ausgesuchte Unterlagsreben veredelt werden. Maßgeschneidert statt von der Stange, sozusagen.

Nach einer Vortreibphase im Gewächshaus kommen die kleinen Pflänzchen dann Ende Mai 2015 ins Freiland, in die Rebschule. Im Herbst werden sie wieder ausgeschult, und jene, die einen schönen Trieb und kräftige Wurzeln entwickelt haben warten über den Winter im Kühlhaus auf ihre Auspflanzung am Mörbischer Altenberg im Frühjahr 2016.

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