Kellerpartie

Sonntag, 16. November 2014

Vati mit Heber 1 komprimiert

Auch wenn wir heutzutage noch gelegentlich unsere Jungweine mit dem einen oder anderen Weinbauernkollegen verkosten, der alte Brauch der “Kellerpartie” ist leider längst ausgestorben.

Bis in die 70er- und vielleicht auch 80er-Jahre war es üblich, im Spätherbst und Winter in Freundesgruppen gegenseitig die Weine des neuen Jahrgangs im Keller direkt aus dem Fass zu verkosten und zu diskutieren. Und je später der Abend, umso eher ging das Verkosten dann auch in ein geselliges Trinken über.

Aus diese Zeit stammt eine Mörbischer Anekdote, die, wenn sie sich nicht tatsächlich so zugetragen hat, zumindest gut erfunden wurde:

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Ein Weinfass auf Reisen

Freitag, 31. Oktober 2014

Fasstransfer1 komprimiert

Wie hier bereits einmal beschrieben, haben Holzfässer bei guter Pflege eine enorme Lebensdauer. Nicht alle halten aber so lange wie unser derzeit ältestes, das aus dem Jahr 1939 stammt. Kleine Mängel bei Holzauswahl oder Herstellung führen über die Jahre ebenso zu Problemen wie ein längeres Leerstehen, zum Beispiel nach einer kleinen Ernte für die nicht alle Fässer benötigt werden.

Unser bislang größtes Fass stammte aus den 1960er-Jahren. Damals wurde viel neuer Lagerraum benötigt, weil die Rebfläche stark ausgeweitet wurde, und wie die manche Weinbauern setzten auch etliche Fassbinder eher auf Masse, statt auf Klasse. Aus kaum abgelegenem Holz schnell und ungenau gefertigt hatten wir immer wieder Schwierigkeiten, es beim Wiederbefüllen dicht zu bekommen. Im kleinen Jahrgang 2010 blieb es komplett leer und seither halfen bei den zwei, drei Problemstellen  auch alle möglichen Tricks nichts mehr. Das hat uns schließlich dazu bewogen, das 4400l-Fass vor der heurigen Ernte auszumustern.

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Mit einem blauen Auge?

Donnerstag, 16. Oktober 2014

Rotweinschaum

Noch ist es viel zu früh, den außergewöhnlichen Jahrgang 2014 richtig einzuordnen. Natürlich wird man ihn nicht zu den sehr guten zählen können. Und ziemlich sicher wird er in der Menge auch österreichweit gerechnet unterdurchschnittlich ausfallen. Wie es aber im Detail aussieht, ist um diese Zeit schon in einem normalen Jahr schwer abzuschätzen. Und heuer praktisch gar nicht.

Auch wenn es überall zu nass war, dürfte es doch große Unterschiede zwischen den heimischen Weinbaugebieten geben. Und zwischen den Sorten. Zweigelt und wohl auch St. Laurent scheinen zum Beispiel fast überall schwer von der Fäulnis in Mitleidenschaft gezogen worden zu sein, während der Blaufränkisch besser dastehen könnte. Weil wichtige Blaufränkisch-Gebiete aber deutlich später in der Entwicklung sind, bleibt aber die Frage, ob die Reife weit genug fortgeschritten ist. Die deutliche Wetterbesserung ab Ende September konnten die meisten Reben nämlich mangels intakter Blattmasse aufgrund von de facto unvermeidlichem Peronosporabefall kaum noch nützen.

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Geschafft

Dienstag, 7. Oktober 2014

Auslese 2014

Heute Nachmittag haben wir die Weinlese 2014 mit einer Auslese vom Weißburgunder abgeschlossen.

Während es zwischendurch bei Welschriesling, Grünem Veltliner und Blaufränkisch deutlich besser war, mußten wir am Ende der Ernte die Trauben wieder genauso intensiv sortieren wie am Beginn vor 29 Tagen bei Muskat Ottonel und Zweigelt.

Deutlich mehr als die Hälfte landete heute auf dem Boden, infiziert von Essigsäurebakterien und verschiedensten unedlen Fäulnisarten. Hoffentlich hat sich die Mühe gelohnt.

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Dem Ende entgegen

Mittwoch, 1. Oktober 2014

Cabernet 2014

Mit dem Cabernet Sauvignon haben wir vorgestern Montag die Weinlese 2014 beinahe abgeschlossen. Neben einzelnen edelfaulen Trauben in fast allen Weißweingärten hängt jetzt nur noch eine Traminer- und eine Weißburgunderanlage komplett um davon eine süße Auslese zu keltern.

Wie eine genaue Kontrolle des Traminers gestern ergeben hat, dürfte sich die Sache dort allerdings leider erledigt haben. Fast keine Traube ist frei von Essigstich und eine Selektion bei der Ernte ist praktisch unmöglich. Die Kosten dafür stünden in keinerlei Relation zur erzielbaren Minimenge und der qualitative Erfolg der Arbeit wäre keineswegs sicher.

Alle Hoffnung ruht jetzt auf dem Weißburgunder. In dem Weingarten ist die Situation deutlich besser, ohne penibelste Auslese wird es aber auch dort nicht gehen.

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Zwischenbilanz

Sonntag, 21. September 2014

Rotweinmaische

Die Weinlese 2014 ist die bei weitem aufwändigste der mehr als 20 Ernten, die ich als Kellermeister mittlerweile auf dem Buckel habe. Zwei anstrengende Wochen liegen hinter uns und trotz vergrößerter Mannschaft noch mehr als eine weitere vor uns.

Praktisch überall ist ein mühsames Aussortieren der von Fäulnis befallenen Trauben(teile) notwendig. Das kostet viel Zeit und reduziert den Ertrag deutlich. Meistens landen die vom Botrytis-Pilz überzogenen Trauben auf dem Boden und nur in einzelnen Weingärten können sie in der Hoffnung auf einen Süßwein an den Stöcken hängenbleiben.

Zweigelt, Muskat Ottonel und Chardonnay sind mittlerweile komplett geerntet, Pinot blanc zum Großteil und Grüner Veltliner und Welschriesling etwa zur Hälfte. Bis wir mit den Weißen fertig sind, dürfen Blaufränkisch und Cabernet Sauvignon noch ein paar Tage die Sonne genießen.

Die Trauben des Blaufränkisch sind zwar noch recht gesund und vielversprechend, im Unterschied zum Cabernet haben sie aber nicht mehr die Stabilität, um weitere Regenschauer und Nebelfeuchte zu überstehen und kommen deshalb auch noch diese Woche dran.

Was schon im Keller ist, zeigt durchaus positive erste Anzeichen, dass sich die Arbeit unserer fleißigen Erntehelfer (Danke!) auch lohnt: Die frisch gepressten Zweigelt-Weine sind recht farbkräftig und der erste durchgegorene Muskat Ottonel wirkt sehr sauber und fein.

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Schönfärberei und Panikmache

Samstag, 13. September 2014

Welschriesling-Traube mit massivem Botrytisbefall

2014 stellt uns Weinbauern nicht nur in Weingarten und Keller vor große Herausforderungen, sondern auch in der Kommunikation. Wie kann man die derzeitige Lage und ihre möglichen Auswirkungen auf das spätere Endprodukt erklären, ohne auf dem schmalen Grat zwischen Schönfärberei und Panikmache auszurutschen?

Auf der einen Seite droht der Verlust jeglicher Glaubwürdigkeit angesichts des auch für Laien nachvollziehbar miserablen (Spät-)Sommerwetters. Und auf der anderen ein ungerechtfertigt pauschales Negativimage der eigenen Produkte, von deren Verkauf man ja schließlich lebt, und von denen es auch 2014 ganz sicher solche geben wird, die man mit Genuss und Freude trinken kann.

Umso bemerkenswerter sind daher die folgenden Aussagen:

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Unverhofft kommt heuer nicht oft

Freitag, 12. September 2014

Most

Positive Überraschungen sind heuer eher selten. Umso erfreulicher, wenn gleich zwei an einem Tag eintreffen:

Entgegen den Prognosen von gestern hat das Adriatief heute eine Pause eingelegt und wir konnten ab 10 Uhr einen weiteren Teil des Muskat Ottonel heimholen.

Außerdem gab es netten Besuch von meinen Kollegen Petra und Wolfgang Janß vom Rheinterrassenhof im deutschen Rheinhessen.

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Zwischendurch was Positives

Mittwoch, 10. September 2014

Muskat Ottonel 2014

Mit entsprechend sorgfältiger Handlese kann man auch heuer (noch) weitgehend gesunde Trauben in die Presse bringen: Muskat Ottonel, geschmacklich reif mit braunen Kernen bei gut 16°KMW (d.h. später ca. 11% Alkohol), 5,4 g/l Säure bei einem pH-Wert von ca. 3,65.

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Das Jahr des Reagierens

Dienstag, 9. September 2014

Wetterbericht September 2014

Auch wenn die Lese erst gestern begonnen hat, steht bereits eines fest: 2014 ist das Jahr des Reagierens. Zum Agieren haben wir Weinbauern nämlich angesichts der vergangenen und der prognostizierten Wetterlage nicht den geringsten Spielraum mehr.

Seit unserem Kontrollgang am vergangenen Donnerstag sind die Schalen der Weintrauben noch dünner und die braunen oder sogar bereits vom Botrytispilz befallenen Beeren merkbar mehr geworden. Gestern und heute haben wir deshalb mit intensiver Sortierarbeit bei der Ernte den Großteil des Zweigelt vor dem Verfall gerettet und morgen wollen wir zumindest einen Teil des Muskat Ottonel schaffen.

Dann dürfte uns leider erneut ein Adriatief zu einer längeren Regenpause zwingen, bevor wir ab Montag im Wettlauf mit der Botrytis so viel so schnell so sauber sortiert wie möglich nach Hause bringen wollen.

Wünscht uns Glück, heuer können wir das brauchen!

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