Zeit der Reife

Samstag, 27. August 2016

Cabernet Sauvignon

In den vergangenen sonnig-warmen Tagen haben die Trauben einen großen Sprung nach vorne gemacht. Und so wie die Trauben reifen derzeit auch unsere Ernteprognosen.

Heute habe ich die ersten Reifemessungen durchgeführt, aber noch ist die Datenlage viel zu unsicher. Stimmen die Werte? Warum passen die Relationen zwischen den verschiedenen Sorten nicht immer? Liegt es am Spätfrost, am geringen Ertrag mancher Weingärten oder an den weniger reifen später nachgewachsenen Trauben? Wie schnell werden die Trauben bei dem frostbedingt niedrigen Ertrag weiterreifen? Wie wird das Wetter in den nächsten Wochen? Und wie sehr geht gerade heuer Sicherheit vor?

Fragen über Fragen. Hoffentlich liefern die Begutachtungen der kommenden Woche ein paar Antworten.

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Die Jubiläumsetappe der Weinrallye

Freitag, 29. Juli 2016

Weinrallye-100

Heute ist wieder einmal Wein(blog)rallye-Tag. Und weil es nicht irgendeine, sondern die 100. Etappe (!) ist, möchte ich nach sehr sehr langer Abstinenz wieder einmal einen kleinen Beitrag abliefern.

Alle deutschsprachigen Weinblogs, die Lust dazu haben, schreiben bei der Weinrallye zu einem Thema, das der Ausrichter der jeweiligen Etappe vorgibt. Und weil es ein Jubiläum ist, gibt dieses Mal der Erfinder der Rallye, Thomas Lippert vom Winzerblog, das Thema vor. Er lädt ein, eines der vergangenen 99 Themen wieder aufzugreifen oder selbst ein Thema rund um die Zahl 100 zu finden.

Meine vergangenen Rallye-Beiträge findet man hier. Leider ist die Zeit fürs Bloggen und zugegebenermaßen auch die Inspiration in den letzten Jahren deutlich weniger geworden und die ausgelassenen Etappen deshalb immer mehr.

So wie Thomas Lippert geht es auch mir, wenn er in seinem Jubiläumsbeitrag schreibt:

Blogs waren damals noch was Neues, sie wurden beachtet und es war richtig Bewegung im Internet. Ja als ganz normaler Mensch konnte man plötzlich publizieren und man hatte Leser, es gab Kommentare  und irgendwie hat man sich wohl auch wichtiger gefühlt als man tatsächlich war. Aufbruchstimmung halt!

Nun ja, dann erschienen Twitter und Facebook und haben die social media in kürzester Zeit radikal verändert. Ich glaube bis heute das dies auch für die Weinrallye ein entscheidender Einschnitt war, dazu kam das die Blogs zunehmend als Begleitung für kommerzielle Webshops eingesetzt wurden was dazu führte das sich viele “Blogger” für die Weinrallye interessierten aber eigentlich nur die links abgreifen wollten.

Was ich sagen will, mit Facebook und Twitter haben die Leute aufgehört zu lesen, nur noch schnell überfliegen und gut ist.  Da will ich mich selber gar nicht ausnehmen, es ist ja einfach und schnell, ein Foto + “Super” als Text hinzufügen und fertig ist der Artikel.

Viel hat sich verändert im WorldWineWeb in den letzten neun Jahren, nicht nur bei der Weinrallye. Was bleibt, sind neben vielen schönen Verkostungserlebnissen und spannenden Artikeln vor allem die Freundschaften mit den bloggenden Kollegen:

Mit Thomas Lippert, dem einzigen wahren Winzerblogger, der immer wieder neue Anläufe unternimmt, die Szene zu vernetzen und zu aktivieren.

Mit Harald Steffens, dessen Bildergeschichten von meinem PC und dessen Moselrieslinge aus meinem Keller nicht mehr wegzudenken sind.

Und mit Armin Kobler, der mir mit seinen sachlichen Blogbeiträgen das Weinland Südtirol erst so richtig ins Bewußtsein gebracht hat.

Heute werde ich wie so oft in den letzten Wochen ziemlich müde ins Bett fallen, aber bei nächster Gelegenheit mache ich mir ein gutes Fläschchen auf und trinke auf euch!

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Farbenspiel

Sonntag, 24. Juli 2016

Umfärbung

Vor ein paar Tagen hat der Zweigelt mit der Umfärbung begonnen. In einem prächtige Farbenspiel wechseln jetzt innerhalb von ein paar Wochen die grünen Beeren über alle möglichen Rosa-, Lila- und Violett-Töne in ein schönes Dunkelblau.

Damit stehen wir am Beginn der Traubenreife und im Vergleich mit anderen Jahren scheint eine nicht all zu frühe Ernte in der zweiten Septemberhälfte wahrscheinlich.

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Jahrgangsparadoxon

Freitag, 15. Juli 2016

Ausdünnen 2016

Wie vor längerer Zeit hier und hier beschrieben, ist es öfter notwendig, den Traubenbehang auszudünnen, um ein entsprechendes Qualitätsniveau zu erreichen, wenn es die Natur zu gut mit uns meint.

Mit dieser „Notbremse“ bringen wir das über Jahrhunderte forcierte Ertragspotential unserer Bewirtschaftungssysteme, mancher unserer Sorten und die ungestüme Kraft jüngerer Weingärten mit den erst seit vergleichsweise kurzer Zeit geltenden Qualitätsansprüchen der meisten Weinliebhaber unter einen Hut.

Lieblingsbeschäftigung ist das Wegschneiden gut entwickelter Trauben knapp vor Reifebeginn nie, aber heuer fällt es besonders schwer. Spätfrostbedingt wird die Ernte nämlich insgesamt nur sehr klein ausfallen, aber trotzdem gibt es einzelne Weingärten, die mehr tragen, als uns lieb ist.

Und weil eine große, dafür aber nur mittelmäßige Menge Weißburgunder oder Cabernet nicht den knappen Muskat Ottonel oder Zweigelt ersetzen kann (sondern vielleicht sogar Kunden verärgert, die besseres von uns gewohnt sind), landen auch 2016 Trauben auf dem Boden.

Auch wenn ich sie gerne wenige hundert Meter weiter in den erfrorenen Weingärten ohne nennenswerten Ertrag an die Reben heften würde…

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Stress lass nach

Sonntag, 10. Juli 2016

Erbsengröße

Langsam lässt die Arbeit im Weingarten etwas nach. Alle Triebe sind dort, wo sie sein sollen und mittlerweile auch gewipfelt. Jetzt lenkt der Weinstock seine Energie – soweit diese nicht Ende April erfroren sind – überwiegend in die Trauben, die schon eine beachtliche Größe erreicht haben.

Auch die merkbare Trockenheit trägt dazu bei, dass das Triebwachstum langsam zum Stillstand kommt. Anders als die Kollegen in Deutschland hatten wir nämlich im Juni keine nennenswerten Niederschläge und ein ergiebiger, langsam fallender und vor allem eisfreier Regen würde unseren Reben gut tun.

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Hauptblüte gelaufen

Samstag, 18. Juni 2016

Weinblüte

Nach dem lange kühl-wechselhaften Frühjahr ist bei uns am Neusiedlersee Ende Mai endlich mildes, stabiles Wetter eingekehrt. Und während in der näheren Umgebung anderswo immer wieder Gewitter und Regen gemeldet wurde (und die Kollegen in Deutschland mit katastrophalem Dauerregen kämpfen), blieb es bei uns weitgehend trocken.

Beste Bedingungen für die Weinblüte, die rund um den 1. Juni begonnen hat, und sich jetzt ihrem Ende zuneigt. Zumindest bei den „originalen“ Trauben, denn jene wenigen, die nach dem Spätfrost noch nachgewachsen sind, haben einen Rückstand von drei bis fünf Wochen.

Wie sich das bis zur Ernte entwickelt, werden wir sehen. Vielleicht holen sie das ja noch auf, da die geschädigten Stöcke ja meist nur eine oder zwei Trauben zu versorgen haben. Oder wir ernten in mehreren Durchgängen, sofern sich das mengenmäßig rentiert und überhaupt machbar (sprich: der Reifeunterschied einfach zu erkennen) ist.

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Gustav-Adolf-Fest in Mörbisch

Dienstag, 24. Mai 2016

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Das Gustav-Adolf-Fest ist eine Art Jahrestreffen der burgenländischen Evangelischen, das jedes Jahr von einer anderen Kirchengemeinde veranstaltet wird.

Heuer ist mein Heimatort Mörbisch Gastgeber, und in diversen Arbeitskreisen bin ich mit sehr vielen anderen seit über einem Jahr an den Vorbereitungen beteiligt. Immerhin werden 1500 oder mehr erwachsene Besucher erwartet, und das Kinderprogramm, für das ich mit anderen zuständig bin, haben wir für bis zu 240 Kinder ausgelegt.

Besonders in den letzten Tagen und Wochen war sehr viel für einen reibungslosen Ablauf der Veranstaltung zu tun. Ehrenamtlich natürlich, und in einer Zeit, die auch im Weinbau nicht gerade zu den ruhigsten zählt.

Bei allem Stress war es aber auch schön zu beobachten, was da in der Gemeinde entsteht. Wie gut die Zusammenarbeit funktioniert, auch mit Leuten und Institutionen, mit denen man sonst nichts zu tun hat.

Längst ist das Gefühl, ganz sicher irgend etwas Wichtiges vergessen zu haben der Vorfreude auf den kommenden Donnerstag gewichen. Und wie es scheint, meint es das Wetter auch gut mit uns!

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Spätfrost – Das Video

Freitag, 29. April 2016

Spätfrost 2016 in Mörbisch from Grenzhof Fiedler on Vimeo.

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Scheiße!

Donnerstag, 28. April 2016

Spätfrost

Das hätte Chardonnay 2016 werden sollen.

Nach den ersten kleinen Schäden am Dienstag hat uns (wie sehr, sehr viele Kollegen in ganz Österreich und sonstwo) der Spätfrost in der Nacht von gestern auf heute ziemlich übel erwischt. Ein Drittel unserer Weingärten ist nahe am Totalschaden, ein weiteres Drittel ist deutlich geschädigt und nur rund ein Drittel ist halbwegs unversehrt geblieben.

Natürlich bilden die Rebstöcke in ein paar Wochen wieder neue Triebe und Blätter, Trauben wachsen aber wohl nur sehr sehr vereinzelt nach. Wir müssen also damit rechnen, dass wir vom 2016er weniger als die Hälfte einer normalen Ernte in den Keller bekommen werden.

Diese Aussichten sind natürlich – man verzeihe mir die deutliche Wortwahl – scheiße.

Trotzdem möchte ich meine Schilderungen nicht als Wehklagen verstanden wissen. Wir Bauern haben bei manchen zwar den Ruf, ständig zu jammern, aber wenn ich von den Frostschäden berichte, dann nicht, um Mitleid oder Fördergelder zu erheischen.

Elementarereignisse wie dieses sind zum Glück selten, gehören aber zu meinem Beruf. Unser Betrieb ist gut genug aufgestellt, um damit umgehen zu können. Wir haben unsere Fixkosten im Griff, sind klein genug, um so etwas flexibel handhaben zu können, haben treue, verständnisvolle Kunden, einen auch quantitativ guten Jahrgang 2015 im Keller und vor allem bei den Rotweinen auch Reserven aus den Jahren davor.

Auch wenn es mir wohl nicht alle glauben werden: Mehr betroffen als das Loch in meiner Brieftasche im nächsten Jahr macht es mich, meine Rebstöcke in so einem Zustand zu sehen.

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Spätfrost!

Dienstag, 26. April 2016

Spätfrost1 bearbeitet

Archivbild 2011

Der frühe Austrieb der Reben und der kalte Wetterumschwung der letzten Tage sorgt bei uns Weinbauern für berechtigte Nervosität. Sobald die jungen Triebe nämlich die schützende Hülle der Knospen verlassen haben, führen schon Temperaturen knapp unter dem Gefrierpunkt zu Frostschäden.

Viele Kollegen in Österreich, Deutschland und Südtirol sind bereits massiv betroffen, und vergangene Nacht hat es leider auch uns ein wenig erwischt. Nicht allerdings in den tiefliegenden Lagen am See wie zu erwarten (und wie zuletzt 2011), sondern in unserer größten Parzelle am Goldberg, die nahe an einem kaltluftführenden Einschnitt im Hügelland liegt.

Nach Schätzung meines Vaters liegt der Schaden zum Glück nur bei vielleicht 10 Prozent, aber die Kältewelle ist noch nicht vorbei, bis zu den eigentlichen Eismännern dauert es noch zwei Wochen, und 2012 sind in einigen Gebieten sogar noch nach dem 15. Mai Reben erfroren…

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