Der Verlust der Mitte

Montag, 19. November 2018

Das ist ein Artikel, den ich schon längere Zeit, eigentlich schon Jahre vor mir herschiebe. Er ist lang, sehr lang, wahrscheinlich nicht immer nachvollziehbar strukturiert und persönlich. Sehr persönlich.

Aber es geht um Wein, immerhin. Würde ich zum Plakativen neigen, wäre die Überschrift wohl „Orange“. Oder „Naturwein“. Dabei dreht er sich eigentlich um viel mehr.

Die Weinwelt im Fluss

Auch wenn sich die Weinwelt gerne konservativ und traditionell gibt, so war sie doch immer im Wandel. Neue Anbautechniken, neue Sorten, neue Krankheiten und Schädlinge, neue Verarbeitungstechniken und Weinstile hat es immer gegeben. Selbst Traditionshochburgen wie Bordeaux oder Burgund, von denen man meinen könnte, sie stehen seit Jahrhunderten für den gleichen Stil, die gleiche Machart von Wein haben sich immer verändert.

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Nachlese

Samstag, 29. September 2018

Gestern haben wir mit einer Spätlese vom Welschriesling und einer Auslese von Traminer und Welschriesling die Ernte 2018 beendet. Damit ist der Jahrgang komplett, vom leichten Veltliner der Vorlese am 16. August über mittelgewichtigen Muskat, gehaltvollen Pinot blanc, kräftigen Chardonnay, dichten Zweigelt, Blaufränkisch und Cabernet der Haupternte bis zum Süßwein.

Zeit für ein paar Gedanken zum Jahrgang:

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Fast fertig

Freitag, 21. September 2018

Nach vier Wochen Lese – davon allerdings nur eine durchgehend von Montag bis Freitag – haben wir den Jahrgang 2018 beinahe vollständig im Keller. Zwei Lesetage trennen uns noch vom „Leikauf“, unserem Mundart-Begriff für das Ende der Ernte.

Einen Traminer-Weingarten haben wir am Dienstag bereits in Auslese-Qualität (knapp 22°KMW) geerntet, beim anderen und einem Welschriesling warten noch den Wetterumschwung an diesem Wochenende ab.

Vor dem Traminer war am Montag dieser Woche der letzte Blaufränkisch und gleich im Anschluss unser Cabernet Sauvignon an der Reihe. Beide wie nach dem heißen, trockenen Sommer zu erwarten sehr reif und sehr vielversprechend.

Im Keller haben einige Weine bereits ihre Gärung beendet und lassen erste Charakterzüge erkennen. Das tägliche Verkosten ist jetzt die wichtigste Arbeit des Kellermeisters.

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Feierabend

Mittwoch, 12. September 2018

Gestern und heute haben wir Blaufränkisch gelesen, und weil es beim Rotwein am Tag der Ernte nichts zu pressen gibt, hatte ich heute etwas früher Feierabend.

Bis auf den Traminer und einen Welschriesling, bei denen wir auf Spät- und Auslese hoffen sind jetzt alle Weißweine zu Hause. Von den Roten fehlt noch der Blaufränkisch vom Goldberg (voraussichtlich Montag) und der Cabernet Sauvignon (vielleicht auch schon nächste Woche).

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Zuwenig und zuviel ist des Narren Ziel

Dienstag, 4. September 2018

Wie es scheint möchte Petrus den fehlenden Regen der letzten drei Monate jetzt in vier Tagen nachholen. Seit Samstag regnet es immer wieder, und mittlerweile nähern wir uns der Marke von 100 Liter pro Quadratmeter.

Den Weinstöcken insgesamt hilft das wohl, die Trauben hätten das anhaltende Nass aber jetzt nicht mehr gebraucht. Zum Glück sind die Beeren nach dem trockenen Sommer dickschalig und dadurch ein wenig widerstandsfähiger gegen Fäulnis, die bei solchen Wetterbedingungen immer droht.

Eine größere Herausforderung als die Lese selbst ist deshalb ist in den nächsten Tagen wohl die Logistik, weil nicht alle Weingärten vernünftig befahrbar sind. Um Bodenverdichtungen und Schäden an Traktor und Anhänger zu vermeiden werden wir z.B. bei zwei kleineren Parzellen den Traktor auf den befestigten Wegen lassen und die Trauben mit unseren Lesescheibtruhen zu den Enden der Rebzeilen auf den Anhänger bringen.

Bei diesen Bedingungen werden Erinnerungen an das Jahr 2007 wach. Damals hat es nach ähnlich frühem Lesebeginn fast auf den Tag genau wie heuer 110 mm in 48 Stunden geregnet. Letztendlich sind wir aber mit einem blauen Auge davongekommen, das macht optimistisch für heuer.

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Ein besonderer Moment

Freitag, 31. August 2018

Es ist immer ein besonderer Moment, neue Fässer zu befüllen. Heute war es wieder einmal soweit mit dem Chardonnay vom Goldberg, den wir vorgestern gelesen haben.

In einem guten halben Jahr wird er  mit dem im Tank vergorenen aus den Rieden Hofwiesort und Kräften zu unserem Chardonnay Duett vereint werden.

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Muskat fertig, Chardonnay begonnen

Mittwoch, 29. August 2018

Chardonnay 2018 vom Mörbischer Goldberg

In den ersten drei Tagen Weinlese 2018 haben wir den Muskat Ottonel abgeschlossen, zwischendurch etwas Grünen Veltliner gelesen und heute Mittag den Chardonnay begonnen. Obwohl das gleiche Rebmaterial und viel jünger trägt der Weingarten am Goldberg immer deutlich weniger Trauben als unser zweiter großer Chardonnay-Weingarten. Dementsprechend weiter ist er in der Reife.

Im Vorjahr waren es bei der Ernte unglaubliche 22°KMW, die mich dazu bewogen haben, einen kleinen Teil davon separat abzufüllen. Die gestern dafür erhaltene Prüfnummer weist einen Alkoholgehalt von 15% aus…

Die versteckt der Wein zwar recht gut, aber für unser reguläres Sortiment habe ich es gerne etwas leichter und eleganter. Deswegen haben wir heute schon den Goldberg gelesen, hochreif mit sehr aromatischen Trauben und „nur“ 20,5°KMW.

Morgen folgt der Chardonnay von der Ried Hofwiesort und die kleine Kräften. Für das danach gibt es derzeit noch keinen Plan, zu groß ist die Auswahl an erntereifen Sorten.

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Morgen geht es (richtig) los!

Sonntag, 26. August 2018

Nach einer kleinen Notlese am 13. August um einen ganz ganz jungen Weingarten zu entlasten und einem halben Tag Grüner Veltliner am 16. August starten wir morgen richtig in die Weinlese.

Damit sind wir heuer ein wenig später dran als manche Kollegen, nicht zuletzt, weil ich in der vergangenen Woche – schon im eher auf ein spätes Jahr hindeutenden März geplant – unterwegs war.

Um die kleine Verspätung aufzuholen, legen wir morgen mit einer etwas größeren Crew los und haben auch schon einen Grünen Veltliner, bei dem uns die Leichtigkeit und Frische besonders wichtig ist vorab geerntet.

Keller und Presshaus sind geputzt, alle Geräte stehen parat und die auswärtigen Lesehelfer sind auch schon eingetroffen. Der Wetterbericht verspricht gutes, nicht so heißes Wetter wie in den letzten Wochen und die Trauben sind reif und bei fast allen Sorten sehr gesund. Lediglich beim Zweigelt werden wir einiges zu tun haben, um die heuer wieder einmal besonders stark auftretende Traubenwelke auszusortieren.

Die nächsten Wochen sind die anstrengendsten des ganzen Weinjahres, in denen man mitunter an die Grenzen der physischen und psychischen Belastbarkeit gerät. Trotzdem ist heute für mich ein Tag der Freude:

Morgen beginnen wir mit der Lese 2018!

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Lesespekulationen

Montag, 6. August 2018

Wie immer um diese Jahreszeit gibt es unter den Weinbauern derzeit nur ein Thema: Wann beginnst du mit der Weinlese?

Sommerlochgeplagte Medien greifen das in einem rekordverdächtigen Jahr wie heuer besonders dankbar auf. Die früheste Weinlese aller Zeiten, hört und liest man. Mitte August geht es los, nicht nur für Sturm, auch für Qualitätsweine.

Mag sein, dass die Entwicklung der Trauben anderswo tatsächlich so rekordverdächtig ist, bei uns brauchen selbst die Frühsorten noch ein bisschen.

Für unseren feingliedrigen Weißweinstil ernte ich zwar gerne früh, aber wenn ich meine ersten Reifemessungen mit anderen Jahren vergleiche und die Entwicklung der nächsten Wochen hochrechne, werden wir wohl nicht vor dem 27. August beginnen. Das wäre immer noch sehr früh, allerdings kein Rekord, sondern vergleichbar mit 2007.

Sollte es am kommenden Wochenende nicht regnen, lesen wir vielleicht schon nächste Woche vorab die Trauben einer Junganlage, um die Stöcke zu entlasten. Bis zum Beginn der aktuellen Hitzewelle hatten wir zwar nicht besonders viel, aber genug Feuchtigkeit, doch jetzt zeigen die ganz jungen Reben erste Symptome von Trockenstress.

Den älteren Weingärten würde ein Regen auch gut tun, aber sie stehen immer noch sehr schön da und wir erwarten eine qualitativ und quantitativ gute Ernte. Wie gut verrate ich sobald die Trauben im Keller sind. Sollen andere jetzt schon darüber spekulieren.

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Laubschnitt

Mittwoch, 18. Juli 2018

Der zweite (und letzte) Laubschnitt soll verhindern, dass die seit dem ersten nachgewachsenen Triebe vom Wind abgebrochen werden oder nach unten hängen und Blätter und Trauben beschatten.

Dabei geht es nicht darum, möglichst viel wegzuschneiden, sondern nur so viel als nötig. Schon das Entfernen der Triebspitze genügt, um die Kraft des Weinstocks in die kleinen Seitentriebe („Geiztriebe“) und vor allem natürlich in die Trauben zu lenken.

Hinten am Traktor läuft ein Mulcher mit, um die Begrünung kurz zu halten. Normalerweise kommen jetzt die trockensten Wochen des Jahres und es gilt Wasser für die Reben zu sparen.

Ich bitte die schlechte Tonqualität zu entschuldigen. Im Video sage ich in etwa das, was ich hier auch geschrieben habe. Um filmen zu können habe ich die Fahrgeschwindigkeit deutlich reduziert, das Messer des Laubschneiders erscheint aber nur im Video so langsam, in Wirklichkeit rotiert es natürlich deutlich schneller.

Thema: Reben und ihre Pflege, Videos |  Beitrag kommentieren