Besorgt

Samstag, 24. Februar 2018 | Autor:

Sosehr wir im zu warmen Jänner auf einen richtigen Winter gehofft haben, sosehr fürchten wir uns jetzt vor den Prognosen für die kommende Woche.

Minus 10, minus 15, ja wahrscheinlich sogar minus 17 wären wohl kein Problem. Einige Schädlinge erfroren, der Austrieb vielleicht verzögert und dadurch das Spätfrostrisiko möglicherweise kleiner.

Minus 20 Grad, wie sie die pessimistischeren Vorhersagen derzeit für Donnerstag für möglich halten, wären aber sicher zu viel und deutliche Schäden zu befürchten.

Bei solchen Zahlen werden Erinnerungen an 1987 wach…

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Rebschnitt

Donnerstag, 25. Januar 2018 | Autor:

Der Rebschnitt ist unsere wichtigste Winterarbeit. Heute war ich in der Riede Wasser (!) am Rand des Schilfgürtels. Wegen der Frostgefahr und dem öfter hohen Wasserstand des Neusiedlersees sind wir dort nur noch mit zwei kleinen Weingärten vertreten.

Die Zweigelt-Anlage im Video sieht sehr jung aus, hat aber bereits 30 Jahre auf dem Buckel. Weil wir sie vor drei Jahren verjüngt haben, sind die Stämme aber dünn und der Rebschnitt geht schnell vonstatten.

Wer mehr über den Rebschnitt wissen möchte findet hier eine Aufstellung meiner Artikelserie darüber.

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Zweite Ernte

Dienstag, 9. Januar 2018 | Autor:

Seit ein paar Jahren liefern einige unserer Weingärten zwei Ernten. Im September oder Oktober in Form von Trauben und im Jänner als Edelreiser für die Veredlung neuer Rebstöcke.

Nur gesunde, sorgfältig gepflegte und dokumentierte Weingärten sind als Grundlage für neue Reben geeignet. Außerdem markieren wir jedes Jahr vor der Ernte jene Stöcke, die man nicht in einem neuen Weingarten haben möchte.

Im Jänner „ernten“ wir dann die gut ausgereiften Triebe und geben sie an die Rebschule unseres Vertrauens weiter. Die macht daraus neue Pflanzen für uns aber auch für zahlreiche Kollegen.

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Zeit

Sonntag, 3. Dezember 2017 | Autor:

Foto: Armin Bardel

Nach den Trauben ist Zeit die wichtigste „Zutat“ unserer Weine. Erst das geduldige Warten auf den richtigen Moment bringt ihren wahren Charakter zum Vorschein. In unserer schnelllebigen Zeit ein Luxus, den sich nicht alle Weinbauern leisten können oder wollen.

Von wenigen Ausnahmen abgesehen ist seit dem Ende der Gärung wenig mit unseren 2017ern passiert. Fässer und Tanks, die während der Tätigkeit der Hefe nicht ganz voll sind, damit sie nicht überschäumen wurden aufgefüllt und die jungen Weine mit einer geringen Dosis SO2 gegen übermäßige Oxidation stabilisiert. Wochen später wurden die meisten (aber längst nicht alle) durch Umziehen in einen anderen Behälter vom zu Boden gesunkenen Hefetrub befreit.

So reifen sie seit Wochen – laufend aufmerksam verkostet – ungestört auf der Feinhefe vor sich hin und entwickeln sich prächtig. Sorgenkinder gibt es heuer zum Glück nicht, ein weiteres Plus dieses qualitativ und quantitativ sehr zufriedenstellenden Jahrgangs.

Im Keller ist es mittlerweile recht kühl geworden. Alle notwendigen Weinbewegungen laufen jetzt viel schonender ab, weil bei niedrigen Temperaturen weniger Aroma und Frische verloren geht. Kommende Woche werden wir den Muskat Ottonel mittels Kieselgurfiltration von den feinen Trubteilchen befreien, da wir ausnahmsweise noch vor Weihnachten eine kleine Teilmenge abfüllen müssen.

Dem Großteil des klaren Muskat und allen anderen immer noch feinhefetrüben Weißweinen gönnen wir noch einige weitere Wochen Zeit. Und den Roten 2017ern noch Monate und Jahre.

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Geschafft!

Freitag, 13. Oktober 2017 | Autor:

Mit einer hohen Auslese, nahe an der Beerenauslese konnten wir heute die Weinlese 2017 abschließen.

Herzlichen Dank an alle, die dabei mitgeholfen haben!

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Zettelwirtschaft

Mittwoch, 4. Oktober 2017 | Autor:

Während der Weinlese und in den Wochen danach fühle ich mich oft wie ein Jongleur, der mit 30 Bällen gleichzeitig arbeitet. So viele verschiedene Chargen habe ich nämlich in einem normalen Jahrgang ungefähr im Keller, und jede verlangt nach der Aufmerksamkeit des Kellermeisters.

Manche „Bälle“ sind knapp vor dem Hinunterfallen und müssen sofort gefangen werden. Andere, die gerade durch die Luft schweben lassen einem etwas mehr Zeit, erfordern aber auch rechtzeitiges Handeln. Und selbst die, die noch unbewegt auf der Ablage liegen, sollten schon in die kommenden Abläufe eingeplant und entsprechend vorbereitet werden.

Auch im Keller gibt es Dinge, die sofort zu erledigen sind. Solche die zumindest noch heute passieren müssen. Und jene, die für morgen, übermorgen oder nächste Woche vorbereitet sein wollen, damit dann alles glatt läuft.

Um im alltäglichen Weinlesestress mit seinen ständigen Unterbrechungen (durch neu ankommende Trauben, durch Telefonate und unaufschiebbaren Bürokram, durch Unvorhergesehenes) nichts zu vergessen, was mir schon einmal in den Sinn gekommen ist, betreibe ich eine intensive Zettelwirtschaft.

Außenstehende empfinden meine Listen vermutlich als ziemlich chaotisch, mir helfen sie aber enorm.

Thema: In Presshaus und Keller, Lese 2017 | Beitrag kommentieren

Fast fertig

Montag, 25. September 2017 | Autor:

Am Samstag konnten wir die Weinlese 2017 vorläufig abschließen. Was jetzt noch – gut vernetzt gegen die Stare – draußen ist, wartet auf eine edelfäulebedingte Schrumpfung zur süßen Auslese. Das kann noch dauern und wird uns, wenn es soweit ist, nur zwei weitere Lesetage kosten.

Was schon im Keller ist, stimmt uns recht positiv. Die erstgelesenen Grünen Veltliner und Muskat Ottonel sind schon durchgegoren und versprechen einiges. Weißburgunder, Chardonnay und Traminer gären noch. Zum Teil etwas langsam, aber ich gehe davon aus, dass alle wie gewünscht bis zum trockenen Ende durcharbeiten werden.

Die vier Zweigelt-Chargen sind schon gepresst und so farb- und geschmacksintensiv wie das bei den schönen Trauben zu erwarten war. Blaufränkisch in all seinen Varianten gärt noch auf der Maische, ebenso wie der Cabernet Sauvignon.

Angesichts der supergesunden und reifen Trauben kann man jetzt schon von einem guten Jahrgang sprechen. Wie gut er ist, wird die Entwicklung der Jungweine in den nächsten Wochen zeigen.

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Rotweinpressen

Donnerstag, 21. September 2017 | Autor:

Der Regen ist vorerst überstanden und zum Glück nicht ganz so ergiebig ausgefallen, wie prognostiziert. Nach zwei Tagen Pause konnten wir heute den Blaufränkisch abschließen und den Cabernet beginnen. Und damit die Platz zum Gären haben, war heute Rotweinpressen angesagt:

Wer mehr zur Rotweinvinifikation wissen möchte, kann hier meine chronologischen Beiträge dazu nachlesen.

Thema: Lese 2017, Videos | Beitrag kommentieren

Trübe Aussichten

Sonntag, 17. September 2017 | Autor:

Quelle: https://www.facebook.com/wadsakmarcus/

Der Regen gestern und heute hat uns nicht weh getan. Die zusammen ca. 40 Liter pro Quadratmeter hat der lange ausgetrocknete Boden gut aufgenommen und sicher nicht direkt an die Reben weitergegeben. Außerdem war es kalt und das Fäulnisrisiko gering und wir hätten sowieso nicht gelesen.

Was für Dienstag und Mittwoch prognostiziert wird, ist allerdings wenig erfreulich. Von Regenmengen bis zu 100 Liter im Osten Österreichs kann man da lesen, was zumindest zwei Tage Erntepause bedeutet und nicht die besten Voraussetzungen für die Tage danach.

Deshalb werden wir versuchen, morgen so viel von den besten Blaufränkischen nach Hause zu holen wie irgend möglich. Mit entsprechendem Stress für den Kellermeister, denn die Gärtanks in die der eingefüllt werden soll sind noch voll mit Zweigelt, den ich morgen zumindest so schnell in die Presse verfrachten muss, wie die Blaufränkisch-Trauben anrollen.

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Nach der zweiten Lesewoche

Samstag, 16. September 2017 | Autor:

Die zweite Lesewoche ist um, und fast der ganze Weißwein im Keller. Ab Montag stehen Blaufränkisch und danach Cabernet Sauvignon auf dem Programm. Sofern das Wetter sich nicht an die Regenschauer-Prognosen für Dienstag und Mittwoch hält.

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