Der Vollständigkeit halber

Donnerstag, 15. April 2021 | Autor:

Ab der Pflanzung eines Weingartens sterben laufend einzelne Weinstöcke ab. Krankheiten, Schädlinge, Altersschwäche oder Schäden in Folge menschlichen Versagens bei der maschinellen Bearbeitung reißen laufend Lücken in den Bestand.

Um einen Weingarten über die Zeit halbwegs vollständig und damit auch wirtschaftlich zu halten, ist es deshalb notwendig, von Zeit zu Zeit junge Reben in die Fehlstellen nachzupflanzen.

Die brauchen wegen der übermächtigen Konkurrenz der alten Nachbarn mit ihren tiefgehenden Wurzeln (und der nicht ganz so intensiven Pflege wie in einem nur aus sensiblen Jungpflanzen bestehenden neuen Weingarten) länger, bis sie ertragsfähig sind. Und dementsprechend lohnt sich die Mühe nur, wenn der Weingarten noch wenigstens 10 Jahre genützt werden soll, damit sie wenigstens ein paar Mal Trauben bringen dürfen.

Unser ältester Weißburgunder-Weingarten in der Ried Wieser hat bereits 43 Jahre auf dem Buckel. Weil er aber den meiner Meinung nach besten unserer Weißweine erbringt, pflegen wir ihn auch gerne noch viele Jahre weiter. Und haben deshalb heuer wieder einmal ordentlich nachgepflanzt. Mit Reben, die im Vorjahr von genau diesen Weinstöcken vermehrt wurden.

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April, April

Samstag, 10. April 2021 | Autor:

Der April macht heuer seinem Ruf alle Ehre. Von sonnig und mild bis zu Frühtemperaturen von knapp -2°C und leichten Schneeschauern war bisher alles dabei.

Zum Glück hat der Kalufteinbruch im März die Vegetation stark gebremst und die Knospen unserer Reben sind noch dementsprechend klein. Anders als in Frankreich, Italien und Deutschland haben wir deshalb bislang keine Spätfrostschäden zu beklagen.

Bis die ersten kleinen Blätter aus den bereits dick gewordenen Augen sichtbar werden, sind wir noch mit dem Binden der Fruchtruten beschäftigt. Das sichert allen Trieben die gleichen Entwicklungschancen (während sonst die Rebe immer die oberen Knospen bevorzugt) und ermöglicht eine gleichmäßige, gut organisierte und durchlüftete Laubwand.

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Speisenbegleiter

Freitag, 2. April 2021 | Autor:

Ich genieße Wein hauptsächlich zum Essen. Das ist (oder zumindest war) nicht unbedingt typisch für unsere Gegend, wo man Wein sehr oft eher nach dem Essen in geselliger Runde trinkt. Salopp könnte man sagen, dass man bei uns in Gasthäusern gefragt wird, welches Getränk man zum Essen trinken möchte, während in Frankreich, Italien und anderen Ländern die Frage eher lautet, welchen Wein man bevorzugt.

Wein und Essen ist eine spannende Geschmackskombination, die leider oft komplizierter dargestellt wird, als sie ist. Ein konkretes Beispiel, wie einfach es eigentlich ist, und worauf es ankommt, hat mich zu diesem Video animiert.

Mahlzeit, Prost und frohe Ostern!

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Cabernet Sauvignon 2016

Mittwoch, 24. März 2021 | Autor:

Natürlich ist der Cabernet Sauvignon Anfang der 1990er-Jahre als Modesorte zu uns gekommen. Weil er aber in den guten Jahrgängen seine Qualitäten bewiesen hat, haben wir ihm aber auch nach dem Abebben der Modewelle die Treue gehalten.

Einerseits, weil wir einfach gerne reife Cabernets trinken. Andererseits aber auch, weil wir uns im Weingarten gern von ihm herausfordern lassen. Keine Sorte verlangt in unserer Region mehr Aufmerksamkeit, um wirklich reife Trauben zu erhalten. Und dementsprechend groß ist die Freude an der eigenen Arbeit, wenn es gelingt.

Unsere Traditionssorte Blaufränkisch bringt die Besonderheiten des Burgenlandes sicher besser ins Glas, der Cabernet ist aber zumindest eine ebensogute Visitenkarte für das Können des Weinbauern.

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Chardonnay Reserve 2019

Dienstag, 23. März 2021 | Autor:

Barrique-Weißweine sind eine spannende, aber auch sehr kleine Nische im österreichischen Weinmarkt. Einerseits ist der heimische Otto Normalweintrinker beim Weißwein klare Fruchtaromen und eine von Frische (d.h. oft auch Säure) getragene Struktur gewohnt. Und andererseits sind in Barriques ausgebaute Weißweine eher als Speisenbegleiter interessant und nicht unbedingt für das nette Glas zwischendurch geeignet.

Trotzdem haben wir ab Anfang der 1990er-Jahre sporadisch immer wieder kleine Barrique-Chargen abgefüllt. Nicht nur, weil wir solche Weine schätzen, sondern auch, weil es spannend ist, damit im Keller zur experimentieren.

Den Anstoß zur aktuellen Chardonnay-Reserve-Serie gab der besondere Jahrgang 2017. Damals waren die Trauben vom Goldberg so reif, dass ich nicht alle Barriques mit einer Stahltank-Charge aus anderen Rieden zu unserem Chardonnay Duett verschneiden wollte. Die beiden besten Fässchen wurden zum Chardonnay Reserve, der ob seiner Qualität recht schnell vergriffen war.

Zum Glück ist auf den Goldberg immer Verlass und wir konnten sowohl 2018 als auch 2019 würdige Nachfolger keltern.

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Blaufränkisch Reserve 2018

Montag, 22. März 2021 | Autor:

Der Blaufränkisch ist unsere rote Hauptsorte. Deshalb keltern wir daraus nicht nur den „normalen“ Sortenvertreter für alle Tage und unseren roten Spitzenwein Leithaberg DAC vom Goldberg, sondern auch den (oder die) Reserve dazwischen.

Dieser Wein stammt von älteren Weinstöcken und ist deshalb kräftiger als unser Einstiegsblaufränkisch. Im Unterschied zum Riedenwein vom Goldberg reift er aber überwiegend in großen, traditionellen Fässern. Damit ist er ein ganz wichtiger Teil unseres Rotweinsortiments und ein echter burgenländischer Klassiker.

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Fiezzante

Sonntag, 21. März 2021 | Autor:

Eine der jüngsten Bereicherungen unseres Sortiments ist der Perlwein vom Muskat Ottonel, den wir mit einem Wortspiel aus dem mittlerweile eingedeutschten Wort „Frizzante“ für prickelnd und unserem Familiennamen „Fiezzante getauft haben.

Der mit Kohlensäure versetzte Wein erreicht zwar nicht ganz die Komplexität der besten Sekte, zeigt dafür aber klarere Fruchtaromen und wirkt leichter und erfrischender. Deshalb gibt es mit dem Fiezzante immer was zu feiern.

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Beerenauslese 2015

Freitag, 19. März 2021 | Autor:

Es klingt ja eigentlich paradox, dass Speisen und Getränke seit Jahren immer süßer werden, gleichzeitig aber hochwertige Süßweine weiterhin ein Schattendasein führen. Wahrscheinlich wird die Qualität von Beerenauslese & Co. aber gerade deshalb heutzutage weniger geschätzt als vor 50 oder 100 Jahren, weil Süße im Gegensatz zu damals omnipräsent ist.

Auch wenn wir nur wenig Auslese und Beerenauslese keltern, achten wir sie doch als wesentlichen Teil der Weinidentität unserer Region. Und schätzen besonders die Beerenauslese für ihre Harmonie zwischen Konzentration und Eleganz. Zwischen Klasse und Trinkvergnügen.

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Leithaberg weiß 2019

Donnerstag, 18. März 2021 | Autor:

Da wir in der Regel mehr Wein ernten, als wir in der Flasche vermarkten, fällt es uns verhältnismäßig leicht, unser Etikett nur auf Weine zu kleben, von denen wir wirklich überzeugt sind. (Die anderen, meist auch nicht schlechten, aber eben nicht ganz so guten Tanks und Fässer verkaufen wir im Fass.)

Trotzdem gibt es unter den Weißen einen Wein, auf den ich noch ein bisschen stolzer bin, als auf die anderen. Der meiner Meinung nach auch international gesehen eine Liga höher spielt und zwar Jahrgang für Jahrgang.

Der Weißburgunder von den über 40 Jahre alten Reben meiner Großeltern in der Riede Wieser hat das gewisse Extra. Nicht das er besonders spektakulär wäre, das würde weder zur Sorte noch zu uns passen. Aber er hat viele spannende Geschichten zu erzählen, wenn man ihm und seinen leisen Tönen Aufmerksamkeit schenkt.

Damit reiht er sich ein in die besten Weißweine vom Westufer des Neusiedlersees, die als DAC-Weine den Namen ihrer Herkuftsregion „Leithaberg“ tragen.

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Blauer Zweigelt 2018

Sonntag, 14. März 2021 | Autor:

Der Zweigelt ist der Einstieg in unsere Rotweinwelt. Wie der „normale“ Blaufränkisch stammt er von etwas jüngeren Weingärten, gärt und reift ähnlich und kommt nach knapp einem Jahr in traditionellen Fässern in die Flasche.

Trotzdem und trotz seiner Abstammung vom Blaufränkisch (neben dem St. Laurent eine seiner Elternsorten) ist der Zweigelt wesentlich milder und tanninärmer und geht auch aromatisch in eine andere, fruchtbetontere Richtung.

Damit ist eine gute Ergänzung in unserem Sortiment. Früher trinkreif und auch für Weinliebhaber interessant, die zwar gerne Rotwein trinken, es aber nicht so tanninbetont mögen.

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Pinot blanc 2020

Mittwoch, 10. März 2021 | Autor:

Es gibt ja Leute, die bei Hundebesitzern und ihren Hunden ähnliche Charaktereigenschaften finden. Wenn jemand Ansätze davon bei uns und unserer Lieblingssorte Pinot blanc beobachtet, würde mich das nicht wundern.

Der Pinot blanc oder auch Weißburgunder ist bei aller Weltläufigkeit sehr bodenständig und schon lange im Burgenland beheimatet. Dabei wirkt er nicht altmodisch, allerding auch nie trendy und hip, sondern eher zeitlos. Jahrgang für Jahrgang liefert der Pinot blanc zuverlässig gute Qualität.

Sein Stil ist wenig spektakulär und niemals laut. Mit seinen leisen Tönen hat er aber spannende Geschichten zu erzählen und erweist sich als vielseitiger Begleiter der auch gut reifen kann.

Mehr Infos zum Wein und zu unserer aktuellen Probieraktion gibt´s auf www.grenzhof-fiedler.at.

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Traminer 2017

Montag, 8. März 2021 | Autor:

Große Experimente im Keller sind nicht meine Sache. Ich finde es Herausforderung genug, meinen Weinstil mit kleinen Schritten weiter zu verfeinern und Jahrgang für Jahrgang den Herausforderungen der Natur zu begegnen.

Die eine oder andere Spielerei für ein bisschen mehr Abwechslung in meinem Kellermeisterdasein (und auf unserer Weinkarte) gibt es natürlich trotzdem. Besonders mit dem Traminer, von dem ich alle paar Jahre einen Teil nicht zur süßen Auslese vinifiziere, sondern in älteren Barriques nach für uns eher untypischer langer Maischestandzeit trocken oder halbtrocken ausbaue.

Aktuell steht der Jahrgang 2017 auf unserer Weinkarte. Kein Wein für alle Tage, aber hin und wieder genau der richtige.

Mehr Infos zum Wein und zu unserer aktuellen Probieraktion gibt´s auf www.grenzhof-fiedler.at.

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Zweigelt Rose 2020

Samstag, 6. März 2021 | Autor:

Obwohl unser Rosé wie die allermeisten seiner Kollegen weltweit in die Kategorie „unkomplizierter Begleiter für alle Tage“ fällt, ist er doch ein recht vielschichtiger Wein. Es mag abgedroschen klingen, aber er verbindet tatsächlich die Eigenschaften von Weiß- und Rotwein (auch wenn er nicht daraus gemischt wird) zu einer ganz eigenen Geschmackswelt.

Da ist mehr und vor allem jüngere, frischere Fruchtaromatik als bei den Roten, aber sie geht in eine ganz andere Richtung als bei den Weißweinen. Am Gaumen erinnert die Lebendigkeit unseres Rosé zwar an Grünen Veltliner, Weißburgunder und Co., dabei hat er aber doch mehr Würze und einen Hauch Tannin vom Zweigelt im Abgang.

Von dem hat er natürlich auch seine wunderschöne Farbe. Die hat meine Töchter heuer erneut zu einem eigenen Etikett inspiriert.

Mehr Infos zum Wein und zu unserer aktuellen Probieraktion gibt´s auf www.grenzhof-fiedler.at.

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Muskat Ottonel 2020

Donnerstag, 4. März 2021 | Autor:

Es hat ein bisschen gedauert, bis der Muskat Ottonel und ich zusammengefunden haben. Als ich nach der Schule begonnen habe zu Hause mitzuarbeiten, erschien er mir altmodisch, aufdringlich und völlig aus der Mode gekommen. Viel hat nicht gefehlt, und wir hätten damals auch noch den letzten, schon recht alten Weingarten dieser in den 70ern und 80ern für Mörbisch so wichtigen Sorte gerodet.

Als letzten Versuch verzichtete mein Vater damals auf den halbtrockenen Ausbau und füllte den Wein wie unsere anderen Sorten völlig durchgegoren ab. Den Traditionalisten gefiel das nicht unbedingt, aber der Muskat wirkte dadurch wesentlich eleganter und sprach nicht nur mich, sondern auch neue Kunden an.

Unterstützt durch den aufkommenden Rückenwind für Aromasorten auf dem Weinmarkt und der eher zufällig passierten Listung bei einem großen Handelspartner ist der Muskat Ottonel seither wieder eine unserer wichtigsten Sorten geworden. Und eine Abwechslung auf unserer Weinkarte die ich sehr schätze.

Mehr Infos zum Wein und zu unserer aktuellen Probieraktion gibt´s auf www.grenzhof-fiedler.at.

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Leithaberg Rot 2015

Mittwoch, 3. März 2021 | Autor:

Ab der ersten Cabernet-Ernte war dieser Neuling in unserer Sortenpalette rund zehn Jahre lang das Aushängeschild unserer Weinkarte. Qualitative Weiterentwicklungen haben wir in dieser Zeit des „Rotweinwunders“ immer zuerst beim Cabernet ausprobiert und danach auch bei anderen Sorten angewendet.

Dabei hat sich bald gezeigt, dass auch der bodenständige Blaufränkisch Spitzenweine erbringen kann, die im Vergleich zum Cabernet aber zusätzlich noch unverwechselbar gebietstypisch sind. Deshalb haben wir dann ab dem Jahrgang 2000 mit der blaufränkisch-dominierten Mörbisch-Rot-Weinserie einen zweiten Top-Wein gefüllt.

Der letzte Jahrgang der Serie war schon beinahe ein reinsortiger Blaufränkisch, da war es nicht schwer, mit dem 2008er auch noch die letzten paar Prozent Cabernet wegzulassen und den Blaufränkisch vom Goldberg pur unter dem Herkunftssiegel („DAC“) unserer Region Leithaberg zu füllen.

Leider ist der 2015er jetzt schneller als gedacht ausgegangen, und weil wir diesen Wein nicht jedes Jahr keltern, dauert es noch ein bisschen, bis ein Nachfolger verfügbar ist. Ich werde rechtzeitig davon berichten.

Mehr Infos zum Wein und zu unserer aktuellen Probieraktion gibt´s auf www.grenzhof-fiedler.at.

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Rote Trilogie 2017

Dienstag, 2. März 2021 | Autor:

Seit über 20 Jahren kombinieren wir Zweigelt, Blaufränkisch und Cabernet Sauvignon zu unserer Roten Trilogie. Die Idee war immer ein kräftiger, gehaltvoller Rotwein, der aber im Unterschied zu unserem besten Blaufränkisch und zum Cabernet zugänglicher und deutlich früher trinkreif sein sollte.

Deshalb spielt der milde Zweigelt immer die Hauptrolle, für die Trilogie eine Charge von älteren Reben mit niedrigem Ertrag. Weil aber selbst die, wie die Sorte Zweigelt fast immer alleine nicht vielschichtig genug ist, ergänzen wir sie je nach Jahrgang mit je 10 bis 30 Prozent Blaufränkisch und Cabernet. Wie das vonstatten geht, habe ich erst unlängst hier genau beschrieben.

Nach fast zwei Jahren in überwiegend älteren Barriques und einiger Zeit in der Flasche ist die Trilogie dann bereits trinkreif, wenn wir sie anbieten, kann aber aber trotzdem 10 Jahre und länger weiterreifen.

Mehr Infos zum Wein und zu unserer aktuellen Probieraktion gibt´s auf www.grenzhof-fiedler.at.

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Süße Auslese 2018

Montag, 1. März 2021 | Autor:

Auch wenn wir nur wenige Süßweine keltern, sind diese natürlich trotzdem ein wichtiger Teil der Weinidentität unserer Region. Nur eine Hand voll Weinbaugebiete haben die Chance auf edelfaule Trauben in nennenswerter Menge und die daraus erzeugten Prädikatsweine.

Unsere süße Auslese ist der Einstieg in diese Welt. Wie ihre große Schwester, die Beerenauslese lebt sie vom feinen Spiel von Süße und Säure, wirkt dabei aber leichter und weniger konzentriert.

Mehr Infos zum Wein und zu unserer aktuellen Probieraktion gibt´s auf www.grenzhof-fiedler.at.

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Blaufränkisch 2018

Sonntag, 28. Februar 2021 | Autor:

Der Blaufränkisch – unser Rotwein schlechthin – ist eine tolle Sorte. Wie sehr viele habe auch ich ihn lange unterschätzt. Wahrscheinlich deshalb, weil er auf unseren Böden nicht zur üppig-weichen Wuchtigkeit neigt, die am Anfang des österreichischen Rotweinbooms als das Nonplusultra galt und heute immer noch bei vielen im Trend liegt. Um Eleganz und Feinheit als Qualitätsmerkmal erkennen und schätzen zu lernen braucht es Zeit.

Natürlich kann man den Blaufränkisch im Keller in Richtung Powerwein lenken. Ein Lesetermin nahe an der Überreife, Entsäuerung, neues Holz, etc. Weil das aber nicht unser Zugang zur Weinwerdung ist, schmeckt der Blaufränkisch bei uns, egal in welcher Qualitätsstufe „nur“ mittelkräftig und sowohl durch Tannin als auch durch ein gewisses Maß an Säure gut strukturiert.

Unser „Einstiegs-Blaufränksich“ stammt meist von etwas jüngeren Weingärten, reift knapp ein Jahr in großen traditionellen Fässern und dann noch einige Zeit in der Flasche.

Mehr Infos zum Wein und zu unserer aktuellen Probieraktion gibt´s auf www.grenzhof-fiedler.at.

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Chardonnay Duett 2019

Samstag, 27. Februar 2021 | Autor:

Der Chardonnay bereichert unsere Sortenpalette „erst“ seit 1989. Im Burgenland heimisch, wenn auch früher meist unerkannt, ist er aber viel länger. Die Edelreiser für unseren ersten Chardonnay-Weingarten, also die Triebe aus denen unsere Jungreben damals entstanden sind, stammen von einer wesentlich älteren Anlage eines Kollegen aus der Nachbarschaft.

Mit seiner Eigenschaft, auch bei hoher Traubenreife Lebendigkeit und Frische zu bewahren passt die Sorte perfekt ins Klima am Neusiedlersee. Nicht zuletzt deshalb ist sie seit der ersten Ernte einer der hochwertigsten Weißweine in unserem Sortiment.

Weil dem Chardonnay auch der Ausbau in Barriques gut steht, hat mein Vater bereits ab 1992 damit experimentiert. Einige Jahre gab es deshalb einen Chardonnay aus dem Stahltank auf unserer Weinkarte und einen Chardonnay Barrique. Aus den dabei gewonnenen Erfahrungen entstand 1998 dann unser Chardonnay Duett, mit dem wir seither versuchen beide Chardonnay-Welten zu vereinen.

Mehr Infos zum Wein und zu unserer aktuellen Probieraktion gibt´s auf www.grenzhof-fiedler.at.

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Grüner Veltliner 2020

Freitag, 26. Februar 2021 | Autor:

Der Grüne Veltliner ist eine ganz besondere Sorte. Nur wenige Sorten werden so stark mit einem Herkunftsland assoziiert und noch weniger schaffen ein derart breites stilistisches Spektrum in hoher Qualität.

Das Arbeitspferd unter den österreichischen Rebsorten liefert alkoholfreien Traubensaft, berauschenden Sturm, grandiosen Sekt-Grundwein und überzeugt außerdem als leichter Wein für alle Tage, als mittelkräftiges Rückgrat der Weinvielfalt und als hochgradiger trockener Weißwein ebenso wie als – zugegeben seltene – Beerenauslese oder TBA.

Im warmen Klima am Neusiedlersee braucht es besondere Aufmerksamkeit, um dem Veltliner genügend Frische und Lebendigkeit zu bewahren. Deshalb haben wir die Sorte auf einem etwas kühleren Hochplateau über dem See ausgepflanzt, ernten sie früh und keltern daraus den leichtesten Wein unseres Sortiments.

Mehr Infos zum Wein und zu unserer aktuellen Probieraktion gibt´s auf www.grenzhof-fiedler.at.

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Ungewöhnliche Mittel für ungewöhnliche Zeiten

Donnerstag, 25. Februar 2021 | Autor:

Der Frühling ist normalerweise die Zeit der Weinproben. Weil die aber wohl noch auf absehbare Zeit schwierig bleiben werden, habe ich mir etwas einfallen lassen: Ein günstiges 6er-Probierpaket für die individuelle Weinprobe zu Hause und ein eigenes Verkostungsvideo für jeden unserer aktuellen Weine. Weinverkostungs-Feeling für zu Hause, sozusagen.

Mehr Infos gibts auf www.grenzhof-fiedler.at und alle Videos findet man schon jetzt dort im Menüpunkt Video-Weinprobe 2021. Mit blog-gemäßen Zusatzinfos versehen werde ich sie in nächster Zeit aber auch hier posten.

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Winterlich

Freitag, 12. Februar 2021 | Autor:

Wie erst vor ein paar Tagen erhofft, ist es zum Glück noch einmal richtig kalt geworden:

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Unwohl

Donnerstag, 4. Februar 2021 | Autor:

In Frühling und Herbst gleichen unsere Rebzeilen manchmal einer Garderobe, weil wir uns im Lauf des Tages Schicht für Schicht unserer Bekleidung entledigen. Bei steigenden Temperaturen lieber einen Pullover ausziehen als schwitzen und dann beim kleinsten Lufthauch frieren.

Anfang Februar ist das normalerweise nicht notwendig, und dementsprechend unwohl habe ich mich heute beim Schneiden des Cabernet in der Ried Hader gefühlt. Nicht weil mir warm war, sondern weil 13 Grad um diese Jahreszeit böse Folgen haben können.

Hoffentlich wird es bald wieder kälter, damit die Reben nicht auf die Idee kommen, der Frühling stünde unmittelbar bevor.

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Rebschnitt: Rückblick und Vorausschau

Samstag, 30. Januar 2021 | Autor:

Mit dem Rebschnitt legen wir dieser Tage den Grundstein für die Ernte 2021. Dabei blicken wir aber nicht nur in die Zukunft, sondern ebenso auf die Vergangenheit, ohne die es auch im Weingarten kein Morgen geben kann.

Art und Anzahl der Triebe des letzten Jahres geben uns Auskunft über die „Befindlichkeit“ des Weinstocks und darüber, was wir ihm im neuen Jahr zutrauen können. Heuer zum Beispiel sehen wir oft die Folgen des extrem trockenen Frühjahrs 2020: Kurze und/oder dünne Triebe, die nicht immer für einen normalen Fruchtbogen geeignet sind.

Zum Glück hat der schöne Herbst das Holz gut ausreifen lassen, was die eingeschränkte Triebauswahl beim Schneiden wenigstens nicht noch weiter reduziert. Trotzdem werden wir vielen Stöcken heuer weniger Augen (Knospen) belassen, damit sie sich 2021 hoffentlich vom Stress des Vorjahres erholen können. Die Erntemenge wird deshalb (je nach heuriger Witterung) wahrscheinlich da und dort etwas geringer ausfallen, der Vitalität der Reben und damit ihrer Langlebigkeit und der Traubenqualität sollte das aber gut tun.

Anzahl und Verteilung der Augen (Knospen), die wir beim Schneiden bestimmen, prägen den Ertrag, aber auch – und das wird häufig unterschätzt – den Aufbau der späteren Laubwand mit gravierenden Auswirkungen auf die Traubenreife und das Auftreten von Pilzkrankheiten. Darüber hinaus sorgt ein sauberer, Jahre vorausschauender Rebschnitt für eine lange Lebensdauer der Weinstöcke und für eine gute Verteilung des Fruchtholzes auch noch nach Jahrzehnten.

Für uns ist der Rebschnitt deshalb keine lästige Pflichtübung, sondern ein Meilenstein auf dem Weg zu hoher Traubenqualität. Also Chef- bzw. Seniorchefsache.

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Entscheidungsfindung

Samstag, 16. Januar 2021 | Autor:

Den ruhigen Jänner nütze ich meistens, um die genaue Zusammensetzung unserer Roten Trilogie festzulegen. Einerseits sind Zweigelt, Blaufränkisch und Cabernet 2019 nach gut einem Jahr als reinsortige Weine in den Fässern jetzt reif genug für eine fundierte Entscheidung. Andererseits ist noch ausreichend Zeit für die Cuvée, sich vor der Abfüllung im Sommer gemeinsam im Fass zu entwickeln.

Die jetzige Entscheidung kommt freilich nicht aus dem Nichts. Schon öfter habe ich im Keller beim laufenden Verkosten zur Qualitätskontrolle auf die Schnelle ein, zwei Cuvee-Varianten im Glas gemischt und probiert. Und es gibt natürlich eine Grundidee, die seit vielen Jahren hinter unserer Roten Trilogie steht.

Gerne beschreibe ich sie als kräftigen, gehaltvollen Wein mit Potential, der aber weicher und zugänglicher ist, als unsere anderen beiden roten Flaggschiffe (Cabernet Sauvignon und Blaufränkisch Leithaberg DAC) und dadurch auch früher trinkreif. Oder auch als besonderes Erlebnis für jene, die zwar gerne Rotwein trinken, im Alltag aber unseren klassischen Zweigelt oder Blaufränkisch bevorzugen. Die sollen, wenn sie sich etwas besonderes gönnen möchten, bei der Trilogie sofort spüren, dass es sich um einen deutlich gehaltvolleren Wein handelt, sich aber nicht von all zu markantem Tannin oder vorlauten Barrique-Aromen vor den Kopf gestoßen fühlen.

Der Zweigelt ist deshalb naheliegenderweise das Kernstück unserer Cuvée. Meistens bauen wir den Verschnitt sozusagen um diese Sorte herum. Früher vor allem, weil wir nur wenige ältere Zweigelt-Weingärten mit entsprechender Traubenqualität hatten und die Menge sehr begrenzt war. Und heute weil sich bei allen Cuvée-Entscheidungen natürlich immer auch die Frage stellt, was mit dem Rest passiert.

Während wir den Zweigelt außerhalb der Trilogie „nur“ als klassisch-fruchtigen Wein vermarkten, haben wir beim Blaufränkisch und beim Cabernet Sauvignon auch reinsortige Weine in ähnlicher Qualität wie die Trilogie im Sortiment. Anders als beim Zweigelt gibt es also eine aus qualitativer, stilistischer aber auch kommerzieller Sicht adäquate Verwendung für die nicht verschnittenen Fässer.

Der Jahrgang 2019

2019 ist bei uns ein ganz großer Rotweinjahrgang. Der Ertrag war von Natur aus sehr niedrig, das Wetter gut und die Trauben dementsprechend gehaltvoll und ausgereift. Besonders für die Tanninstruktur ist das eine spannende Kombination, versprechen viele und reife Gerbstoffe doch ein herausragendes Lagerpotential. Das Komponieren von früher zugänglichen Weinen wird dadurch allerdings zu einer Herausforderung.

Beim Zweigelt hält sich diese Eigenschaft des Jahrgangs zwar in Grenzen und sein Tannin wäre „pur“ genau richtig für die Trilogie. Wie fast immer fehlt es der Sorte aber selbst 2019 für die Oberliga ein wenig an Tiefe und Komplexität. Ein de facto sortenreiner Wein mit Spurenelementen von Blaufränkisch und Cabernet, um dem Namen „Trilogie“ wenigstens ansatzweise gerecht zu werden, kommt also nicht in Frage.

Unsere beiden Komplementärsorten bringen Fülle und Vielschichtigkeit in die Trilogie, aber auch Tannin. Vom Cabernet sind wir das gewohnt, neben seinen Fruchtaromen und der Holznote (beim Cabernet verwenden wir auch neue Barriques) sind die Gerbstoffe immer sein Beitrag zum Gesamtbild des Verschnittes. Der Blaufränkisch hingegen hat normalerweise kein so markantes Tannin wie der herausragende 2019er und bringt in der Regel vorwiegend Tiefgang und Würzigkeit.

Erste Versuche

Mein erster Ansatz war angelehnt an die Zusammensetzung der Vorgängerjahre. Dem Jahrgang entsprechend sind die 50% Zweigelt mit je 25% Blaufränkisch und Cabernet zwar aromatisch und vom Körper her perfekt für unser Idealbild der Trilogie, die – zweifellos sehr gute – Tanninstruktur ist aber doch deutlich markanter als gewohnt.

Grund genug für einen zweiten Versuch mit 60% Zweigelt und je 20% der anderen beiden Sorten. Der war zwar etwas weicher, leider aber auch unerwarteterweise deutlich schlanker und weniger komplex. Also keine Lösung für mein Luxus-Problem.

Vielleicht also doch eine der beiden „harten“ Sorten mehr oder weniger weglassen? 70% Zweigelt mit 30% Cabernet würden einen spannenden Wein ergeben, etwas runder als die erste Variante und vielschichtig genug, allerdings sehr geradlinig am Gaumen und recht gestylt und cabernet-geprägt wirkend. Dagegen schmecken 70% Zweigelt mit 30% Blaufränkisch rund und bodenständig, leider aber auch ziemlich unspektakulär.

Annäherung in kleinen Schritten

Bleibt also doch die erste Variante als bester Ausgangspunkt für eine weitere Verfeinerung. Cuvée-Entscheidungen sind bei uns ein wochen-, ja monatelanger Prozess. Ich koste die Muster alleine, mit meiner Familie, in verschiedenen Reihenfolgen, solo und zum Essen, frisch vom Fass und auch nach mehreren Tagen der Entwicklung in den Musterflaschen.

Wenn dann die Sortenzusammensetzung steht, geht es an die Auswahl der einzelnen Fässer jeder Sorte. Da gibt es ja auch nocheinmal Unterschiede, ältere und neue Barriques, unterschiedliche Eichen und verschiedene Toasting-Varianten.

Auf diesem Weg findet sich sicher auch die richtige Variante für das 2019er-Tannin. Den Rest macht dann die Zeit, denn bis die Rote Trilogie 2019 in Verkauf kommt wird es sowieso noch mindestens ein Jahr dauern.

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Was für ein Jahr

Sonntag, 27. Dezember 2020 | Autor:

2020 geht zu Ende, und wohl selten gab es mehr Erleichterung darüber, dass ein Jahr endlich vorbei ist. Corona (wenn auch zum Glück bisher ohne Erkrankungen im nahen Umfeld), Wasserrohrbruch und die Auswirkungen der Pandemie gaben in den letzten Monaten keinen Anlass zur Freude.

Zum Glück gibt es 2020 aber auch Wein, und er ist ziemlich gut geworden! Wetter und Reben haben sich dem Negativtrend des Jahres entzogen und uns einen sowohl qualitativ als auch quantitativ sehr zufriedenstellenden Jahrgang beschert.

Nach einem besorgniserregend trockenen Frühjahr und einem gerade ausreichend feuchten Sommer ohne große Hitzewellen und mit vielen relativ kühlen Nächten begann die Traubenreife nicht ganz so früh, wie mittlerweile üblich. Die letzten Tage vor der Ernte und die Weinlesezeit waren dann unerwartet warm. Das führte zu einer seltenen Kombination von Fruchtaromatik und Frische mit sehr guter Reife der Trauben.

Die Weißweine sind bei solchen Bedingungen natürlich besonders vielversprechend, aber auch mit den Roten bin ich sehr zufrieden. Zwar dürften die Blaufränkischen nicht ganz an das Ausnahmejahr 2019 herankommen, aber überdurchschnittlich sind sie allemal. Und der heurige Cabernet wird den 2019er sicher überflügeln, wenn die Zeit reif ist.

Thema: In Presshaus und Keller, Lese 2020 | Beitrag kommentieren

Die erste Woche

Sonntag, 20. September 2020 | Autor:

Die erste Lesewoche liegt hinter uns. Teile unseres Grünen Veltliner, Chardonnay, Muskat Ottonel und Zweigelt sowie die gesamte kleine Menge Welschriesling, die wir noch haben sind im Keller.

Anders als für Mitte September erhofft, war es zumindest bis Donnerstag recht heiß und nach der Abkühlung mit etwas Regen steigen die Temperaturen jetzt wieder bis weit in die nächste Woche an. Das ist zwar anstrengend für die Lesehelfer, aber dafür ist wenigstens kein weiterer Regen in Sicht.

Den brauchen wir nämlich nicht, denn schon diese Woche hat sich gezeigt, dass der Niederschlag Ende August – vermutlich teilweise in Verbindung mit Schäden durch Wespen und die Kirschessigfliege – in einzelnen Weingärten zu kleinen Fäulnisnestern in den Trauben geführt hat. Unser tolles Leseteam hat das zwar gut im Griff, aber natürlich ist das Aussortieren anstrengend und kostet Zeit.

Insgesamt sind wir aber bisher sehr zufrieden. Die Reife ist gut, der Lesetermin und die bisherige Reihenfolge dürften passen. Es sieht fast so aus, als ob uns der Weinjahrgang für das sonst so schwierige Jahr 2020 entschädigen wollte.

Ein ganz, ganz großes Dankeschön an unsere hochmotivierte Crew: Laci und Andrea, Toni und Angela, Sorin, Erik, Elisabeth und Judit, Anna und Felix, Viktoria, Birgit, meinen Vater Gerhard als Organisator im Weingarten und meine Mutter Elfi für die Verpflegung der ganzen Partie und die Logistik zu Hause.

Thema: Lese 2020 | Beitrag kommentieren

Vielversprechend

Sonntag, 13. September 2020 | Autor:

Am Vorabend der Weinlese herrscht immer eine ganz besondere Stimmung. Vorfreude, gespannte Erwartung, ein wenig Unsicherheit, ob der Termin der richtige ist und bei den Vorbereitungen nichts vergessen wurde. Heuer kommen dann noch die besonderen Umstände der Corona-Pandemie dazu und die Sorgen angesichts der wieder deutlich steigenden Zahlen.

Trotzdem gehen wir mit großer Hoffnung in die Ernte und werden versuchen, uns vorerst keine Gedanken darüber zu machen, wie es später mit dem Verkauf der in den kommenden Wochen gelesenen Weine aussehen wird. So vielversprechend wie sich die Trauben präsentieren hat sich der Jahrgang 2020 das verdient.

Bis auf wenige Ausnahmen sind die Trauben noch sehr gesund und haben jetzt die richtige Reife. Die vereinzelten Fäulnisnester nach den beiden Regenfällen vor gut zwei Wochen kann unser motiviertes Leseteam sicher gut aussortieren und ein weiterer Regen ist zumindest derzeit nicht in Sicht.

Die nächsten Wochen sind die anstrengendsten des ganzen Weinjahres, in denen man mitunter an die Grenzen der physischen und psychischen Belastbarkeit gerät. Trotzdem ist heute für mich ein Tag der Freude:

Morgen beginnen wir mit der Lese 2020!

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Einen anderen Herrgott

Samstag, 12. September 2020 | Autor:

Die letzten Wochen waren geprägt von den Lesevorbereitungen in Presshaus und Keller und von der genauen Beobachtung des Reifeverlaufes unserer Trauben. Letztere bildet die Grundlage für den Lesebeginn und die Reihenfolge der Ernte und ist heuer auf ganz andere Art wichtig als in den letzten Jahren.

In den vergangenen Hitzejahren ging es vor allem darum, nicht zu spät mit Überreife, zu hohem potentiellen Alkoholgehalt und zu wenig Säurestruktur zu ernten. 2020 hingegen sind die Reifemessungen wichtig, um nicht ungeduldig zu werden, sondern lange genug auf den richtigen Zeitpunkt zu warten.

Kontrollen dieser Art sind noch gar nicht so lange üblich. Noch in den 1980ern ernteten die meisten Weinbauern, wenn alle anderen auch ernteten, denn die Bedeutung der Reife auf Weinqualität und -stil war kaum bekannt oder egal. Außerdem wurden fast alle Weingärten ident so wie immer bewirtschaftet, weshalb es kaum Reifeunterschieden zwischen den Betrieben gab.

Seither hat sich die Weingartenbearbeitung jedoch sehr individualisiert. Unterschiede in Ertragsniveau, Blattfläche pro Stock, Bodenbearbeitung, Laubarbeit und viele anderen Faktoren führen zu deutlich voneinander abweichenden Reifekurven. Zusammen mit stärker differierenden Vorstellungen der Weinbauern vom angestrebten eigenen Weinstil führt das zu einem deutlich weniger einheitlichen Lesebeginn als noch vor 20 Jahren.

Obwohl das mittlerweile allen Kollegen bekannt sein sollte, werden deutlich von den eigenen Messungen abweichende Zuckergrade als Reifeindiz auch heute noch genauso angezweifelt wie früher. Gibt jemand an, seine Trauben hätten um ein, zwei Grad KMW mehr heißt es schnell verächtlich zweifelnd, er müsse wohl einen anderen Herrgott haben (sprich: sein Wert ist gelogen, weil er ja das gleiche Wetter hat wie alle anderen).

1993 durften mein Vater und ich uns das von sehr vielen Seiten anhören, als wir unsere ausgiebigen Messungen im Schaukasten des Weinbauvereines dem ganzen Ort – als Orientierungshilfe für den Lesebeginn gedacht – zugänglich machten. Deshalb diskutieren wir unsere Ergebnisse seither nur mehr mit wenigen gleichgesinnten Kollegen und halten uns sonst eher zurück.

Am Ende muss ohnehin jeder selbst wissen, was er tut. Und heuer führt das ungewohnter Weise dazu, dass wir, die wir fast immer früher dran waren als die meisten anderen im Ort ein paar Tage später mit der Weinlese beginnen.

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Ein Sommer wie damals

Sonntag, 23. August 2020 | Autor:

Der heurige Sommer weckt Erinnerungen an früher. Statt einer Hitzewelle nach der anderen viele schöne, aber nur einzelne wirklich heiße Tage. Dazu immer wieder die harmlosen Ausläufer von Gewittern, die den Reben zwar oft, aber nie zu viel Regen beschert haben. Wenn mir jemand im extrem trockenen Frühjahr gesagt hätte, dass unsere Weingärten im August so schön da stehen werden, hätte ich sicher ungläubig den Kopf geschüttelt.

Der langsame und verhältnismäßig späte Reifeverlauf der Trauben ist mittlerweile so ungewohnt, dass ich bei vielen Kollegen, aber auch bei mir selbst eine gewisse Verunsicherung bemerke, was den Lesetermin betrifft. Anders als in den letzten Jahren werden wir 2020 nicht von den letzten Arbeiten im Weingarten direkt in die Weinlese stolpern. Sondern voraussichtlich jene zwei bis drei Wochen dazwischen genießen dürfen, die in den Zeiten vor dem Klimawandel ganz normal waren.

Vielleicht ist das ja eine gewisse Entschädigung des heurigen Jahres dafür, dass es sonst wenig erfreuliches zu bieten hatte. Keine Wetterkapriolen in den nächsten Wochen und genügend Geduld, um die richtige Reife zu erwarten vorausgesetzt, rechne ich mit einem schönen Weinjahrgang 2020.

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