West Side Story

Freitag, 9. Juli 2021 | Autor:

Gestern Abend hatte die „West Side Story“ Premiere auf unserer Seebühne in Mörbisch. Eines der bekanntesten Musicals erstmals bei den Operettenfestspielen am Neusiedlersee.

Ich durfte die Vorstellung schon am Dienstag bei der Generalprobe sehen und bin bis heute begeistert. Soweit ich weiß, läuft der Kartenverkauf sehr gut, aber ein paar gibt es noch auf www.seefestspiele.at.

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100 Jahre Burgenland

Dienstag, 27. April 2021 | Autor:

Auch wenn wir heuer 100 Jahre Burgenland feiern, ist die Entstehung unseres Bundeslandes eher ein mehrjähriger Prozess. Und weil ich im Video den zeitlichen Ablauf nicht ganz richtig beschrieben habe, hier nochmal kurz die Chronologie:

Herbst 1918:
Auflösung der Habsburgermonarchie, Ende des 1. Weltkrieges

September 1919:
Friedensvertrag von St. Germain mit Österreich, Deutschwestungarn wird Österreich zugesprochen

Juni 1920:
Friedensvertrag von Trianon mit Ungarn, Ungarn wird zur Abtretung Deutschwestungarns an Österreich verpflichtet

1921:
Im Jänner beschließt Österreich das Verfassungsgesetz zur Aufnahme des Burgenlandes als eigenständiges Bundesland.

In Folge verhindern ungarische Freischärler die Landnahme durch Österreich, der Grenzverlauf und die innenpolitische Situation in Ungarn sind unklar.

Im Oktober unterzeichnen Österreich und Ungarn nach Vermittlung Italiens die Venediger Protokolle, Ungarn stimmt der Übergabe des Burgenlandes zu, Ödenburg/Sopron wird Volksabstimmungsgebiet.

Im November übergibt Ungarn das Burgenland an Österreich.

Im Dezember erfolgt die Volksabstimmung in Ödenburg und Umgebung, die zum Verbleib der Stadt bei Ungarn führt.

1922:
Weitere Grenzverhandlungen zu einzelnen Dörfern unter Anwesenheit von Vertretern der Siegermächte

1923:
Letzte Grenzkorrekturen bzw. ein Abtausch zwischen Österreich und Ungarn

1924:
Letzte Sitzung der Grenzregulierungskommission

Wikipedia-Quellen zu:

Burgenland

Volksabstimmung in Ödenburg

Erster Weltkrieg

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Tage der offenen Kellertür

Sonntag, 17. Mai 2020 | Autor:

Normalerweise hätten wir am Freitag unseren Keller im Rahmen von „Mörbisch zur Weinblüte“ für das ganze Wochenende geöffnet. Da das coronabedingt nicht möglich ist, haben wir gemeinsam mit den Kollegen diese Aktion gestartet.

Leider wurde unser Keller am Freitag Abend trotzdem geöffnet, gewaltsam von zig Kubikmetern Wasser, die beim Bruch einer Hauptleitung einen Meter außerhalb des Kellers ausgetreten sind. Zum Glück im Unglück ist es nicht der Betriebskeller, sondern ein rund 150 Jahre alter Gewölbekeller unter meinem Wohnhaus, der derzeit kaum genützt wird und fast leer steht.

Das Wasser hat die komplette Sandstein-Vorderwand in den Keller gedrückt und unzählige Kubikmeter Schotter und Erde des Straßenunterbaus mit dazu. Innerhalb von 30 Minuten stand es fast zwei Meter hoch bis die Leitung vom Betreiber endlich abgedreht wurde und die Feuerwehr mit dem Abpumpen begann. Im nachhinein erinnert mich die Situation ein wenig an die legendäre Bootsfahrt meines Kollegen Harald Steffens in seinem hochwasserüberfluteten Weinkeller.

Zum weiteren Glück im Unglück liegt der als Heiz- und Abstellraum und Waschküche genützte Teil des Kellers durch die bauliche Situation deutlich höher und wir konnten mit viel Improvisation und Helfern den Wasserstand dort bei wenigen Zentimetern halten. Der Schaden am Wohnraum ist also relativ gering und das Haus ist trotz fehlender Kellerwand statisch stabil. Der Schaden am Keller und der Aufwand, ihn wieder herzustellen ist aber natürlich beträchtlich.

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Ehrenamt

Freitag, 15. Mai 2020 | Autor:

Seit Generationen hat es in unserer Familie Tradition, sich ehrenamtlich zu engagieren. Dabei reicht(e) das Betätigungsfeld in den vergangenen 100 Jahren von der evangelischen Pfarrgemeinde über die freiwillige Feuerwehr, politische Ämter, den Männergesangsverein, die Urbarialgemeinde, die unseren Gemeinschaftswald verwaltet bis zur Interessensvertretung im örtlichen und in verschiedenen regionalen Weinbauverbänden.

Auch ich versuche seit vielen Jahren einen Beitrag zu unserem Gemeinwesen zu leisten, nicht nur aber vor allem auch im Mörbischer Weinbauverein. Als langjährigen Obmann (und seit Jänner nur noch einfaches Vorstandsmitglied) freut es mich besonders, dass uns unter der Führung meines Nachfolgers die im Video oben beschriebene Aktion gelungen ist.

Ein Verkostungspaket als Ersatz für abgesagte Tage der offenen Kellertür mag vielleicht nicht sehr spektakulär und in Coronazeiten auch nicht besonders innovativ klingen. Man sollte aber die Arbeit, die dahintersteckt, die Koordination zwischen jenen, die sie geleistet haben und den Willen zur Zusammenarbeit aller Beteiligten nicht unterschätzen.

Wer die teilnehmenden Weinbauern kennenlernen möchte findet auf www.weinausmoerbisch.at die Langversion des Vorstellungsvideos. Gleich darunter gibt es Infos zu den Paketen und eine Möglichkeit zu bestellen…

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Licht am Ende des Tunnels

Dienstag, 7. April 2020 | Autor:

In Corona-Zeiten wie diesen – und gerade auch zu Ostern – wird gerne die Metapher vom Licht am Ende des Tunnels verwendet. Daran musste ich denken, als ich heute in der „Reia“ zwischen unserem Stadl und dem des Nachbarn gearbeitet habe.

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Interessante Zeiten

Sonntag, 22. März 2020 | Autor:

Auch wenn ich bin nicht der Meinung bin, dass das Corona-Virus ein schief gegangenes Experiment  der Chinesen ist, beschreibt der sogenannte chinesische Fluch von den interessanten Zeiten, die man erleben möge die derzeitige Situation doch recht treffend.

Was gerade weltweit passiert brauche ich nicht zu beschreiben. Niemand kommt an dem Thema vorbei, niemand hätte vor ein paar Tagen gedacht, was da kommen wird, und niemand mit Sicherheit sagen wann und wie wir da wieder herauskommen.

Der Frühling in unseren Weingärten macht mir aber Hoffnung, dass es in der Natur immer weitergeht, immer einen Neubeginn gibt.

Bleiben Sie gesund, bleiben Sie zu Hause, und halten Sie Ihre Lebensfreude mit einem Glas Wein aufrecht. Die Zeit zum gemeinsamen Anstoßen wird auch wieder kommen!

 

 

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Kompromisslos?

Samstag, 2. September 2017 | Autor:

Man liest das öfter in Magazinen und Betriebsprospekten: Winzer XY macht keine Kompromisse, ist Qualitätsfanatiker, vom Weinvirus befallen.

Viele Kollegen fühlen sich von solchen Beschreibungen wohl geehrt (sonst würden sie sie ja auch nicht selbst verwenden) und treffend charakterisiert. Ich nicht. Mir stellen sich bei sowas alle Haare auf, die ich noch habe.

Mein Weininteresse ist weder krankhaft, denn bei aller Liebe zum Wein ist es mir wichtig, ihn nicht über Familie, Freunde, andere Interessen und Lebensglück dominieren zu lassen.

Noch bin ich fanatisch, halte meine Vorstellung von Wein(qualität) nicht für die alleingültige Wahrheit, versuche anderen Meinungen gegenüber offen und tolerant zu bleiben und habe keinerlei Ambitionen, meine Weinansichten mit missionarischem Eifer in die Welt zu tragen.

Und schon gar nicht bin ich kompromisslos, denn für mich ist ein guter Wein geradezu die Summe vieler kleiner bestmöglicher Kompromisse. Die beginnen schon bei der Auspflanzung eines neuen Weingartens und ziehen sich bis zur Abfüllung des Weines.

Um ganz aktuell zu bleiben: Ernte ich meine Trauben spät, um so viel Zucker (=Alkohol, Kraft, Extrakt) wie möglich zu bekommen? Oder früher, um mehr Säure (=Feinheit, Frische, Eleganz) zu bewahren? Oder versuche ich den Kompromiss aus beidem, entweder durch einen mittleren Erntetermin oder durch das spätere Verschneiden von früh- und spätgelesenen Chargen?

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Jubiläum verpasst

Sonntag, 11. September 2016 | Autor:

Haider 131 komprimiert

Am 3. September 2006 ging mein Blog mit diesem Beitrag online, aber im (Vor-)Lesestreß habe ich mein 10-Jahres-Jubiläum glatt vergessen.

Zum Glück hat mich mein Bruder, der sich dankenswerterweise seit damals um die „Technik“ dahinter kümmert, daran erinnert.

Nach der Lese werde ich ein gutes Glas Mosel-Riesling von Harald Steffens darauf trinken!

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Gustav-Adolf-Fest in Mörbisch

Dienstag, 24. Mai 2016 | Autor:

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Das Gustav-Adolf-Fest ist eine Art Jahrestreffen der burgenländischen Evangelischen, das jedes Jahr von einer anderen Kirchengemeinde veranstaltet wird.

Heuer ist mein Heimatort Mörbisch Gastgeber, und in diversen Arbeitskreisen bin ich mit sehr vielen anderen seit über einem Jahr an den Vorbereitungen beteiligt. Immerhin werden 1500 oder mehr erwachsene Besucher erwartet, und das Kinderprogramm, für das ich mit anderen zuständig bin, haben wir für bis zu 240 Kinder ausgelegt.

Besonders in den letzten Tagen und Wochen war sehr viel für einen reibungslosen Ablauf der Veranstaltung zu tun. Ehrenamtlich natürlich, und in einer Zeit, die auch im Weinbau nicht gerade zu den ruhigsten zählt.

Bei allem Stress war es aber auch schön zu beobachten, was da in der Gemeinde entsteht. Wie gut die Zusammenarbeit funktioniert, auch mit Leuten und Institutionen, mit denen man sonst nichts zu tun hat.

Längst ist das Gefühl, ganz sicher irgend etwas Wichtiges vergessen zu haben der Vorfreude auf den kommenden Donnerstag gewichen. Und wie es scheint, meint es das Wetter auch gut mit uns!

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Kurzes Vergnügen

Samstag, 23. Januar 2016 | Autor:

Eisstimmung 3 bearbeitet

Ein paar Mutige haben es auch schon Anfang Jänner probiert. Wirklich befahrbar ist das Eis am Neusiedlersee aber erst seit Donnerstag. Leider schneit es heute und für morgen ist schon wieder Tauwetter prognostiziert.

Schön war es aber trotzdem.

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Kassenchaos

Sonntag, 27. Dezember 2015 | Autor:

Antique_cash_registerAb 1. Jänner sind alle österreichischen Betriebe, die eine gewisse, relativ niedrig angesetzte Umsatzgrenze überschreiten verpflichtet, ihre Bareinnahmen über eine elektronisches Kassensystem zu registrieren. Und ab 1. Jänner 2017 müssen die Kassenbuchungen und -belege mit einer zertifizierten elektronischen Signatur versehen sein. Damit soll Steuerhinterziehung unmöglich gemacht oder zumindest deutlich erschwert werden.

Dieses Ziel ist durchaus nachvollziehbar, obwohl man natürlich auch den Zusammenhang zwischen extrem hoher Abgabenquote in unserem Land, nicht vorhandener Bereitschaft der Politik zum Sparen und Steuervermeidung nicht übersehen sollte.

Für uns Weinbauern ist die neue Regelung aus verschiedenen Gründen eine ziemliche Herausforderung:

Anders als in klassischen Handelsgeschäften gibt es beim Ab-Hof-Verkauf keine relativ gleichmäßige Kundenfrequenz. Tage und Wochen ohne Kunden wechseln mit extremen Stoßzeiten bei Veranstaltungen wie Tagen der offenen Kellertür. Ein zweiter Rechnungsblock ist da schnell aufgelegt, eine zweite Registrierkasse, die den Rest des Jahres nur im Regal verstaubt aber wohl kaum wirtschaftlich.

Sehr viele Weinbauern erzielen nicht nur ab Hof Bareinnahmen, sondern auch beim Liefern ihrer Weine. Dafür muß das Kassensystem entweder mobil sein (wobei sich die Frage stellt, wie man es organisiert, wenn gleichzeitig auch zu Hause verkauft wird) oder die beim Liefern zulässigen handgeschriebenen Rechnungen müssen nachträglich mit zusätzlichem Aufwand in die Kassa eingegeben werden.

Viele Weinbauern führen ihre Betriebe – oft durchaus wirtschaftlich erfolgreich – ohne jegliche Computerkenntnisse. Und dort wo der Betriebsführer in solchen Dingen fit ist, helfen weniger computerkundige Eltern und Schwiegereltern oft im Verkauf mit. Sie sind eher anwesend, wenn Zufallskunden läuten und kennen die Stammkunden zum Teil seit Jahrzehnten. Ohne digitale Grundkenntnisse ist aber kein Kassensystem vernünftig zu bedienen.

Während Dienstleistungsbetriebe de facto keine und Handelsfirmen vergleichsweise einfache Lagerbuchhaltungen haben, schreibt uns Weinbauern das Weingesetz in Form des Kellerbuches eine relativ komplizierte Lagerverwaltung vor. Verschiedene Qualitätsstufen müssen strikt getrennt, unterschiedliche Mehrwertsteuersätze angewendet und Grenzen für Eigenverbrauch und Schwund eingehalten werden. Die Übernahme der Verkaufsdaten aus der Registrierkasse in dieses System muß rechtlich einwandfrei und ohne all zu großen Aufwand möglich sein.

Und schließlich gibt es – anders als im „normalen“ Geschäft um die Ecke – neben den Bareinnahmen auch einen relativ hohen Anteil an Rechnungsbeträgen, die überwiesen werden. Diese müssen zwar nicht zwangsläufig über die Registrierkasse laufen (und manche Systeme können das auch gar nicht), aber wenn sie es nicht tun, braucht es dafür eigene Rechnungsblöcke und ein eigenes Verbuchungssystem.

Die Entscheidung, welches Kassensystem am ehesten zu den eigenen Betriebsabläufen paßt, ist also keine einfache. Und meist auch keine billige. Deshalb habe ich mich in den letzten Tagen intensiv damit beschäftigt, zahlreiche Angebote recherchiert und einige von ihnen auch ausprobiert.

Wer Details dazu wissen möchte, liest hier einfach weiter:

weiter…

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Weinbeziehung

Mittwoch, 23. Dezember 2015 | Autor:

Foto: Armin Bardel

Foto: Armin Bardel

Frau F. wohnt in Wien. Sie trinkt nicht viel, aber gerne Wein und manchmal auch Traubensaft. Seit vielen Jahren dürfen wir ihr bei unserer Weihnachtslieferung etwas mitbringen und bei der Gelegenheit ein paar Minuten mit ihr plaudern. Schließlich gibt es immer wieder Neues zu berichten.

Vor zwei Jahren kam ich kurz nach einem größeren Wasserschaden in ihrer Altbauwohnung, der nicht nur den Keller, in dem ich den Wein abgestellt habe, sondern auch die Küche verwüstet hat. Trotz vieler Scherereien mit Handwerkern und Versicherung war Frau F. guter Dinge und zeigte mir im Jahr darauf stolz die neue Kochecke.

Heuer berichtete die alte Dame voll Freude von den Weihnachtsbräuchen ihrer Kinder und Enkel, aber auch sorgenvoll von ihrem hohen Blutdruck und den Mühen, die damit verbunden sind. Und fast so, als ob ich zur Familie gehören würde, gab sie mir etwas zum Naschen auf meine weitere Tour mit.

Familie S. aus Oberösterreich kennen wir ebenfalls schon sehr lange. Zwei- oder dreimal im Jahr liefern wir Wein, plaudern mit dem Hausherrn darüber, wo er als Tischler auf Montage überall hingekommen ist, und mit Frau S. über ihre Sammelleidenschaften. Und wenn wir nicht in der Früh kommen und zum Frühstück eingeladen werden, gibt es immer reichlich Trinkgeld, damit wir uns unterwegs eine Jause kaufen können.

Bei Familie L. am Attersee gab es ebenfalls immer ein Frühstück für uns. Jahrzehntelang war sie uns außerdem bei der Weinlese behilflich und Franz unterhielt die ganze Mannschaft mit seinen Fernfahrerabenteuern, die er in aller Welt erlebt hatte. Leider ist seine Frau heuer verstorben und kann uns kein Frühstück mehr servieren, aber auch Franz ist sehr gastfreundlich, wenn er nicht gerade, obwohl längst in Pension, als Aushilfsfahrer mit dem LKW unterwegs ist…

Viele, sehr viele unserer Kunden kennen und schätzen unsere Weine seit vielen Jahren. Und bei nicht wenigen von ihnen durften nicht nur die Weine, sondern auch wir fast ein Teil der  Familie werden.

Auch wenn beim Verkosten in unserem Keller oder beim Liefern vor Ort nicht viel Zeit für Persönliches bleibt, ein paar Worte sind es doch jedes Mal. Und über die Jahre leben unsere Stammkunden mit uns und wir mit ihnen.

Immer wieder gibt es Schönes zu zeigen oder zu berichten: Hochzeiten, Kinder und Enkelkinder (für die wir manchmal sogar Hochzeits- oder Taufweine liefern dürfen), neu gebaute Häuser, berufliche Erfolge, Reisen, ehrenamtliche Tätigkeiten. Aber natürlich auch die Schattenseiten des Lebens: Krankheiten, Scheidungen, Mißerfolge und den Tod.

Trotzdem ist es eine wunderbare Erfahrung, fremden Menschen über die Jahre so nahe kommen zu dürfen. Das hat nichts von anonymer Kunden-Lieferanten-Beziehung, und schon gar nichts vom gläsernen Kunden, dessen Daten kalt zur Umsatzmaximierung benutzt werden.

Es ist schlicht ein Ehre und ein Privileg unseres Berufes und unserer Betriebsgröße. Herzlichen Dank dafür allen unseren Wein-Freunden.

Frohe Weihnachten!

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Da wiehert der Amtsschimmel (2)

Freitag, 17. April 2015 | Autor:

Heap of Stamps von I, Magnus Gertkemper.

Ab November des heurigen Jahres braucht man einer EU-Richtlinie zufolge als Käufer und Anwender von Pflanzenschutzmitteln einen eigenen Pflanzenschutzmittel-Sachkundeausweis.

Das ist, obwohl es an der Praxis kaum etwas ändern wird, aber Kosten und Bürokratie verursacht grundsätzlich durchaus nachvollziehbar. Schließlich sind Pflanzenschutzmittel etwas, was im Interesse aller von möglichst kompetenten Personen richtig und sparsam eingesetzt werden sollte.

Nicht nachvollziehbar ist allerdings, warum die Umsetzung der Richtlinie in Österreich bundesländerweise ziemlich unterschiedlich gehandhabt wird. Das geht laut dieser Info sogar so weit, dass Wien gültige Ausweise anderer Bundesländer nicht anerkennt.

Man darf allerdings großzügigerweise mit einem gültigen Ausweis eines anderen Bundeslandes den Wiener Pflanzenschutzmittel-Sachkundeausweis beantragen. Selbstverständlich mit einem neuerlichen Behördenweg und neuen Kosten.

Geht´s noch?

 

Foto: „Heap of stamps“ von I, Magnus Gertkemper.
Lizenziert unter CC BY-SA 2.5 über Wikimedia Commons

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Gute Ausbeute

Sonntag, 29. März 2015 | Autor:

Holzpfähle1 komprimiert

Wie hier vor vielen Jahren schon einmal berichtet, stammen die Holzpfähle für das Drahtgerüst unserer Weingärten aus unserem eigenen kleinen Waldanteil.

Im Jänner haben wir die schönsten Stammteile  der Akazien Robinienbäume nicht zu Brennholz zerkleinert, sondern auf 2,5 Meter Länge zugeschnitten. Und gestern hat ein pensionierter Faßbinder diese schweren Teile mit seiner Bandsäge unter unserer tatkräftigen Mithilfe je nach Dicke nur gespitzt oder halbiert, gedrittelt, geviertelt, gefünftelt oder zweimal sogar gesechstelt.

So haben wir 212 neue Pfähle (die für einen neuen Weingarten mit ca. 4000 m2 reichen) erhalten – eine gute Ausbeute.

Holzpfähle2 komprimiert

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Da wiehert der Amtsschimmel (1)

Sonntag, 22. Februar 2015 | Autor:

Katasterplan

Angesichts der zunehmenden (Agrar-)Bürokratie und zahlreicher Doppel-, Drei- und Viergleisigkeiten in der Verwaltung spiele ich schon länger mit dem Gendanken, hier im Blog eine kleine Serie über deren Sinnlosighaftigkeit zu starten.

Als Vorgeschmack darauf empfiehlt sich dieser Artikel in der Tageszeitung „Die Presse“ über die aktuell laufende Hauptfeststellung der landwirtschaftlichen Einheitswerte. Von diesen mühsam ermittelten, aber trotzdem natürlich zwangsläufig fiktiven pauschalen Ertragswerten werden auch im 21. Jahrhundert immer noch sehr viele Steuern und Abgaben landwirtschaftlicher Betriebe berechnet.

„Das Rückgrat (der Einheitsbewertung, Anm.) bildet die Betriebszahl zwischen eins und hundert, die es für jeden Bauernhof (der 167.000, Anm.) zu ermittelt gilt – mit Abschlägen von einem Hauptvergleichsbetrieb mit Betriebszahl 100, also besten Bedingungen. Er existiert als ideeller Betrieb nur in den Köpfen der Beamten. …

Besonders liebevoll durchdacht ist etwa die Entfernung zum lokalen zentralen Ort, also der nächsten Stadt. Da von der Bürokratie geknechtete Bauern oft bei Behörden vorsprechen müssen, ist zu hinterfragen, ob es im lokalen zentralen Ort zumindest eine Außenstelle der Bezirkshauptmannschaft gibt. Sonst ist ein Mittelwert mit dem nächsten entsprechenden Ort zu bilden, „sofern auch teilweise agrarische Belange bearbeitet werden“. …

Abschläge bei der Betriebszahl gibt es auch für die „Überquerung stark befahrener Straßen“ oder besondere Gefährdung durch Hagel – wofür Daten der Versicherung und der Zentralanstalt für Meteorologie zu konsultieren sind.“

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Frohe Weihnachten!

Mittwoch, 24. Dezember 2014 | Autor:

Raureif3 bearbeitet

 

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Nicht vergessen!

Freitag, 8. August 2014 | Autor:

Foto: ÖWM/Griesch

„Die Arbeit des Kritikers ist in vieler Hinsicht eine Leichte. Wir riskieren sehr wenig und erfreuen uns dennoch einer Überlegenheit gegenüber jenen, die ihr Werk und sich selbst unserem Urteil überantworten.

Am dankbarsten sind negative Kritiken, da sie amüsant zu schreiben und auch zu lesen sind. Aber wir Kritiker müssen uns der bitteren Wahrheit stellen, dass im Großen und Ganzen betrachtet das gewöhnliche Durchschnittsprodukt wohl immer noch bedeutungsvoller ist, als unsere Kritik, die es als solches bezeichnet.“

Anton Ego in „Ratatouille

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Mein Bier

Montag, 28. Juli 2014 | Autor:

Fiedler-Bier

„Mein Bier“ ist nicht nur eine Metapher für „meine Angelegenheit“, sondern natürlich auch die ganz reale Bezeichnung für den im eigenen Besitz befindlichen Gerstensaft. Umso schöner, wenn dieser dann auch noch den eigenen Namen trägt.

Herzlichen Dank für dieses Mitbringsel an liebe Weinkunden aus Deutschland, die mit dem Bier und uns ihren Nachnamen teilen.

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Frohe Weihnachten!

Montag, 23. Dezember 2013 | Autor:

Raureif3 bearbeitet

Nachdem der Jahrgang 2013 erst vor drei Wochen mit der Ernte unserer Beerenauslese zu Ende gegangen ist, sind wir heuer besonders froh, dass die Natur nach der Zeit des Wachsens auch eine kurze Zeit der Ruhe für uns bereithält.

Voll Dankbarkeit verkosten wir die vielversprechenden Weine im Keller und mit Zuversicht erwarten wir die Herausforderungen des neuen Jahres.

Ich danke allen Kunden für Ihr Vertrauen und allen Blog-Lesern für Ihr Interesse.

Frohe Weihnachten und alles Gute für 2014 wünscht Ihnen

Bernhard Fiedler

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Twitter my Google on Facebook

Montag, 18. Februar 2013 | Autor:

Bildquelle: Anne Helmond

 

Obwohl manche meinen, ich wäre besonders internet-affin, war ich bislang weitgehend social-media-abstinent. Ab sofort gibt es jedoch die Möglichkeit, meine Blogbeiträge gemischt mit News von unserem Weingut via Twitter, Facebook und Google+ zu verfolgen.

Zu diesem Zweck findet sich hier unten seit rund zwei Wochen auch eine entsprechende Werkzeugleiste (die allerdings nicht Smartphone-kompatibel ist).

Vielen Dank im Voraus fürs folgen, liken, und pluseinsen (oder wie auch immer das heißt)!

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Frechheit siegt…

Mittwoch, 23. Januar 2013 | Autor:

…denkt sich wohl jene Dame, die mir (und wahrscheinlich auch anderen Weinbauern) folgende E-Mail geschickt hat:

Sehr geehrte Damen und Herren,

gerne würde ich Ihre Produkte näher kennenlernen. !
Ist es möglich ein kostenloses Muster (trock.Weißwein o.u.
trock.Rotwein) von Ihnen
zu bekommen. ?!
Das wäre ganz lieb von Ihnen.
Im voraus möchte ich mich ganz herzlich dafür bedanken !
Adresse: Claudia O…., K… 73, 9…. F. (Deutschland!)

Liebe Grüße
Claudia O.

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Ergiebige Ernte

Sonntag, 6. Januar 2013 | Autor:

Gerade Akazienstämme mit einer Länge von 2,5 Metern.

Obwohl das Jahr erst wenige Tage alt ist, haben wir schon eine ergiebige Ernte hinter uns. Vergangene Woche waren wir nämlich als Holzfäller unterwegs und haben unseren Anteil am gemeinsam bewirtschafteten Wald geschlägert.

Sobald die Forststraßenverhältnisse es zulassen werden wir das Holz dann auch abtransportieren und jenen Teil, der sich zur Herstellung von Weingartenpfählen eignet weiterverarbeiten (lassen). Wie das ungefähr funktioniert, kann man hier nachlesen.

Der Mörbischer Wald ist rund 150 Hektar groß und wird von etwa 190 Besitzern gemeinsam bewirtschaftet. Wie es dazu kam ist eine – wie ich finde – recht interessante Geschichte, die ich hier schon einmal erzählt habe. Jahr für Jahr werden in einem Teilgebiet des Waldes 190 kleine Parzellen markiert und anschließend unter den Besitzern zum Fällen verlost.

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Erst eins, dann zwei, dann drei, dann vier…

Sonntag, 23. Dezember 2012 | Autor:

Es heißt, der Advent wäre die stillste Zeit des Jahres. Dabei geht es gerade vor Weihnachten bei uns allen oft besonders turbulent zu. Vieles ist unbedingt noch im alten Jahr zu erledigen, Geschenke müssen besorgt werden, und die Jungweine im Keller fordern unsere Aufmerksamkeit.

Manchmal aber, in einem kurzen Moment des Innehaltens kommt doch so etwas wie Besinnlichkeit auf. Der Gedanke daran, dass schon wieder ein Jahr viel zu schnell vergangen ist. Und die Freude und Dankbarkeit über einen sehr guten Jahrgang in den Fässern.

Obwohl wir in den letzten Wochen recht beschäftigt waren (unter anderem damit,  die Weinvorräte unserer Kunden für die kommenden Feiertage zu ergänzen), hat sich zwischendurch schon ein wenig Vorfreude auf erholsame Tage im Kreis der Familie eingestellt. Ein gutes Glas Wein wird dabei natürlich nicht fehlen…

Ich wünsche allen Lesern frohe Weihnachten und alles Gute für das neue Jahr!

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Sechs Jahre

Montag, 3. September 2012 | Autor:

Foto: steve.haider.com

Heute vor sechs Jahren habe ich nach einer Testphase unter Ausschluß der Öffentlichkeit meinen ersten Blog-Beitrag veröffentlicht, und es ist mittlerweile Tradition, diesen Geburtstag mit einem Posting zu würdigen.

Dass es heuer recht kurz ausfällt, liegt nicht nur an der heute begonnenen Weinlese, sondern auch daran, dass sich mein Verhältnis zur Bloggerei in den letzten Monaten deutlich verändert hat. Die Abstände zwischen den Beiträgen werden länger, die Texte dafür kürzer…

Mal sehen, was das verflixte siebente Jahr so alles bringt.

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Blogbaustelle

Montag, 14. Mai 2012 | Autor:

In den letzten Tagen gesellte sich mit diesem Blog eine weitere Baustelle zu unserem Presshaus. Nach einem technischen Gebrechen meiner Internet-Firma konnten jedoch zum Glück bis auf einige wenige Kommentare alle Daten wiederhergestellt werden. Danke CHF!

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Deutschland und Österreich

Dienstag, 6. März 2012 | Autor:

Gemeinsamkeiten und Unterschiede in Sachen Wein

Vinocamp Deutschland

Deutschland und Österreich haben nicht nur, aber auch was den Wein betrifft vieles gemeinsam. Beide sind klassische Weißweinländer mit einem kleinen, durchaus traditionellen Rotweinanteil, der in den letzten Jahren deutlich gestiegen ist.

Beide werden sehr stark mit einer (allerdings nicht der gleichen) Rebsorte assoziiert, in beiden Ländern überwiegen regionaltypische Sorten abseits von Cabernet und Co. und manche davon findet man am Rhein ebenso wie an der Donau.

Unter anderem deshalb gibt es auch große Ähnlichkeiten in vielen Bereichen der Vinifikation, und nachdem die Urfassung des österreichischen Weingesetzes vom deutschen abgeschrieben wurde, beschränken sich die Gemeinsamkeiten der Etiketten nicht nur auf die Sprache.

Anders als z.B. in Frankreich, Italien und Spanien stellt das germanische Weinrecht die Reife der Trauben (in Form ihres Zuckergehaltes) als Qualitätsmerkmal über die Herkunft und begünstigt die Vielfalt und Bekanntheit der Rebsorten.

Weil die Vielfalt dieses Bezeichnungssystems jedoch auch seine Tücken hat, gibt es seit einigen Jahren in beiden Ländern zahlreiche mehr oder weniger erfolgreiche private wie staatliche Verbesserungsversuche. Während in Deutschland dieser Tage heiß über die Großen Gewächse des Verbandes der Prädikatsweingüter diskutiert wird, feiert in Österreich – bis heute nicht unumstritten – das DAC-System seinen zehnten Geburtstag.

Betrachtet man die Sache freilich etwas genauer, werden die Unterschiede zwischen den beiden Nachbarn nicht nur bei diesem Thema deutlich. Verschiedene Konsumgewohnheiten und Mentalitäten, die in vielen Teilbereichen völlig anders verlaufene Weinbaugeschichte und zahlreiche andere Faktoren machen den Vergleich spannender, als er vielleicht auf den ersten Blick scheint.

Spannend genug, wie ich finde, für eine Session beim Vinocamp Deutschland 2012, das in 10 Tagen in Geisenheim stattfindet. Ich würde mich freuen, mit deutscher Co-Moderation und zahlreichen Campteilnehmern über die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu diskutieren.

Nicht, um Sieger und Besiegte zu bestimmen, sondern um Verbindendes und Trennendes klarer zu sehen und besser zu verstehen. Und vielleicht sogar ein wenig voneinander zu lernen.

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Wie man eine Zeitung auch umblättern kann

Donnerstag, 2. Februar 2012 | Autor:

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Nachts im Buchgeschäft

Donnerstag, 19. Januar 2012 | Autor:

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Waldarbeit

Dienstag, 3. Januar 2012 | Autor:

Gerade Akazienstämme mit einer Länge von 2,5 Metern.

Auch heuer haben wir die ersten Tage des neuen Jahres wieder zur Forstarbeit genutzt. Wie hier berichtet sind wir ja vor gut fünfzig Jahren gemeinsam mit zahlreichen anderen Mörbischer Familien auf recht abenteuerlichem Weg zu einem kleinen Waldanteil gekommen.

Seither werden Jahr für Jahr die Bäume eines Teilstückes des gemeinschaftlich bewirtschafteten Waldes markiert, und vor Weihnachten erhält jeder Anteilseigner per Los einige davon zum Fällen zugwiesen.

Unsere heurige Ausbeute reicht für eine Heizsaison meiner Eltern und zusätzlich werden wir wohl auch rund 140 Weingartenpfähle erhalten, wenn unser längst pensionierter örtlicher Fassbinder die dafür geeigneten Stämme mit unserer Hilfe zersägt.

Wie das abläuft kann man übrigens hier nachlesen.

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Das war mein Blog-Jahr 2011

Samstag, 31. Dezember 2011 | Autor:

Foto: ÖWM/Eva Kelety

Obwohl die großen Themen heuer etwas weniger und die Abstände zwischen den Postings länger geworden sind, ist auch 2011 wieder einiges an Beiträgen zusammengekommen. Hier eine kleine, nicht unbedingt immer repräsentative Auswahl:

Im Jänner bin ich nicht nur kurzfristig als Veranstalter der 41. Etappe der Wein(blog)rallye eingesprungen, sondern es gab außerdem aus aktuellem Anlass eine Serie über Frost im Weingarten in drei Teilen.

weiter…

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