Die letzte Pressung

Dienstag, 24. Oktober 2006 | Autor:

Mit dem Cabernet Sauvignon habe ich heute den letzten Wein der heurigen Ernte abgepreßt. In den 17 Tagen auf der Maische hatte er Zeit, soviele Farbstoffe aus der Schale auszulaugen, daß er eher schwarz als rot von der Presse lief. Sein Aroma zeigt keinerlei „grüne“, unreife Nuancen nach Paprika oder Brennesseln und auch die Tannine, die vor allem während der zweiten Hälfte der Standzeit aus der Schale extrahiert werden, wirken zwar sehr massiv, dabei aber keineswegs bitter oder austrocknend. weiter…

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Großkampftag im Preßhaus

Donnerstag, 19. Oktober 2006 | Autor:

Heute habe ich den Großteil unseres Blaufränkisch gepreßt. 11.000 Liter Wein (zuzüglich der auszupressenden Schalen) aus fünf verschiedenen Gärbehältern, jeweils getrennt in Seih- und Preßwein bedeuten einigen Aufwand und fünf Pressungen samt zugehöriger Tresterbeförderung an einem Tag.

Erschwert wurde die Sache dadurch, daß wir momentan nur recht wenige Tanks und Fässer leer haben, weil es in der Gär- bzw. Nachgärphase der Weiß- und Rotweine aus verschiedenen Gründen (unterschiedliche Gärstadien, Platzgründe, Behälter während der Gärung nicht voll, diverse „Experimente“ des Kellermeisters,…) mehr Chargen gibt als einige Wochen später. Und weil die Ernte auch quantitativ sehr zufriedenstellend war.

So mußte also ein ausgefeilter Schlachtplan her, um die Reihenfolge der Chargen zu optimieren und den vorhandenen Platz (zum Teil nur als Zwischenlager, damit sich über Nacht die Hefe absetzen kann und der Wein morgen möglichst klar in die Barriques bzw. Fässer kommt) bestmöglich auszunützen.

Einige Gerätschaften erhielten nebenbei auch ihre Abschlußreinigung, bevor sie wieder für ein Jahr eingemottet wurden. Auf der Maische steht nämlich nur noch der Cabernet Sauvignon. Und wenn der (voraussichtlich nächste Woche) gepreßt wird, braucht es weit weniger Aufwand. Schließlich ist es nur ein Bruchteil der Menge.

 

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Geschafft!

Mittwoch, 11. Oktober 2006 | Autor:

Pünktlich zum Mittagessen haben wir gestern, am Dienstag, dem 10. Oktober mit den letzten Trauben einer hochgradigen Auslese vom Pinot blanc die Weinlese 2006 abgeschlossen. weiter…

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Cabernet Sauvignon

Samstag, 7. Oktober 2006 | Autor:

Heute stehen die wahrscheinlich vielversprechendsten Trauben des Jahrgangs auf dem Programm. So geschmacklich reife Cabernet-Trauben hatten wir selten. weiter…

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Prädikatsweinkontrolle

Freitag, 6. Oktober 2006 | Autor:

Heute werden wir voraussichtlich eine Spät- oder Auslese vom Traminer ernten. Wir rechnen mit einem Mostgewicht von etwa 21° KMW, aber bei dem Zustand der Trauben sind Prognosen immer schwierig.

Während bei „gesunden“ Trauben eine Mischprobe von etwa 50 Beeren aus dem ganzen Weingarten fast immer recht exakt das spätere Ergebnis widerspiegelt, ist es bei der Probennahme von Botrytistrauben kaum einzuschätzen, wie viele „gesunde“ Beeren, wie viele leicht und wieviele stark eingeschrumpfte Beeren für eine Probemessung für den gesamten Weingarten repräsentativ sind.

Absichtsmeldung und Mostwäger

Um überhaupt als Prädikatswein anerkannt zu werden, muß die Traminer-Lese am Tag der Ernte bis spätestens 9.00 Uhr beim Gemeindeamt angemeldet werden. Während für Qualitätsweine „nur“ die fertigen Weine vor dem in Verkehr bringen mit der staatlichen Prüfnummer kontrolliert werden, setzt die Kontrolle für Prädikatsweine schon bei den Trauben ein. weiter…

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Blaufränkisch

Sonntag, 1. Oktober 2006 | Autor:

Heute Nachmittag habe ich mir die Blaufränkisch-Weingärten angesehen, um die weitere Lesefolge zu planen. Da mittlerweile ausschließlich der Gesundheitszustand der Trauben (und nicht die ohnehin hohe Zuckergradation) den Lesetermin bestimmt, habe ich dabei das Refraktometer gar nicht mitgenommen.

Die Trauben in unserem größter Weingarten, Ried Goldberg, und einigen kleineren Rieden wirken noch recht robust und gesund. Einige andere Weingärten zeigen aber schon eine recht dünne Schale und vereinzelt Botrytisanklänge. Wir werden daher morgen mit diesen Trauben beginnen.

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Auf Hochtouren

Samstag, 30. September 2006 | Autor:

Die Weinlese läuft auf Hochtouren. Der Muskat von voriger Woche nähert sich schon der Endgärphase, die verschiedenen Maischetanks vom Zweigelt sind schon fast „durch“ und werden ab Montag nach und nach gepreßt, um Platz für den Blaufränkisch zu schaffen. weiter…

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Frühschluß und der aktuelle Stand

Mittwoch, 27. September 2006 | Autor:

Heute war ich ausnahmsweise schon um halb acht „fertig“, was ohne Pausen etwa einem 11-Stunden-Tag entspricht. Die Lesehelfer arbeiten zwar „nur“ neun Stunden, sind aber genauso müde, da die hohen Temperaturen die Arbeit noch beschwerlicher machen. weiter…

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Waschen, waschen, waschen

Dienstag, 26. September 2006 | Autor:

Meine Premiere als „Kellermeister“ bei der Weinlese nach meinem Schulabschluß 1993 brachte eine ziemlich ernüchternde Erkenntnis: 80 Prozent der Arbeit im Keller besteht aus Waschen.

Und kaum hat die Lese 2006 begonnen, stehe ich schon wieder stundenlang in Gummistiefeln und wasche Schläuche, Tanks, Presse, Rebler, Kübel und andere Gerätschaften. Während Weinreste nämlich auch nach ein paar Stunden noch relativ mühelos zu entfernen sind, trocknet der unvergorene Traubensaft recht schnell ein und ist dann nur mit dem doppelten Aufwand, mit Bürsten und Chemie zu entfernen. Außerdem ist der Traubensaft weit anfälliger für Mikroorganismen, sodaß Hygiene während der Ernte noch viel wichtiger ist, als sonst.

Die Vorgangsweise sieht daher folgendermaßen aus: Was auch immer ich benütze, nach dem Gebrauch wird es sofort gewaschen. Auch wenn ich es voraussichtlich eine halbe Stunde später wieder benötige.

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Jetzt ist es aber höchste Zeit

Montag, 25. September 2006 | Autor:

Nach dem „Vorspiel“ mit dem Muskat Ottonel am Freitag und Samstag hat heute die Lese so richtig begonnen. Der Muskat ist im Keller und die Charge vom Freitag beginnt langsam zu gären. Mit gut 17° KMW (85 °Oe), etwa 6 g/l Säure, einem pH-Wert von 3,45, noch gesunden und aromatisch sehr reifen Trauben könnte es ein sehr guter Jahrgang werden. weiter…

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