2008: Der Versuch einer ersten Einschätzung

Mittwoch, 3. Dezember 2008 | Autor:

Cabernet in der Riede Hader mit hoher Laubwand und stark entblätterter Traubenzone

In den letzten Tagen habe ich versucht, für unseren Print-Newsletter „Die Weinpresse“ diese erste Einschätzung des Jahrgangs 2008 zu formulieren. Da es aber ohnehin noch ein bißchen dauern wird, bis es bei uns die ersten 2008er zu kaufen gibt, liegt der Schwerpunkt dabei eher auf dem Rückblick als auf einer konkreten Beschreibung von Stil und Qualität der (Jung-)Weine.

Natürlich läßt sich mit etwas Fantasie auch schon ein bißchen mehr über die Weine sagen, und eine erste Jahrgangseinschätung wäre auch eine gute Gelegenheit um die Blog-Kategorie „Lese 2008“ nach mehr als einem Vierteljahr endlich abzuschließen. Immerhin hat auch die österreichische Weinwerbung ihren „offiziellen“ Jahrgangsbericht schon seit einigen Tagen online.

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Es ist geschafft

Dienstag, 18. November 2008 | Autor:

Beerenauslese 2008

Gestern vormittag gelang es uns, die seit einigen Wochen erhoffte Beerenauslese auch tatsächlich zu ernten.

480 Liter Neuburger-Most mit 26° KMW sind ein würdiger Abschluß des Jahrgangs.

Und weil sich am Ende des letzten Lesetages immer alle Helfer besonders schnell in alle Winde zerstreuen, möchte ich mich hier noch einmal bei allen Leserinnen und Lesern für ihre tolle Arbeit bedanken.

Ohne euch käme unsere Arbeit während des ganzen Jahres nur halb so gut zur Geltung.

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Ein paar Tage noch

Mittwoch, 5. November 2008 | Autor:

 

Es ist noch immer ungewöhnlich warm für die Jahreszeit. Die Stare, die uns noch vor zwei Wochen große Sorgen gemacht haben, sind verschwunden. Und das Abwarten scheint sich zu lohnen.

Mit etwas Glück sind die edelfaulen Beeren beim Neuburger bis nächste Woche so weit eingetrocknet, dass sie mit einem Zuckergehalt von über 25°KMW (d.h. in etwa 25%) die Prädikatsstufe Beerenauslese erreichen.

So spät haben seit Anfang der 1980er (oder noch länger) nicht mehr gelesen.

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20 Grad und heftiger Südwind

Donnerstag, 30. Oktober 2008 | Autor:

Botrytis beim Neuburger 2008

Ein paar Tage wie den heutigen bräuchten wir noch, damit unsere letzten Trauben, über die ich schon mehrmals berichtet habe, Beerenauslese-Gradationen erreichen.

Der Nebel der letzten Tage hat den Botrytisbefall deutlich fortschreiten lassen. Jetzt muß „nur“ noch genügend Wasser durch die aufgeweichten Beerenschalen verdunsten.

Wären alle Beeren schon so weit, wie die im linken oberen Teil dieser Traube, könnten wir schon an die Lese denken.

Botrytis beim Neuburger 2008

Noch heißt es allerdings warten. Aber es fehlt nicht mehr viel und sieht im Moment sehr vielversprechend aus.

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2,8 Millionen Hektoliter

Samstag, 25. Oktober 2008 | Autor:

Wie hier schon vermutet, hat die Statistik Austria ihre Ernteschätzung von September (pdf) auf Oktober (pdf) kräftig nach oben korrigiert. Statt von 2,5 Millionen Hektoliter und einem Minus von sechs Prozent gegenüber 2007 geht man mittlerweile von 2,8 Millionen Hektoliter und damit einem Plus von acht Prozent aus.

Für Niederösterreich, das größte weinbautreibende Bundesland, erwartet man elf Prozent mehr als 2007 (und 18 Prozent mehr als der Durchschnitt der letzten fünf Jahre), wobei die Rotweinsorten den Fünfjahresschnitt sogar um knapp ein Drittel übertreffen sollen.

Im Burgenland liegt die vorausgesagte Erntemenge um sechs Prozent über dem Vorjahr und um acht Prozent über dem Durchschnitt. Der größere Zuwachs dürfte hier bei den Weißweinsorten liegen. weiter…

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Sicher ist sicher

Freitag, 24. Oktober 2008 | Autor:

Starenetz

Wie kürzlich hier berichtet, wird es wohl noch länger dauern, bis wir unseren letzten Weingarten ernten können. Um angesichts der heftigen Stare-Attacken zu retten, was von unserem (hoffentlich künftigen Beerenauslese-Wein vom) Neuburger noch zu retten ist, haben wir uns von einem Kollegen Vogelschutznetze ausgeliehen.

Damit haben wir in den letzten Tagen den oberen, flachen Teil des Weingartens bestmöglich vor Vogelfraß geschützt. Im unteren Teil, einem kurzen, aber für unsere Verhältnisse relativ steilen Hang lohnt sich diese Mühen nicht mehr. Die dortigen exponierten Rebstöcke sind mittlerweile überwiegend kahlgefressen.

Hoffentlich ist bei den Staren die Furcht vor dem Hängenbleiben im Netz größer, als ihr Hunger. Auch wenn es schwer vorstellbar ist, gibt es immer wieder Fälle, bei denen die Vögel trotz des Netzes einen Weg zu den Trauben finden.

Starenetz

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Abwarten

Sonntag, 19. Oktober 2008 | Autor:

Neuburger-Trauben am 16. Oktober 2008

Auch wenn sich die Weinlesestimmung schon ziemlich verflüchtigt hat, die Ernte 2008 ist noch nicht abgeschlossen. Wie hier berichtet, hoffen wir auf eine Beerenauslese von der Sorte Neuburger. weiter…

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Ein schlechter Jahrgang…

Mittwoch, 15. Oktober 2008 | Autor:

…für Statistiker!

Noch ist es für genauere Prognosen zu früh, aber das der Jahrgang 2008 trotz dieser schwierigen Bedingungen zumindest gute oder sehr gute Weine erbracht hat, wage ich zumindest für unseren Betrieb durchaus schon zu behaupten.

„Schuld“ daran ist das stabile Hochdruckwetter zwischen 20. August und 13. September, das zwar nicht ganz so lange angedauert hat, wie hier erhofft, aber bei gesunden Blättern und nicht extrem hohen Erträgen für die vollständige Ausreifung der Trauben gereicht haben dürfte.

Während wir also nicht unzufrieden sind, wird die Statistik Austria den 2008er wohl als „Problemjahrgang“ einstufen. weiter…

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Goldener Oktober?

Montag, 13. Oktober 2008 | Autor:

Ein stabiles Hoch über ganz Mitteleuropa, Sonne und Temperaturen um die 20°C: Beim Blick auf die aktuelle Großwetterlage könnte man leicht zur Ansicht gelangen, dass wir im Burgenland unsere Trauben heuer viel zu früh geerntet haben.

Bevor man aber voreilige Schlüsse zieht, sollte man Folgendes bedenken:

  • Der Tag (und mit ihm die Sonnenstundenanzahl) ist im Oktober deutlich kürzer, als im August oder September.
  • Während in weiten Teilen Österreichs die Sonne scheint, hält sich bei uns um diese Jahreszeit gerne hartnäckiger Nebel. An manchen Tagen geht er gar nicht hoch, und an manchen nur für ein oder zwei Stunden.
  • Herbststimmung am Neusiedlersee

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    Fast fertig

    Donnerstag, 9. Oktober 2008 | Autor:

    Mit den letzten drei (langen) Rebzeilen Blaufränkisch am Mörbischer Goldberg haben wir gestern Mittwoch die Weinlese 2008 beinahe beendet. Jetzt fehlt nur noch unser Neuburger-Weingarten, bei dem wir auf eine Beerenauslese hoffen.

    Ob und wann es soweit sein könnte, läßt sich momentan nicht sagen. Wenn sich jetzt trockenes, mildes Wetter einstellt, kann es noch Wochen dauern, bis die vorhandenen Botrytis-Ansätze um sich greifen und eine nennenswerte Menge Edelfäule daraus wird.

    An und für sich sind wir u. a. mit einer Beerenauslese aus dem Jahrgang 2006 gut mit Hochprädikaten versorgt. Wenn aber die Chance im Raum steht, dass wir nach einer Sonderabfüllung dieses Weines in Bouteillen für das Hospiz in St. Christoph am Arlberg auch weiterhin in diesem Keller vertreten sein könnten, sollte man diese wohl nicht leichtsinnig vergeben.

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    Zeitlupenlese

    Dienstag, 7. Oktober 2008 | Autor:

    Gestern und heute stand der Cabernet Sauvignon auf dem Ernteprogramm, und wie schon 2006 (lustigerweise exakt am gleichen Tag) waren wir auch heuer mit einem massiven Auftreten von Stiellähme konfrontiert.

    Diese physiologischen Erkrankung wird vermutlich durch ein Ungleichgewicht der Nährstoffe im Boden ausgelöst, wobei aber auch Zeitpunkt und Menge der Niederschläge sowie Unterlagsrebe und Bodenbearbeitung eine Rolle spielen dürften. Trotz zahlreicher Gegenmaßnahmen wie z.B. Blattdüngung mit Magnesium zeigt der Cabernet (nicht nur bei uns) vor allem in relativ feuchten Jahren immer wieder starke Symptome.

    Dabei vertrocknet bei einzelnen Trauben oder Traubenteilen während des Reifeverlaufes der Stiel und die Beeren können sich nicht weiterentwickeln. Jene Trauben, die früh befallen werden, sind leicht zu erkennen, aber es gibt auch solche, die relativ spät die Reife einstellen und guten Trauben sehr ähnlich sind. Die sind fast nur durch ein Verkosten der Beeren zu erkennen.

    Reife Cabernet-Traube mit Stiellähmebefall der unteren Hälfte

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    Erste Eindrücke

    Sonntag, 5. Oktober 2008 | Autor:

    Rotwein im Glas

    Je mehr Weine sich dem Endstadium der Gärung nähern oder diese bzw. den beim Rotwein nachfolgenden biologischen Säureabbau beendet haben, umso wichtiger wird das tägliche Verkosten.

    Noch ist es für ein auch nur halbwegs treffendes Urteil über den Jahrgang viel zu früh, und das Probieren dient vor allem dazu, auch kleinste (und möglicherweise unerwünschte) Entwicklungen frühzeitig wahrnehmen und richtig einordnen zu können.

    Was mir im Moment dabei aber generell auffällt, ist, dass die Zweigelt-Weine nach dem Säureabbau vergleichsweise mild schmecken, was die Säure betrifft, und dabei über ein relativ markantes, aber reif wirkendes Tannin verfügen.

    Beides spricht durchaus dafür, dass (zumindest in unserem Fall) die wenigen Schönwetterwochen zwischen 20. August und Mitte September gereicht haben könnten, um wirklich ausgereiftes Traubenmaterial zu erhalten. Und das unsere mühsame Auslese doch Früchte trägt.

    Bei den Weißweinen kann man bisher nur den Muskat Ottonel und die erstgelesenen Veltliner-Chargen ernsthaft verkosten. Ersterer scheint sich im Stil der letzten Jahre zu präsentieren (also nicht extrem intensiv, aber sehr sauber und feingliedrig) und letztere sind zwar ob der nicht allzuhohen Zuckergrade eher schlank, ihre Säure wirkt aber bei aller Rasse nicht agressiv.

    Das läßt sich durchaus auch als Zeichen dafür deuten, dass die Trauben trotz nur mittlerer Zuckergrade ein gewisses Maß an Reife im Sinne von „innerer Harmonie“ erreicht haben.

    Foto: steve.haider.com

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    Es ist Zeit

    Freitag, 3. Oktober 2008 | Autor:

    Gestern habe ich zum erste Mal seit unserem Lesebeginn vor viereinhalb Wochen den Cabernet Sauvignon ausgiebig besichtigt.

    Dabei habe ich mich weniger auf die Zuckermessung (von rund 18,5°KMW) oder gar irritierende Säureanalysen 😉 konzentriert, sondern hauptsächlich auf den Geschmack von Saft, Fruchtfleisch und Kernen.

    Von den vielen Beeren, die ich gekostet habe erinnerte nur eine einzige an grünen Paprika, ein typisches Zeichen für Pyrazine Unreife. Und von den vielen zerbissenen Kernen war kein einziger unangenehm bitter.

    Cabernet Sauvignon Ende August 2008

    Trotz nicht unbedingt idealer Wetterverhältnisse seit diesem Foto vom 26. August wirken die Trauben reif.

    Eine weitere Verbesserung scheint mir in diesem Stadium und um diese Jahreszeit (samt Nebel- und Botrytisgefahr, kurzer Tageslänge und dem zunehmenden Risiko des Vogelfraßes) kaum noch möglich und so werden wir die prognostizierten schönen Tage der nächsten Woche nützen, um den Cabernet (und den verbliebenen Blaufränkisch) zu lesen.

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    Pause

    Mittwoch, 1. Oktober 2008 | Autor:

    Nach der gestrigen Ernte unserer Traminer-Trauben und des letzten Rests Welschriesling legen wir zumindest bis Montag eine Lesepause ein.

    Von den Weißweinsorten wartet jetzt nur noch der Neuburger, bei dem wir auf einen Prädikatswein hoffen. Dazu kommt ein Teil unseres Blaufränkisch-Weingartens in der Riede Goldberg (wie hier ganz unten erwähnt) und der Cabernet Sauvignon, der in den Rieden Hader, Satz und Goldberg gedeiht.

    Zu den Faktoren, die deren Erntetermin bestimmen, ist in den letzten Tagen ein weiterer hinzugekommen: Die Stare, von denen bislang zum Glück wenig zu sehen war, treten in immer größeren Schwärmen auf und stürzen sich gerne auf jene mittlerweile wenigen Weingärten, die noch nicht geerntet sind.

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    Blaufränkisch-Schrecksekunde

    Montag, 29. September 2008 | Autor:

    Heute haben wir die mittlerweile vierte Lesewoche mit einem unserer beiden besten Blaufränkisch-Weingärten begonnen. Die letzte intensive Begutachtung der Trauben ist zwar schon einige Tage her, aber die geschmackliche und die Zuckerreife waren zu diesem Zeitpunkt bereits sehr vielversprechend.

    Außerdem war anzunehmen, dass der (zu) hohe Säuregehalt seither ähnlich wie beim bereits gelesenen Chardonnay deutlich abgenommen hat. Ab Mitte der Woche droht zudem die nächste Schlechtwetterfront, und damit wir in der dafür anfälligen Lage Hader nicht wie im Vorjahr gefährlich in die Nähe der Überreife kommen, haben wir uns am Sonntag zur Lese entschlossen. weiter…

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    Dicke Luft

    Samstag, 27. September 2008 | Autor:

    Neben Alkohol und Wärme entsteht bei der alkoholischen Gärung auch jede Menge CO2 (vulgo „Kohlensäure“) als Nebenprodukt. Dieses „Gärgas“ ist zwar nicht giftig, kann aber trotzdem tödlich sein, weil es im Extremfall jeglichen Sauerstoff aus dem Keller verdrängt.

    An und für sich ist unser Keller in dieser Hinsicht relativ unproblematisch. Er liegt zwar tatsächlich unter der Erde, was den „natülichen“ Abzug des CO2 verhindert, weil dieses schwerer ist, als Luft und sich am Boden sammelt.

    Aber er hat ein großes Einfahrtstor mit einer Rampe, das normalerweise gemeinsam mit mehreren Lüftungsschächten und den ständig laufenden Ventilatoren für ein vertretbares Arbeitsklima sorgt.

    Heuer stößt unsere Entlüftung aber an ihre Grenzen. Das kühle Wetter und die große Erntemannschaft in der vergangenen Woche haben dazu geführt, das anders als sonst beinahe alle Tanks und Fässer gleichzeitig gären. Und damit man sich einmal vorstellen kann, was sich dabei so tut, habe ich folgende Rechnung angestellt:

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    Das Highlight des Jahrgangs?

    Freitag, 26. September 2008 | Autor:

    Heute stand unser Chardonnay auf dem Programm, und die Trauben sind ein heißer Kandidat für den Titel „Highlight des Weinjahres“.

    Mit perfekter Ausreifung, (gerade) noch so gut wie botrytisfrei, mit 19,5°KMW und einer knackigen Säurestruktur lassen sie auf ein tolles Endprodukt hoffen, wenn es der Kellermeister nicht verbockt.

    Da muß sich morgen der (beste) Pinot blanc gehörig anstrengen. Und die Blaufränkischen und der Cabernet, die noch auf ein paar Sonnentage warten ebenso…

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    Alles im Keller

    Mittwoch, 24. September 2008 | Autor:

    Noch sind nicht alle Trauben gelesen, aber der ungewöhnliche Verlauf der Lese und der Wettersturz von Sommer auf Winter hat dazu geführt, dass in unserem Keller im Moment alle Stadien der Weinwerdung nebeneinander zu finden sind.

    Bei den Weißweinen wartet der heute gelesene Grüne Veltliner auf das morgige Entschleimen. Außerdem gibt es jede Menge gärender Moste, die vergangene Woche geerntet wurden und je nach Lesetermin und -temperatur gerade beginnen oder bereits mitten in der Gärung stecken.

    Der Muskat Ottonel, mit dem wir die Lese vor zwei Wochen begonnen haben hat seinen Zucker hingegen schon seit vergangenen Samstag komplett in Alkohol umgewandelt und wird als „fertiger“ Wein voraussichtlich morgen erstmals geschwefelt, um einer Oxidation seiner empfindlichen Aromastoffe vorzubeugen.

    Der beim Entschleimen dieses Muskat abgetrennte Trubanteil ist sogar noch einen Schritt weiter. Der Trubwein, den wir bald nach der Lese im Gebinde an den Großhandel verkaufen, wurde heute von seinem Bodensatz aus Hefezellen und Trubstoffen (dem Geläger) abgezogen.

    Bei den Rotweinen ist die Bandbreite ähnlich groß: Während der Blaufränkisch von gestern noch nicht gärt und der von vorgestern gerade beginnt, ist der Zweigelt vom Mittwoch der vergangenen Woche schon in der Endphase.

    Einer der beiden Zweigelt von der ersten Lesewoche wurde heute gepreßt und wartet darauf, morgen in die Barriques gefüllt zu werden. Und der zweite Zweigelt vom Lesebeginn liegt schon seit vergangener Woche gepreßt im Faß und ist vielleicht schon dabei, den biologischen Säureabbau zu beginnen.

    Gar nicht so einfach, da den Überblick zu behalten…

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    Olfaktorische Metamorphose

    Montag, 22. September 2008 | Autor:

    rotweinbeere-komprimiert.jpg

    Für Menschen mit ausgeprägter olfaktorischer Wahrnehmung ist das Werden des Weines eine unglaublich spannende Metamorphose.

    Wie aus den Trauben mit ihren mehr oder weniger erkennbaren Aromen innerhalb von relativ kurzer Zeit „fertige“ Weine werden und welche Vielfalt an aromatischen Zwischenstadien es dabei gibt, läßt sich nicht in Worte fassen.

    Nur wer schon einmal den Geruch der Rotweinmaische verfolgt hat, wie sie sich vom süß-säuerlich-fruchtigen Ausgangsprodukt über Fruchtmarmelade, aber auch ganz eigenartige, nicht immer ausgesprochen attraktive Gerüche zum warmen, dunkelfruchtigen Bukett eines (jungen) Rotweines gewandelt hat, kann erahnen, was ich meine.

    Und nur Menschen mit wachen Sinnen können die Veränderung z.B. eines Muskat Ottonel vom traubig-aromatischen Saft über den kaum als Muskat erkennbaren Sturm zum Jungwein, der innerhalb von wenigen Tagen die Gäraromen abstreift und den Charakter der Muskat-Beeren wieder freigibt als das erkennen, was es ist:

    Ein Wunder der Natur!

    Foto: Wein Burgenland/Lukan

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    Es geht (wieder) aufwärts

    Sonntag, 21. September 2008 | Autor:

    Wieviele Zuckergrade haben die Trauben schon?

    In den letzten Tagen mußte sich unser Refraktometer nicht sonderlich anstrengen. Nach dem bisherigen Höchstwert von 18,5°KMW bei einer Zweigelt-Charge lag der Zuckergehalt von Welschriesling und Grünem Veltliner aus den verschiedensten Rieden zwischen 15 und 17°KMW. Gerade richtig für leichte und erfrischende (Land)Weine mit einem Alkoholgehalt rund um 11 Prozent.

    Was jetzt noch draußen hängt, spielt überwiegend in einer anderen Liga: Morgen steht der erste Blaufränkische auf dem Plan, bei dem ich heute 18°KMW gemessen habe. Und je nach Wetterlage folgen ihm im Lauf der Woche Pinot blanc und Chardonnay, der bei der heutigen Reifekontrolle die 20°KMW nur knapp verfehlt hat.

    Foto: steve.haider.com

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    Schlachtplan in der Spätschicht

    Freitag, 19. September 2008 | Autor:

    Nach einer Pause von 20.00 bis 22.00 Uhr war ich bis eben noch einmal eineinhalb Stunden im Keller, um unter anderem der letzten Preßcharge Bentonit zuzugeben (welches morgen im Zuge des Entschleimens gleich wieder aus dem Most entfernt wird).

    Und während des zwanzigminütigen Umrührens habe ich versucht, einen Schlachtplan für den morgigen Vormittag auszutüfteln. All die vielen, durch die enormen Erntemengen der letzten Tage bedingten Chargen, die in den verschiedensten Tanks zwischengeparkt bzw. noch zu entschleimen sind, engen nämlich den Manipulationsspielraum des Kellermeisters enorm ein.

    Aber es gibt eine Arbeitsreihenfolge, die ohne ein (unnötiges) zweimaliges Umpumpen einer Charge auskommt.

    Glaube ich zumindest…

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    Beinahe Halbzeit

    Freitag, 19. September 2008 | Autor:

    Nach Muskat Ottonel und Zweigelt haben wir gestern und heute überwiegend Welschriesling für unseren Landwein und Grünen Veltliner für den Land- und den Qualitätwein geerntet. Ein Teil des Pinot blanc ist auch schon im Keller, und wenn ich richtig gerechnet habe, sind damit schon etwa 40 Prozent unserer Rebfläche gelesen.

    Die spannendsten Trauben sind aber noch draußen: Das Beste vom Pinot blanc, der gesamte Chardonnay, alle Blaufränkischen und der Cabernet Sauvignon. Schön reif sind sie zwar schon, aber das letzte Quentchen zur Spitzenqualität fehlt ihnen noch.

    Mal sehen, ob es dazu noch kommt. So übergangslos wie der Spätsommer Ende August gekommen ist, so abrupt (und etwas zu früh) hat er vergangene Woche sein Ende gefunden.

    Nach dem Regen zu Wochenbeginn soll auch das Wochenende und der kommende Montag und Dienstag wieder feucht werden. Dabei wird es auch wieder etwas wärmer, was sowohl die Reifeentwicklung als auch die Botrytis (wieder) in Gang bringen könnte.

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    11.000 Kilo

    Mittwoch, 17. September 2008 | Autor:

    Diese Woche haben wir aus verschiedenen Gründen ungewöhnlich viele Lesehelfer, die noch dazu (Danke!) auch besonders fleißig sind.

    Heute haben sie trotz zeitaufwendiger Selektion beim Zweigelt (und dank entsprechend sorgfältiger Weingarten(laub)arbeit seit dem Frühjahr) mehr als 11.000 kg Trauben von den Stöcken geschnitten. Das ist mehr als eine Tonne pro Kopf, rund 120 kg pro Stunde!

    Bei solchen Mengen geht es natürlich auch im Preßhaus rund. Heute war es noch relativ einfach, weil wir überwiegend Rotwein gelesen haben, der „nur“ via Rebler kontinuierlich in die Gärtanks befördert werden muß.

    Morgen steht aber vor allem Grüner Veltliner auf dem Programm: Großtraubig, reichtragend, gesund (was für eine hohe Erntegeschwindigkeit spricht) und mit fleischigen Beeren (was eine relativ lange Preßdauer bedeutet).

    Bis da die letzte Pressung fertig ist, wird es wohl Mitternacht werden…

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    Glück gehabt!

    Mittwoch, 17. September 2008 | Autor:

    Das hätte wirklich böse enden können: Heute kam meinem Vater auf einem schmalen Güterweg bergab ein mehr oder weniger ungebremster, unkontrollierter großer Traktor samt Anhänger entgegen.

    Mein Vater hatte am Wegesrand an einer steilen Böschung angehalten, um das Gespann vorbeizulassen und war mehr als überrascht, dass der Lenker die Kontrolle über sein Fahrzeug verlor. Der Weg verläuft an dieser Stelle ist nämlich gar nicht so steil bergab, und der große Traktor sollte eigentlich mit dem vergleichsweise kleinen und leichten Traubenwagen keine Mühe haben.

    Zum Glück streifte das Gefährt unseren Traktor nur, anstatt ihn mitsamt meinem Vater die Böschung hinunterzubugsieren (und ihn womöglich auch noch unter sich zu begraben). So sind wir mit einer arg verbeulten Traktorkabine, kaputten Scheiben, ein paar Kratzern am Traubenwagen, einer völlig demolierten und drei mehr oder weniger stark beschädigten Traubengroßkisten davongekommen.

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    20 Grad in drei Tagen

    Dienstag, 16. September 2008 | Autor:

    Nein, nicht von den Zuckergraden der Trauben ist die Rede, und auch nicht von einer Zunahme. Sondern von einem Temperatursturz aus dem (Hoch)Sommer direkt in den (Früh)Winter.

    War es am Freitag noch sonnig bei knapp 29°C, weht seit Sonntag heftiger Wind, es nieselt und hat höchstens reale 9°C, windchill-gefühlte 0°C.

    Nach einer Regenpause am gestrigen Montag und heute geht es morgen hoffentlich mit dem Zweigelt weiter. Wenn alles gut läuft, sollten wir damit nach dem Muskat Ottonel bereits die zweite Sorte abschließen können.

    Während die beiden Zweigelt-Chargen vom vergangenen Mittwoch und Donnerstag ob der hohen (Trauben)Temperaturen beinahe zu stürmisch vergoren haben, wird es morgen wohl notwendig sein, der Rotweinmaische mit der Tankheizung eine kleine Gärstarthilfe zu geben. Nur durch Gärtemperaturen von 25°C aufwärts ist es möglich, Farb- und Geschmackstoffe in ausreichendem Maß aus den Traubenschalen auszulaugen.

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    In Warteposition

    Freitag, 12. September 2008 | Autor:

    In Warteposition

    Nach drei Tagen Muskat- (komplett) und Zweigelternte (teilweise) pausieren wir plangemäß bis zum Montag. Glaubt man dem Wetterbericht, der nicht nur einen Kaltlufteinbruch, sondern für Montag (und eventuell auch noch Dienstag) Regen prognostiziert, könnte unsere Hauptlese aber auch erst gegen Mitte der kommenden Woche starten.

    Bis dahin lauern unsere drei Gespanne in Warteposition: Ganz links ein Eicher, Baujahr 1971, mit zwei Zylindern und gut 30 PS samt Erntewagen mit vier Großkisten für jeweils 400 kg Trauben. In der Mitte ein Fendt, Baujahr 1978, mit drei Zylindern, 50 PS und dem gleichen Wagen.

    Und rechts der neue Fendt, Baujahr 2007, drei Zylinder, 60 PS mit dem Kipper zum Ausbringen des Tresters.

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    Wanderer kommst du vom Goldberg,…

    Freitag, 12. September 2008 | Autor:

    Traubenselektion bei der Zweigeltlese am Goldberg 2008

    …so sage du habest sie liegen gesehen, wie der Winzer es befahl.

    Wie hier schon kurz berichtet, war es in unserem Zweigelt-Weingarten am Goldberg notwendig, jede Menge welke, fäulnisbefallene und essigstichige Trauben auszusortieren, um am Ende zwar wenig, aber dafür durchaus vielversprechendes Material nach Hause bringen zu können.

    Nachdem wir beim Ausdünnen Ende Juli (hier ganz unten) schon rund die Hälfte der Trauben zu Boden geschnitten haben, liegt jetzt von der verbliebenen Hälfte auch noch einmal ein ein mehr oder weniger großer Teil auf der Erde.

    Bleibt zu hoffen, dass sich die Mühe wenigstens gelohnt hat. Und das es in den anderen Zweigelt-Weingärten, die am Montag auf dem Programm stehen besser ist.

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    Muskat und Zweigelt

    Mittwoch, 10. September 2008 | Autor:

    Zweigelt Goldberg 2006 (verkleinert)

    Die Muskat-Ernte ist weitgehend abgeschlossen, und heute Nachmittag haben wir auch schon die ersten Zweigelt-Trauben gelesen.

    Während das Ergebnis beim Muskat Ottonel sowohl qualitativ als auch quantitativ sehr zufriedenstellend ist, schaut es in unserem Zweigelt-Weingarten in der Riede Goldberg weniger rosig aus.

    Wie bereits Ende Juli befürchtet, weisen etliche Trauben botrytisbefallene Beeren auf, die ebenso mühsam aussortiert werden müssen, wie die (nach einigen harmlosen Jahren heuer wieder auffällig vielen) von der Traubenwelke befallenen und in halbreifem Zustand eingeschrumpelten Trauben.

    Das was am Ende in unserem Keller landet, ist hochreif und gesund. Der Preis dafür ist heuer aber eine nur halb so schnelle Lese und ein Ertragsverlust von 30 bis ? Prozent.

    Zum Glück scheinen unsere anderen Zweigelt-Weingärten in etwas besserer Verfassung zu sein. Alle anderen Sorten schauen im Moment sowieso seeeeehr schön aus.

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    Die Weinlese 2008 hat begonnen!

    Dienstag, 9. September 2008 | Autor:

    Weißweintrauben

    Bei strahlend blauem Himmel, kühlen Morgen- und sommerlichen Tagestemperaturen haben wir heute mit der Weinlese begonnen. Wie meist steht zuerst der Muskat Ottonel auf dem Programm und möglicherweise starten wir auch noch diese Woche mit dem Zweigelt.

    Nächste Woche ist dann voraussichtlich die Haupternte mit dem Großteil des Zweigelt, den meisten Weißweinsorten und vielleicht gegen Ende Woche auch schon etwas Blaufränkisch.

    Auch wenn die nächsten Wochen die anstrengendsten des Winzerjahres sind, in denen man mitunter auch an die Grenzen der physischen und psychischen Belastbarkeit gerät, heute ist für mich ein Tag der Freude:

    Die Weinlese hat begonnen!

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    Schlag auf Schlag

    Donnerstag, 4. September 2008 | Autor:

    Nach dem Sommer ist die aktuelle Hitzewelle im September Gold wert nicht mit Gold aufzuwiegen. Die Traubenreife hat sich in den letzten Tagen enorm beschleunigt und unsere bisherigen Planspiele in Sachen Weinlese ziemlich über den Haufen geworfen.

    Noch vor etwa zwei Wochen waren wir am Zweifeln, ob der 15. September nicht doch etwas zu früh sein könnte und ob wir nicht eher den 22. anpeilen sollten. Einige sonnig-warme Tage später erschien uns der 15. halbwegs passend und kurz darauf haben wir begonnen, über ein Vorziehen einer kleinen Muskat-Junganlage auf den 12. zu spekulieren.

    Nach weiteren Reifeanalysen und einer Diskussion im Familienrat haben wir schließlich gestern den 9. September zum Erntebeginn erkoren, und auch wenn wir in der ersten Woche mit einer etwas kleineren Mannschaft starten werden, kommt nächste Woche wohl (wenn das Wetter mitspielt) der gesamten Muskat Ottonel und ein mehr oder weniger großer Teil des Zweigelt in den Keller.

    In fünf Tagen geht´s also los, und ich freu´ mich schon drauf!

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