Die Ruhe nach dem Sturm

Samstag, 9. Oktober 2021 | Autor:

Die Hauptlese liegt hinter uns, aber auch für einen Verfechter der zurückhaltenden Kellerwirtschaft wie mich gibt es in diesen Tagen viel zu tun im Weinkeller.

Anders als während der Ernte, wo nebenbei auch noch die laufend im Presshaus eintreffenden Trauben verarbeitet werden wollen, gestaltet sich die Kellerroutine jetzt aber vergleichsweise ruhig und entspannt. Ein Grund, warum ich diese Phase so gerne mag insbesondere bei guten Jahrgängen wie dem heurigen.

„Fertige“ Weiße

Einige Weißweine sind bereits durchgegoren. Sobald sie kein CO2 mehr entwickeln, muss der für die Gärung im Tank belassene Steigraum aufgefüllt werden, damit der Jungwein an der großen Kontaktfläche mit Luft(sauerstoff) keinen Schaden nimmt. Dafür braucht man natürlich einen möglichst ähnlichen Wein, deshalb habe ich einen Tank auch schon in einen kleineren Behälter umgezogen und mit der verbleibenden Menge andere vollgemacht.

Mit diesem Umziehen, das den Wein von der zu Boden gesunkenen Hefe, dem sogenannten Geläger trennt, warte ich bei den meisten Fässern und Tanks gerne einige Wochen zu, weil die Hefe auch nach der Gärung dem Wein noch viel mitgeben kann. Beginnt ein Jungwein aber sich zu verschließen und entwickelt sich nicht wie gewünscht, wirkt ein vorgezogener Abstich oft Wunder.

Um rechtzeitig reagieren zu können, ist das tägliche Verkosten natürlich die wichtigste (und zugegeben, auch schönste) Arbeit. In den ersten Wochen entwickeln sich die Jungweine nämlich rasend schnell, und nur durch das laufende Probieren entsteht ein Gefühl für ihre Stärken, Schwächen und Bedürfnisse.

Fast alle Entscheidungen der ersten Wochen beruhen auf der geschmacklichen Entwicklung der jungen Weine. So auch der Zeitpunkt und die Höhe der SO2-Zugabe, um die Balance zwischen dem Schutz der Aromen vor Oxidation einerseits, und dem Belassen von genügend Freiraum zur Entwicklung andererseits zu halten.

…gärende Stürme…

Einige Tanks und Fässer sind aber noch lange nicht so weit, sondern gären noch mehr oder weniger munter vor sich hin. Vor allem die zuletzt geernteten, aber auch ein Nachzügler aus der ersten Lesewoche. Und weil der auch trocken durchgären soll, bekommen seine Hefezellen ein besonderes Wohlfühlpaket: Temperierte 20 Grad und eine tägliche Massage in Form eines Aufrührens.

Zum Glück messe ich täglich bei allen gärenden Chargen die Dichte und zeichne daraus ein Gärdiagramm. Das kostet mich zur Hauptgärphase zwar auch eine gute halbe Stunde pro Tag, macht solche Entwicklungen aber frühzeitig erkennbar.

…und Rote in allen Stadien

Ein Zweigelt, zwei Blaufränkische und der Cabernet stehen noch im Presshaus auf der Maische. Sie müssen zwar nicht mehr so oft wie während der Gärung rundgepumpt werden, alle paar Tage benetze ich den oben schwimmenden Tresterkuchen aber mit frischem Wein von unten, damit er nicht austrocknet.

Am Montag werde ich den Zweigelt und den Cabernet pressen, und damit dann die Fässer gut vorbereitet sind, habe ich sie gestern schon mit Wasser befüllt. Es beseitigt allfällige kleine Undichtheiten durch Quellen des Holzes und löst Schmutzpartikel, die dann leicht abgespült werden können.

Die beiden Blaufränkischen bleiben noch eine Woche auf der Maische. Und weil bei höheren Temperaturen die Auslaugung von Farbe, Geschmack und Tannin aus den Schalen besser funktioniert, halte ich ihre Temperatur im mittlerweile ausgekühlten Presshaus mit einer Tankheizung auf etwa 25 Grad.

Die bereits gepressten Roten in den Fässern temperiere ich auf etwa 20° Celsius, damit sich die Bakterien, die den biologischen Säureabbau durchführen wohl fühlen. In den nächsten Wochen reduzieren sie den Säuregehalt der Rotweine und bauen die Äpfelsäure von Blaufränkisch, Zweigelt und Cabernet in Milchsäure um. Aktiv habe ich dabei wenig zu tun, aber „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser“ gilt natürlich auch bei den Bakterien.

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Vorläufig fertig

Donnerstag, 30. September 2021 | Autor:

Gestern Mittag konnten wir gerade noch rechtzeitig vor einem kräftigen Regenguss die Weinlese 2021 vorläufig abschließen. Beim Großteil des Traminers und einem kleinen Rest Chardonnay warten wir noch bis zum Erreichen der Auslese-Qualität, deshalb ist die Ernte noch nicht ganz vorbei.

Weil der für Prädikatsweine notwendige Schrumpfungsprozess der Trauben je nach Wetter auch noch einige Wochen dauern kann, sind wir jetzt damit beschäftigt, diese Trauben mit Netzen vor den gefräßigen Staren zu schützen.

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Denkwürdig

Montag, 27. September 2021 | Autor:

Heute habe ich am Geburtstag meines Vaters ein Fass befüllt, das so alt ist, wie er. Zweigelt 2021, gestern gepresst und über Nacht im Tank, bevor er heute seinen Aufenthaltsort für die nächsten Monate beziehen durfte.

Traditionelle Fässer spielen in unserem Keller eine große Rolle. Hier habe ich schon einmal beschrieben, worüber man beim Betrachten der stummen Zeitzeugen nachdenken könnte. Und hier, wie ich das erste von mittlerweile drei Fässern aus dem Keller meiner Schwiegereltern bekommen habe.

Das letzte der drei hat erst heuer, eine Woche vor Lesebeginn seinen Weg zu uns gefunden. Und es erinnert an die Silberne Hochzeit der Großeltern meiner Frau vor 50 Jahren:

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Vom Rebstock bis zur Presse

Mittwoch, 22. September 2021 | Autor:

Heute legen wir eine regenbedingte Lesepause ein. Zeit für ein paar Fotos vom Chardonnay vergangene Woche:

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Es läuft

Sonntag, 19. September 2021 | Autor:

Die erste Lesewoche liegt hinter uns, und es gibt viele Gründe, sehr zufrieden zu sein. Wunderschöne Trauben, motivierte Lesehelfer, keinerlei gröberen Probleme und bis auf drei Stunden am Freitag früh nach dem Regen in der Nacht kein wetterbedingter Zeitverlust.

Das ist auch wichtig, denn der Reifefortschritt ist enorm und einige Weißweinsorten stehen bzw. standen kurz vor zu hohen Zuckergradationen. Eine flotte Lese von Grünem Veltliner, Muskat Ottonel, aber auch zumindest eines Großteil des Chardonnay war deshalb angesagt, um zu hohe Alkoholwerte in den Weinen zu vermeiden. Den Analysen zufolge dürfte uns das gelungen sein, und darüber hinaus werden die nach dem kühlen August hohen Säurewerte den Weinen zusätzlich eine sehr gute Balance verleihen.

Die zweite Woche sollte etwas entspannter ablaufen. Beim restlichen Muskat, dem Zweigelt und demWeißburgunder, die uns die nächsten Tage beschäftigen werden, ist die Reife ebenfalls sehr gut, aber nicht ganz an der oberen Grenze. Außerdem ist es kühler geworden, und das nimmt etwas Tempo aus dem Reifeverlauf.

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Es geht los!

Sonntag, 12. September 2021 | Autor:

Nach dem kühlen August hat der Sommer in den letzten Wochen nocheinmal ordentlich Gas gegeben und die Traubenreife enorm beschleunigt. Mittlerweile sind fast alle Sorten dort, wo wir sie haben wollen, oder zumindest knapp davor. Der Weinlesebeginn morgen Montag ist deshalb genau richtig.

Der vorläufige Plan für die erste Lesewoche steht, Presshaus und Keller sind ebenso vorbereitet wie die Fahrzeuge und unser improvisierter Speisesaal für Frühstück, Mittag- und Abendessen. Die weiter gereisten Lesehelfer sind bereits eingetroffen, die Tagespendler organisiert und der Bürokram für ihre Anmeldung erledigt.

Die nächsten Wochen sind die anstrengendsten des ganzen Weinjahres, in denen man mitunter an die Grenzen der physischen und psychischen Belastbarkeit gerät. Trotzdem ist heute für mich ein Tag der Freude:

Morgen beginnen wir mit der Lese 2021!

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Perfektes Reifewetter

Montag, 6. September 2021 | Autor:

Nachdem uns die kühle und oft bedeckte zweite Augusthälfte etwas nachdenklich gemacht hat, beruhigt uns der September derzeit mit Reifewetter vom feinsten.

Dementsprechend rasch schreitet die Traubenreife voran, und wir werden unseren eigentlich für den 20. September fixierten Lesebeginn um eine Woche vorverlegen. Herzlichen Dank an unsere Lesehelfer Laci, Andrea, Sorin, Erik, Judit, Elisabeth, Toni und Angela für ihre Flexibilität. Und für ihre Treue und die gute Arbeit sowieso!

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Traubenreife 2021

Montag, 30. August 2021 | Autor:

Die Lese rückt näher, aber noch ist Geduld gefragt, weil die Reife beim derzeit ungewöhnlich kühlen Wetter nur langsam fortschreitet. Für die Aromatik und Struktur der 2021er-Weine sind das gute Nachrichten, denn wir haben noch alle Zeit der Welt, um die Reife abzuwarten und die Trauben sind gesund und stabil genug, das auch zuzulassen.

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Wie früher

Montag, 23. August 2021 | Autor:

Während wir in den letzten Jahren meist von den letzten Weingartenarbeiten nahtlos in die Lesevorbereitungen gestolpert sind, beschert und 2021 eine kleine Verschnaufpause vor der Ernte. Wie früher, als Traubenreife und Lesebeginn meist im September stattgefunden haben, bleiben auch heuer ein, zwei Wochen Zeit zur Erholung.

Die Reife hat natürlich schon begonnen, aber noch sind die gemessenen Zuckergrade zu niedrig und ungenau, um eine gute Aussagekraft zu haben. Aus heutiger Sicht werden wir die Lese wahrscheinlich am 13. September starten, es ist aber auch nicht ausgeschlossen, dass es erst am 20. losgeht.

Wer den Reifeverlauf der Trauben in ganz Österreich wöchentlich verfolgen möchte, kann das hier bei der Weinbauschule Klosterneuburg und hier beim Bundesamt für Weinbau tun.

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Boden-Bildung

Montag, 16. August 2021 | Autor:

Als Weinbauer lernt man sein Leben lang nicht aus. Jeder Jahrgang ist anders, bei jeder Arbeit in Weingarten und Keller entdecken offene Augen etwas Neues und auch die Wissenschaft liefert laufend bislang unbekannte Erkenntnisse.

Sehr viel kann man auch im Erfahrungsaustausch mit offenen Kollegen lernen. Und noch mehr, wenn dieser Austausch von einer ebenso kompetenten wie kommunikativen Beraterin moderiert und ergänzt wird, wie ich das vor ein paar Wochen zum Thema „Weingartenbegrünung“ erleben durfte.

Besonders spannend war für mich zu sehen, wie sehr sich das Verständnis sehr vieler Weinbauern für den Boden in den letzten Jahrzehnten verändert hat. Die ideale Bodenbewirtschaftung (die es ohnehin nicht gibt) hat keiner, aber alle im Seminar (und viele darüber hinaus) verbindet die Einsicht, dass ein dauerhaft offener (d.h. bewuchsfrei gehaltener) Boden keine sinnvolle Option darstellt. Und das Bestreben, dem Boden mit Begrünungen etwas Gutes zu tun.

Bewachsener Boden ermöglicht ein Bodenleben, dass den Reben zugute kommt. Er fördert den Humusaufbau, speichert CO2, verhindert Erosion und damit Wasser- und Nährstoffverluste. Außerdem ist begrünter Boden besser befahrbar, kühler und fördert auch die oberirdische Artenvielfalt.

Darüber wie das passiert, und über viele weitere Aspekte der Themen „Boden“ und „Begrünung“ habe ich nicht zuletzt durch spannende praxisnahe Versuche bei dem Seminar einiges dazulernen dürfen.

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Der letzte Feinschliff vor der Reife

Montag, 26. Juli 2021 | Autor:

Ausdünnen 2021 from Grenzhof Fiedler on Vimeo.

Seit einigen Tagen sind wir mit dem Ausdünnen, also dem Regulieren des Ertrages beschäftigt. Wie im Video erklärt, ist das vor allem bei jüngeren Weingärten und/oder reichtragenden Sorten ein Thema. Mehr Infos gibt es in diesem Artikel von mir aus dem Jahr 2007

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Umfärbungsbeginn

Freitag, 23. Juli 2021 | Autor:

Vorgestern haben wir die ersten blauen Beeren beim Zweigelt gefunden. Das ist nicht ganz so spät wie z.B. 2010, aber doch erwartungsgemäß etwas später als der Durchschnitt der letzten Jahre. Dementsprechend rechnen wir mit einem Erntebeginn Mitte September, wobei das Wetter der kommenden Wochen diesen Termin auch noch etwas nach vor oder zurück verschieben kann.

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Erstaunlich schön

Dienstag, 13. Juli 2021 | Autor:

2021 ist viel zu trocken, nicht zuletzt nach dem überdurchschnittlich heißen, aber völlig niederschlagslosen Juni. Trotzdem stehen unsere Weingärten erstaunlich schön da und lassen uns auf eine gute Ernte hoffen, sofern es in absehbarer Zeit doch einmal ordentlich regnet.

Für das Video bin ich am Mörbischer Altenberg, hier zu sehen in der digitalen Riedenkarte der ÖWM.

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Blütebeginn

Mittwoch, 9. Juni 2021 | Autor:

Gestern habe ich beim Chardonnay in der Ried Wieser die ersten geöffneten Blüten gefunden. Das ist wie erwartet spät, aber nicht ganz so spät, wie noch vor ein paar Wochen befürchtet. Das warme Wetter der letzten Zeit hat gute Arbeit geleistet.

Im Vergleich zum Durchschnitt der letzten 20 Jahre beträgt der Rückstand wohl etwa zwei Wochen, aber selbst in diesem Zeitraum gab es einzelne durchaus vergleichbare Jahre. Und davor auch deutlich spätere.

Je nach Sommerwetter können wir wohl mit einem Erntebeginn in der zweiten Septemberhälfte rechnen. Ist es in den nächsten Wochen warm und nicht zu trocken wird es eher Mitte des Monats werden. Wenn uns ein nasser Spätsommer mit hohem Fäulnisdruck zur Ernte zwingt, ebenso. Und wenn der Sommer kühl ausfällt, dann rückt die Lese vielleicht sogar in den Oktober.

Das fühlt sich angesichts immer häufigerer August-Ernten ungewohnt an, ist aber auch kein Beinbruch. 2004 haben wir den Cabernet Sauvignon am 25. Oktober gelesen und sind damit Sortensieger bei Falstaff geworden…

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Es bleibt spannend!

Freitag, 21. Mai 2021 | Autor:

Mai 2021 (Symbolfoto)

Nicht nur der heurige April, sondern der ganze Frühling 2021 ist geprägt von deutlich unterdurchschnittlichen Temperaturen. Ähnlich kalt war es in dieser Jahreszeit zuletzt 1996 und 1991, noch deutlich kälter war es 1987.

Alle drei sind keine Jahrgänge, die uns Weinbauern unbedingt Mut machen, zählen sie doch zu den schwächsten der letzten Jahrzehnte. Zumindest 1991 und 1996 waren daran allerdings weniger die niedrigen Frühjahrstemperaturen schuld, als ein verregneter Herbst. Bei trockenem Wetter hätte man die Traubenreife halbwegs abwarten können, aber massive Fäulnis zwang uns zu vorzeitiger Lese. 1987 war zwar trockener, aber die Reife war ob des noch deutlich kälteren Frühlings auch eher bescheiden. Trotzdem war das größte Problem des Jahrgangs nicht die Qualität, sondern die nach den massiven Frostschäden fehlende Quantität.

Der heurige Vegetationsrückstand ist natürlich bemerkenswert. Ob es ein, zwei, oder drei Wochen sind, hängt davon ab, womit man ihn ihn vergleicht und ist eigentlich egal. Schließlich stehen die Weingärten nach den (nicht gerade üppigen, aber vorläufig ausreichenden) Regenfällen der letzten Zeit sehr schön da.

Außerdem wissen wir, wie wir mit Laubarbeit, Ertragsniveau und Erntezeitpunkt auf die Situation reagieren können (auch wenn wir dieses Wissen schon länger nicht mehr nützen mussten). Und gerade für unseren auf Feinheit und Eleganz ausgelegten Weinstil sind nicht ganz so hohe Alkohol- und etwas höhere Säurewerte im Fall des Falles nicht unbedingt ein Nachteil.

Ein mittelmäßiger Sommer mit einem trockenen Herbst kann uns deshalb noch immer einen guten Jahrgang bescheren. Und ein schöner Sommer auch einen ausgezeichneten.

Es bleibt also spannend, und bemerkenswert wird der 2020er auf jeden Fall!

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Haarscharf

Sonntag, 2. Mai 2021 | Autor:

In den kalten Nächten Anfang April hatte ich wegen dem stark verzögerten Vegetationsbeginn heuer kaum Angst vor Spätfrostschäden. Seither war es zwar weiterhin kühl, aber die Temperaturen fielen nicht mehr unter den Gefrierpunkt und das Thema Frost rückte mehr und mehr aus unserem Bewußtsein.

Zu Unrecht, wie sich vergangenen Dienstag gezeigt hat. Es hatte in den frühen Morgenstunden zwar nur ganz knapp unter null Grad, aber weil die ersten Blätter bereits aus der schützenden Knospenwolle ragen, sind sie viel empfindlicher als noch vor ein paar Wochen.

In der Ebene zum See, wo sich die kalte Luft sammelt, sind bei frühen Sorten die Spitzen der äußeren Blätter leicht vom Frost versengt. Die inneren Blätter und die Trauben sind aber zum Glück großteils unversehrt, sodass in ein paar Wochen vom jetzt schon nur schwer zu erkennenden Schaden wohl nichts mehr zu sehen sein wird.

Wir hatten also großes Glück und hoffen, dass es uns auch bei den Eismännern, die ja erst kommen, treu bleibt.

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Ein gutes Zeichen

Samstag, 24. April 2021 | Autor:

Wie hier berichtet, haben wir in den letzten Tagen Reben nachgepflanzt. Dafür haben wir mehrere hundert Löcher gegraben, und diese Gelegenheit auch gleich genützt, um unseren Oberboden zu begutachten.

Meistens fand sich ein oder oft sogar mehrere Regenwürmer und immer konnten wir ihre Gänge im ausgestochenen Erdreich begutachten. Dazu jede Menge Wurzeln und deren Reste von vermeintlichen Unkräutern, Ameisenbauten und alles mögliche Getier.

Ein gutes Zeichen dafür, dass wir mit unserer Bearbeitung nicht ganz falsch liegen. Weder zu intensiv mechanisch, was Bodenstruktur und Humus langfristig zerstören würde, noch chemisch mit Herbiziden, die das Bodenleben stark beeinträchtigen. Sondern gerade nur so viel mechanische Lockerung wie für die Reben notwendig und so viel gesäte oder spontane Begrünungspflanzen wie möglich.

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Der Vollständigkeit halber

Donnerstag, 15. April 2021 | Autor:

Ab der Pflanzung eines Weingartens sterben laufend einzelne Weinstöcke ab. Krankheiten, Schädlinge, Altersschwäche oder Schäden in Folge menschlichen Versagens bei der maschinellen Bearbeitung reißen laufend Lücken in den Bestand.

Um einen Weingarten über die Zeit halbwegs vollständig und damit auch wirtschaftlich zu halten, ist es deshalb notwendig, von Zeit zu Zeit junge Reben in die Fehlstellen nachzupflanzen.

Die brauchen wegen der übermächtigen Konkurrenz der alten Nachbarn mit ihren tiefgehenden Wurzeln (und der nicht ganz so intensiven Pflege wie in einem nur aus sensiblen Jungpflanzen bestehenden neuen Weingarten) länger, bis sie ertragsfähig sind. Und dementsprechend lohnt sich die Mühe nur, wenn der Weingarten noch wenigstens 10 Jahre genützt werden soll, damit sie wenigstens ein paar Mal Trauben bringen dürfen.

Unser ältester Weißburgunder-Weingarten in der Ried Wieser hat bereits 43 Jahre auf dem Buckel. Weil er aber den meiner Meinung nach besten unserer Weißweine erbringt, pflegen wir ihn auch gerne noch viele Jahre weiter. Und haben deshalb heuer wieder einmal ordentlich nachgepflanzt. Mit Reben, die im Vorjahr von genau diesen Weinstöcken vermehrt wurden.

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April, April

Samstag, 10. April 2021 | Autor:

Der April macht heuer seinem Ruf alle Ehre. Von sonnig und mild bis zu Frühtemperaturen von knapp -2°C und leichten Schneeschauern war bisher alles dabei.

Zum Glück hat der Kalufteinbruch im März die Vegetation stark gebremst und die Knospen unserer Reben sind noch dementsprechend klein. Anders als in Frankreich, Italien und Deutschland haben wir deshalb bislang keine Spätfrostschäden zu beklagen.

Bis die ersten kleinen Blätter aus den bereits dick gewordenen Augen sichtbar werden, sind wir noch mit dem Binden der Fruchtruten beschäftigt. Das sichert allen Trieben die gleichen Entwicklungschancen (während sonst die Rebe immer die oberen Knospen bevorzugt) und ermöglicht eine gleichmäßige, gut organisierte und durchlüftete Laubwand.

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Unwohl

Donnerstag, 4. Februar 2021 | Autor:

In Frühling und Herbst gleichen unsere Rebzeilen manchmal einer Garderobe, weil wir uns im Lauf des Tages Schicht für Schicht unserer Bekleidung entledigen. Bei steigenden Temperaturen lieber einen Pullover ausziehen als schwitzen und dann beim kleinsten Lufthauch frieren.

Anfang Februar ist das normalerweise nicht notwendig, und dementsprechend unwohl habe ich mich heute beim Schneiden des Cabernet in der Ried Hader gefühlt. Nicht weil mir warm war, sondern weil 13 Grad um diese Jahreszeit böse Folgen haben können.

Hoffentlich wird es bald wieder kälter, damit die Reben nicht auf die Idee kommen, der Frühling stünde unmittelbar bevor.

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Rebschnitt: Rückblick und Vorausschau

Samstag, 30. Januar 2021 | Autor:

Mit dem Rebschnitt legen wir dieser Tage den Grundstein für die Ernte 2021. Dabei blicken wir aber nicht nur in die Zukunft, sondern ebenso auf die Vergangenheit, ohne die es auch im Weingarten kein Morgen geben kann.

Art und Anzahl der Triebe des letzten Jahres geben uns Auskunft über die „Befindlichkeit“ des Weinstocks und darüber, was wir ihm im neuen Jahr zutrauen können. Heuer zum Beispiel sehen wir oft die Folgen des extrem trockenen Frühjahrs 2020: Kurze und/oder dünne Triebe, die nicht immer für einen normalen Fruchtbogen geeignet sind.

Zum Glück hat der schöne Herbst das Holz gut ausreifen lassen, was die eingeschränkte Triebauswahl beim Schneiden wenigstens nicht noch weiter reduziert. Trotzdem werden wir vielen Stöcken heuer weniger Augen (Knospen) belassen, damit sie sich 2021 hoffentlich vom Stress des Vorjahres erholen können. Die Erntemenge wird deshalb (je nach heuriger Witterung) wahrscheinlich da und dort etwas geringer ausfallen, der Vitalität der Reben und damit ihrer Langlebigkeit und der Traubenqualität sollte das aber gut tun.

Anzahl und Verteilung der Augen (Knospen), die wir beim Schneiden bestimmen, prägen den Ertrag, aber auch – und das wird häufig unterschätzt – den Aufbau der späteren Laubwand mit gravierenden Auswirkungen auf die Traubenreife und das Auftreten von Pilzkrankheiten. Darüber hinaus sorgt ein sauberer, Jahre vorausschauender Rebschnitt für eine lange Lebensdauer der Weinstöcke und für eine gute Verteilung des Fruchtholzes auch noch nach Jahrzehnten.

Für uns ist der Rebschnitt deshalb keine lästige Pflichtübung, sondern ein Meilenstein auf dem Weg zu hoher Traubenqualität. Also Chef- bzw. Seniorchefsache.

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Was für ein Jahr

Sonntag, 27. Dezember 2020 | Autor:

2020 geht zu Ende, und wohl selten gab es mehr Erleichterung darüber, dass ein Jahr endlich vorbei ist. Corona (wenn auch zum Glück bisher ohne Erkrankungen im nahen Umfeld), Wasserrohrbruch und die Auswirkungen der Pandemie gaben in den letzten Monaten keinen Anlass zur Freude.

Zum Glück gibt es 2020 aber auch Wein, und er ist ziemlich gut geworden! Wetter und Reben haben sich dem Negativtrend des Jahres entzogen und uns einen sowohl qualitativ als auch quantitativ sehr zufriedenstellenden Jahrgang beschert.

Nach einem besorgniserregend trockenen Frühjahr und einem gerade ausreichend feuchten Sommer ohne große Hitzewellen und mit vielen relativ kühlen Nächten begann die Traubenreife nicht ganz so früh, wie mittlerweile üblich. Die letzten Tage vor der Ernte und die Weinlesezeit waren dann unerwartet warm. Das führte zu einer seltenen Kombination von Fruchtaromatik und Frische mit sehr guter Reife der Trauben.

Die Weißweine sind bei solchen Bedingungen natürlich besonders vielversprechend, aber auch mit den Roten bin ich sehr zufrieden. Zwar dürften die Blaufränkischen nicht ganz an das Ausnahmejahr 2019 herankommen, aber überdurchschnittlich sind sie allemal. Und der heurige Cabernet wird den 2019er sicher überflügeln, wenn die Zeit reif ist.

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Die erste Woche

Sonntag, 20. September 2020 | Autor:

Die erste Lesewoche liegt hinter uns. Teile unseres Grünen Veltliner, Chardonnay, Muskat Ottonel und Zweigelt sowie die gesamte kleine Menge Welschriesling, die wir noch haben sind im Keller.

Anders als für Mitte September erhofft, war es zumindest bis Donnerstag recht heiß und nach der Abkühlung mit etwas Regen steigen die Temperaturen jetzt wieder bis weit in die nächste Woche an. Das ist zwar anstrengend für die Lesehelfer, aber dafür ist wenigstens kein weiterer Regen in Sicht.

Den brauchen wir nämlich nicht, denn schon diese Woche hat sich gezeigt, dass der Niederschlag Ende August – vermutlich teilweise in Verbindung mit Schäden durch Wespen und die Kirschessigfliege – in einzelnen Weingärten zu kleinen Fäulnisnestern in den Trauben geführt hat. Unser tolles Leseteam hat das zwar gut im Griff, aber natürlich ist das Aussortieren anstrengend und kostet Zeit.

Insgesamt sind wir aber bisher sehr zufrieden. Die Reife ist gut, der Lesetermin und die bisherige Reihenfolge dürften passen. Es sieht fast so aus, als ob uns der Weinjahrgang für das sonst so schwierige Jahr 2020 entschädigen wollte.

Ein ganz, ganz großes Dankeschön an unsere hochmotivierte Crew: Laci und Andrea, Toni und Angela, Sorin, Erik, Elisabeth und Judit, Anna und Felix, Viktoria, Birgit, meinen Vater Gerhard als Organisator im Weingarten und meine Mutter Elfi für die Verpflegung der ganzen Partie und die Logistik zu Hause.

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Vielversprechend

Sonntag, 13. September 2020 | Autor:

Am Vorabend der Weinlese herrscht immer eine ganz besondere Stimmung. Vorfreude, gespannte Erwartung, ein wenig Unsicherheit, ob der Termin der richtige ist und bei den Vorbereitungen nichts vergessen wurde. Heuer kommen dann noch die besonderen Umstände der Corona-Pandemie dazu und die Sorgen angesichts der wieder deutlich steigenden Zahlen.

Trotzdem gehen wir mit großer Hoffnung in die Ernte und werden versuchen, uns vorerst keine Gedanken darüber zu machen, wie es später mit dem Verkauf der in den kommenden Wochen gelesenen Weine aussehen wird. So vielversprechend wie sich die Trauben präsentieren hat sich der Jahrgang 2020 das verdient.

Bis auf wenige Ausnahmen sind die Trauben noch sehr gesund und haben jetzt die richtige Reife. Die vereinzelten Fäulnisnester nach den beiden Regenfällen vor gut zwei Wochen kann unser motiviertes Leseteam sicher gut aussortieren und ein weiterer Regen ist zumindest derzeit nicht in Sicht.

Die nächsten Wochen sind die anstrengendsten des ganzen Weinjahres, in denen man mitunter an die Grenzen der physischen und psychischen Belastbarkeit gerät. Trotzdem ist heute für mich ein Tag der Freude:

Morgen beginnen wir mit der Lese 2020!

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Einen anderen Herrgott

Samstag, 12. September 2020 | Autor:

Die letzten Wochen waren geprägt von den Lesevorbereitungen in Presshaus und Keller und von der genauen Beobachtung des Reifeverlaufes unserer Trauben. Letztere bildet die Grundlage für den Lesebeginn und die Reihenfolge der Ernte und ist heuer auf ganz andere Art wichtig als in den letzten Jahren.

In den vergangenen Hitzejahren ging es vor allem darum, nicht zu spät mit Überreife, zu hohem potentiellen Alkoholgehalt und zu wenig Säurestruktur zu ernten. 2020 hingegen sind die Reifemessungen wichtig, um nicht ungeduldig zu werden, sondern lange genug auf den richtigen Zeitpunkt zu warten.

Kontrollen dieser Art sind noch gar nicht so lange üblich. Noch in den 1980ern ernteten die meisten Weinbauern, wenn alle anderen auch ernteten, denn die Bedeutung der Reife auf Weinqualität und -stil war kaum bekannt oder egal. Außerdem wurden fast alle Weingärten ident so wie immer bewirtschaftet, weshalb es kaum Reifeunterschieden zwischen den Betrieben gab.

Seither hat sich die Weingartenbearbeitung jedoch sehr individualisiert. Unterschiede in Ertragsniveau, Blattfläche pro Stock, Bodenbearbeitung, Laubarbeit und viele anderen Faktoren führen zu deutlich voneinander abweichenden Reifekurven. Zusammen mit stärker differierenden Vorstellungen der Weinbauern vom angestrebten eigenen Weinstil führt das zu einem deutlich weniger einheitlichen Lesebeginn als noch vor 20 Jahren.

Obwohl das mittlerweile allen Kollegen bekannt sein sollte, werden deutlich von den eigenen Messungen abweichende Zuckergrade als Reifeindiz auch heute noch genauso angezweifelt wie früher. Gibt jemand an, seine Trauben hätten um ein, zwei Grad KMW mehr heißt es schnell verächtlich zweifelnd, er müsse wohl einen anderen Herrgott haben (sprich: sein Wert ist gelogen, weil er ja das gleiche Wetter hat wie alle anderen).

1993 durften mein Vater und ich uns das von sehr vielen Seiten anhören, als wir unsere ausgiebigen Messungen im Schaukasten des Weinbauvereines dem ganzen Ort – als Orientierungshilfe für den Lesebeginn gedacht – zugänglich machten. Deshalb diskutieren wir unsere Ergebnisse seither nur mehr mit wenigen gleichgesinnten Kollegen und halten uns sonst eher zurück.

Am Ende muss ohnehin jeder selbst wissen, was er tut. Und heuer führt das ungewohnter Weise dazu, dass wir, die wir fast immer früher dran waren als die meisten anderen im Ort ein paar Tage später mit der Weinlese beginnen.

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Ein Sommer wie damals

Sonntag, 23. August 2020 | Autor:

Der heurige Sommer weckt Erinnerungen an früher. Statt einer Hitzewelle nach der anderen viele schöne, aber nur einzelne wirklich heiße Tage. Dazu immer wieder die harmlosen Ausläufer von Gewittern, die den Reben zwar oft, aber nie zu viel Regen beschert haben. Wenn mir jemand im extrem trockenen Frühjahr gesagt hätte, dass unsere Weingärten im August so schön da stehen werden, hätte ich sicher ungläubig den Kopf geschüttelt.

Der langsame und verhältnismäßig späte Reifeverlauf der Trauben ist mittlerweile so ungewohnt, dass ich bei vielen Kollegen, aber auch bei mir selbst eine gewisse Verunsicherung bemerke, was den Lesetermin betrifft. Anders als in den letzten Jahren werden wir 2020 nicht von den letzten Arbeiten im Weingarten direkt in die Weinlese stolpern. Sondern voraussichtlich jene zwei bis drei Wochen dazwischen genießen dürfen, die in den Zeiten vor dem Klimawandel ganz normal waren.

Vielleicht ist das ja eine gewisse Entschädigung des heurigen Jahres dafür, dass es sonst wenig erfreuliches zu bieten hatte. Keine Wetterkapriolen in den nächsten Wochen und genügend Geduld, um die richtige Reife zu erwarten vorausgesetzt, rechne ich mit einem schönen Weinjahrgang 2020.

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Blütebeginn

Samstag, 23. Mai 2020 | Autor:

In meinen Anfangsjahren als Weinbauer vor mittlerweile gut 25 Jahren war der 10. Juni ein wichtiger Stichtag für die Blüte der Weinstöcke. In den meisten Jahren begann sie rund um dieses Datum und in den vereinzelten frühen Jahrgängen war sie bereits voll in Gang. Im besonders späten 1991 dauerte sie hingegen bei den späten Sorten bis in die ersten Juli-Tage.

Davon ist schon lange keine Rede mehr und es ist normal geworden, dass sich die Blüten noch im Mai öffnen. Ganz so zeitig wie vor zwei Jahren sind wir heuer zum Glück nicht, aber seit gestern lassen sich die ersten Weinblüten entdecken. Sollte die Trockenheit oder ein extrem kalter, verregneter Sommer die Reben nicht stark in ihrer Entwicklung bremsen wird der Großteil der Weinlese heuer wohl wieder bereits Mitte September erledigt sein (müssen).

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Beinahe Normalität

Mittwoch, 13. Mai 2020 | Autor:

Nach einer kurzen Verschnaufpause nach Rebschnitt und Binden der Fruchtruten beginnt jetzt die arbeitsreichste Zeit im Weingarten. Wir brechen alle Triebe am Stamm weg, da sie dort keine Funktion haben und die Luftzirkulation behindern. Bei einzelnen Sorten entfernen wir auch Triebe an den Fruchtruten die zu dicht stehen, weil es die Natur zu gut mit uns meint.

Diese Arbeit, die überwiegend gebückt verrichtet wird geht schon bald nahtlos in das „Einstricken“, also das Formieren der Triebe in den Drahtrahmen über. Erst wenn der Rebstock seine Kraft nach der Blüte vor allem in die Trauben investiert und das Triebwachstum Anfang Juli nachlässt können wir wieder ein bisschen aufatmen.

Manchmal kommt bei all der Arbeit fast so etwas wie Normalität auf. Im Freien brauchen wir keine Masken, der Sicherheitsabstand ist durch den Abstand unserer Rebzeilen garantiert und alles fühlt sich so an wie immer.

Wären da nicht die Gedanken an den schwieriger gewordenen Kontakt mit unseren Privatkunden, den fehlenden Umsatz in der Gastronomie und – an den Reben zum Glück noch nicht ersichtlich, aber mit Aussicht auf den kommenden Sommer sehr bedrohlich – die extreme Trockenheit.

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Für die Zukunft

Freitag, 10. April 2020 | Autor:

Das schöne Wetter der letzten Tage haben wir genützt, um in unseren Weingärten Reben nachzupflanzen.

Schon vom ersten Jahr an sterben immer wieder Stöcke krankheitsbedingt, aber auch durch Beschädigungen bei der maschinellen Bearbeitung ab. Und damit über die Jahre nicht mehr Reben fehlen, als noch da stehen, pflanzt man von Zeit zu Zeit nach. Zumindest so lange man annehmen kann, dass der Weingarten noch mindestens weitere 10 Jahre steht, damit die Jungreben die Mühe wenigstens mit ein paar Ernten belohnen können.

Mit Haue, Spaten, Jungreben, Pflanzstäben, Wildschutzgittern und Wasser wandert man dabei die Rebzeilen entlang auf der Suche nach einer Lücke, die aufgefüllt werden muss. Und erledigt nebenbei auch gleich die eine oder andere kleine Reparatur.

Gestern war ich beim Blaufränkisch am Goldberg, mittlerweile auch schon 27 Jahre alt und noch immer erstaunlich vollzählig. Gute Voraussetzungen also, dass die Reben dort noch viele Jahre tolle Trauben liefern werden.

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Minusgrade

Donnerstag, 2. April 2020 | Autor:

Die beiden vergangenen Nächte haben uns Temperaturen um die vier Grad unter Null beschert und die kommende soll ähnlich kalt werden.

Wenn die Knospen der Reben „in der Wolle“ (so der Fachbegriff) sind, so wie derzeit beim Großteil der Stöcke, sollten sie leichte Fröste eigentlich gut überstehen können. Ob die Widerstandskraft auch bis vier Grad reicht, ist aber fraglich.

Frostschäden sind in diesem Stadium und so unmittelbar nach dem Frost nur sehr schwer zu erkennen, einzelne Knospen sind mir aber beim Binden der Blaufränkisch-Fruchtruten am Altenberg heute etwas komisch vorgekommen.

In ein paar Tagen wissen wir mehr.

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