Ein fordernder Jahrgang

Freitag, 15. Juni 2018 | Autor:

2018 hat es in sich. Die Reben wachsen so schnell wie selten und fordern unsere ganze Aufmerksamkeit. Laubarbeit ohne Ende, Laubschnitt, Bodenbearbeitung, Pflanzenschutz, alles möglichst zur gleichen Zeit.

Mal sehen wie das weitergeht.

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So früh wie nie

Samstag, 19. Mai 2018 | Autor:

Vergangenen Montag habe ich die allerersten geöffneten Weinblüten gefunden, und seit gestern kann man wohl vom richtigen Beginn der Blüte sprechen. Das ist so früh wie nie in den letzten Jahrzehnten, ein paar Tage früher als die bisherigen „Spitzenreiter“ 2007 und 2009.

Auch wenn in den nächsten Monaten noch viel passieren kann, ist damit durch den ungewöhnlich warmen April und Mai eine frühe Weinlese, vielleicht noch im August beginnend wahrscheinlich geworden.

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Alles wächst

Samstag, 5. Mai 2018 | Autor:

Nach diesem hochsommerlichen April ist der späte Winter im März längst vergessen. Und auch wenn es oberflächlich sehr trocken ist, wächst alles wie wild. Dort wo es soll, aber natürlich auch dort, wo wir es nicht so gerne haben.

Um mit der schnellen Vegetation halbwegs mitzuhalten, sind unsere Arbeitstage derzeit recht lang und intensiv. Der Boden unter den Rebstöcken muß gelockert und die Beikräuter entfernt werden. Die Triebe am Stamm, die wir dort nicht benötigen sind zu entfernen. Und da und dort kann man auch schon die Triebe oben an den Fruchtbögen in das erste Drahtpaar einstricken, damit sie Halt finden und nicht dem Wind zum Opfer fallen.

Weil das Wasser heuer ein knappes Gut werden könnte, das wir lieber den Reben zukommen lassen, haben wir die Begrünung zwischen den Zeilen mit unserem Mulchbodenlockerer ein wenig gestört, ohne sie allerdings umzubrechen.

Fast nebenbei ging die Pflanzung unseres neuen Cabernet-Weingartens und das Erstellen des Unterstützungssystems dafür. Am Goldberg, wo wir im Herbst Cabernet Sauvignon und Grünen Veltliner gerodet haben wächst dafür seit gestern (bzw. genaugenommen mit dem nächsten Regen) Luzerne für eine mehrjährige Phase der Bodenerholung.

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Nochmal Winter

Freitag, 16. März 2018 | Autor:

Foto: ÖWM/Rauter

Drei Wochen ist das ebenso überraschende wie ungewöhnlich strenge Comeback des Winters her, aber meine damalige Besorgnis hat sich gottseidank als unbegründet erwiesen. Seither hatten wir eine erste Idee von Frühling und einzelne Mandelbäume haben bereits zu blühen begonnen.

Jetzt sagt uns der Wetterbericht erneut einen Wintereinbruch voraus mit Schnee am Samstag, Dauerfrost den ganzen Sonntag und Montag und Nachttemperaturen unter Null bis weit in die kommende Woche.

Nach zwei milden Wochen sind unsere Reben nicht mehr in tiefster Winterruhe und vereinzelt bluten sie bereits. Die Knospen sind aber immer noch klein und sollten die prognostizierten -7°C gut überstehen.

Wenn das der Fall ist, hat der lange Winter vielleicht sogar sein Gutes. Je später der Austrieb, umso weniger müssen wir Spätfrostschäden wie wir sie 2016 und beinahe auch 2017 zu beklagen hatten befürchten.

Ein klein wenig erinnert der späte Schnee an 2013. Wenn die heurige Ernte so ausfallen würde wie damals, hätte ich nichts dagegen.

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Besorgt

Samstag, 24. Februar 2018 | Autor:

Sosehr wir im zu warmen Jänner auf einen richtigen Winter gehofft haben, sosehr fürchten wir uns jetzt vor den Prognosen für die kommende Woche.

Minus 10, minus 15, ja wahrscheinlich sogar minus 17 wären wohl kein Problem. Einige Schädlinge erfroren, der Austrieb vielleicht verzögert und dadurch das Spätfrostrisiko möglicherweise kleiner.

Minus 20 Grad, wie sie die pessimistischeren Vorhersagen derzeit für Donnerstag für möglich halten, wären aber sicher zu viel und deutliche Schäden zu befürchten.

Bei solchen Zahlen werden Erinnerungen an 1987 wach…

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Rebschnitt

Donnerstag, 25. Januar 2018 | Autor:

Der Rebschnitt ist unsere wichtigste Winterarbeit. Heute war ich in der Riede Wasser (!) am Rand des Schilfgürtels. Wegen der Frostgefahr und dem öfter hohen Wasserstand des Neusiedlersees sind wir dort nur noch mit zwei kleinen Weingärten vertreten.

Die Zweigelt-Anlage im Video sieht sehr jung aus, hat aber bereits 30 Jahre auf dem Buckel. Weil wir sie vor drei Jahren verjüngt haben, sind die Stämme aber dünn und der Rebschnitt geht schnell vonstatten.

Wer mehr über den Rebschnitt wissen möchte findet hier eine Aufstellung meiner Artikelserie darüber.

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Zweite Ernte

Dienstag, 9. Januar 2018 | Autor:

Seit ein paar Jahren liefern einige unserer Weingärten zwei Ernten. Im September oder Oktober in Form von Trauben und im Jänner als Edelreiser für die Veredlung neuer Rebstöcke.

Nur gesunde, sorgfältig gepflegte und dokumentierte Weingärten sind als Grundlage für neue Reben geeignet. Außerdem markieren wir jedes Jahr vor der Ernte jene Stöcke, die man nicht in einem neuen Weingarten haben möchte.

Im Jänner „ernten“ wir dann die gut ausgereiften Triebe und geben sie an die Rebschule unseres Vertrauens weiter. Die macht daraus neue Pflanzen für uns aber auch für zahlreiche Kollegen.

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Geschafft!

Freitag, 13. Oktober 2017 | Autor:

Mit einer hohen Auslese, nahe an der Beerenauslese konnten wir heute die Weinlese 2017 abschließen.

Herzlichen Dank an alle, die dabei mitgeholfen haben!

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Zettelwirtschaft

Mittwoch, 4. Oktober 2017 | Autor:

Während der Weinlese und in den Wochen danach fühle ich mich oft wie ein Jongleur, der mit 30 Bällen gleichzeitig arbeitet. So viele verschiedene Chargen habe ich nämlich in einem normalen Jahrgang ungefähr im Keller, und jede verlangt nach der Aufmerksamkeit des Kellermeisters.

Manche „Bälle“ sind knapp vor dem Hinunterfallen und müssen sofort gefangen werden. Andere, die gerade durch die Luft schweben lassen einem etwas mehr Zeit, erfordern aber auch rechtzeitiges Handeln. Und selbst die, die noch unbewegt auf der Ablage liegen, sollten schon in die kommenden Abläufe eingeplant und entsprechend vorbereitet werden.

Auch im Keller gibt es Dinge, die sofort zu erledigen sind. Solche die zumindest noch heute passieren müssen. Und jene, die für morgen, übermorgen oder nächste Woche vorbereitet sein wollen, damit dann alles glatt läuft.

Um im alltäglichen Weinlesestress mit seinen ständigen Unterbrechungen (durch neu ankommende Trauben, durch Telefonate und unaufschiebbaren Bürokram, durch Unvorhergesehenes) nichts zu vergessen, was mir schon einmal in den Sinn gekommen ist, betreibe ich eine intensive Zettelwirtschaft.

Außenstehende empfinden meine Listen vermutlich als ziemlich chaotisch, mir helfen sie aber enorm.

Thema: In Presshaus und Keller, Lese 2017 | Beitrag kommentieren

Fast fertig

Montag, 25. September 2017 | Autor:

Am Samstag konnten wir die Weinlese 2017 vorläufig abschließen. Was jetzt noch – gut vernetzt gegen die Stare – draußen ist, wartet auf eine edelfäulebedingte Schrumpfung zur süßen Auslese. Das kann noch dauern und wird uns, wenn es soweit ist, nur zwei weitere Lesetage kosten.

Was schon im Keller ist, stimmt uns recht positiv. Die erstgelesenen Grünen Veltliner und Muskat Ottonel sind schon durchgegoren und versprechen einiges. Weißburgunder, Chardonnay und Traminer gären noch. Zum Teil etwas langsam, aber ich gehe davon aus, dass alle wie gewünscht bis zum trockenen Ende durcharbeiten werden.

Die vier Zweigelt-Chargen sind schon gepresst und so farb- und geschmacksintensiv wie das bei den schönen Trauben zu erwarten war. Blaufränkisch in all seinen Varianten gärt noch auf der Maische, ebenso wie der Cabernet Sauvignon.

Angesichts der supergesunden und reifen Trauben kann man jetzt schon von einem guten Jahrgang sprechen. Wie gut er ist, wird die Entwicklung der Jungweine in den nächsten Wochen zeigen.

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