Lesespekulationen

Montag, 6. August 2018 | Autor:

Wie immer um diese Jahreszeit gibt es unter den Weinbauern derzeit nur ein Thema: Wann beginnst du mit der Weinlese?

Sommerlochgeplagte Medien greifen das in einem rekordverdächtigen Jahr wie heuer besonders dankbar auf. Die früheste Weinlese aller Zeiten, hört und liest man. Mitte August geht es los, nicht nur für Sturm, auch für Qualitätsweine.

Mag sein, dass die Entwicklung der Trauben anderswo tatsächlich so rekordverdächtig ist, bei uns brauchen selbst die Frühsorten noch ein bisschen.

Für unseren feingliedrigen Weißweinstil ernte ich zwar gerne früh, aber wenn ich meine ersten Reifemessungen mit anderen Jahren vergleiche und die Entwicklung der nächsten Wochen hochrechne, werden wir wohl nicht vor dem 27. August beginnen. Das wäre immer noch sehr früh, allerdings kein Rekord, sondern vergleichbar mit 2007.

Sollte es am kommenden Wochenende nicht regnen, lesen wir vielleicht schon nächste Woche vorab die Trauben einer Junganlage, um die Stöcke zu entlasten. Bis zum Beginn der aktuellen Hitzewelle hatten wir zwar nicht besonders viel, aber genug Feuchtigkeit, doch jetzt zeigen die ganz jungen Reben erste Symptome von Trockenstress.

Den älteren Weingärten würde ein Regen auch gut tun, aber sie stehen immer noch sehr schön da und wir erwarten eine qualitativ und quantitativ gute Ernte. Wie gut verrate ich sobald die Trauben im Keller sind. Sollen andere jetzt schon darüber spekulieren.

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Laubschnitt

Mittwoch, 18. Juli 2018 | Autor:

Der zweite (und letzte) Laubschnitt soll verhindern, dass die seit dem ersten nachgewachsenen Triebe vom Wind abgebrochen werden oder nach unten hängen und Blätter und Trauben beschatten.

Dabei geht es nicht darum, möglichst viel wegzuschneiden, sondern nur so viel als nötig. Schon das Entfernen der Triebspitze genügt, um die Kraft des Weinstocks in die kleinen Seitentriebe („Geiztriebe“) und vor allem natürlich in die Trauben zu lenken.

Hinten am Traktor läuft ein Mulcher mit, um die Begrünung kurz zu halten. Normalerweise kommen jetzt die trockensten Wochen des Jahres und es gilt Wasser für die Reben zu sparen.

Ich bitte die schlechte Tonqualität zu entschuldigen. Im Video sage ich in etwa das, was ich hier auch geschrieben habe. Um filmen zu können habe ich die Fahrgeschwindigkeit deutlich reduziert, das Messer des Laubschneiders erscheint aber nur im Video so langsam, in Wirklichkeit rotiert es natürlich deutlich schneller.

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Es geht schon los

Samstag, 7. Juli 2018 | Autor:

Wenig überraschend ist hat auch die Umfärbung so früh wie nie in den letzten Jahrzehnten begonnen. Vergangenen Dienstag haben wir die ersten blauen Beeren beim Zweigelt gefunden.

Jetzt ist der richtige Zeitpunkt um den Ertrag dieser reichtragenden Sorte im Interesse der späteren Weinqualität zu korrigieren. Im Weingarten im Film werden dafür nur acht Trauben pro Stock belassen und die anderen in der kommenden Woche weggeschnitten.

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Ein fordernder Jahrgang

Freitag, 15. Juni 2018 | Autor:

2018 hat es in sich. Die Reben wachsen so schnell wie selten und fordern unsere ganze Aufmerksamkeit. Laubarbeit ohne Ende, Laubschnitt, Bodenbearbeitung, Pflanzenschutz, alles möglichst zur gleichen Zeit.

Mal sehen wie das weitergeht.

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So früh wie nie

Samstag, 19. Mai 2018 | Autor:

Vergangenen Montag habe ich die allerersten geöffneten Weinblüten gefunden, und seit gestern kann man wohl vom richtigen Beginn der Blüte sprechen. Das ist so früh wie nie in den letzten Jahrzehnten, ein paar Tage früher als die bisherigen „Spitzenreiter“ 2007 und 2009.

Auch wenn in den nächsten Monaten noch viel passieren kann, ist damit durch den ungewöhnlich warmen April und Mai eine frühe Weinlese, vielleicht noch im August beginnend wahrscheinlich geworden.

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Alles wächst

Samstag, 5. Mai 2018 | Autor:

Nach diesem hochsommerlichen April ist der späte Winter im März längst vergessen. Und auch wenn es oberflächlich sehr trocken ist, wächst alles wie wild. Dort wo es soll, aber natürlich auch dort, wo wir es nicht so gerne haben.

Um mit der schnellen Vegetation halbwegs mitzuhalten, sind unsere Arbeitstage derzeit recht lang und intensiv. Der Boden unter den Rebstöcken muß gelockert und die Beikräuter entfernt werden. Die Triebe am Stamm, die wir dort nicht benötigen sind zu entfernen. Und da und dort kann man auch schon die Triebe oben an den Fruchtbögen in das erste Drahtpaar einstricken, damit sie Halt finden und nicht dem Wind zum Opfer fallen.

Weil das Wasser heuer ein knappes Gut werden könnte, das wir lieber den Reben zukommen lassen, haben wir die Begrünung zwischen den Zeilen mit unserem Mulchbodenlockerer ein wenig gestört, ohne sie allerdings umzubrechen.

Fast nebenbei ging die Pflanzung unseres neuen Cabernet-Weingartens und das Erstellen des Unterstützungssystems dafür. Am Goldberg, wo wir im Herbst Cabernet Sauvignon und Grünen Veltliner gerodet haben wächst dafür seit gestern (bzw. genaugenommen mit dem nächsten Regen) Luzerne für eine mehrjährige Phase der Bodenerholung.

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Nochmal Winter

Freitag, 16. März 2018 | Autor:

Foto: ÖWM/Rauter

Drei Wochen ist das ebenso überraschende wie ungewöhnlich strenge Comeback des Winters her, aber meine damalige Besorgnis hat sich gottseidank als unbegründet erwiesen. Seither hatten wir eine erste Idee von Frühling und einzelne Mandelbäume haben bereits zu blühen begonnen.

Jetzt sagt uns der Wetterbericht erneut einen Wintereinbruch voraus mit Schnee am Samstag, Dauerfrost den ganzen Sonntag und Montag und Nachttemperaturen unter Null bis weit in die kommende Woche.

Nach zwei milden Wochen sind unsere Reben nicht mehr in tiefster Winterruhe und vereinzelt bluten sie bereits. Die Knospen sind aber immer noch klein und sollten die prognostizierten -7°C gut überstehen.

Wenn das der Fall ist, hat der lange Winter vielleicht sogar sein Gutes. Je später der Austrieb, umso weniger müssen wir Spätfrostschäden wie wir sie 2016 und beinahe auch 2017 zu beklagen hatten befürchten.

Ein klein wenig erinnert der späte Schnee an 2013. Wenn die heurige Ernte so ausfallen würde wie damals, hätte ich nichts dagegen.

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Besorgt

Samstag, 24. Februar 2018 | Autor:

Sosehr wir im zu warmen Jänner auf einen richtigen Winter gehofft haben, sosehr fürchten wir uns jetzt vor den Prognosen für die kommende Woche.

Minus 10, minus 15, ja wahrscheinlich sogar minus 17 wären wohl kein Problem. Einige Schädlinge erfroren, der Austrieb vielleicht verzögert und dadurch das Spätfrostrisiko möglicherweise kleiner.

Minus 20 Grad, wie sie die pessimistischeren Vorhersagen derzeit für Donnerstag für möglich halten, wären aber sicher zu viel und deutliche Schäden zu befürchten.

Bei solchen Zahlen werden Erinnerungen an 1987 wach…

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Rebschnitt

Donnerstag, 25. Januar 2018 | Autor:

Der Rebschnitt ist unsere wichtigste Winterarbeit. Heute war ich in der Riede Wasser (!) am Rand des Schilfgürtels. Wegen der Frostgefahr und dem öfter hohen Wasserstand des Neusiedlersees sind wir dort nur noch mit zwei kleinen Weingärten vertreten.

Die Zweigelt-Anlage im Video sieht sehr jung aus, hat aber bereits 30 Jahre auf dem Buckel. Weil wir sie vor drei Jahren verjüngt haben, sind die Stämme aber dünn und der Rebschnitt geht schnell vonstatten.

Wer mehr über den Rebschnitt wissen möchte findet hier eine Aufstellung meiner Artikelserie darüber.

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Zweite Ernte

Dienstag, 9. Januar 2018 | Autor:

Seit ein paar Jahren liefern einige unserer Weingärten zwei Ernten. Im September oder Oktober in Form von Trauben und im Jänner als Edelreiser für die Veredlung neuer Rebstöcke.

Nur gesunde, sorgfältig gepflegte und dokumentierte Weingärten sind als Grundlage für neue Reben geeignet. Außerdem markieren wir jedes Jahr vor der Ernte jene Stöcke, die man nicht in einem neuen Weingarten haben möchte.

Im Jänner „ernten“ wir dann die gut ausgereiften Triebe und geben sie an die Rebschule unseres Vertrauens weiter. Die macht daraus neue Pflanzen für uns aber auch für zahlreiche Kollegen.

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Geschafft!

Freitag, 13. Oktober 2017 | Autor:

Mit einer hohen Auslese, nahe an der Beerenauslese konnten wir heute die Weinlese 2017 abschließen.

Herzlichen Dank an alle, die dabei mitgeholfen haben!

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Zettelwirtschaft

Mittwoch, 4. Oktober 2017 | Autor:

Während der Weinlese und in den Wochen danach fühle ich mich oft wie ein Jongleur, der mit 30 Bällen gleichzeitig arbeitet. So viele verschiedene Chargen habe ich nämlich in einem normalen Jahrgang ungefähr im Keller, und jede verlangt nach der Aufmerksamkeit des Kellermeisters.

Manche „Bälle“ sind knapp vor dem Hinunterfallen und müssen sofort gefangen werden. Andere, die gerade durch die Luft schweben lassen einem etwas mehr Zeit, erfordern aber auch rechtzeitiges Handeln. Und selbst die, die noch unbewegt auf der Ablage liegen, sollten schon in die kommenden Abläufe eingeplant und entsprechend vorbereitet werden.

Auch im Keller gibt es Dinge, die sofort zu erledigen sind. Solche die zumindest noch heute passieren müssen. Und jene, die für morgen, übermorgen oder nächste Woche vorbereitet sein wollen, damit dann alles glatt läuft.

Um im alltäglichen Weinlesestress mit seinen ständigen Unterbrechungen (durch neu ankommende Trauben, durch Telefonate und unaufschiebbaren Bürokram, durch Unvorhergesehenes) nichts zu vergessen, was mir schon einmal in den Sinn gekommen ist, betreibe ich eine intensive Zettelwirtschaft.

Außenstehende empfinden meine Listen vermutlich als ziemlich chaotisch, mir helfen sie aber enorm.

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Fast fertig

Montag, 25. September 2017 | Autor:

Am Samstag konnten wir die Weinlese 2017 vorläufig abschließen. Was jetzt noch – gut vernetzt gegen die Stare – draußen ist, wartet auf eine edelfäulebedingte Schrumpfung zur süßen Auslese. Das kann noch dauern und wird uns, wenn es soweit ist, nur zwei weitere Lesetage kosten.

Was schon im Keller ist, stimmt uns recht positiv. Die erstgelesenen Grünen Veltliner und Muskat Ottonel sind schon durchgegoren und versprechen einiges. Weißburgunder, Chardonnay und Traminer gären noch. Zum Teil etwas langsam, aber ich gehe davon aus, dass alle wie gewünscht bis zum trockenen Ende durcharbeiten werden.

Die vier Zweigelt-Chargen sind schon gepresst und so farb- und geschmacksintensiv wie das bei den schönen Trauben zu erwarten war. Blaufränkisch in all seinen Varianten gärt noch auf der Maische, ebenso wie der Cabernet Sauvignon.

Angesichts der supergesunden und reifen Trauben kann man jetzt schon von einem guten Jahrgang sprechen. Wie gut er ist, wird die Entwicklung der Jungweine in den nächsten Wochen zeigen.

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Rotweinpressen

Donnerstag, 21. September 2017 | Autor:

Der Regen ist vorerst überstanden und zum Glück nicht ganz so ergiebig ausgefallen, wie prognostiziert. Nach zwei Tagen Pause konnten wir heute den Blaufränkisch abschließen und den Cabernet beginnen. Und damit die Platz zum Gären haben, war heute Rotweinpressen angesagt:

Wer mehr zur Rotweinvinifikation wissen möchte, kann hier meine chronologischen Beiträge dazu nachlesen.

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Trübe Aussichten

Sonntag, 17. September 2017 | Autor:

Quelle: https://www.facebook.com/wadsakmarcus/

Der Regen gestern und heute hat uns nicht weh getan. Die zusammen ca. 40 Liter pro Quadratmeter hat der lange ausgetrocknete Boden gut aufgenommen und sicher nicht direkt an die Reben weitergegeben. Außerdem war es kalt und das Fäulnisrisiko gering und wir hätten sowieso nicht gelesen.

Was für Dienstag und Mittwoch prognostiziert wird, ist allerdings wenig erfreulich. Von Regenmengen bis zu 100 Liter im Osten Österreichs kann man da lesen, was zumindest zwei Tage Erntepause bedeutet und nicht die besten Voraussetzungen für die Tage danach.

Deshalb werden wir versuchen, morgen so viel von den besten Blaufränkischen nach Hause zu holen wie irgend möglich. Mit entsprechendem Stress für den Kellermeister, denn die Gärtanks in die der eingefüllt werden soll sind noch voll mit Zweigelt, den ich morgen zumindest so schnell in die Presse verfrachten muss, wie die Blaufränkisch-Trauben anrollen.

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Nach der zweiten Lesewoche

Samstag, 16. September 2017 | Autor:

Die zweite Lesewoche ist um, und fast der ganze Weißwein im Keller. Ab Montag stehen Blaufränkisch und danach Cabernet Sauvignon auf dem Programm. Sofern das Wetter sich nicht an die Regenschauer-Prognosen für Dienstag und Mittwoch hält.

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Der Weg des Zweigelt

Montag, 11. September 2017 | Autor:

Der letzte Zweigelt ist zu Hause. Und was dort mit den Rotwein-Trauben passiert sieht man im Video.

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Blaufränkisch 2017

Sonntag, 10. September 2017 | Autor:

Das lesefreie Wochenende habe ich genutzt, um mir ein Bild vom Reifezustand der noch nicht geernteten Sorten zu machen. Und für ein paar bewegte Bilder beim Blaufränkisch. Vielleicht schaffe ich noch mehr Videos in den nächsten Tagen.

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Bilanz der ersten Woche

Samstag, 9. September 2017 | Autor:

Die erste Lesewoche liegt hinter uns, und mit Muskat Ottonel und Grünem Veltliner sind bereits zwei Sorten komplett abgeerntet. Gestern haben wir dann auch noch gut die Hälfte des Zweigelt geschafft, den wir voraussichtlich am Montag abschließen werden.

Wie in einem trockenen Jahr zu erwarten sind die Trauben sehr gesund und dementsprechend schnell zu ernten. In unserem gut 40 Jahre alten Weingarten in der Ried Bauwiesort, wo Grüner Veltliner (mit wenn möglich entsprechend höherem Ertrag) für unseren Landwein wächst, sind wir am Donnerstag auf rekordverdächtige 140 Kilo Trauben pro Lesehelfer pro Sunde gekommen. (Danke an die vielen fleißigen Hände!) Von dort stammt auch die Traube auf dem Foto, mit 93 Dekagramm ebenfalls rekordverdächtig.

Natürlich liegt der Ertrag nicht überall so hoch. „Obenaus“, auf einem Hochplateau über dem Ort haben wir in der Ried Birnhaide beim Grünen Veltliner nur rund 40 Prozent des Vorjahres geerntet. Insgesamt dürfte es mengenmäßig eine Normalernte werden, sofern die Stare uns nicht zuvorkommen. Nach ein paar ruhigeren Tagen waren sie gestern und heute sehr aktiv und auch schon in größeren Schwärmen unterwegs.

Analytisch und geschmacklich sind die Trauben sehr vielversprechend. Für unsere leichteren Weine haben wir den Lesetermin punktgenau erwischt, sodass Veltliner und Muskat auch 2017 „nur“ 11,5 Prozent Alkohol haben werden. Weißburgunder, Chardonnay und Traminer vertragen mehr und sind wohl in der kommenden Woche soweit.

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Kellerroutine

Dienstag, 5. September 2017 | Autor:

Nach der morgentlichen Presshaus-Reinigung und der Gärbeobachtung der schon gärenden „Stürme“ kümmere ich mich vormittags um den Most des Vortages. Dichte, Zuckergrade, pH-Wert und Säure werden gemessen und dann folgt das Entschleimen in den passenden Gärbehälter.

Dabei trenne ich den relativ klaren Saft vom über Nacht abgesunkenen Bodensatz aus Fruchtfleisch, Staubteilchen und dem zur Vorbeugung von späteren Eiweißtrübungen gleich nach dem Pressen zugegebenen Tonerdepräparat.

Wie gestern steht auch heute Muskat Ottonel auf dem Programm.

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Küchendienst

Montag, 4. September 2017 | Autor:

Das gemeinsame Mittagessen ist ein wichtiger Teil unserer Weinlese. Es vereinfacht die Organisation, trägt aber vor allem zur Motivation unserer Helfer bei. Lesen ist zwar keine besonders schwere Arbeit, aber die frische Luft macht hungrig.

Seit ihrer Jugend kümmert sich meine Mutter darum, statt der ganzjährigen zwei, drei, vier, vielleicht einmal sechs Portionen wochenlang für 10, 12 oder mehr hungrige Mäuler zu kochen.

Heute konnte ich ihr dabei helfen. Im Presshaus ist alles bereit für die Trauben und im Keller ist kein Most von gestern zu versorgen. Also habe ich mich freiwillig zum Kartoffelschälen gemeldet.

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Grüner Veltliner 2017

Mittwoch, 30. August 2017 | Autor:

Die nächsten Wochen sind die anstrengendsten des ganzen Weinjahres, in denen man mitunter an die Grenzen der physischen und psychischen Belastbarkeit gerät. Trotzdem ist heute für mich ein Tag der Freude:

Wir haben die Weinlese begonnen und der erste Wagen Grüner Veltliner 2017 ist schon in der Presse!

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Es war einmal ein Plan

Montag, 28. August 2017 | Autor:

In der Weinlesezeit halten Pläne oft nicht lang. Das Wetter, der unübersichtliche Reifeverlauf der vielen verschiedenen Parzellen und Sorten, die Logistik und unvorhersehbare Zwischenfälle können in wenigen Stunden alles ändern.

Nicht erst einmal hat meine Mutter das Mittagessen zum falschen Weingarten gebracht, weil mein Vater und ich den beim Frühstück gemeinsam mit ihr ausgeheckten Plan kurzfristig geändert hatten ohne ihr Bescheid zu geben.

In dieser Tradition hat bereits unser erster Plan der Ernte 2017 nur eine Woche gehalten. Das aktuelle Hochsommerwetter lässt die Reife der Trauben nämlich geradezu explodieren und erfordert eine Vorverlegung des Erntebeginns.

In zwei Veltliner-Weingärten mit – aus nicht nachvollziehbaren Gründen – sehr geringem Ertrag liegt der Zuckergehalt der Trauben bereits jetzt am oberen Limit dessen, was für unseren leichten, erfrischenden Stil bei dieser Sorte gerade noch vertretbar ist. Eine weitere Woche bei Temperaturen an die 30°C würde deutlich weniger Säure und 12,5% Alkohol oder mehr im Wein bedeuten.

Deshalb holen wir diese Trauben übermorgen Mittwoch nach Hause und ich werde morgen wohl eine Nachtschicht einlegen müssen, damit im Presshaus und Keller alles bereit ist.

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Der Termin steht

Samstag, 19. August 2017 | Autor:

Wie berichtet war nach der frühen Blüte um dem Beginn der Umfärbung Mitte Juli mit einer frühen Weinlese zu rechnen. Während mein Bauchgefühl bisher den 11. September für wahrscheinlich hielt, war mein Vater eher schon beim 4. des Monats.

Vorgestern habe ich die ersten konkreten Reifemessungen in unseren Weingärten durchgeführt und dabei war schnell klar, dass er recht hat. Vor allem in einigen Grüner-Veltliner-Weingärten, die heuer wenig Ertrag bringen ist die Reife schon so weit fortgeschritten, dass ein längeres Zuwarten keinen leichten, erfrischenden Sortenvertreter mehr zulassen würde.

Noch offen ist, ob wir in gut zwei Wochen gleich mit großer Mannschaft starten, oder die erste Woche etwas langsamer und nur mit dem Grünen Veltliner angehen. Die anderen Sorten sind zwar in Relation ähnlich weit, dort drängt uns aber die Vermeidung von zu hohen Alkoholwerten nicht so sehr zur Ernte. Außerdem sind die Trauben sehr gesund, das Wetter soweit absehbar stabil und Weißburgunder, Chardonnay, Zweigelt und Co. geschmacklich noch deutlich weiter von unserem Ideal entfernt als der Veltliner.

Entscheiden wird die Frage vor allem der Muskat Ottonel, an dem wir mehrere Tage zu lesen haben. Geschmacklich ist er schon recht weit, aber seine Zuckergrade sind noch ziemlich bescheiden. Gerade in trockenen Jahren wie heuer müssen wir beim Erntetermin dieser Sorte allerdings immer auch den rasch abnehmenden Säuregehalt in den Trauben im Auge behalten. Es bleibt also spannend…

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Mal was Neues!

Samstag, 12. August 2017 | Autor:

Die Unwetterfront von Donnerstag-Abend war zum Glück hagelfrei. Ganz ohne Schaden sind wir allerdings nicht davongekommen, denn der orkanartige Wind hat uns eine ganze Rebzeile in der Ried Hofwiesörter geknickt.

Trotz ähnlicher Bilder im Internet konnte ich mir das für unsere Weingärten nicht vorstellen und habe den Schaden deshalb erst heute bemerkt. Die Betonpfähle sind erdbodengleich oder knapp darüber gebrochen, die Eisenbewehrung im Beton gerissen.

Wäre die dem Südwind nähergelegene Nachbarparzelle auch bepflanzt, hätte es wohl keinen Schaden gegeben, denn auch bei uns hat die erste Reihe den Druck von den anderen abgehalten. Möglicherweise hat auch das Starenetz seinen Teil dazu beigetragen, denn ohne wäre die Angriffsfläche wohl geringer gewesen.

Zum Glück haben die Endpfähle und die Verankerung des Drahtrahmens gehalten. Blätter und Trauben hängen im untersten Draht, liegen deshalb nicht am Boden und die Stämme sind nicht gebrochen.

Am Montag werden wir versuchen die Laubwand wieder aufzustellen und bis zur Lese provisorisch stützen. Mal was Neues!

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Auf ins Finale

Donnerstag, 3. August 2017 | Autor:

Das Weinjahr 2017 geht ins Finale. Nur zwei Wochen nach der ersten blauen Zweigelt-Beere ist auch der spätreife Cabernet Sauvignon mitten im Umfärben. Bei allen Weißweinsorten finden sich bereits erste weiche Beeren und die vom Muskat Ottonel schmecken auch schon nach Muskat.

Trotz kleinerer Regenfälle Mitte Juli ist es nach wie vor sehr trocken, aktuell bei 37 oder 38°C, oft mit heißem Südwind. Echte Trockenschäden sind aber bislang kaum zu beobachten.

Von kleinräumigen Ausnahmen an Stellen mit besonders seichtgründigem Boden abgesehen ist das Laub der Reben nach wie vor grün und sogar das Gras zwischen den Reihen ist noch nicht völlig vertrocknet. Ganz anders als mein Video von 2013 zeigt.

An den Trauben ist der Wassermangel allerdings zu erkennen. In den meisten Lagen sind sie nämlich deutlich kleinbeeriger als normalerweise zu diesem Reifestadium. Für die Rotweine könnte das ein Vorteil sein, für die Weißen und vor allem für die Erntemenge aber nicht.

Langsam nähern wir uns dem Ende der Weingartenarbeit. Die letzte Pflanzenschutz-Behandlung gegen Mehltau haben wir heute in den frühen Morgenstunden abgeschlossen, den Laubschneider heute Nachmittag eingewintert. Da und dort gibt es noch ein paar kleine Korrekturen an der Laubwand durchzuführen, ein paar überzählige Trauben beim Cabernet wegzuschneiden. Und in den gefährdeten Weingärten die Trauben mit Netzen gegen Vogelfraß zu schützen.

Bis zum Lesebeginn, mit dem wir je nach weiterer Witterung in der ersten oder zweiten Septemberwoche rechnen, kümmern wir uns noch um unsere Junganlagen und füllen die leichteren Rotweine des vergangenen Jahrgangs. Und machen ein paar Tage Urlaub, bevor die Erntevorbereitungen beginnen.

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Es geht los

Samstag, 15. Juli 2017 | Autor:

Gestern habe ich die ersten (rot-)blauen Beeren beim Zweigelt gefunden. Damit treten die Trauben in die Reifephase ein und wir können mit einem Lesebeginn in der ersten Septemberhälfte rechnen.

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Aus dem Weinbauern-Bilderbuch

Freitag, 7. Juli 2017 | Autor:

Trotz anhaltender Trockenheit entwickeln sich die Reben bisher prächtig. Selbst der heuer erst gepflanzte Chardonnay wächst unbekümmert vor sich hin und die Jungreben aus dem Vorjahr sind sowieso eine Sensation.

Bei guter Pflege einer Junganlage wachsen die Reben im ersten Jahr normalerweise einen guten Meter und nach entsprechendem Rückschnitt im zweiten zwei Meter oder mehr. Daraus wird dann der Stamm des neuen Weinstockes und im dritten Jahr ist mit einer kleinen Ernte zu rechnen

Der größere Teil unseres Muskat Ottonel in der Riede Satzwiesort war aber bereits im ersten Jahr kräftig genug, um einen Stamm zu bilden. Und weil die Reben so schön dastehen, werden wir ihnen heuer im zweiten Jahr auch die Trauben belassen.

weiter…

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Früher als erwartet

Mittwoch, 31. Mai 2017 | Autor:

Früher als erwartet haben wir gestern die ersten geöffneten Blüten in unseren Weingärten gefunden. Nach dem Wetterumschwung zu Ostern und den zwei, drei kalten Wochen danach hätte ich nicht gedacht, dass die Reben noch im Mai soweit sein werden.

Jetzt hoffen wir auf warmes, aber nicht extrem heißes Wetter ohne lange Regenphasen in den nächsten ein, zwei Wochen. Einerseits, weil die Blüten bei diesen Bedingungen am besten befruchtet werden, andererseits weil wir derzeit sehr viel draußen arbeiten, um alle Triebe in Position zu bringen.

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Mehr als haarscharf (?)

Freitag, 21. April 2017 | Autor:

Wahrscheinlich haben wir Glück gehabt. Großes Glück.

Der Wind ist auch in der vergangenen Nacht nie ganz eingeschlafen, der Himmel nie ganz aufgeklart. Deshalb waren es dann am Ende nur ca. -0,5°C, und die nur in den etwas höheren Lagen.

Frostschäden gibt es trotzdem, allerdings – so glauben wir, wissen werden wir es erst in ein oder zwei Wochen – nur geringfügige, fast ausschließlich an den äußeren Blättern und kaum an den Trauben. Vermutlich stammen die gar nicht von der vergangenen Nacht, sondern vom eisigen Schneewind am Mittwoch und Donnerstag.

Trotz frühem Vegetationsbeginn sind die Triebe heuer wesentlich kleiner als beim Spätfrost im Vorjahr, weil sie in den letzten zwei kalten Wochen kaum gewachsen sind. Das ist uns normalerweise nicht so recht, hat aber heuer sein Gutes. In diesem Stadium schmiegen sich nämlich die äußeren Blätter noch schützend um die Triebspitze und die Trauben und haben wohl Schlimmes verhindert.

Bei sehr vielen Trieben ist das größte (aber nicht wirklich große) Blatt an der Nordwestseite stark erfroren, und oft ist sind bei ein, zwei anderen Blättern die Blattspitzen versengt. Die oberen, inneren, nicht entfalteten Blätter und die zukünftigen Trauben scheinen jedoch fast immer intakt geblieben zu sein, und wir gehen davon aus, dass sie nicht absterben, sondern weiterwachsen werden.

Ein paar Zehntelgrad kälter und es hätte wohl ganz anders ausgesehen…

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