Früher als erwartet

Mittwoch, 31. Mai 2017 | Autor:

Früher als erwartet haben wir gestern die ersten geöffneten Blüten in unseren Weingärten gefunden. Nach dem Wetterumschwung zu Ostern und den zwei, drei kalten Wochen danach hätte ich nicht gedacht, dass die Reben noch im Mai soweit sein werden.

Jetzt hoffen wir auf warmes, aber nicht extrem heißes Wetter ohne lange Regenphasen in den nächsten ein, zwei Wochen. Einerseits, weil die Blüten bei diesen Bedingungen am besten befruchtet werden, andererseits weil wir derzeit sehr viel draußen arbeiten, um alle Triebe in Position zu bringen.

Thema: Reben und ihre Pflege | Beitrag kommentieren

Mehr als haarscharf (?)

Freitag, 21. April 2017 | Autor:

Wahrscheinlich haben wir Glück gehabt. Großes Glück.

Der Wind ist auch in der vergangenen Nacht nie ganz eingeschlafen, der Himmel nie ganz aufgeklart. Deshalb waren es dann am Ende nur ca. -0,5°C, und die nur in den etwas höheren Lagen.

Frostschäden gibt es trotzdem, allerdings – so glauben wir, wissen werden wir es erst in ein oder zwei Wochen – nur geringfügige, fast ausschließlich an den äußeren Blättern und kaum an den Trauben. Vermutlich stammen die gar nicht von der vergangenen Nacht, sondern vom eisigen Schneewind am Mittwoch und Donnerstag.

Trotz frühem Vegetationsbeginn sind die Triebe heuer wesentlich kleiner als beim Spätfrost im Vorjahr, weil sie in den letzten zwei kalten Wochen kaum gewachsen sind. Das ist uns normalerweise nicht so recht, hat aber heuer sein Gutes. In diesem Stadium schmiegen sich nämlich die äußeren Blätter noch schützend um die Triebspitze und die Trauben und haben wohl Schlimmes verhindert.

Bei sehr vielen Trieben ist das größte (aber nicht wirklich große) Blatt an der Nordwestseite stark erfroren, und oft ist sind bei ein, zwei anderen Blättern die Blattspitzen versengt. Die oberen, inneren, nicht entfalteten Blätter und die zukünftigen Trauben scheinen jedoch fast immer intakt geblieben zu sein, und wir gehen davon aus, dass sie nicht absterben, sondern weiterwachsen werden.

Ein paar Zehntelgrad kälter und es hätte wohl ganz anders ausgesehen…

Thema: Dauerthema Wetter | Beitrag kommentieren

Was soll ich sagen?

Mittwoch, 19. April 2017 | Autor:

Dichtes Schneetreiben am 19. April. Weiße Dächer und langsam auch schneebedeckte Böden. Schon jetzt um 17.30 Uhr nur noch knapp über dem Gefrierpunkt. Und es dürfte in den nächsten Tagen nicht besser werden.

Thema: Dauerthema Wetter | Beitrag kommentieren

Das große Zittern

Samstag, 15. April 2017 | Autor:

Wenn die Meteorologen Recht behalten, steht uns in den nächsten Tagen ein ähnliches Wetterphänomen bevor, das uns im Vorjahr ein Drittel der Ernte gekostet hat. Arktische Kaltluft strömt bis nach Mitteleuropa und könnte uns mit Temperaturen unter dem Gefrierpunkt erneut Spätfrostschäden bescheren.

Wie oft haben wir schon auf Regen gehofft, obwohl Trockenheit prognostiziert war. Wie oft schon auf eine Schönwetterphase trotz nachhaltiger Regenfronten. So sehr wie jetzt habe ich mir aber noch nie gewünscht, dass die Meteorologen irren…

Thema: Dauerthema Wetter | Beitrag kommentieren

Auf ein Neues

Samstag, 1. April 2017 | Autor:

Der Frühling ist da, und wie fast immer in den letzten Jahren ziemlich abrupt. Nur wenige Wochen nach den letzten Eisschollen am Neusiedlersee verzeichneten die Wetterstatistiker bereits den ersten Sommertag (d.h. Temperaturen über 25°C).

Mitte März – im Vergleich mit anderen Jahren gar nicht besonders früh – haben sich die ersten Mandelblüten geöffnet, und die Störche sind aus den Winterferien zurückgekehrt.

Einer von ihnen ließ sich gestern die Chance auf frisch aus der Erde geschälte Käfer und Würmer nicht entgehen und besuchte mich bei der Bodenbearbeitung in der Ried Birnhaide.

Thema: Dauerthema Wetter | Beitrag kommentieren

Spätfrostfolgen (1)

Freitag, 10. Februar 2017 | Autor:

Der Spätfrost des vergangenen Jahres hatte nicht nur auf die Trauben, sondern auch auf die Triebe der Weinreben große Auswirkungen. So werden wir derzeit beim Rebschnitt tagtäglich an den verhängnisvollen April 2016 erinnert.

Immer noch sieht man die vertrockneten, winzig kleinen Blätter der erfrorenen Triebe an den Fruchtruten. Und dort wo nur die Triebspitze vom Frost geschädigt wurde, zeigen sich bizarre, für die Rebe völlig untypische Wuchsformen.

Dass ein Geiztrieb (der seitlich aus dem Haupttrieb wächst, und normalerweise klein und dünn bleibt) die Funktion der Triebspitze übernimmt, kommt schon mal vor. Aber dass gleich mehrere solcher Seitentriebe in fingerdicker Ausführung und Meterlänge austreiben hatten wir noch nie. Wie auf dem Foto vielleicht erkennbar erinnert diese Wuchsform an einen siebenarmigen Leuchter. Und das oft mehrfach an einem einzigen Fruchtbogen.

Mit etwas Improvisation kann man auch solche Reben gut schneiden. Dabei ist der Arbeitsaufwand allerdings deutlich höher als sonst, nicht zuletzt, weil diese Triebe besonders dick sind. Die ersten Reben sind zwar erfroren, aber in die zweite Generation konnten die Stöcke mangels Trauben all die Energie zusätzlich investieren, die normalerweise der Frucht vorbehalten bleibt…

Thema: Reben und ihre Pflege | Beitrag kommentieren

Langsame Entfaltung

Sonntag, 20. November 2016 | Autor:

bin-210-komprimiert

Vor zwei Wochen haben wir die Weinlese 2016 abgeschlossen. Das Warten nach dem ersten Anlauf zu einer süßen Auslese wurde belohnt und wir konnten auch den restlichen Weißburgunder in dieser Prädikatsstufe ernten.

In der Zwischenzeit haben alle Rotweine im Keller den biologischen Säureabbau hinter sich gebracht und werden dieser Tage zum ersten Mal abgezogen. Die meisten Weißen haben diesen Schritt schon hinter sich.

Die wichtigste Arbeit im Keller ist aber natürlich das (beinahe tägliche) Verkosten der jungen Weine, um ihre Entwicklung richtig einschätzen zu können. Dabei zeigt sich der 2016er als sehr langsamer Jahrgang, der offenbar viel Zeit zur Entfaltung braucht.

Bis Ende Oktober waren die Weine nämlich ziemlich verschlossen und weit nicht so ausdrucksstark, wie man das von den Trauben erwarten durfte. Seither werden sie aber jeden Tag besser und machen richtig Freude.

Thema: Lese 2016 | Beitrag kommentieren

Mühsames Finish

Montag, 24. Oktober 2016 | Autor:

Bin 251 komprimiert

Vergangene Woche haben wir den Traminer und einen Teil des verbliebenen Weißburgunders gelesen. Ersterer lag deutlich in der Prädikatsstufe Auslese, zweiterer nur sehr knapp, weshalb wir nur eine Teilmenge geerntet und zum Traminer gegeben haben.

In beiden Weingärten gestaltete sich die Lese äußerst mühsam, da viele Beeren und auch ganze Trauben von Essigbakterien befallen und unbrauchbar waren. Die Ursache ist wohl ein Mix aus zu viel Regen zur falschen Zeit, zu großer Hitze im September und vermutlich auch die Kirschessigfliege, ein relativ neuer Schädling.

Dank sorgfältiger Handlese mit großzügigem Aussortieren der befallenen Trauben konnten wir eine saubere und sehr vielversprechende Auslese keltern. Wir hoffen, dass uns das mit dem restlichen Weißburgunder auch noch gelingt. Die Beeren der gesunden Trauben beginnen langsam mürbe zu werden und könnten bei trockenem Wetter in den nächsten Tagen zur Auslesegradation schrumpfen.

Thema: Lese 2016 | Beitrag kommentieren

Fast fertig

Freitag, 7. Oktober 2016 | Autor:

Cabernet Sauvignon

Vorgestern haben wir mit dem Cabernet Sauvignon die Lese der trockenen Weine abgeschlossen. Bei der Blaufränkisch-Ernte vor zwei Wochen war es kurzzeitig recht kühl, aber diesem Zwischenspiel folgte eine weitere sonnig-warme Woche, die wir dem Cabernet unbedingt noch gönnen wollten.

Seit dem Wochenende war es dann wieder kühl und unbeständig, aber die großen Regenmengen blieben zum Glück aus, und der trockene Mittwoch-Vormittag genügte, um die Trauben in perfektem Zustand nach Hause zu bringen.

Jetzt warten wir mit Traminer und Weißburgunder noch auf unsere süße Auslese.

Thema: Lese 2016 | 2 Kommentare

Eingenetzt

Montag, 26. September 2016 | Autor:

Starenetz

Vergangene Woche haben wir mit ein klein wenig Welschriesling, vielerlei Weißburgunder, vier Chargen Blaufränkisch und einem Teil des Traminers die Hauptlese abgeschlossen.

Der Blaufränkisch war perfekt in Qualität und nicht schlecht in der Menge, aber bei Weißburgunder und Traminer haben der letzte Regen und das warme Wetter in einigen Lagen deutliche Spuren in Form von Fäulnis und Essignestern in den Trauben hinterlassen. Mühsames Auslesen war teilweise notwendig, aber zum Glück sehr erfolgreich.

Jetzt warten noch der Cabernet Sauvignon, der Großteil des Traminers und ein wenig Weißburgunder auf die Ernte. Seit Freitag bzw. heute mit Netzen vor den gefräßigen Staren geschützt, die sich nach der Haupternte zu immer größeren Schwärmen zusammenrotten.

Thema: Lese 2016 | Beitrag kommentieren

Es geht voran

Sonntag, 18. September 2016 | Autor:

Weinlese 2015

Die zweite – erneut sehr heiße – Lesewoche liegt hinter uns und mittlerweile sind die meisten Weißweine und der Zweigelt im Keller.

Gestern Samstag hat deutlich abgekühlt und kurz, aber sehr intensiv geregnet. Da es nach dem Regen praktisch windstill war, blieben die Trauben bis heute nass.

Nun gilt es den Weißburgunder und das bißchen Welschriesling zügig nach Hause zu holen, denn bei der aktuellen Traubenreife, genügend Feuchtigkeit und nicht besonders niedrigen Temperaturen hat die Botrytis ein leichtes Spiel.

In Form von Edelfäule wollen wir sie aber nur beim Traminer und einem kleinen Teil des Weißburgunders für eine Auslese und auf gar keinen Fall bei den Rotweinsorten haben. Deshalb werden wir Ende der Woche wohl auch schon zumindest ein Teil des Blaufränkisch lesen.

Thema: Lese 2016 | Beitrag kommentieren

Licht und Schatten

Donnerstag, 15. September 2016 | Autor:

Pinot-Trauben

Der heute gelesene Chardonnay zeigt, wie eng Licht und Schatten heuer beinander liegen. Perfekt reife und gesunde Trauben in der Ried Kräften bei einem für diese Qualität außerordentlichen Ertrag von (umgerechnet) 100 hl/ha.

Vereinzelte, nach dem Totalfrost (hier im Video) nachgewachsene ebenfalls sehr schöne Trauben am Goldberg bei (umgerechnet) 15 hl/ha. Und gar kein Ertrag am ebenfalls erfrorenen Hofwiesort, da die paar wenigen Trauben dort nicht wirtschaftlich zu ernten sind.

Leider ist die Kräften der mit Abstand kleinste Weingarten der drei…

Thema: Lese 2016 | Beitrag kommentieren

Heiße Herausforderung

Montag, 12. September 2016 | Autor:

Heißer Most

2016 ist kein extrem frühes Jahr. Trotzdem plagt uns die Hitze bei der Weinlese, weil der September seit unserem Erntebeginn und auch noch zumindest bis zum kommenden Wochenende ungewöhnlich warm ist.

Unsere tapferen Lesehelfer halten trotz Temperaturen an die 30°C oder gar darüber brav durch, und ich gebe im  Keller was ich kann, um die Trauben rasch weiterzuverarbeiten.

Zum Glück haben wir heuer in eine Kühlanlage investiert, die den im Bild sichtbaren Grünen Veltliner von heute Nachmittag bis morgen Früh auf kellerverträgliche Temperaturen bringen sollte. Mit der alten Wasserberieselung außen an den Tanks wäre das nicht gegangen.

Thema: Lese 2016 | Beitrag kommentieren

Auftakt geschafft

Sonntag, 11. September 2016 | Autor:

Jerzy Bin_B011889 komprimiert

Die ersten vier Lesetage mit kleiner Mannschaft liegen hinter uns, und der gesamte Muskat Ottonel jetzt im Keller. Reife, weitgehend gesunde Trauben mit einem für diese Sorte bei dieser Reife ungewöhnlich hohem Säuregehalt lassen uns auf einen guten Wein hoffen.

Die Menge liegt bei rund 40 Prozent einer Normalernte, was angesichts der noch niedrigeren Erwartung beinahe ein Grund zur Freunde ist.

Morgen Montag geht es mit größerer Crew mit dem Grünen Veltliner weiter, damit der nicht zu hochgradig und damit alkoholreich für unseren Einsatzzweck wird.

Danach werden wir uns wahrscheinlich dem Zweigelt widmen, der mir heute nicht ganz so gut gefallen hat. Der Regen vor einer Woche und das wegen des niedrigen Ertrages kräftige Wachstum haben bereits einige Fäulnisherde entstehen lassen, die wir aussortieren werden müssen.

Thema: Lese 2016 | Beitrag kommentieren

Schrecksekunde

Dienstag, 6. September 2016 | Autor:

Presshaus vor der Lese

Weinpressen stehen das ganze Jahr über unbenutzt herum und werden – welche Überraschung – nur während der Lese kaputt. Um unliebsamen Überraschungen vorzubeugen habe ich es mir deshalb angewöhnt, unsere Presse rechtzeitig vor der Ernte auf ihre Funktionstüchtigkeit zu überprüfen.

Das hat vor einer Woche auch problemlos funktioniert, denn die Batterie, über deren Entladung mich das Display informiert hat, ist nicht für den Betrieb, sondern nur für die Uhrzeit und die Archivfunktion notwendig. Trotzdem habe ich mir eine solche Batterie besorgt, diese vorgestern getauscht und die Uhr neu eingestellt.

Umso größer war die Überraschung, als sich die Presse heute nicht drehen ließ, da ein Sicherheitsschalter ausgelöst sei, es tatsächlich aber nicht war. Am Nachmittag vor dem ersten Tag der Ernte ist sowas besonders blöd.

Meine zaghaften Reparaturversuche blieben erfolglos, und auch ein Anruf beim freundlichen und kompetenten Service des Herstellers brachte mich nicht weiter. Blieb also nur die Option Kundendienst, und für dessen effizienten Einsatz sollte ich telefonisch  den Status irgend eines Kontrolllämpchens im Schaltkasten durchgeben.

Noch bevor ich den Deckel abgeschraubt hatte, kam mir der Gedanke. Und als ich freie Sicht hatte, war klar, warum die Presse nicht funktionierte: Beim Tauschen der Batterie hatte ich ein Kabel ausgesteckt, um mehr Platz zu haben. Angesteckt habe ich es freilich nicht mehr…

Auch wenn das folgende Telefonat mit dem Servicemitarbeiter etwas peinlich war, fiel mir doch ein großer Stein vom Herzen. Schließlich liegt auch ohne solche Komplikationen knapp vor der Weinlese genug Spannung in der Luft.

Ist der Lesetermin richtig gewählt? Wird das Wetter halten, was der Wetterbericht verspricht? Und die Weine später das, was die Trauben in Aussicht stellen?

Auch deshalb sind die nächsten Wochen die anstrengendsten des ganzen Weinjahres, in denen man mitunter an die Grenzen der physischen und psychischen Belastbarkeit gerät. Trotzdem ist heute für mich ein Tag der Freude:

Morgen beginnen wir mit der Lese 2016!

Thema: Lese 2016 | Beitrag kommentieren

Zuckerwettstreit

Sonntag, 4. September 2016 | Autor:

Foto: Jerzy Bin

Es wird niemals so viel gelogen wie vor der Wahl,
während des Krieges und nach der Jagd.

Wäre Bismarck nicht Politiker (und Jäger?) gewesen, sondern Weinbauer in der heutigen Zeit, würde dieser Spruch (der wahrscheinlich gar nicht von ihm selbst stammt) wohl anders lauten. Die Zeit der Traubenreife und der Weinlese paßt nämlich auch wunderbar in diese Aufzählung.

Bis in die 1980er-Jahre unterschied sich die Reife der Trauben der verschiedenen Weinbauern in unserer Region kaum. Alle Weingärten wurden nach dem gleichen System bewirtschaftet, die Erträge waren überall ähnlich hoch und die Lese wurde bis zur Überreife und beginnendem Botrytisbefall hinausgeschoben.

Die Traubenreife, sprich die Zuckergrade, hochzulügen war damals kein großes Thema. Den Kunden wäre es egal gewesen, und den Weinbauernkollegen gegenüber ziemlich sinnlos.

weiter…

Thema: Reben und ihre Pflege | Beitrag kommentieren

Zeit der Reife

Samstag, 27. August 2016 | Autor:

Cabernet Sauvignon

In den vergangenen sonnig-warmen Tagen haben die Trauben einen großen Sprung nach vorne gemacht. Und so wie die Trauben reifen derzeit auch unsere Ernteprognosen.

Heute habe ich die ersten Reifemessungen durchgeführt, aber noch ist die Datenlage viel zu unsicher. Stimmen die Werte? Warum passen die Relationen zwischen den verschiedenen Sorten nicht immer? Liegt es am Spätfrost, am geringen Ertrag mancher Weingärten oder an den weniger reifen später nachgewachsenen Trauben? Wie schnell werden die Trauben bei dem frostbedingt niedrigen Ertrag weiterreifen? Wie wird das Wetter in den nächsten Wochen? Und wie sehr geht gerade heuer Sicherheit vor?

Fragen über Fragen. Hoffentlich liefern die Begutachtungen der kommenden Woche ein paar Antworten.

Thema: Reben und ihre Pflege | Beitrag kommentieren

Farbenspiel

Sonntag, 24. Juli 2016 | Autor:

Umfärbung

Vor ein paar Tagen hat der Zweigelt mit der Umfärbung begonnen. In einem prächtige Farbenspiel wechseln jetzt innerhalb von ein paar Wochen die grünen Beeren über alle möglichen Rosa-, Lila- und Violett-Töne in ein schönes Dunkelblau.

Damit stehen wir am Beginn der Traubenreife und im Vergleich mit anderen Jahren scheint eine nicht all zu frühe Ernte in der zweiten Septemberhälfte wahrscheinlich.

Thema: Reben und ihre Pflege | Beitrag kommentieren

Jahrgangsparadoxon

Freitag, 15. Juli 2016 | Autor:

Ausdünnen 2016

Wie vor längerer Zeit hier und hier beschrieben, ist es öfter notwendig, den Traubenbehang auszudünnen, um ein entsprechendes Qualitätsniveau zu erreichen, wenn es die Natur zu gut mit uns meint.

Mit dieser „Notbremse“ bringen wir das über Jahrhunderte forcierte Ertragspotential unserer Bewirtschaftungssysteme, mancher unserer Sorten und die ungestüme Kraft jüngerer Weingärten mit den erst seit vergleichsweise kurzer Zeit geltenden Qualitätsansprüchen der meisten Weinliebhaber unter einen Hut.

Lieblingsbeschäftigung ist das Wegschneiden gut entwickelter Trauben knapp vor Reifebeginn nie, aber heuer fällt es besonders schwer. Spätfrostbedingt wird die Ernte nämlich insgesamt nur sehr klein ausfallen, aber trotzdem gibt es einzelne Weingärten, die mehr tragen, als uns lieb ist.

Und weil eine große, dafür aber nur mittelmäßige Menge Weißburgunder oder Cabernet nicht den knappen Muskat Ottonel oder Zweigelt ersetzen kann (sondern vielleicht sogar Kunden verärgert, die besseres von uns gewohnt sind), landen auch 2016 Trauben auf dem Boden.

Auch wenn ich sie gerne wenige hundert Meter weiter in den erfrorenen Weingärten ohne nennenswerten Ertrag an die Reben heften würde…

Thema: Reben und ihre Pflege | Beitrag kommentieren

Stress lass nach

Sonntag, 10. Juli 2016 | Autor:

Erbsengröße

Langsam lässt die Arbeit im Weingarten etwas nach. Alle Triebe sind dort, wo sie sein sollen und mittlerweile auch gewipfelt. Jetzt lenkt der Weinstock seine Energie – soweit diese nicht Ende April erfroren sind – überwiegend in die Trauben, die schon eine beachtliche Größe erreicht haben.

Auch die merkbare Trockenheit trägt dazu bei, dass das Triebwachstum langsam zum Stillstand kommt. Anders als die Kollegen in Deutschland hatten wir nämlich im Juni keine nennenswerten Niederschläge und ein ergiebiger, langsam fallender und vor allem eisfreier Regen würde unseren Reben gut tun.

Thema: Reben und ihre Pflege | Beitrag kommentieren

Hauptblüte gelaufen

Samstag, 18. Juni 2016 | Autor:

Weinblüte

Nach dem lange kühl-wechselhaften Frühjahr ist bei uns am Neusiedlersee Ende Mai endlich mildes, stabiles Wetter eingekehrt. Und während in der näheren Umgebung anderswo immer wieder Gewitter und Regen gemeldet wurde (und die Kollegen in Deutschland mit katastrophalem Dauerregen kämpfen), blieb es bei uns weitgehend trocken.

Beste Bedingungen für die Weinblüte, die rund um den 1. Juni begonnen hat, und sich jetzt ihrem Ende zuneigt. Zumindest bei den „originalen“ Trauben, denn jene wenigen, die nach dem Spätfrost noch nachgewachsen sind, haben einen Rückstand von drei bis fünf Wochen.

Wie sich das bis zur Ernte entwickelt, werden wir sehen. Vielleicht holen sie das ja noch auf, da die geschädigten Stöcke ja meist nur eine oder zwei Trauben zu versorgen haben. Oder wir ernten in mehreren Durchgängen, sofern sich das mengenmäßig rentiert und überhaupt machbar (sprich: der Reifeunterschied einfach zu erkennen) ist.

Thema: Reben und ihre Pflege | Beitrag kommentieren

Scheiße!

Donnerstag, 28. April 2016 | Autor:

Spätfrost

Das hätte Chardonnay 2016 werden sollen.

Nach den ersten kleinen Schäden am Dienstag hat uns (wie sehr, sehr viele Kollegen in ganz Österreich und sonstwo) der Spätfrost in der Nacht von gestern auf heute ziemlich übel erwischt. Ein Drittel unserer Weingärten ist nahe am Totalschaden, ein weiteres Drittel ist deutlich geschädigt und nur rund ein Drittel ist halbwegs unversehrt geblieben.

Natürlich bilden die Rebstöcke in ein paar Wochen wieder neue Triebe und Blätter, Trauben wachsen aber wohl nur sehr sehr vereinzelt nach. Wir müssen also damit rechnen, dass wir vom 2016er weniger als die Hälfte einer normalen Ernte in den Keller bekommen werden.

Diese Aussichten sind natürlich – man verzeihe mir die deutliche Wortwahl – scheiße.

Trotzdem möchte ich meine Schilderungen nicht als Wehklagen verstanden wissen. Wir Bauern haben bei manchen zwar den Ruf, ständig zu jammern, aber wenn ich von den Frostschäden berichte, dann nicht, um Mitleid oder Fördergelder zu erheischen.

Elementarereignisse wie dieses sind zum Glück selten, gehören aber zu meinem Beruf. Unser Betrieb ist gut genug aufgestellt, um damit umgehen zu können. Wir haben unsere Fixkosten im Griff, sind klein genug, um so etwas flexibel handhaben zu können, haben treue, verständnisvolle Kunden, einen auch quantitativ guten Jahrgang 2015 im Keller und vor allem bei den Rotweinen auch Reserven aus den Jahren davor.

Auch wenn es mir wohl nicht alle glauben werden: Mehr betroffen als das Loch in meiner Brieftasche im nächsten Jahr macht es mich, meine Rebstöcke in so einem Zustand zu sehen.

Thema: Dauerthema Wetter | Beitrag kommentieren

Spätfrost!

Dienstag, 26. April 2016 | Autor:

Spätfrost1 bearbeitet

Archivbild 2011

Der frühe Austrieb der Reben und der kalte Wetterumschwung der letzten Tage sorgt bei uns Weinbauern für berechtigte Nervosität. Sobald die jungen Triebe nämlich die schützende Hülle der Knospen verlassen haben, führen schon Temperaturen knapp unter dem Gefrierpunkt zu Frostschäden.

Viele Kollegen in Österreich, Deutschland und Südtirol sind bereits massiv betroffen, und vergangene Nacht hat es leider auch uns ein wenig erwischt. Nicht allerdings in den tiefliegenden Lagen am See wie zu erwarten (und wie zuletzt 2011), sondern in unserer größten Parzelle am Goldberg, die nahe an einem kaltluftführenden Einschnitt im Hügelland liegt.

Nach Schätzung meines Vaters liegt der Schaden zum Glück nur bei vielleicht 10 Prozent, aber die Kältewelle ist noch nicht vorbei, bis zu den eigentlichen Eismännern dauert es noch zwei Wochen, und 2012 sind in einigen Gebieten sogar noch nach dem 15. Mai Reben erfroren…

Thema: Dauerthema Wetter | 2 Kommentare

Adebar ist wieder da

Samstag, 2. April 2016 | Autor:

Storch 3 komprimiert

Gestern habe ich begonnen, den Boden in unseren Weingärten mit einem Spezialgerät zu lockern ohne die Begrünung umzubrechen. Und wie schon öfter beschrieben, hat es auch dieses Mal nicht lange gedauert, bis ich einen Storch als Begleiter hatte.

Zu verlockend ist die Chance auf eine aufgescheuchte Maus, einen ans Tageslicht gebrachten Regenwurm oder einen abgelenkten Frosch…

Thema: Reben und ihre Pflege | Beitrag kommentieren

Zögerlicher Frühling

Samstag, 19. März 2016 | Autor:

Anbinden komprimiert

Während unser Arbeiter noch zwei, drei Tage damit beschäftigt sein wird, die letzten Triebe aus dem Drahtrahmen der geschnittenen Weingärten zu entfernen, haben wir schon mit dem Binden der Fruchtruten begonnen.

Dabei wird der beim Rebschnitt belassene Trieb aus dem Vorjahr mehr oder weniger waagrecht am untersten Draht befestigt. Alle Knospen haben so die gleiche Ausgangsbasis für die neue Vegetationsperiode.

Ein klein wenig sind die Augen der Reben schon angeschwollen, aber bis zum Austrieb haben wir noch genug Zeit, diese Arbeit abzuschließen.

Auch wenn sich das Wetter tagsüber manchmal schon recht frühlingshaft gibt, sind die Nächte nämlich immer noch sehr kühl und bremsen die Vegetation. Die ersten Mandelbäume haben zwar schon vor rund drei Wochen zögerlich zu blühen begonnen, aber die letzten sind immer noch dabei.

Uns ist das nur recht: Ein nicht all zu früher Start in die Saison reduziert das Risiko für Spätfrostschäden, beugt durch das dann meist raschere Wachstum der jungen Triebe Schäden durch Kräuselmilben vor und erhöht die Wahrscheinlichkeit einer nicht extrem frühen Ernte.

Thema: Reben und ihre Pflege | Beitrag kommentieren

Sieben Grad in neun Tagen

Sonntag, 15. November 2015 | Autor:

Beerenauslese 2015

Eigentlich wollten wir am Dienstag, den 3. November wie hier angekündigt die heurige Ernte mit einer süßen Auslese vom Traminer und Weißburgunder abschließen.

Während aber die Zuckergrade des Traminers im angestrebten Bereich lagen, war der Weißburgunder trotz Aussortierens der wenigen nicht edelfaulen Beeren mit rund 21°KMW (ca. 105°Oe) ziemlich knapp am gesetzlichen Mindestwert und wir brachen die Lese nach der Traminer-Ernte beim Weißburgunder nach einer halben Stunde ab.

Neun Tage später, vorgestern Freitag, starteten wir einen neuen Versuch und konnten ohne Aussortieren eine schöne Beerenauslese mit 28°KMW (ca. 140°Oe) ernten.

Damit endet der Jahrgang 2015 mit zwei Prädikatsweinen in brauchbarer Menge, die wir beide gut gebrauchen können.

Thema: Lese 2015 | Beitrag kommentieren

Auslesewetter

Freitag, 30. Oktober 2015 | Autor:

Botrytis beim Neuburger 2008

Mitte Oktober hat es in einer guten Woche mehr geregnet, als im Juli, August und September zusammen. Wie für unseren Süßwein erhofft, hat das die Ausbreitung des Edelfäulepilzes Botrytis cinerea in den beiden noch nicht gelesenen Weingärten sehr begünstigt.

Die meisten Beerenschalen von Weißburgunder und Traminer sind jetzt braun und mürbe. Ein wenig Wasser ist schon durch die porösen Schalen verdunstet und der Zuckergehalt in den Beeren dadurch um zwei, drei Grad angestiegen.

In den nächsten Tagen sollte sich dieser Prozess deutlich beschleunigen, denn die Wetterprognosen versprechen sonniges, weitgehend nebelfreies Wetter mit mildem Südostwind.

Damit es keine unbeabsichtigte Beerenauslese wird wie 1996, werden wir die Trauben also wohl in der kommenden Woche ernten.

Archivbild von 2008

Thema: Lese 2015 | Ein Kommentar

Jahrgangsbeobachtungen (9)

Sonntag, 18. Oktober 2015 | Autor:

Hamader 9

Geduldsprobe

Dass alle paar Jahre ein Tank oder Fass auffallend langsam gärt, kommt immer wieder vor. Wenn es aber gleich sechs verschiedene Chargen in einem Jahr sind, kann man durchaus von einem Jahrgangsphänomen sprechen. Zumindest in unserem Keller.

Mittlerweile sind sie zum Glück alle durchgegoren, aber in zwischendurch war ich schon etwas nervös ob der ungewohnt langsamen Zuckerabnahme bei meinen täglichen Messungen.

Schließlich ist der Markt für halbtrockene bis liebliche Chardonnays und Weißburgunder wohl nicht besonders groß und wir stehen seit Jahren gerade nicht für diesen Weinstil. Außerdem hätte der Wein dann ja gefehlt, um die Wünsche unserer Kunden nach trockenen Weinen zu befriedigen.

Foto: Erich Hamader

Thema: Lese 2015 | Beitrag kommentieren

Jahrgangsbeobachtungen (8)

Sonntag, 11. Oktober 2015 | Autor:

Hamader 8

Mehr Druck, weniger Trub

Unsere Weinpresse mußte sich in diesem Jahr ein klein wenig mehr anstrengen, um den Most aus den Beeren zu holen. Auf Extrembedingungen wie im heurigen Sommer reagiert die Weinrebe nämlich mit einer dickeren Traubenschale, der der Saft etwas schwerer abzuringen ist. Und weil auch keinerlei Fäulnis die Schale angegriffen hat, war es notwendig, das Pressprogramm dementsprechend zu adaptieren.

Der Saft enthielt dafür dann allerdings deutlich weniger Trubstoffe als z.B. 2014, was weniger Verlust bei der Vorklärung der Weißweinmoste über Nacht (dem sogenannten Entschleimen) bedeutete.

Foto: Erich Hamader

Thema: Lese 2015 | Beitrag kommentieren

Jahrgangsbeobachtungen (7)

Samstag, 10. Oktober 2015 | Autor:

Hamader 7

Beschränktes Staraufgebot

Obwohl die  Stare heuer schon recht früh in ungewohnt stattlicher Anzahl präsent waren, hält sich der Fraßschaden insgesamt anders als in anderen Jahren in verschmerzbaren Grenzen.

Als wir Ende Juli bemerkten, dass die Vögel schon zur Umfärbung die ersten rosaroten Zweigelt-Beeren aus den noch überwiegend grünen Trauben picken, haben wir die beiden gefährdetsten Weingärten mit Netzen geschützt. Während der Reifephase waren dann (natürlich auch dank der gemeinsam organisierten Vertreibungsaktion) kaum größere Schwärme in unseren Weingärten präsent. Und wenn, führte die zunehmende Reife aller Traubensorten dazu, dass der Schaden verteilt und dadurch meist nicht nennenswert ausfiel.

Nach Abschluss der Hauptlese haben wir dann sofort die Netze in jene beiden Weingärten transferiert, die noch auf die Ernte warten. Dort ist auch nach Ende der Starehut bis jetzt kein nennenswerter Starefraß zu beobachten. Hoffentlich bleibt es so, denn auch die Netze können keinen hundertprozentigen Schutz bieten.

Foto: Erich Hamader

Thema: Lese 2015 | Beitrag kommentieren