Was für ein Jahr

Sonntag, 27. Dezember 2020 | Autor:

2020 geht zu Ende, und wohl selten gab es mehr Erleichterung darüber, dass ein Jahr endlich vorbei ist. Corona (wenn auch zum Glück bisher ohne Erkrankungen im nahen Umfeld), Wasserrohrbruch und die Auswirkungen der Pandemie gaben in den letzten Monaten keinen Anlass zur Freude.

Zum Glück gibt es 2020 aber auch Wein, und er ist ziemlich gut geworden! Wetter und Reben haben sich dem Negativtrend des Jahres entzogen und uns einen sowohl qualitativ als auch quantitativ sehr zufriedenstellenden Jahrgang beschert.

Nach einem besorgniserregend trockenen Frühjahr und einem gerade ausreichend feuchten Sommer ohne große Hitzewellen und mit vielen relativ kühlen Nächten begann die Traubenreife nicht ganz so früh, wie mittlerweile üblich. Die letzten Tage vor der Ernte und die Weinlesezeit waren dann unerwartet warm. Das führte zu einer seltenen Kombination von Fruchtaromatik und Frische mit sehr guter Reife der Trauben.

Die Weißweine sind bei solchen Bedingungen natürlich besonders vielversprechend, aber auch mit den Roten bin ich sehr zufrieden. Zwar dürften die Blaufränkischen nicht ganz an das Ausnahmejahr 2019 herankommen, aber überdurchschnittlich sind sie allemal. Und der heurige Cabernet wird den 2019er sicher überflügeln, wenn die Zeit reif ist.

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Die erste Woche

Sonntag, 20. September 2020 | Autor:

Die erste Lesewoche liegt hinter uns. Teile unseres Grünen Veltliner, Chardonnay, Muskat Ottonel und Zweigelt sowie die gesamte kleine Menge Welschriesling, die wir noch haben sind im Keller.

Anders als für Mitte September erhofft, war es zumindest bis Donnerstag recht heiß und nach der Abkühlung mit etwas Regen steigen die Temperaturen jetzt wieder bis weit in die nächste Woche an. Das ist zwar anstrengend für die Lesehelfer, aber dafür ist wenigstens kein weiterer Regen in Sicht.

Den brauchen wir nämlich nicht, denn schon diese Woche hat sich gezeigt, dass der Niederschlag Ende August – vermutlich teilweise in Verbindung mit Schäden durch Wespen und die Kirschessigfliege – in einzelnen Weingärten zu kleinen Fäulnisnestern in den Trauben geführt hat. Unser tolles Leseteam hat das zwar gut im Griff, aber natürlich ist das Aussortieren anstrengend und kostet Zeit.

Insgesamt sind wir aber bisher sehr zufrieden. Die Reife ist gut, der Lesetermin und die bisherige Reihenfolge dürften passen. Es sieht fast so aus, als ob uns der Weinjahrgang für das sonst so schwierige Jahr 2020 entschädigen wollte.

Ein ganz, ganz großes Dankeschön an unsere hochmotivierte Crew: Laci und Andrea, Toni und Angela, Sorin, Erik, Elisabeth und Judit, Anna und Felix, Viktoria, Birgit, meinen Vater Gerhard als Organisator im Weingarten und meine Mutter Elfi für die Verpflegung der ganzen Partie und die Logistik zu Hause.

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Vielversprechend

Sonntag, 13. September 2020 | Autor:

Am Vorabend der Weinlese herrscht immer eine ganz besondere Stimmung. Vorfreude, gespannte Erwartung, ein wenig Unsicherheit, ob der Termin der richtige ist und bei den Vorbereitungen nichts vergessen wurde. Heuer kommen dann noch die besonderen Umstände der Corona-Pandemie dazu und die Sorgen angesichts der wieder deutlich steigenden Zahlen.

Trotzdem gehen wir mit großer Hoffnung in die Ernte und werden versuchen, uns vorerst keine Gedanken darüber zu machen, wie es später mit dem Verkauf der in den kommenden Wochen gelesenen Weine aussehen wird. So vielversprechend wie sich die Trauben präsentieren hat sich der Jahrgang 2020 das verdient.

Bis auf wenige Ausnahmen sind die Trauben noch sehr gesund und haben jetzt die richtige Reife. Die vereinzelten Fäulnisnester nach den beiden Regenfällen vor gut zwei Wochen kann unser motiviertes Leseteam sicher gut aussortieren und ein weiterer Regen ist zumindest derzeit nicht in Sicht.

Die nächsten Wochen sind die anstrengendsten des ganzen Weinjahres, in denen man mitunter an die Grenzen der physischen und psychischen Belastbarkeit gerät. Trotzdem ist heute für mich ein Tag der Freude:

Morgen beginnen wir mit der Lese 2020!

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