Kunst und Wein: Spannende Parallelen

Sonntag, 24. März 2013 | Autor:

Eine Musikkritik ist wie jede Kunstkritik von vornherein eine subjektive Angelegenheit. Ich kann nur schreiben, wie es mir persönlich bei einer Aufführung geht – da halbwegs bei der Sache zu bleiben, dazu hilft mir die Erfahrung, die ich gesammelt habe, und das erlernte Wissen. …

Es ist viel mehr objektivierbar, als man gemeinhin glauben möchte. Ob einer die Noten alle abliefert, wie sie geschrieben sind, ob etwas laut oder leise ist, ob ein Tenor das hohe C erreicht oder nicht, das alles sind nachprüfbare Fakten. Nur: Um die geht es in der Regel nicht wirklich. …

Es stimmt ja auch der alte Spruch, dass das Wesentliche nicht in den Noten steht – sondern zwischen den Zeilen. Womit wir uns aber eben auf dem gefährlichen Terrain der Unwägbarkeiten bewegen. Nur diese Unwägbarkeiten machen Kunst aus. Daher ist natürlich jede Aussage darüber zwangsläufig subjektiv.

“Presse”-Musikkritiker Wilhelm Sinkovicz (als Befragter) in einem Interview mit Angelika Kirchschlager (als Gast-Chefredakteurin) in der heutigen Jubiläumsausgabe der “Presse am Sonntag“.

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Weinernte 2012 jetzt amtlich

Dienstag, 12. März 2013 | Autor:

Erntestatistik 2012

Wie die Zeitschrift “Der Winzer” hier berichtet, ist die Erntemenge 2012 jetzt amtlich und entspricht ziemlich genau der Oktoberschätzung der Statistik Austria.

Während das Burgenland und die Steiermark eine Normalernte einfahren konnten und Wien sogar über dem Durchschnitt lag, gab es in Niederösterreich 22 Prozent weniger als im Schnitt der letzten fünf Jahre. Besonders betroffen sind die Weinbaugebiete Kamptal und Weinviertel.

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Weinmarketingbeitrag neu: Beschluss verschoben

Sonntag, 24. Februar 2013 | Autor:

Wie man hier nachlesen kann, wurde die Neuregelung der von den österreichischen Winzern an die gemeinsame Marketingorganisation zu leistenden Beiträge im Nationalrat vorläufig verschoben. Möglicherweise waren die Verhandlungen zwischen der Regierungskoalition und den Grünen für die notwendige Zweidrittelmehrheit (noch) nicht von Erfolg gekrönt.

Deutlich teurer, aber gerecht

Seit vielen Jahren wird die heimische Weinwerbung (in Form der ÖWM) von Bund, weinbautreibenden Ländern und den Weinproduzenten finanziert. Letztere zahlen (schon lange unverändert) 55 Euro pro Hektar Weingartenfläche.

Diese Form der Produzentenbeträge ist jedoch einerseits relativ aufwendig zu administrieren (angeblich verschlingt der Aufwand der dafür zuständigen AMA 10% davon) und andererseits häufig ungerecht, wenn Trauben- und Faßweinvermarkter Beiträge leisten, die Handels- und Abfüllbetriebe, die die größere Wertschöpfung erzielen aber nicht immer den richtigen Platz im System haben.

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Blindverkoster sind auch nur Menschen (14)

Mittwoch, 12. Dezember 2012 | Autor:

Foto: steve.haider.com

Auch die geübtesten (Blind-)Verkoster sind nur Menschen. Und den besten von ihnen ist immer bewußt, dass irren zum Menschsein dazugehört und es in (Wein-)Geschmacksfragen niemals eine richtige, eine alleingültige Meinung geben kann.

Verkostungserlebnisse, die mich daran erinnern, und Artikel, die darüber berichten zählen deshalb zu meinen wichtigsten Erfahrungen:

Nicht neu, aber immer wieder spannend – und selten so pointiert formuliert – ist die Erkenntnis, dass überbordende, in geradezu absurde Details gehende Aromabeschreibungen relativ wenig mit aussagekräftiger, nachvollziehbarer Weinsprache zu tun haben.

Coco Krumme hat hier (in Englisch) sogar einen Zusammenhang zwischen dem Weinpreis und der weitgehend sinnlosen Detailverliebtheit vieler journalistischer Weinbeschreibungen gefunden. Teure Weine, so schreibt er, werden eher mit “dunklen” Wörtern wie “intensiv”, “samtig” oder “rauchig” versehen und eher mit einzelnen Aromen wie “Tabak” oder “Schokolade” beschrieben anstatt nur als “fruchtig” oder ”sauber” wie billigere Weine.

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Lesetipp: Angriff der Killerlaus

Montag, 19. November 2012 | Autor:

Rebschule

Vor rund 150 Jahren wurde die Reblaus nach Europa eingeschleppt. Ein lesenswerter Artikel zu diesem Thema findet sich hier in der deutschen Zeitung “Der Tagesspiegel”.

Gefunden dank Winzerblogger Thomas.

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2,1 Millionen Hektoliter

Donnerstag, 1. November 2012 | Autor:

Bildquelle: ÖWM/Statistik Austria

Bildquelle: ÖWM/Statistik Austria (leicht bearbeitet)

Wie hier bereits vor ein paar Tagen berichtet, ist die heurige Erntemenge vor allem in Niederösterreich recht klein ausgefallen. Mit der meist schon relativ genauen Oktoberschätzung der Statistik Austria, die jetzt von der ÖWM veröffentlicht wurde, gibt es jetzt auch erste Daten dazu.

Insgesamt rechnet man mit 2,1 Millionen Hektoliter Wein, rund 400.000 hl weniger als der Fünfjahresschnitt von 2007 bis 2011.

Wie es in den einzelnen Weinbaugebieten aussieht, sieht man hier:  weiter…

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Nationalstolz

Freitag, 26. Oktober 2012 | Autor:

Gspritzter: Sujet Österreich
Plakatwerbung bei der Fußball-Heim-EM 2008, Quelle: ÖWM

Laut dieser Umfrage, die im Auftrag der Tageszeitung “Der Standard” anlässlich des heutigen Nationalfeiertages durchgeführt wurde, sind die Österreicher durchaus stolz auf ihr Heimatland.

Angesichts der aktuellen politischen Lage könnte einem das durchaus bemerkenswert erscheinen, aber mir als Weinbauern sticht ein anderes Ergebnis noch vielmehr ins Auge. Auf die Frage

“Es gibt ja bei jedem Land Berufgruppen, die man besonders stark als imagebildend für das Land betrachtet, so ist Frankreich international für seine Köche bekannt oder die USA für die Schauspieler. Welche Berufsgruppen sind für Österreich wichtig, welche prägen Österreichs guten Ruf?”

nannten 56 Prozent der Befragten die Weinbauern und reihten meinen Berufsstand damit an die erste Stelle, knapp vor den Ärzten und Sportlern.

Wer hätte das vor 27 Jahren gedacht…

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Der Bauer und sein Kind

Dienstag, 26. Juni 2012 | Autor:

Foto: steve.haider.com

Thomas macht sich hier in seinem Blog 25cl Gedanken über den richtigen und falschen Standort von Werbetafeln der chemischen Industrie. In seinem Beitrag zitiert er auch ein Gedicht von Julius Sturm, das ich für sehr lesenswert halte:

Der Bauer und sein Kind

Der Bauer steht vor seinem Feld
und zieht die Stirne kraus in Falten:

“Ich hab’ den Acker wohl bestellt
auf gute Aussaat streng gehalten,
nun sieh’ mir eins das Unkraut an,
das hat der BÖSE FEIND getan!”

Die zweite Hälfte steht hier ganz unten.

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(M)ein Blog ist kein Selbstbedienungsladen

Sonntag, 24. Juni 2012 | Autor:

Wie wohl für sehr viele, die Bilder und Texte produzieren, ist es auch für mich nicht neu, dass sich faule und wenig einfallsreiche Zeitgenossen die geistige Arbeitsleistung anderer ungefragt unter den Nagel reißen.

Nicht das ich noch nie die eine oder andere Redewendung, den einen oder anderen Satz oder den Zugang zu einem bestimmten Thema von jemand anderem übernommen hätte. Aber den Artikel eines Berufskollegen ungefragt über weite Strecken wortgleich in meinen Newsletter gestellt um meine Weine zu bewerben habe ich noch nie.

Eine Frechheit. Umsomehr, als mich der Kollege persönlich kennt.

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Spätfrost: Weitere Schadensmeldungen

Montag, 21. Mai 2012 | Autor:

Rebschule

Seit dem Spätfrost am vergangenen Freitag trudeln laufend neue Schadensmeldungen ein. In Niederösterreich ist mittlerweile davon die Rede, dass ein Viertel der gesamten Rebfläche (d.h. 6000 Hektar!) mehr oder weniger stark betroffen sein könnte. Und auch im Burgenland scheint es größere Schäden zu geben, als vergangene Woche aus unserer Mörbischer Perspektive vermutet.

In den vom Neusiedlersee abgewandten Nachbarorten St. Margarethen und Oslip gibt es ähnliche Bilder wie 2011, in Gols und anderen Orten auf der Ostseite des Sees soll es Schäden geben, und einem Freund im Mittelburgenland sind auch einige Weingärten erfroren.

Seine Rebschule hat die kalte Nacht zumindest auf den ersten Blick halbwegs gut überstanden. Ob das junge, empfindliche Wundgewebe zwischen den frisch veredelten Unterlags- und Edelreben den Frost gut überstanden hat, wird sich aber erst herausstellen.

Einige niederösterreichische Rebveredler dürften ihre gesamte heurige Produktion verloren und entsprechend große wirtschaftliche Sorgen haben…

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