Spätfrostfolgen (3)

Donnerstag, 16. März 2017 | Autor:

Seit kurzem ist die Erntestatistik 2016 online. Sie beruht auf den Erntemeldungen, die jeder Weinbaubetrieb als Grundlage seiner Kellerbuchführung abgeben muss.

Mit 1,95 Millionen Hektolitern österreichweit liegt der Jahrgang 2016 um ca. 14 Prozent unter seinem Vorgänger 2015 und rund 16 Prozent unter dem Fünfjahresschnitt von 2011 bis 2015.

Das mag harmlos erscheinen, aber wie so oft liegt der Teufel im Detail. Während die niederösterreichischen Gebiete (trotz deutlicher Ausfälle in der Wachau, der Thermenregion und Carnuntum) insgesamt sogar um 11 Prozent mehr als 2015 ernten konnte, sieht es bei uns im Burgenland und in der Steiermark dramatisch anders aus.

Das Burgenland hat Verluste von rund 50 Prozent gegenüber 2015 zu verzeichnen, die Steiermark sogar gut 60 Prozent. Da sind wir mit unseren gut 30 Prozent ja noch fast glimpflich davongekommen…

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Wein: Eine Tragödie

Sonntag, 24. Januar 2016 | Autor:

Rotweinreflexion Rauter komprimiert

Ich habe ja auch schon gelegentlich beklagt, dass nicht selten viel zu viel Tamtam rund um den Wein gemacht und dabei auf den ungezwungenen Genuss vergessen wird.

Viel besser analysiert das aber Ryan Opaz in diesem (englischen) Beitrag. Lesenswert!

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Zwei Millionen Hektoliter

Montag, 16. März 2015 | Autor:

Weinernte 2014

Quelle: Statistik Austria

Nach den Schätzungen im Herbst ist jetzt endlich das offizielle Ergebnis der Weinernte 2014 da: Mit knapp zwei Millionen Hektoliter hat der vergangene Jahrgang die fünftkleinste Ernte der letzten 30 Jahre erbracht, rund 16% weniger als 2013 bzw. rund 13% weniger als der Schnitt der letzten fünf Jahre.

Besonders klein war die Ernte im Burgenland (-26% zu 2013, -21% zum 5-Jahres-Schnitt), ganz besonders in unserem Gebiet Neusiedlersee-Hügelland (mit 30,8 hl/ha der geringste Hektarertrag aller österreichischen Weinbaugebiete). Und anders als in Niederösterreich, wo es beim Rotwein deutlich mehr Einbußen gab als beim Weißen, sind die Verluste im Burgenland gleichmäßig verteilt.

Warum wir in unseren Weingärten zum Glück deutlich geringere Verluste als der Durchschnitt zu verzeichnen hatten, hat wohl mehrere Gründe:

Unsere Rebstöcke sind sorgfältig gepflegt und weisen grundsätzlich ein gutes (aber nicht übertriebenes) Ertragspotential auf. Mit entsprechender Laubarbeit und sachgerechtem Pflanzenschutz hatten wir die zum Teil massiv auftretenden Pilzkrankheiten (Oidium!) sehr gut im Griff und dadurch keinerlei Verluste zu beklagen. Auch der Hagel Anfang August hat offensichtlich weit weniger Menge gekostet, als befürchtet.

Möglicherweise wegen der guten Laubarbeit, ganz sicher aber dank des frühen Erntebeginns und der raschen (dabei aber trotzdem sorgfältigen) Lese haben wir weit weniger Trauben an die Fäulnis verloren als zahlreiche Kollegen. Vor allem größeren Betrieben und solchen, die keine Lehren aus vergangenen Extrembotrytisjahren gezogen haben, sind viele Trauben (und damit bei selektiver Lese zwar nicht Qualität aber ganz viel Menge) weggefault.

Besonders hart hat es sicherlich auch Kollegen getroffen, die in größerem Ausmaß Prädikatsweine angestrebt haben. Wir haben „nur“ 0,25 ha Traminer als Totalausfall zu beklagen, andere aber mehrere Hektar.

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Szechuanpfeffer

Samstag, 24. Mai 2014 | Autor:

Leithaberg-Flasche komprimiert

Dirk Würtz, Blogger- und Winzerkollege und Zampano in allen On- und Offline-Weingassen hat unseren Leithaberg-Blaufränkisch verkostet und schreibt (im unteren Teil seines Blog-Beitrages) zum 2010er unter anderem:

Ich rieche in das Glas und der Pfeffer hüpft mich an. Szechuan Pfeffer! Aber so was von! Nein, ich bin nicht verrückt. … Dieser Wein sollte als “Pegelwein” zu jedem Sensorikseminar. Genial! Ansonsten ist er ein zarter und filigraner, ein eleganter mit einer total animierenden Säure. Gänsehautwein!!! Der Wein packt mich und wird direkt ausgetrunken.

Den 2011er findet Würtz auch gut, er schätzt aber im Gegensatz zu den meisten Profi-Kostern den für uns Weinbauern wesentlich schwierigeren Jahrgang 2010 deutlich höher ein.

Allen Blog-Lesern, die in diesem Jahrgangsvergleich schauen wollen, auf welcher Seite sie stehen, allen, die auf der Suche nach einem Szechuan-Pfeffer-Pegel sind, und allen, die einfach nur ein paar Flaschen guten, eleganten, würzigen Blaufränkisch im Keller haben wollen mache ich folgendes Angebot:

Bis 15. Juni versende ich beide Jahrgänge beliebig sortiert im 6er-Karton österreich- und deutschlandweit zum Preis von 15 Euro pro Flasche (statt 18) frei Haus. Fragen und Bestellungen bitte einfach per Mail an weingut[at]grenzhof-fiedler.at

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Falstaff Rotweingala 2013

Montag, 25. November 2013 | Autor:

Foto: steve.haider.com

Auch wenn sie über die Jahre zahlreiche Konkurrenz und Kritiker bekommen hat, ist die Rotweinprämierung des Falstaff-Magazins nach wie vor die prestigeträchtigste heimische Weinbewertung. Die Ergebnisse werden traditionell bei einer Gala im November verkündet, zu der auch die am höchsten bewerteten Betriebe eingeladen werden.

Nach unserem Sortensieg beim Cabernet vor einigen Jahren ist es heuer wieder einmal soweit und ich darf morgen Dienstag Leithaberg Rot 2011 und Rote Trilogie 2009 in der Wiener Hofburg präsentieren. Mal sehen, wie gut sie wirklich abgeschnitten haben.

Nähere Infos zur Rotweingala finden sich hier.

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Good News

Donnerstag, 10. Oktober 2013 | Autor:

Beinahe wären die guten Nachrichten im Weinlesetrubel untergegangen: Vom brandneuen Weinguide von A la Carte haben wir eine Serie hoher Bewertungen erhalten.

Man mag zu Punktebewertungen von Wein stehen wie man will (ich bin da eher skeptisch), und deren Vergabe als zu großzügig ansehen (was ich durchaus nachvollziehen kann).

Aber aus 93 Punkten für Cabernet Sauvignon 2009, Rote Trilogie 2009, Leithaberg Weiß 2012 und Ober dem Mühlweg 2012 sowie 92 Punkten für Leithaberg Rot 2010 und Chardonnay Duett 2012 und 90 Punkten für ganz normalen Blaufränkisch 2011 kann man – glaube ich – doch den Schluß ziehen, dass wir nicht alles ganz falsch gemacht haben.

Nähere Infos gibt es hier als pdf: A la Carte 2014

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Vinocamp Deutschland 2013

Donnerstag, 27. Juni 2013 | Autor:

Foto: Andreas Baldauf

Vinocamp 2012, Foto: Andreas Baldauf

Am kommenden Wochenende findet in den Räumlichkeiten der FH Geisenheim das dritte deutsche Vinocamp statt, dank Winzerblogger Thomas Lippert und Dirk Würtz (und mit Unterstützung zahlreicher Helfer und Sponsoren) DER Treffpunkt für alle deutschsprachigen Wein-Internet-Interessierten.

Anders als im Vorjahr kann ich heuer leider nicht dabei sein, aber ich freue mich, dass mein Weinrallye-Beitrag über die Pflanzrechte in die Endausscheidung des neu ins Leben gerufenen Wein Online Award nominiert wurde. (Dass in einem anderen der vier Beiträge ein Wein von mir am Rande eine Rolle spielt ist natürlich auch schön.)

Ich wünsche Thomas, Harald, Felix, Matthias, Dirk und allen anderen auf diesem Weg interessante, kommunikative, unterhaltsame und genussreiche Tage im Rheingau. Vielleicht klappt es bei mir ja im nächsten Jahr wieder…

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Kunst und Wein: Spannende Parallelen

Sonntag, 24. März 2013 | Autor:

Eine Musikkritik ist wie jede Kunstkritik von vornherein eine subjektive Angelegenheit. Ich kann nur schreiben, wie es mir persönlich bei einer Aufführung geht – da halbwegs bei der Sache zu bleiben, dazu hilft mir die Erfahrung, die ich gesammelt habe, und das erlernte Wissen. …

Es ist viel mehr objektivierbar, als man gemeinhin glauben möchte. Ob einer die Noten alle abliefert, wie sie geschrieben sind, ob etwas laut oder leise ist, ob ein Tenor das hohe C erreicht oder nicht, das alles sind nachprüfbare Fakten. Nur: Um die geht es in der Regel nicht wirklich. …

Es stimmt ja auch der alte Spruch, dass das Wesentliche nicht in den Noten steht – sondern zwischen den Zeilen. Womit wir uns aber eben auf dem gefährlichen Terrain der Unwägbarkeiten bewegen. Nur diese Unwägbarkeiten machen Kunst aus. Daher ist natürlich jede Aussage darüber zwangsläufig subjektiv.

„Presse“-Musikkritiker Wilhelm Sinkovicz (als Befragter) in einem Interview mit Angelika Kirchschlager (als Gast-Chefredakteurin) in der heutigen Jubiläumsausgabe der „Presse am Sonntag„.

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Weinernte 2012 jetzt amtlich

Dienstag, 12. März 2013 | Autor:

Erntestatistik 2012

Wie die Zeitschrift „Der Winzer“ hier berichtet, ist die Erntemenge 2012 jetzt amtlich und entspricht ziemlich genau der Oktoberschätzung der Statistik Austria.

Während das Burgenland und die Steiermark eine Normalernte einfahren konnten und Wien sogar über dem Durchschnitt lag, gab es in Niederösterreich 22 Prozent weniger als im Schnitt der letzten fünf Jahre. Besonders betroffen sind die Weinbaugebiete Kamptal und Weinviertel.

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Weinmarketingbeitrag neu: Beschluss verschoben

Sonntag, 24. Februar 2013 | Autor:

Wie man hier nachlesen kann, wurde die Neuregelung der von den österreichischen Winzern an die gemeinsame Marketingorganisation zu leistenden Beiträge im Nationalrat vorläufig verschoben. Möglicherweise waren die Verhandlungen zwischen der Regierungskoalition und den Grünen für die notwendige Zweidrittelmehrheit (noch) nicht von Erfolg gekrönt.

Deutlich teurer, aber gerecht

Seit vielen Jahren wird die heimische Weinwerbung (in Form der ÖWM) von Bund, weinbautreibenden Ländern und den Weinproduzenten finanziert. Letztere zahlen (schon lange unverändert) 55 Euro pro Hektar Weingartenfläche.

Diese Form der Produzentenbeträge ist jedoch einerseits relativ aufwendig zu administrieren (angeblich verschlingt der Aufwand der dafür zuständigen AMA 10% davon) und andererseits häufig ungerecht, wenn Trauben- und Faßweinvermarkter Beiträge leisten, die Handels- und Abfüllbetriebe, die die größere Wertschöpfung erzielen aber nicht immer den richtigen Platz im System haben.

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Blindverkoster sind auch nur Menschen (14)

Mittwoch, 12. Dezember 2012 | Autor:

Foto: steve.haider.com

Auch die geübtesten (Blind-)Verkoster sind nur Menschen. Und den besten von ihnen ist immer bewußt, dass irren zum Menschsein dazugehört und es in (Wein-)Geschmacksfragen niemals eine richtige, eine alleingültige Meinung geben kann.

Verkostungserlebnisse, die mich daran erinnern, und Artikel, die darüber berichten zählen deshalb zu meinen wichtigsten Erfahrungen:

Nicht neu, aber immer wieder spannend – und selten so pointiert formuliert – ist die Erkenntnis, dass überbordende, in geradezu absurde Details gehende Aromabeschreibungen relativ wenig mit aussagekräftiger, nachvollziehbarer Weinsprache zu tun haben.

Coco Krumme hat hier (in Englisch) sogar einen Zusammenhang zwischen dem Weinpreis und der weitgehend sinnlosen Detailverliebtheit vieler journalistischer Weinbeschreibungen gefunden. Teure Weine, so schreibt er, werden eher mit „dunklen“ Wörtern wie „intensiv“, „samtig“ oder „rauchig“ versehen und eher mit einzelnen Aromen wie „Tabak“ oder „Schokolade“ beschrieben anstatt nur als „fruchtig“ oder „sauber“ wie billigere Weine.

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Lesetipp: Angriff der Killerlaus

Montag, 19. November 2012 | Autor:

Rebschule

Vor rund 150 Jahren wurde die Reblaus nach Europa eingeschleppt. Ein lesenswerter Artikel zu diesem Thema findet sich hier in der deutschen Zeitung „Der Tagesspiegel“.

Gefunden dank Winzerblogger Thomas.

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2,1 Millionen Hektoliter

Donnerstag, 1. November 2012 | Autor:

Bildquelle: ÖWM/Statistik Austria

Bildquelle: ÖWM/Statistik Austria (leicht bearbeitet)

Wie hier bereits vor ein paar Tagen berichtet, ist die heurige Erntemenge vor allem in Niederösterreich recht klein ausgefallen. Mit der meist schon relativ genauen Oktoberschätzung der Statistik Austria, die jetzt von der ÖWM veröffentlicht wurde, gibt es jetzt auch erste Daten dazu.

Insgesamt rechnet man mit 2,1 Millionen Hektoliter Wein, rund 400.000 hl weniger als der Fünfjahresschnitt von 2007 bis 2011.

Wie es in den einzelnen Weinbaugebieten aussieht, sieht man hier:  weiter…

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Nationalstolz

Freitag, 26. Oktober 2012 | Autor:

Gspritzter: Sujet Österreich
Plakatwerbung bei der Fußball-Heim-EM 2008, Quelle: ÖWM

Laut dieser Umfrage, die im Auftrag der Tageszeitung „Der Standard“ anlässlich des heutigen Nationalfeiertages durchgeführt wurde, sind die Österreicher durchaus stolz auf ihr Heimatland.

Angesichts der aktuellen politischen Lage könnte einem das durchaus bemerkenswert erscheinen, aber mir als Weinbauern sticht ein anderes Ergebnis noch vielmehr ins Auge. Auf die Frage

„Es gibt ja bei jedem Land Berufgruppen, die man besonders stark als imagebildend für das Land betrachtet, so ist Frankreich international für seine Köche bekannt oder die USA für die Schauspieler. Welche Berufsgruppen sind für Österreich wichtig, welche prägen Österreichs guten Ruf?“

nannten 56 Prozent der Befragten die Weinbauern und reihten meinen Berufsstand damit an die erste Stelle, knapp vor den Ärzten und Sportlern.

Wer hätte das vor 27 Jahren gedacht…

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Der Bauer und sein Kind

Dienstag, 26. Juni 2012 | Autor:

Foto: steve.haider.com

Thomas macht sich hier in seinem Blog 25cl Gedanken über den richtigen und falschen Standort von Werbetafeln der chemischen Industrie. In seinem Beitrag zitiert er auch ein Gedicht von Julius Sturm, das ich für sehr lesenswert halte:

Der Bauer und sein Kind

Der Bauer steht vor seinem Feld
und zieht die Stirne kraus in Falten:

“Ich hab’ den Acker wohl bestellt
auf gute Aussaat streng gehalten,
nun sieh’ mir eins das Unkraut an,
das hat der BÖSE FEIND getan!”

Die zweite Hälfte steht hier ganz unten.

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(M)ein Blog ist kein Selbstbedienungsladen

Sonntag, 24. Juni 2012 | Autor:

Wie wohl für sehr viele, die Bilder und Texte produzieren, ist es auch für mich nicht neu, dass sich faule und wenig einfallsreiche Zeitgenossen die geistige Arbeitsleistung anderer ungefragt unter den Nagel reißen.

Nicht das ich noch nie die eine oder andere Redewendung, den einen oder anderen Satz oder den Zugang zu einem bestimmten Thema von jemand anderem übernommen hätte. Aber den Artikel eines Berufskollegen ungefragt über weite Strecken wortgleich in meinen Newsletter gestellt um meine Weine zu bewerben habe ich noch nie.

Eine Frechheit. Umsomehr, als mich der Kollege persönlich kennt.

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Spätfrost: Weitere Schadensmeldungen

Montag, 21. Mai 2012 | Autor:

Rebschule

Seit dem Spätfrost am vergangenen Freitag trudeln laufend neue Schadensmeldungen ein. In Niederösterreich ist mittlerweile davon die Rede, dass ein Viertel der gesamten Rebfläche (d.h. 6000 Hektar!) mehr oder weniger stark betroffen sein könnte. Und auch im Burgenland scheint es größere Schäden zu geben, als vergangene Woche aus unserer Mörbischer Perspektive vermutet.

In den vom Neusiedlersee abgewandten Nachbarorten St. Margarethen und Oslip gibt es ähnliche Bilder wie 2011, in Gols und anderen Orten auf der Ostseite des Sees soll es Schäden geben, und einem Freund im Mittelburgenland sind auch einige Weingärten erfroren.

Seine Rebschule hat die kalte Nacht zumindest auf den ersten Blick halbwegs gut überstanden. Ob das junge, empfindliche Wundgewebe zwischen den frisch veredelten Unterlags- und Edelreben den Frost gut überstanden hat, wird sich aber erst herausstellen.

Einige niederösterreichische Rebveredler dürften ihre gesamte heurige Produktion verloren und entsprechend große wirtschaftliche Sorgen haben…

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Spätfrost im Weinviertel

Freitag, 18. Mai 2012 | Autor:

Spätfrost 2011

Vergangene Nacht sanken in einigen Teilen Österreichs die Temperaturen unter den Gefrierpunkt. Zum Glück sind wir nach dem Spätfrost des Vorjahres heuer nicht betroffen, aber im Weinviertel dürfte es einige Schäden geben.

Mein Freund aus Mailberg geht nach einer ersten, naturgemäß recht vagen Schätzung von einem Totalschaden (was die Trauben für die heurige Ernte betrifft) bei etwa 15 Prozent seiner Rebfläche aus.

Die Kürbis(kern)ernte dürfte in der ganzen Region vernichtet worden sein, und auch bei Zuckerrüben und Mais sind Einbußen zu befürchten, wie auch der ORF hier berichtet.

Interessant ist dabei, dass dieser Frost extrem spät, nämlich ein paar Tage nach den Eisheiligen erst in der zweiten Maihälfte gekommen ist. Und dass dieses unangenehme Naturereignis zwei Jahre hintereinander zugeschlagen hat. Bis zum Vorjahr kannte ich den Spätfrost praktisch nur aus Lehrbüchern und von Erzählungen meines Vaters, obwohl ich immerhin auch schon bald 20 Jahre Berufserfahrung aufzuweisen habe.

Ähnlich war es aber auch bei der Peronospora, die nach jahrzehntelanger „Pause“ 2008, 2009 und 2010 gleich dreimal hintereinander zugeschlagen hat (wenngleich man sich dagegen als Winzer deutlich wirkungsvoller wehren kann, als gegen den Spätfrost).

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Europameisterschaft im Burgenland

Freitag, 4. Mai 2012 | Autor:

Winzer-EM

Leider werde ich es zu keinem Match schaffen, aber alle Interessierten finden hier nähere Infos.

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Gegendarstellung

Samstag, 14. April 2012 | Autor:

Professionelle Tester und ambitionierte Hobbyweinverkoster neigen mitunter dazu, nicht nur ihre Einschätzungen zu einem konkreten Wein kundzutun, sondern auch auf bestimmte Details der Weinherstellung zu schließen, die der Winzer besser tun oder lassen hätte sollen.

Nicht immer ist ihnen dabei wohl bewußt, dass sie damit den Bereich des letztlich immer subjektiven (und deshalb niemals richtigen oder falschen) Geschmacksempfindens verlassen und Behauptungen aufstellen, die sich klar beweisen oder widerlegen lassen.

Umso bemerkenswerter ist es, wenn sich eine Winzerin dagegen wehrt, und eine Gegendarstellung von Gault Millau Deutschland erwirkt, wie Dirk Würtz hier berichtet.

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Rebsortenföderalismus

Dienstag, 3. April 2012 | Autor:

Pinot-Trauben

Wie die Zeitschrift „Der Winzer“ hier berichtet, wurde per burgenländischer Landesverordnung der Anbau von 18 neuen Rebsorten zugelassen. Neben zahlreichen neu gezüchteten interspezifischen (d.h. aus „edlen“ europäischen und mehltauwiderstansfähigen amerikanischen Reben gekreuzten) Tafel- und Keltertrauben dürfen damit auch Malbec, Viognier, Lindenblättriger, Gold- und Rosenmuskateller angepflanzt werden.

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Weinbezeichnungsgedöns

Mittwoch, 28. März 2012 | Autor:

 Vinocamp Deutschland
Wie hier bereits ausführlich erklärt, haben Deutschland und Österreich bei allen Unterschieden auch sehr viele Gemeinsamkeiten in Sachen Wein. Grund Genug für eine Session beim Vinocamp 2012.

Angesichts des straffen Zeitplanes habe ich mich dabei auf die Weinbezeichnungssysteme beider Länder konzentriert, und dafür prompt den Session-Titel „Weinbezeichnungsgedöns“ verliehen bekommen. Hier nun der Versuch einer kurzen Zusammenfassung:

Germanisches Weinrecht,…

Im Unterschied zu Frankreich, Italien und Spanien wird in Deutschland und Österreich die Weinqualität weniger über die Herkunft der Trauben, als über ihre Reife definiert. Wenn der Most einen gewissen Zuckergehalt erreicht (und einige andere Dinge erfüllt sind), gilt der daraus gewonnene Wein als Qualitätswein, Kabinett, Spätlese, etc. – (beinahe) egal, wo die Trauben gewachsen sind.

Anders als im romanischen Weinrecht gibt es dabei auch kaum Einschränkungen hinsichtlich des Weinstils, was eine bunte Vielfalt an Rebsorten und Geschmacksrichtungen zur Folge hat. Süße Qualitätsweine ebenso, wie trockene Spätlesen und umgekehrt. Leichte Kabinette mit vergleichsweise wenig Alkohol und solche mit 13,5 Prozent.

Während das für die einen gewachsene Weinkultur und eine große Auswahlmöglichkeit für den Konsumenten darstellt, ist dieses System für die anderen längst nicht mehr zeitgemäß und macht den Weineinkauf für Otto Normalweintrinker unnötig kompliziert.

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Mein erstes Vinocamp

Montag, 19. März 2012 | Autor:

Foto: Andreas Baldauf

Matthias Düsi, Harald Steffens und meine Wenigkeit (v.r.n.l.)

Foto: Andreas Baldauf

Vergangenenes Wochenende fand in den Räumlichkeiten der FH Geisenheim das zweite deutsche Vinocamp statt. Winzerblogger Thomas Lippert und Dirk Würtz riefen (mit Unterstützung zahlreicher Helfer und Sponsoren), und weit über hundert Weinblogger und an Wein wie Internet Interessierte kamen in den Rheingau.

Abgesehen von einigen wenigen Fixpunkten wie einer Fehlerweinprobe mit Prof. Jung von der FH Geisenheim gestalteten die Teilnehmer ihr Konferenzprogramm selbst. Jeder konnte eine einstündige Session zu einem beliebigen Thema anbieten, die dann mit allen anderen Vorschlägen neben- und hintereinander in das vorgesehene Zeitschema eingepaßt wurde.

Und jeder, der nicht gerade selbst ein Thema vortrug bzw. moderierte konnte sich aus dem großen Angebot seinen Tagesablauf individuell zusammenstellen.

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2,8 Millionen Hektoliter

Dienstag, 21. Februar 2012 | Autor:

Foto: ÖWM/Griesch

Wie die Zeitschrift „Der Winzer“ hier berichtet, ergab die Auswertung der Erntemeldungen des vergangenen Jahres eine Gesamtmenge von  2,81 Millionen Hektoliter.

Der Jahrgang 2011 liegt damit trotz Winter- und Spätfrostschäden sowie einiger Hagelschläge deutlich über der letzten Schätzung vom Oktober mit 2,45 Millionen Hektoliter und etwa 19 Prozent über dem Durchschnitt der letzten sechs Jahre.

Grund dafür ist einerseits wohl das passende Wetter während der Wachstumsperiode der Trauben, andererseits ganz sicher bei zahlreichen Weinbauern aber auch das Anstreben höherer Erträge (in Form entsprechender Weingartenbearbeitung), um die nach der sehr kleinen Ernte 2010 leergeräumten Keller wieder aufzufüllen.

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Vinocamp Deutschland

Mittwoch, 8. Februar 2012 | Autor:

Vinocamp Deutschland

Am 17. und 18. März findet heuer in Geisenheim zum zweiten Mal das Vinocamp Deutschland statt. Dabei handelt es sich um eine Art Weinblogger-Konferenz mit zahlreichen von den Teilnehmern selbst gestalteten Vorträgen und Verkostungen.

Nach der Welle der Begeisterung, die im Zuge der Premiere 2011 durch die Weinbloggerwelt gegangen ist, habe ich mich heuer auch angemeldet und harre gespannt der Dinge die da kommen.

Einen ersten Einblick bieten bis dahin die entsprechende Community-Seite und der zugehörige Blog.

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Born Digital Wine Awards

Sonntag, 22. Januar 2012 | Autor:

Born DigitalNach der (auch für mich) erfolgreichen Premiere im Vorjahr organisieren die Macher der European Wine Bloggers Conference (EWBC), Gabriella und Ryan Opaz und Robert McIntosh heuer die zweite Ausgabe ihres Wettbewerbes für Online-Weinpublikatione.

Mit ihren Born Digital Wine Awards wollen sie diesen einen größeren Stellenwert verleihen und haben dazu wieder eine tolle Jury und ein Preisgeld von 1000 Euro für den Sieger in jeder der sechs Kategorien aufgetrieben.

Die Teilnahme ist kostenlos und in jeder Sprache möglich. Dazu muß man seine Texte nicht einmal selbst übersetzen, sondern kann ein dementsprechendes Service der Veranstalter nutzen.

Bis zum Anmeldeschluß am 31. Jänner bleibt zwar nur noch gut eine Woche Zeit, aber die sollte wohl reichen, um in den eigenen Blogarchiven des Jahres 2011 Beiträge zu finden, die den Teilnahmebedingungen entsprechen, diese in ein Pdf-Format zu bringen und hier online einzureichen.

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Neusiedlersee DAC

Donnerstag, 12. Januar 2012 | Autor:

Foto: Wein Burgenland/Lukan

Hinter den Kulissen ist ja schon länger bekannt, dass die zuständigen Gremien und einige Weinbauernkollegen vor Ort eifrig an einem Herkunftsweinkonzept für das größte der vier burgenländischen Weinbaugebiete basteln.

Spätestens mit diesem Artikel im Kurier ist es jetzt aber auch offiziell, und wie es scheint ist man optimistisch, schon heuer entsprechende Weine auf den Markt bringen zu können.

Mit ewas Feinarbeit sollte es damit mittelfristig auch möglich sein, die Herkunft der burgenländischenWeine klarer zu kommunizieren:

Sorten- und Stilvielfalt unter dem Etikett „Burgenland“, besonders regionaltypische, klar definiererte Herkunftsweine unter dem DAC-Label Leithaberg, Eisenberg, Mittelburgenland und (neu) Neusiedlersee.

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Weinanalytik anno dazumal

Freitag, 6. Januar 2012 | Autor:

Analysedaten anno 1857

Tabelle aus Petermanns Geographischen Mitteilungen 1862 (von mir bearbeitet)

Wie schon des öfteren berichtet unterliegt der Weingeschmack laufend Veränderungen. Manche davon lassen sich als Modewellen charakterisieren, während andere auf das Klima und die zur jeweiligen Zeit weinbaulich und kellertechnisch zur Verfügung stehenden Möglichkeiten zurückzuführen sind.

Ein schönes diesbezügliches Zeitdokument findet sich in Petermanns Geographischen Mitteilungen von 1862 (hier ab Seite 321). Der Vater von August Wilhelm von Babo, dem Begründer der Weinbauschule Klosterneuburg hat darin nämlich die wichtigsten Analysendaten von über 120 Weinen des Jahrgangs 1857 veröffentlicht.

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Weinesoterik

Sonntag, 18. Dezember 2011 | Autor:

Holzfass1

Wie in andere Lebensbereichen auch, hält die Esoterik seit einigen Jahren vermehrt Einzug in die Weinproduktion. Manche Winzer sind wohl selbst ehrlich von den (laut Definition von Wikipediaphilosophischen Lehren, die nur für einen begrenzten „inneren“ Personenkreis zugänglich sind überzeugt. Und manche nützen sie geschickt, um den Zeitgeist ihrer Zielgruppe zu treffen und sich von den Mitbewerbern abzuheben.

Aufmerksamen Blog-Lesern dürfte nicht entgangen sein, dass ich nicht unbedingt zu dieser Art von Showbusiness neige. Und da ich offensichtlich auch nicht zum Kreis der Erleuchteten zähle, wie ich spätestens bei meiner durchaus ernsthaften Auseinandersetzung mit dem biodynamischen Weinbau feststellen mußte, braucht es die auch Nichteingeweihten zugänglichen Naturwissenschaften, um meinem Unglauben auf die Sprünge zu helfen.

Es ist daher besonders lobenswert, wenn sich eine unabhängige naturwissenschaftliche Versuchsanstalt einem Thema widmet, dessen Potential für Wein(esoterik)insider schon längst außer Zweifel steht: Dem Betonei als Weinbehälter.

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Weihnachtswünsche der ÖWM

Mittwoch, 14. Dezember 2011 | Autor:

Anstatt irgendwelche Weihnachtspräsente durch die ganze Welt zu schicken, spendet die Österreich Wein Marketing GmbH heuer erstmals das dafür vorgesehene Budget und transportiert diese Nachricht samt Weihnachtsgrüßen ganz zeitgemäß via Internet-Videobotschaft.

Nett gemacht, finde ich.

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