Blindverkoster sind auch nur Menschen (14)

Mittwoch, 12. Dezember 2012 | Autor:

Foto: steve.haider.com

Auch die geübtesten (Blind-)Verkoster sind nur Menschen. Und den besten von ihnen ist immer bewußt, dass irren zum Menschsein dazugehört und es in (Wein-)Geschmacksfragen niemals eine richtige, eine alleingültige Meinung geben kann.

Verkostungserlebnisse, die mich daran erinnern, und Artikel, die darüber berichten zählen deshalb zu meinen wichtigsten Erfahrungen:

Nicht neu, aber immer wieder spannend – und selten so pointiert formuliert – ist die Erkenntnis, dass überbordende, in geradezu absurde Details gehende Aromabeschreibungen relativ wenig mit aussagekräftiger, nachvollziehbarer Weinsprache zu tun haben.

Coco Krumme hat hier (in Englisch) sogar einen Zusammenhang zwischen dem Weinpreis und der weitgehend sinnlosen Detailverliebtheit vieler journalistischer Weinbeschreibungen gefunden. Teure Weine, so schreibt er, werden eher mit „dunklen“ Wörtern wie „intensiv“, „samtig“ oder „rauchig“ versehen und eher mit einzelnen Aromen wie „Tabak“ oder „Schokolade“ beschrieben anstatt nur als „fruchtig“ oder „sauber“ wie billigere Weine.

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Lesetipp: Angriff der Killerlaus

Montag, 19. November 2012 | Autor:

Rebschule

Vor rund 150 Jahren wurde die Reblaus nach Europa eingeschleppt. Ein lesenswerter Artikel zu diesem Thema findet sich hier in der deutschen Zeitung „Der Tagesspiegel“.

Gefunden dank Winzerblogger Thomas.

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2,1 Millionen Hektoliter

Donnerstag, 1. November 2012 | Autor:

Bildquelle: ÖWM/Statistik Austria

Bildquelle: ÖWM/Statistik Austria (leicht bearbeitet)

Wie hier bereits vor ein paar Tagen berichtet, ist die heurige Erntemenge vor allem in Niederösterreich recht klein ausgefallen. Mit der meist schon relativ genauen Oktoberschätzung der Statistik Austria, die jetzt von der ÖWM veröffentlicht wurde, gibt es jetzt auch erste Daten dazu.

Insgesamt rechnet man mit 2,1 Millionen Hektoliter Wein, rund 400.000 hl weniger als der Fünfjahresschnitt von 2007 bis 2011.

Wie es in den einzelnen Weinbaugebieten aussieht, sieht man hier:  weiter…

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Nationalstolz

Freitag, 26. Oktober 2012 | Autor:

Gspritzter: Sujet Österreich
Plakatwerbung bei der Fußball-Heim-EM 2008, Quelle: ÖWM

Laut dieser Umfrage, die im Auftrag der Tageszeitung „Der Standard“ anlässlich des heutigen Nationalfeiertages durchgeführt wurde, sind die Österreicher durchaus stolz auf ihr Heimatland.

Angesichts der aktuellen politischen Lage könnte einem das durchaus bemerkenswert erscheinen, aber mir als Weinbauern sticht ein anderes Ergebnis noch vielmehr ins Auge. Auf die Frage

„Es gibt ja bei jedem Land Berufgruppen, die man besonders stark als imagebildend für das Land betrachtet, so ist Frankreich international für seine Köche bekannt oder die USA für die Schauspieler. Welche Berufsgruppen sind für Österreich wichtig, welche prägen Österreichs guten Ruf?“

nannten 56 Prozent der Befragten die Weinbauern und reihten meinen Berufsstand damit an die erste Stelle, knapp vor den Ärzten und Sportlern.

Wer hätte das vor 27 Jahren gedacht…

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Der Bauer und sein Kind

Dienstag, 26. Juni 2012 | Autor:

Foto: steve.haider.com

Thomas macht sich hier in seinem Blog 25cl Gedanken über den richtigen und falschen Standort von Werbetafeln der chemischen Industrie. In seinem Beitrag zitiert er auch ein Gedicht von Julius Sturm, das ich für sehr lesenswert halte:

Der Bauer und sein Kind

Der Bauer steht vor seinem Feld
und zieht die Stirne kraus in Falten:

“Ich hab’ den Acker wohl bestellt
auf gute Aussaat streng gehalten,
nun sieh’ mir eins das Unkraut an,
das hat der BÖSE FEIND getan!”

Die zweite Hälfte steht hier ganz unten.

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(M)ein Blog ist kein Selbstbedienungsladen

Sonntag, 24. Juni 2012 | Autor:

Wie wohl für sehr viele, die Bilder und Texte produzieren, ist es auch für mich nicht neu, dass sich faule und wenig einfallsreiche Zeitgenossen die geistige Arbeitsleistung anderer ungefragt unter den Nagel reißen.

Nicht das ich noch nie die eine oder andere Redewendung, den einen oder anderen Satz oder den Zugang zu einem bestimmten Thema von jemand anderem übernommen hätte. Aber den Artikel eines Berufskollegen ungefragt über weite Strecken wortgleich in meinen Newsletter gestellt um meine Weine zu bewerben habe ich noch nie.

Eine Frechheit. Umsomehr, als mich der Kollege persönlich kennt.

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Spätfrost: Weitere Schadensmeldungen

Montag, 21. Mai 2012 | Autor:

Rebschule

Seit dem Spätfrost am vergangenen Freitag trudeln laufend neue Schadensmeldungen ein. In Niederösterreich ist mittlerweile davon die Rede, dass ein Viertel der gesamten Rebfläche (d.h. 6000 Hektar!) mehr oder weniger stark betroffen sein könnte. Und auch im Burgenland scheint es größere Schäden zu geben, als vergangene Woche aus unserer Mörbischer Perspektive vermutet.

In den vom Neusiedlersee abgewandten Nachbarorten St. Margarethen und Oslip gibt es ähnliche Bilder wie 2011, in Gols und anderen Orten auf der Ostseite des Sees soll es Schäden geben, und einem Freund im Mittelburgenland sind auch einige Weingärten erfroren.

Seine Rebschule hat die kalte Nacht zumindest auf den ersten Blick halbwegs gut überstanden. Ob das junge, empfindliche Wundgewebe zwischen den frisch veredelten Unterlags- und Edelreben den Frost gut überstanden hat, wird sich aber erst herausstellen.

Einige niederösterreichische Rebveredler dürften ihre gesamte heurige Produktion verloren und entsprechend große wirtschaftliche Sorgen haben…

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Spätfrost im Weinviertel

Freitag, 18. Mai 2012 | Autor:

Spätfrost 2011

Vergangene Nacht sanken in einigen Teilen Österreichs die Temperaturen unter den Gefrierpunkt. Zum Glück sind wir nach dem Spätfrost des Vorjahres heuer nicht betroffen, aber im Weinviertel dürfte es einige Schäden geben.

Mein Freund aus Mailberg geht nach einer ersten, naturgemäß recht vagen Schätzung von einem Totalschaden (was die Trauben für die heurige Ernte betrifft) bei etwa 15 Prozent seiner Rebfläche aus.

Die Kürbis(kern)ernte dürfte in der ganzen Region vernichtet worden sein, und auch bei Zuckerrüben und Mais sind Einbußen zu befürchten, wie auch der ORF hier berichtet.

Interessant ist dabei, dass dieser Frost extrem spät, nämlich ein paar Tage nach den Eisheiligen erst in der zweiten Maihälfte gekommen ist. Und dass dieses unangenehme Naturereignis zwei Jahre hintereinander zugeschlagen hat. Bis zum Vorjahr kannte ich den Spätfrost praktisch nur aus Lehrbüchern und von Erzählungen meines Vaters, obwohl ich immerhin auch schon bald 20 Jahre Berufserfahrung aufzuweisen habe.

Ähnlich war es aber auch bei der Peronospora, die nach jahrzehntelanger „Pause“ 2008, 2009 und 2010 gleich dreimal hintereinander zugeschlagen hat (wenngleich man sich dagegen als Winzer deutlich wirkungsvoller wehren kann, als gegen den Spätfrost).

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Europameisterschaft im Burgenland

Freitag, 4. Mai 2012 | Autor:

Winzer-EM

Leider werde ich es zu keinem Match schaffen, aber alle Interessierten finden hier nähere Infos.

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Gegendarstellung

Samstag, 14. April 2012 | Autor:

Professionelle Tester und ambitionierte Hobbyweinverkoster neigen mitunter dazu, nicht nur ihre Einschätzungen zu einem konkreten Wein kundzutun, sondern auch auf bestimmte Details der Weinherstellung zu schließen, die der Winzer besser tun oder lassen hätte sollen.

Nicht immer ist ihnen dabei wohl bewußt, dass sie damit den Bereich des letztlich immer subjektiven (und deshalb niemals richtigen oder falschen) Geschmacksempfindens verlassen und Behauptungen aufstellen, die sich klar beweisen oder widerlegen lassen.

Umso bemerkenswerter ist es, wenn sich eine Winzerin dagegen wehrt, und eine Gegendarstellung von Gault Millau Deutschland erwirkt, wie Dirk Würtz hier berichtet.

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