Ein mehr oder weniger scharfes Bild

Freitag, 14. Mai 2010 | Autor: bf

Haider 145 bearbeitet

Vergangenes Wochenende hatte ich das Vergnügen, in einem speziellen Workshop der Weinakademie Österreich eine Gruppe angehender Weinakademiker auf ihre größte Theorie- und Verkostungsprüfung vorbereiten zu dürfen.

Dabei ging es unter anderem darum, nach einer Verkostung von zwölf Weinen unter Prüfungsbedingungen die Weinbeschreibungen der Teilnehmer zu diskutieren.

Auch wenn die Anwärter auf den Titel Weinakademiker im Lauf ihrer Seminarkarriere gelernt haben (sollten), dass es bei der Beschreibung von Wein niemals ein allgemeingültiges Urteil geben kann, hoffen manche in dieser Situation wohl trotzdem auf ein eindeutiges “richtig” oder “falsch”.

Das ist nur all zu verständlich, denn gerade in Hinblick auf eine nahende Prüfung ist es sicherlich nicht sehr befriedigend nur ein sehr grobes Feedback über die Richtigkeit der eigenen Verkostungsnotiz zu erhalten.

Trotz der nüchternen Degustationsmethodik der Weinakademie ist eine wesentlich genauere Beurteilung von Einzelaspekten einer Weinbeschreibung aus zwei Gründen nicht möglich.

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Blindverkoster sind auch nur Menschen (7)

Sonntag, 2. Mai 2010 | Autor: bf

Foto: steve.haider.com

Auch die geübtesten (Blind-)Verkoster sind nur Menschen. Und den besten von ihnen ist immer bewußt, dass irren zum Menschsein dazugehört und es in (Wein-)Geschmacksfragen niemals eine richtige, eine alleingültige Meinung geben kann.

Verkostungserlebnisse, die mich daran erinnern, zählen deshalb zu meinen wichtigsten Erfahrungen:

Kombinationsgabe

Vor ein paar Jahren war ich bei einem Kollegen zu einer Verkostung eingeladen, bei der es mir gelang einen Wein blind zu erkennen erraten, den ich noch nie zuvor verkostet hatte.

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Wahnsinnig elegant

Donnerstag, 28. Januar 2010 | Autor: bf

Rotweinglas

Regelmäßigen Blog-Lesern ist vielleicht aufgefallen, dass ich – anders als 2008 - bislang noch kein vorläufiges Resümee des Jahrgangs 2009 gezogen habe. Was unter anderem damit zusammenhängt, dass ich, wie hier berichtet, aus dem Resultat der allerbesten Blaufränkisch- Trauben lange Zeit nicht wirklich schlau geworden bin.

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Blindverkoster sind auch nur Menschen (7)

Montag, 23. November 2009 | Autor: bf

Auch die geübtesten (Blind-)Verkoster sind nur Menschen. Und den besten von ihnen ist immer bewußt, dass irren zum Menschsein dazugehört und es in (Wein-)Geschmacksfragen niemals eine richtige, eine alleingültige Meinung geben kann.

Verkostungserlebnisse, die mich daran erinnern, zählen deshalb zu meinen wichtigsten Erfahrungen:

Um Haus und Hof

Als Winzer hat man natürlich eine ganz besondere Beziehung zu seinen Weinen. Während ihrer Jugend verkostet man sie fast täglich, um all ihre Facetten kennenzulernen. Deshalb ist es auch nicht ungewöhnlich, dass man sie in Blindproben wiedererkennt.

Der Mörbischer Weinbauverein veranstaltet seit vielen Jahren Jungweinproben, bei denen die Weine des neuen Jahrgangs im Kollegenkreis blind verkostet werden. In diesem Kontext kann man nicht nur die konkrete Qualität der eigenen Weine besser einschätzen, sondern lernt mit der Zeit auch die eigene Handschrift im Vergleich zu den stilistischen Vorlieben der Kollegen kennen.

Trotzdem sollte man auch bei solchen Blindverkostungen niemals Haus und Hof verwetten wie das mein Vater vor Jahren spaßhalber getan hat. Er wollte damit ausdrücken, wie sehr er davon überzeugt war, einen unserer Weine identifiziert zu haben. Und hätte damals prompt unseren Grenzhof verloren…

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UTA

Sonntag, 18. Oktober 2009 | Autor: bf

Gestern hatte ich meinen ersten Kontakt mit UTA. Sie ist mir zufällig in einer Vinothek begegnet, und ich muß zugeben, dass mir dieser unerwartete Kontakt sicherlich lange in Erinnerung bleiben wird.

Natürlich weiß ich schon länger, dass es eine untypische Alterungsnote gibt, die die Weine vorzeitig alt und unangenehm nach Mottenkugeln riechen läßt (pdf). Im Glas hatte ich dieses Phänomen bisher aber noch nie.

Bis vor ein paar Jahren hat mich diese Tatsache in völliger Überschätzung der Repräsentativität meiner Trinkgewohnheiten sogar zu dem Schluß verleitet, dass UTA in Österreich (im Unterschied zu Deutschland, wo eifrig daran geforscht und darüber publiziert wird) kein nennenswertes Thema darstellt.

Nach einem Gespräch mit dem auch in Österreich aktiven deutschen Oeonologen Volker Schneider bin ich diesbezüglich aber vorsichtiger geworden. Mittlerweile gehe ich nur noch davon aus, dass unsere Weine aufgrund der Art der Weingartenbewirtschaftung und meiner Herangehensweise an die Weinbereitung nicht UTA-gefährdet sind.

Und jene fremden Weine, die ich stilistisch bevorzuge (bzw. die Arbeitsweise der Kollegen, die ich schätze) ebenfalls nicht.

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Das Wunder der Reife

Dienstag, 21. April 2009 | Autor: bf

Oder: Was Analysenwerte über die Lagerfähigkeit von Wein aussagen

Bei allem Rätselraten über die Reifung von Weinen gibt es doch ein paar Parameter, die weitgehend unbestritten als Indiz für ein gutes Entwicklungspotential gelten. Einer davon ist der Extraktgehalt, also die Summe aller nicht verdampfenden Bestandteile des Weines.

Landläufig werden vor allem Mineralstoffe wie Kalium und das bei der Gärung entstehende Glycerin damit gemeint. Der Säure- und (Rest-)Zuckergehalt zählt aber ebenso dazu.

Ein hoher Extraktgehalt ist ein Indiz für niedrige Erträge, eine gute Wasserversorgung der Reben und körperreiche Weine. Zieht man den Umkehrschluß, wie das häufig passiert, müßten extraktarme Weine also dünne und damit auch nicht wirklich lagerfähige Weine sein.

Ein Paradebeispiel dafür, dass dem nicht automatisch so ist, hatte ich vor ein paar Tagen im Glas:

Im trockenen Jahrgang 1990 hat eine (im Nachhinein betrachtet) falsche Begrünungsstrategie des Bodens unserer Weingärten zu Weinen mit außergewöhnlich niedrigen analytischen Extraktwerten geführt.

Negativ-Spitzenreiter war damals der trocken ausgebaute Neuburger, den wir nur dank einer jahrgangsspezifischen Ausnahmeregelung beim damals noch geltenden gesetzlichen Mindestextraktgehalt überhaupt als Qualitätswein vermarkten durften.

Auch wenn er mit seinen 11,8 Prozent Alkohol (neben dem sehr niedrigen Extraktgehalt) natürlich nicht wirklich üppig war, präsentierte sich der Neuburger in seiner Jugend als guter und eleganter Vertreter seiner Sorte. Der burgenländischen Landesweinprämierung war er sogar eine Goldmedaille wert.

Eigentlich war das schon mehr, als man angesichts der analytischen Daten erwarten durfte. Das sich unser Neuburger 1990 aber auch nach mehr als 18 Jahren nicht nur trinkbar, sondern gut und in sich stimmig präsentiert, fällt aber schon beinahe in die Kategorie Wunder.

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Gute Kondition

Freitag, 10. April 2009 | Autor: bf

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Am Mittwoch, den 25. März habe ich für eine Verkostung mit einem Journalisten jene Rotweine des Jahrgangs 2007 geöffnet, die zwar schon seit dem vergangenen Sommer bzw. seit Jänner dieses Jahres gefüllt sind, die aber erst im Lauf der nächsten Monate in Verkauf kommen werden.

Das war auch für mich höchst interessant, weil ich Blaufränkisch, Blaufränkisch Reserve, Rote Trilogie und Cabernet Sauvignon seit der Abfüllung nicht mehr probiert habe. Schließlich “leiden” Rotweine weit stärker unter den verschiedenen Manipulationen, die mit der Abfüllung verbunden sind, und es gilt bei uns das Motto “Ruhe bewahren und liegen lassen“.

Noch spannender als die Verkostung am 25. März war aber die Entwicklung der Weine in den Tagen danach. weiter…

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Blindverkoster sind auch nur Menschen (6)

Mittwoch, 1. April 2009 | Autor: bf

Auch die geübtesten (Blind-)Verkoster sind nur Menschen. Und den besten von ihnen ist immer bewußt, dass irren zum Menschsein dazugehört und es in (Wein-)Geschmacksfragen niemals eine richtige, eine alleingültige Meinung geben kann.

Verkostungserlebnisse, die mich daran erinnern, zählen deshalb zu meinen wichtigsten Erfahrungen:

Einige Lehren und kein Ergebnis

Vergangene Woche haben wir im Rahmen einer Veranstaltung unseres Weinbauvereines versucht, die heimischen Rotweinprämierungen des Jahrgangs 2006 teilweise nachzustellen. Und wie bei einer derart hochrangigen Besetzung nicht anders zu erwarten, war es ein wirklich spannender Abend.

Wer aber auf ausgeklügelte Beschreibungen oder gar Punktebewertungen hofft, den muß ich leider enttäuschen. Beides habe ich zwar mehr oder weniger ausführlich und erfolgreich versucht, die aufschlußreichsten Erfahrungen des Abends liegt aber für mich ganz wo anders: weiter…

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Alltäglicher Hochgenuss

Sonntag, 29. März 2009 | Autor: bf

Unser Grüner Veltliner ist zweifellos kein großer Wein. Dafür fehlt es ihm an aromatischer Vielschichtigkeit und dem entsprechenden Nachdruck am Gaumen.

Beim aktuellen 2008er kommt noch dazu, dass er eine jahrgangstypisch (und aus diesem Grund bewußt von uns belassene) rassige Säurestruktur aufweist, die manche Weinliebhaber wohl an der Harmonie des Weines zweifeln läßt.

Trotzdem mag ich gerade diesen Grünen Veltliner sehr sehr gern. Nicht zuletzt deshalb, weil auch er in Situationen wie dieser weit über sich hinauswachsen kann:

Es ist Samstag, und weil am Abend groß für Gäste aufgekocht werden soll, fällt das Mittagessen eher bescheiden aus. Resteverwertung ist angesagt: Eine Knackwurst, drei Eiklar (deren Dotter anderwertig gebraucht wurden), ein Schluck Schlagobers und die letzten Stummel von Schnittlauch im Topf.

Gemeinsam mit einem ganzen Ei, Salz und Pfeffer und einer gerade griffbereiten Teigwaren-Sorte entsteht daraus in wenigen Minuten ein simples Alltagsessen für die ganze Familie.

Zusammen mit einem Glas unseres Alltagsweines war es aber viel viel mehr…

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Blindverkoster sind auch nur Menschen (5)

Freitag, 20. März 2009 | Autor: bf

Auch die geübtesten (Blind-)Verkoster sind nur Menschen. Und den besten von ihnen ist immer bewußt, dass irren zum Menschsein dazugehört und es in (Wein-)Geschmacksfragen niemals eine richtige, eine alleingültige Meinung geben kann.

Verkostungserlebnisse, die mich daran erinnern, zählen deshalb zu meinen wichtigsten Erfahrungen:

Fehler oder wahre Größe?

Vor etwa 15 Jahren waren wir noch an einer Mörbischer Gemeinschaftsweinmarke beteiligt. Bei der Präsentation des neuen Jahrgangs standen damals unter anderem an die 20 Blaufränkisch des Jahrgangs 1992 zur Verkostung, die alle von verschiedenen Weinbauern nach den gleichen Richtlinien gekeltert wurden.

Zwei dieser Weine fielen damals deutlich aus der Reihe, der eines Kollegen und unserer. Beide waren deutlich von Aromen geprägt, die an Leder und Pferdeschweiß erinnern und die im Zuge des Weinausbaues von Brettanomyces-Hefen gebildet werden können. (Zum Glück hatten wir davon nur eine kleine Menge und seither keine nennenswerten Schwierigkeiten mit diesen Hefen mehr.) weiter…

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