Zeitlos

Freitag, 2. Juli 2021 | Autor:

Reife Weine, besonders trockene weiße, sind ein Minderheitenprogramm. Die Aromenwelt des Alters erschließt sich in den seltensten Fällen spontan, sondern verlangt dem Verkoster ein gewisses Maß an Offenheit ab.

Dabei ist natürlich nicht alles, was alt schmeckt automatisch gut, aber es gibt eben doch gar nicht so wenige Weine, denen die Reife eine spannende neue, andere Dimension verleihen kann.

Welche Weine das sind, ist nicht so einfach zu sagen. Natürlich gibt es grobe Erfahrungswerte, zum Beispiel, dass kräftigere Weine meist besser altern als leichtere. Oder dass höhere Extraktwerte, etwas Restzucker und/oder Säure dem Wein besser über die Zeit helfen.

Es gibt aber auch immer wieder grandios gereifte Weine, die diesen Regeln komplett widersprechen. Hier habe ich schon mal über einen solchen geschrieben, und unlängst hat uns unser Neuburger 1990 überrascht.

Gut 30 Jahre alt, ein nicht unproblematischer Jahrgang, knochentrocken, neuburgertypisch milde Säure und jahrgangsbedingt extrem niedriger Extraktgehalt. Alles andere, als gute Voraussetzungen also, und doch ist er immer noch ein äußerst spannendes Glas Wein, wenn man sich auf reife Weine einlassen mag.

Zeitlos ist wohl der beste Begriff, um ihn zu beschreiben, denn seit damals vor zwölf Jahren hat er sich praktisch nicht verändert.

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Spritzermania

Freitag, 14. Mai 2021 | Autor:

Vielleicht wäre die ganze Sache ja auch ohne Corona gekommen. Die Pandemie hat aber sicherlich einen großen Anteil an der aktuell grassierenden Spritzermania der österreichischen Weinwirtschaft. Man könnte meinen, fast jeder Weinbauer füllt mittlerweile trinkfertig gemischten Spritzer in kleine Flaschen für den unkomplizierten Genuss zwischendurch.

Natürlich ist es kein Zufall, dass die Welle gerade jetzt, in Zeiten geschlossener Wirtshäuser durchs Land rollt. Auch vor der Pandemie waren die Weinkeller da und dort ja schon recht voll, und da schadet es nicht, den Konsum mit neuen Ideen anzukurbeln oder zumindest zu versuchen, den Verlust von Weinfesten und Gastronomie auszugleichen.

Daran ist nichts Verwerfliches, und wenn sich die Chance ergibt, werde ich sicherlich auch einmal ein Flascherl G´spritzten trinken. Selber abfüllen (lassen) werde ich sowas aber nicht, dazu ist mein Verhältnis zum Mischgetränk aus Wein und Wasser nicht innig genug. Dementprechend gering wäre meine Glaubwürdigkeit potentiellen Kunden gegenüber.

Dass ich relativ selten Spritzer trinke, hat keine qualitativen oder gar moralischen Gründe. Wenn der Anlass passt, schmeckt er mir sogar richtig gut und ich empfehle unseren Grünen Veltliner ja auch gerne pur oder gespritzt. Erfolgt die Mischung erst im Glas, wird sie aber für meinen Geschmack dem Wein eher gerecht, als das banale Fix&Fertig-Getränk, das man vielleicht auch noch direkt aus der Flasche trinkt.

Am liebsten genieße ich Wasser und Wein überhaupt nebeneinander. Je nach Stimmung sitze ich manchmal noch immer beim ersten Achterl und schenke schon zum dritten Mal Wasser nach. Oder ich trinke das dritte Glas Wein und habe immer noch das erste Wasser daneben.

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Speisenbegleiter

Freitag, 2. April 2021 | Autor:

Ich genieße Wein hauptsächlich zum Essen. Das ist (oder zumindest war) nicht unbedingt typisch für unsere Gegend, wo man Wein sehr oft eher nach dem Essen in geselliger Runde trinkt. Salopp könnte man sagen, dass man bei uns in Gasthäusern gefragt wird, welches Getränk man zum Essen trinken möchte, während in Frankreich, Italien und anderen Ländern die Frage eher lautet, welchen Wein man bevorzugt.

Wein und Essen ist eine spannende Geschmackskombination, die leider oft komplizierter dargestellt wird, als sie ist. Ein konkretes Beispiel, wie einfach es eigentlich ist, und worauf es ankommt, hat mich zu diesem Video animiert.

Mahlzeit, Prost und frohe Ostern!

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Tänzelnde Leichtigkeit

Samstag, 6. Juni 2020 | Autor:

Foto: Sascha Radke/Eventpress

Es gibt unter den Weinfreaks im Internet viele, die alles besser wissen. Und manche, die es gerne besser wissen möchten. Letztere nehmen auch Erklärungen von der „falschen“ Seite an, setzen sich damit sachlich auseinander und sind bereit, ihr Weinweltbild zu erweitern. Die Besten besitzen außerdem eine Portion Selbstironie die sie davor bewahrt, ihre eigene Sichtweise zu ernst zu nehmen.

Felix Bodmann ist einer von diesen wenigen und ich kenne ihn schon seit der Zeit, als er noch als privater Weinfreund in diversen Weinforen unterwegs war. Mittlerweile ist er eine fixe Größe in der Weinwelt. Als „Schnutentunker“ bloggt er regelmäßig, er betreibt eine Web-Weinschule, schreibt für Weinmagazine, ist Juror bei Weinwettbewerben und macht einen Wein-Podcast mit dem Titel „Blindflug“.

In dessen aktueller Ausgabe beschreibt Felix recht schön wie und woher er sein Wissen über die Weinherstellung hat und dabei spielt mein Blog auch eine gewisse Rolle (ab 11.40):

Mindestens genauso wie über das Lob für meine Texte freue ich mich über die Einschätzung meines Cabernet Sauvignon 2005, den ich ihm ausgesucht habe, nachdem er mich um eine Flasche Cabernet für den Podcast gebeten hatte. „Gerne auch ein nicht aktueller Jahrgang“, hatte er geschrieben.

Besonders spannend finde ich die „tänzelnde Leichtigkeit“, die er darin findet – ausgerechnet in meinem kräftigsten, am stärksten vom Ausbau in Barriques beeinflussten Wein! Die meisten Weinbauern würden sich darüber wohl ärgern oder zumindest den Kopf schütteln ob dieser Missachtung der eigenen Anstrengungen, so viel wie möglich in die Flasche zu packen. Mich hingegen freut es sehr, dass mein Cabernet mit Leichtigkeit tänzelt.

Zugegeben, das war nicht immer so. In den Anfangsjahren meiner Kellermeistertätigkeit habe ich immer wieder versucht, unsere (Rot-)Weine wuchtiger, üppiger und spektakulärer zu vinifizieren.

Ich erinnere mich zum Beispiel an eine Zweigelt-Charge die wir auf mein Drängen hin bewusst nahe an der Überreife gelesen haben und die einen dementsprechend hohen Alkoholgehalt hatte. Dazu kamen dann zusätzlich noch viele der bekannten Möglichkeiten um den Wein fetter zu machen: Saftabzug von der Maische vor der Gärung, hohe Gärtemperatur für besonders intensive Extraktion, neue Barriques aus der süßlicher wirkenden amerikanischen Eiche, Enzyme zur Extraktion von fülleverleihenden Mannoproteinen aus dem Hefedepot, niedriger Säuregehalt, relativ oxidative Reifung.

Am Ende war der Wein dann nicht schlecht, vielleicht ein bisschen üppiger als die anderen Chargen. Die beabsichtigte fette Wuchtbrumme war er aber bei weitem nicht. Und weil das kein Einzelfall war, habe ich über die Jahre lernen müssen, damit umzugehen, dass ich offensichtlich kein Talent für dicke Dinger habe. Dass meine Weine meist schlanker wirken, als die vieler Kollegen.

Leicht war das nicht, denn bis heute landen selbst die besten Weine dieses Stils bei Blindverkostungen, Wettbewerben und in Weinmedien meistens in der Liga „sehr gut, aber für die absolute Spitze fehlt der letzte Druck“. Für ehrgeizige, aber nicht besonders selbstbewusste und deshalb nach medialer Bestätigung suchende Nachwuchsweinbauern nicht gerade erbaulich.

Schließlich habe ich aber festgestellt, dass gar nicht so wenige Leute gibt, die beim Wein die Eleganz bevorzugen. Denen es mit den üppigen Hochprozentern so geht wie mir und wie es mein Vater gerne beschreibt: „Zweifellos ein Spitzenwein, aber zu zweit an einem Abend mit dieser Flasche ist man ein armer Hund.“ (Weil man nach einem Glas satt ist, die Flasche nicht leer wird und man sich nach einem leichten Weißwein, einem Gespritzten oder gar einem Bier sehnt.)

Natürlich liegt der Verdacht nahe, dass ich hier argumentiere wie der Fuchs mit den Trauben. Zumindest dass es mir nicht liegt, fette Weine zu keltern ist immerhin empirisch erwiesen.

Wahrscheinlich spielen Boden und Klima eine gewisse Rolle. Die meisten unserer Lagen haben keinen besonders hohen Lehmanteil und in Verbindung mit der Dauerbegrünung führt das wohl zu etwas niedrigeren Extraktwerten. Auch an den Sorten kann es liegen, insbesondere daran, dass ich Merlot nicht mag, mit dem sogar ich ziemlich sicher mehr Schmalz in unsere Weine bringen würde. Indiz dafür ist ein merlotbetonter Wein, den ich vor ein paar Jahren einem Kollegen aus einem anderen Weinbaugebiet aus seinen Trauben vinifiziert habe. Der war so ganz anders als unsere Sorten obwohl ich vom Presshaus an nichts anders gemacht hatte.

Den größten Anteil hat aber wohl meine über die Jahre gewachsene Weigerung dem Talent unserer Trauben für zarte Weine im Keller entgegenzuarbeiten. Ich vermeide all zu späte Lese mit Überreife, fahre bewusst die Säurewerte nicht tief nach unten, peppe nicht mit Gummi arabicum auf, verwende keinen besonders großen Anteil an neuen Barriques und arbeite reduktiv genug, um Oxidation zu vermeiden, die zwar Weichheit und Fülle bringen kann, aber immer Fruchtaromen kostet.

Am Ende steht dann im besten Fall ein Cabernet, der obwohl aus einem höchstens durchschnittlichen Jahrgang, nach 15 Jahren mit tänzelnder Leichtigkeit dazu animiert, sich selbst bei einer Podcast-Aufnahme schnell noch ein zweites Glas einzuschenken.

Anders als der Fuchs in der Fabel bleibe ich mit dieser Art von Kompliment nicht nur aus Verlegenheit am Boden, sondern überlasse die hoch hängenden Wein-Kraftprotze gerne anderen.

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Heimgenuss

Sonntag, 29. März 2020 | Autor:

Leider ist die Gastronomie ja derzeit geschlossen und wir wünschen unseren Freunden und Kunden aus diesem Bereich alles Gute. Bis wir uns wieder an den servierten Genüssen erfreuen können, bemühen wir uns zu Hause unsere Geschmacksknospen zufrieden zu stellen.

Meine Eltern plündern zu diesem Zweck gerade unsere Privatvinothek und haben ein Pinot-blanc-Vertikale gestartet, bei der sie aktuell beim Jahrgang 2008 angelangt sein müssten.

Ich habe heute meinen Wok ausgegraben und dazu ein reifes Fläschchen aus der Steiermark gefunden, eine tolle Kombination.

Bleiben Sie gesund. Prost!

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Rotweinfinish

Dienstag, 23. Juni 2015 | Autor:

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Den heutigen Regentag nützen wir, um die letzten Entscheidungen für die Rotwein-Abfüllung in zwei bis drei Wochen zu treffen.

Die leichteren, fruchtbetonten 2014er entwickeln sich wie erwartet ein wenig rascher als die letzten Jahrgänge und deshalb werden wir die Abfüllung von Mitte/Ende August auf Anfang Juli vorziehen. Außerdem kommen bei der Gelegenheit Blaufränkisch Reserve, Rote Trilogie und Cabernet Sauvignon vom Jahrgangs 2013 in die Flasche.

Zur Erfrischung des Gaumens für die Nachverkostung am Nachmittag gibt es zum Mittagessen einen Moselriesling von Harald Steffens.

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Reife Genüsse

Dienstag, 31. Dezember 2013 | Autor:

Auch wir lassen es uns zwischen Weihnachten und Neujahr meistens gut gehen. Es wird ein wenig aufwendiger gekocht als sonst, Weihnachtsbäckereien sind allgegenwärtig und natürlich kommt auch der eine oder andere besondere Tropfen ins Glas.

Vorgestern war es neben einem tollen Riesling 2011 von Karl-Josef Thul (mein zweiter „Internet-Kollege“ von der Mosel neben Harald Steffens) unser Pinot blanc aus dem Hitzejahr 1992. Und obwohl die Flasche (wie wegen eines Korkdichtheitsproblems leider praktisch alle unsere von diesem Jahrgang gefüllten Weißweine) keinen besonders guten Füllstand aufwies, präsentierte sich der 21 Jahre alte Wein sensationell gut.

Natürlich braucht es für eine solche Einschätzung ein gewisses Maß an Liebe zu und Erfahrung mit Altweinen, denn ihre reife aromatische Vielfalt erschließt sich dem Verkoster nicht ganz so leicht, wie die erfrischende Fruchtigkeit junger Weine. Andererseits sollte man aber auch nicht in die Falle tappen, ältere Jahrgänge allein wegen der Ehrfurcht vor dem Alter unabhängig von ihrem Auftreten für gut zu befinden.

Nach dem 1992er mußte dann auch noch sein Nachfolger aus dem Jahr 2006 dran glauben. Und obwohl jahrgangsbedingt von ganz anderer Stilistik (deutlich mehr Säure, ein kleiner Hauch Restzucker) scheint der auch auf einem sehr guten Weg zu sein…

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Simple Genüsse

Montag, 13. Mai 2013 | Autor:

Ein richtiges Festmahl ist ohne Wein nicht vollständig. Das ist weitestgehend unbestritten und allgemein bekannt. Viel weniger geläufig ist allerdings, dass ein gutes Glas Wein auch einfachsten Speisen ein ganz besonders Flair verleihen kann.

So schmeckte zum Beispiel mein pannonisches Schmalzbrot zum Abendessen vor ein paar Tagen auch „solo“ recht gut. Erst mit ein (oder zwei) Gläsern Muskat Ottonel, der gerade offen im Kühlschrank stand, wurde allerdings ein grandioses Genusserlebnis daraus.

Weißer Spargel mit ein wenig Butter, Heurige (Kartoffeln) und ein wenig Schinken ergaben vergangene Woche ein wunderbares Mittagessen. Eine halbe Flasche Chardonnay machte es zum unvergleichlichen Festschmaus.

Diese beiden Erlebnisse innerhalb weniger Tage bestätigen mir wieder einmal: (Wein-)Genuss braucht weniger Planung, und Zeremoniell, als Spontanität und Offenheit.

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Langer Atem

Donnerstag, 29. November 2012 | Autor:

Foto: Leithaberg/steve.haider.com

Wie sich ein Wein nach dem Öffnen der Flasche entwickelt und wie lange er Trinkvergnügen bietet, ist eines der vielen Mysterien rund um den Rebensaft. Obwohl die wichtigsten Einflußfaktoren bekannt sind (SO2-Spiegel, Weinstil und -ausbau, etc.) läßt sich kaum vorhersagen, ob man einen Wein spätestens am nächsten Tag austrinken sollte, oder ob er auch nach einer Woche und mehr noch Freude macht.

Gestern hatte ich einen Besucher in unserem Verkostungsraum, der am weißen Leithaberg 2011 interessiert war. Wenn es keine Umstände mache und ich eine Flasche offen hätte, würde er ihn gerne probieren, sagte er. Und da ich im Kühlschrank tatsächlich ein geöffnetes Fläschchen fand, schenkte ich uns ein.

Der Wein präsentierte genauso, wie er sollte. Naturgemäß recht zugänglich, dabei aber auch noch ziemlich frisch und sehr lebendig. Blind hätte ich wohl auf zwei, drei Tage getippt, aber ein Blick aufs Etikett belehrte mich eines Besseren: Als Öffnungsdatum war dort nämlich der 7. September (!) vermerkt.

Damit hätte ich beim Elch-Wein-Test des Kollegen Würtz wohl auch nicht so schlecht abgeschnitten…

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Unverstanden

Sonntag, 19. Februar 2012 | Autor:

Foto: steve.haider.com

Wie regelmäßige Blogleser wahrscheinlich bereits mitbekommen haben, ist die in Weinfreak-Kreisen nicht selten praktizierte Überhöhung des vergorenen Traubensaftes meine Sache nicht.

Mein Zugang zum Thema Wein ist ein eher bodenständiger und die mitunter gebrauchte Formulierung vom „verstehen“ eines Wein(stil)es zählt deshalb auch nicht zu meinem Wortschatz.  Normalerweise.

Vor ein paar Tagen hat mir die aktuelle Print-Ausgabe der Zeitschrift Vinaria jedoch nicht nur ein Déjà-vu-Erlebnis der besonderen Art, sondern auch ein zumindest für mich recht eindeutiges Beispiel von Unverständnis in Sachen Wein beschert.

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Blindverkoster sind auch nur Menschen (13)

Freitag, 4. November 2011 | Autor:

 Foto: ÖWM-Griesch komprimiert

Auch die geübtesten (Blind-)Verkoster sind nur Menschen. Und den besten von ihnen ist immer bewußt, dass irren zum Menschsein dazugehört und es in (Wein-)Geschmacksfragen niemals eine richtige, eine alleingültige Meinung geben kann.

Verkostungserlebnisse, die mich daran erinnern, zählen deshalb zu meinen wichtigsten Erfahrungen:

Verschwimmende Koordinaten

Die Geschmacksvorlieben der heimischen Meinungsmacher in Sachen Wein befinden sich, wie z.B. hier für die Sorte Blaufränkisch beschrieben, stark im Wandel. Anders als noch vor zwei, drei Jahren singen heutzutage die allermeisten Weinmedien das hohe Lied der Eleganz und Feinheit (auch wenn dann nicht selten trotzdem die dicken Brummer auf den Podestplätzen der einschlägigen Verkostungen landen).

Wie es scheint, führt diese Entwicklung aber nicht nur zu einer Verschiebung der Stilbewertungskriterien in den Weinmedien, sondern vermehrt auch zu Fällen der völligen Auflösung des bisherigen Koordinatensystems der Weinbewertung.

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Ohne Worte

Mittwoch, 29. Juni 2011 | Autor:

Ohne Worte

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Erschreckendes Unverständnis

Montag, 20. Juni 2011 | Autor:

Welschriesling 1985

Reife Weine sind kein einfaches Thema. Gehen doch die Geschmäcker bei älteren Jahrgängen noch viel weiter auseinander, als bei aktuellen.

Honigaromen, Trockenfrüchte, Schwarztee, welkes Laub und Petroleum im Bukett eines Weines sind nicht jedermanns Sache. Und weil es heutzutage kaum noch gereifte Jahrgänge auf dem Markt gibt, hat der moderne Weinkonsument auch fast keine Chance mehr, diese Eindrücke kennen- und mit der Zeit vielleicht auch schätzen zu lernen.

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Blindverkoster sind auch nur Menschen (12)

Montag, 16. Mai 2011 | Autor:

Foto: steve.haider.com

Auch die geübtesten (Blind-)Verkoster sind nur Menschen. Und den besten von ihnen ist immer bewußt, dass irren zum Menschsein dazugehört und es in (Wein-)Geschmacksfragen niemals eine richtige, eine alleingültige Meinung geben kann.

Verkostungserlebnisse, die mich daran erinnern, zählen deshalb zu meinen wichtigsten Erfahrungen:

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Nüchtern betrachtet

Samstag, 16. April 2011 | Autor:

 Foto: steve.haider.com

Natürlich enthält mein Bericht über eine Studie, die festgestellt hat, dass Weininteressierte weniger mit alkoholärmeren Weinen anfangen können ein wenig Polemik und ein gehöriges Maß an Provokation.

Wie durchaus zurecht in den Kommentaren kritisiert, ist die Untersuchung nicht wirklich repräsentativ und steht wohl auch methodisch auf schwachen Beinen.

Völlig von der Hand zu weisen ist der Gedanke, dass Weinfreaks sich mit leichten Weinen schwerer tun meiner Meinung nach aber trotzdem nicht. Auch wenn manche Weinprofis sogar behaupten, niemand wolle die dicken Brummer wirklich.

Mehrere Alltagsbeobachtungen legen nämlich eher das Gegenteil nahe:

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Blindverkoster sind auch nur Menschen (11)

Donnerstag, 17. März 2011 | Autor:

Foto: steve.haider.com

Auch die geübtesten (Blind-)Verkoster sind nur Menschen. Und den besten von ihnen ist immer bewußt, dass irren zum Menschsein dazugehört und es in (Wein-)Geschmacksfragen niemals eine richtige, eine alleingültige Meinung geben kann.

Verkostungserlebnisse, die mich daran erinnern, zählen deshalb zu meinen wichtigsten Erfahrungen:

Gut gehalten

Im Sommer 1994 war ich mit dem Absolventenverband meiner Weinbauschule knapp zwei Wochen in Kalifornien unterwegs und habe dabei zahlreiche Weingüter besucht.

Nicht zuletzt weil der Dollar damals günstig stand, war mein Koffer beim Heimflug um 10 Flaschen der besten Weine Kaliforniens aus den Jahrgängen 1989 und 1990 schwerer.

Diese Trophäen wollten natürlich im richtigen Rahmen präsentiert werden, und deshalb begann ich schon bald nach der Reise mit der Planung einer großen Blindprobe im Frühjahr 1995. Auch mein erster selbstvinifizierter Wein, ein Cabernet Sauvignon 1993, der damals noch im Faß lag, sollte natürlich unbedingt dabei sein.

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Stein und Wein

Mittwoch, 23. Februar 2011 | Autor:

Stein und Wein

Nachdem das Signalwort „Terroir“ soweit abgedroschen wurde, dass es mittlerweile auch schon auf dem Rücketikett jedes zweiten Billigweins aufscheint, hat die Weinszene einen neuen Modebegriff gefunden: Mineralität im Wein.

Wie ich bei zwei völlig unterschiedlichen Verkostungen in der letzten Zeit erleben durfte, gibt es zwar mitunter eine gewisse Übereinstimmung, welche Weine denn mineralisch schmecken, und welche nicht. Die Definition dieses Eindrucks könnte aber von Verkoster zu Verkoster unterschiedlicher nicht sein.

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Blindverkoster sind auch nur Menschen (10)

Sonntag, 20. Februar 2011 | Autor:

Foto: ÖWM-Griesch komprimiert

Auch die geübtesten (Blind-)Verkoster sind nur Menschen. Und den besten von ihnen ist immer bewußt, dass irren zum Menschsein dazugehört und es in (Wein-)Geschmacksfragen niemals eine richtige, eine alleingültige Meinung geben kann.

Ein schönes, wenn auch nicht unbedingt angenehmes Beispiel dafür, dass man Verkostungsergebnisse nicht (immer) all zu ernst nehmen sollte, fand ich in der aktuellen Ausgabe des Weinmagazins Vinaria.

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Selbstzweifel

Samstag, 11. Dezember 2010 | Autor:

Haider 131 komprimiert

Es ist immer wieder faszinierend zu erleben, mit welcher Selbstsicherheit manche private und professionelle Weinfreaks von ihren Verkostungseindrücken berichten. Und welch absolute Gültigkeit sie Weinbeschreibungen und -bewertungen zubilligen.

Mit großer Ernsthaftigkeit diskutieren sie minimale Bewertungsdifferenzen von ein oder zwei Punkten (von hundert möglichen), identifizieren unterschiedliche Verfassungen von zwei Flaschen des gleichen Weines auch wenn diese in mehrwöchigem Abstand getrunken wurden und diagnostizieren millimetergenau „Verschlußphasen“ eines Weines während der Flaschenreife.

Ein Klassiker ist dabei auch das Thema Flaschenfehler. Nicht erst einmal habe ich erlebt, dass in Verkostergruppen ein einziger einen Wein reklamiert. Und dass auch wenn der (vermeintliche) Fehler für die Mehrzahl der Koster noch so wenig nachvollziehbar war – oh Wunder – die zweite Flasche immer fast allen deutlich besser geschmeckt hat.

Obwohl ich meine (und hin und wieder sogar darin bestärkt werde) auch ein durchaus passabler Verkoster zu sein, ist mir ein derartiges sensorisches Selbstbewußtsein fremd.

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Ein mehr oder weniger scharfes Bild

Freitag, 14. Mai 2010 | Autor:

Haider 145 bearbeitet

Vergangenes Wochenende hatte ich das Vergnügen, in einem speziellen Workshop der Weinakademie Österreich eine Gruppe angehender Weinakademiker auf ihre größte Theorie- und Verkostungsprüfung vorbereiten zu dürfen.

Dabei ging es unter anderem darum, nach einer Verkostung von zwölf Weinen unter Prüfungsbedingungen die Weinbeschreibungen der Teilnehmer zu diskutieren.

Auch wenn die Anwärter auf den Titel Weinakademiker im Lauf ihrer Seminarkarriere gelernt haben (sollten), dass es bei der Beschreibung von Wein niemals ein allgemeingültiges Urteil geben kann, hoffen manche in dieser Situation wohl trotzdem auf ein eindeutiges „richtig“ oder „falsch“.

Das ist nur all zu verständlich, denn gerade in Hinblick auf eine nahende Prüfung ist es sicherlich nicht sehr befriedigend nur ein sehr grobes Feedback über die Richtigkeit der eigenen Verkostungsnotiz zu erhalten.

Trotz der nüchternen Degustationsmethodik der Weinakademie ist eine wesentlich genauere Beurteilung von Einzelaspekten einer Weinbeschreibung aus zwei Gründen nicht möglich.

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Blindverkoster sind auch nur Menschen (9)

Sonntag, 2. Mai 2010 | Autor:

Foto: steve.haider.com

Auch die geübtesten (Blind-)Verkoster sind nur Menschen. Und den besten von ihnen ist immer bewußt, dass irren zum Menschsein dazugehört und es in (Wein-)Geschmacksfragen niemals eine richtige, eine alleingültige Meinung geben kann.

Verkostungserlebnisse, die mich daran erinnern, zählen deshalb zu meinen wichtigsten Erfahrungen:

Kombinationsgabe

Vor ein paar Jahren war ich bei einem Kollegen zu einer Verkostung eingeladen, bei der es mir gelang einen Wein blind zu erkennen erraten, den ich noch nie zuvor verkostet hatte.

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Wahnsinnig elegant

Donnerstag, 28. Januar 2010 | Autor:

Rotweinglas

Regelmäßigen Blog-Lesern ist vielleicht aufgefallen, dass ich – anders als 2008 – bislang noch kein vorläufiges Resümee des Jahrgangs 2009 gezogen habe. Was unter anderem damit zusammenhängt, dass ich, wie hier berichtet, aus dem Resultat der allerbesten Blaufränkisch- Trauben lange Zeit nicht wirklich schlau geworden bin.

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Blindverkoster sind auch nur Menschen (8)

Montag, 23. November 2009 | Autor:

Auch die geübtesten (Blind-)Verkoster sind nur Menschen. Und den besten von ihnen ist immer bewußt, dass irren zum Menschsein dazugehört und es in (Wein-)Geschmacksfragen niemals eine richtige, eine alleingültige Meinung geben kann.

Verkostungserlebnisse, die mich daran erinnern, zählen deshalb zu meinen wichtigsten Erfahrungen:

Um Haus und Hof

Als Winzer hat man natürlich eine ganz besondere Beziehung zu seinen Weinen. Während ihrer Jugend verkostet man sie fast täglich, um all ihre Facetten kennenzulernen. Deshalb ist es auch nicht ungewöhnlich, dass man sie in Blindproben wiedererkennt.

Der Mörbischer Weinbauverein veranstaltet seit vielen Jahren Jungweinproben, bei denen die Weine des neuen Jahrgangs im Kollegenkreis blind verkostet werden. In diesem Kontext kann man nicht nur die konkrete Qualität der eigenen Weine besser einschätzen, sondern lernt mit der Zeit auch die eigene Handschrift im Vergleich zu den stilistischen Vorlieben der Kollegen kennen.

Trotzdem sollte man auch bei solchen Blindverkostungen niemals Haus und Hof verwetten wie das mein Vater vor Jahren spaßhalber getan hat. Er wollte damit ausdrücken, wie sehr er davon überzeugt war, einen unserer Weine identifiziert zu haben. Und hätte damals prompt unseren Grenzhof verloren…

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UTA

Sonntag, 18. Oktober 2009 | Autor:

Gestern hatte ich meinen ersten Kontakt mit UTA. Sie ist mir zufällig in einer Vinothek begegnet, und ich muß zugeben, dass mir dieser unerwartete Kontakt sicherlich lange in Erinnerung bleiben wird.

Natürlich weiß ich schon länger, dass es eine untypische Alterungsnote gibt, die die Weine vorzeitig alt und unangenehm nach Mottenkugeln riechen läßt (pdf). Im Glas hatte ich dieses Phänomen bisher aber noch nie.

Bis vor ein paar Jahren hat mich diese Tatsache in völliger Überschätzung der Repräsentativität meiner Trinkgewohnheiten sogar zu dem Schluß verleitet, dass UTA in Österreich (im Unterschied zu Deutschland, wo eifrig daran geforscht und darüber publiziert wird) kein nennenswertes Thema darstellt.

Nach einem Gespräch mit dem auch in Österreich aktiven deutschen Oeonologen Volker Schneider bin ich diesbezüglich aber vorsichtiger geworden. Mittlerweile gehe ich nur noch davon aus, dass unsere Weine aufgrund der Art der Weingartenbewirtschaftung und meiner Herangehensweise an die Weinbereitung nicht UTA-gefährdet sind.

Und jene fremden Weine, die ich stilistisch bevorzuge (bzw. die Arbeitsweise der Kollegen, die ich schätze) ebenfalls nicht.

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Das Wunder der Reife

Dienstag, 21. April 2009 | Autor:

Oder: Was Analysenwerte über die Lagerfähigkeit von Wein aussagen

Bei allem Rätselraten über die Reifung von Weinen gibt es doch ein paar Parameter, die weitgehend unbestritten als Indiz für ein gutes Entwicklungspotential gelten. Einer davon ist der Extraktgehalt, also die Summe aller nicht verdampfenden Bestandteile des Weines.

Landläufig werden vor allem Mineralstoffe wie Kalium und das bei der Gärung entstehende Glycerin damit gemeint. Der Säure- und (Rest-)Zuckergehalt zählt aber ebenso dazu.

Ein hoher Extraktgehalt ist ein Indiz für niedrige Erträge, eine gute Wasserversorgung der Reben und körperreiche Weine. Zieht man den Umkehrschluß, wie das häufig passiert, müßten extraktarme Weine also dünne und damit auch nicht wirklich lagerfähige Weine sein.

Ein Paradebeispiel dafür, dass dem nicht automatisch so ist, hatte ich vor ein paar Tagen im Glas:

Im trockenen Jahrgang 1990 hat eine (im Nachhinein betrachtet) falsche Begrünungsstrategie des Bodens unserer Weingärten zu Weinen mit außergewöhnlich niedrigen analytischen Extraktwerten geführt.

Negativ-Spitzenreiter war damals der trocken ausgebaute Neuburger, den wir nur dank einer jahrgangsspezifischen Ausnahmeregelung beim damals noch geltenden gesetzlichen Mindestextraktgehalt überhaupt als Qualitätswein vermarkten durften.

Auch wenn er mit seinen 11,8 Prozent Alkohol (neben dem sehr niedrigen Extraktgehalt) natürlich nicht wirklich üppig war, präsentierte sich der Neuburger in seiner Jugend als guter und eleganter Vertreter seiner Sorte. Der burgenländischen Landesweinprämierung war er sogar eine Goldmedaille wert.

Eigentlich war das schon mehr, als man angesichts der analytischen Daten erwarten durfte. Das sich unser Neuburger 1990 aber auch nach mehr als 18 Jahren nicht nur trinkbar, sondern gut und in sich stimmig präsentiert, fällt aber schon beinahe in die Kategorie Wunder.

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Gute Kondition

Freitag, 10. April 2009 | Autor:

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Am Mittwoch, den 25. März habe ich für eine Verkostung mit einem Journalisten jene Rotweine des Jahrgangs 2007 geöffnet, die zwar schon seit dem vergangenen Sommer bzw. seit Jänner dieses Jahres gefüllt sind, die aber erst im Lauf der nächsten Monate in Verkauf kommen werden.

Das war auch für mich höchst interessant, weil ich Blaufränkisch, Blaufränkisch Reserve, Rote Trilogie und Cabernet Sauvignon seit der Abfüllung nicht mehr probiert habe. Schließlich „leiden“ Rotweine weit stärker unter den verschiedenen Manipulationen, die mit der Abfüllung verbunden sind, und es gilt bei uns das Motto „Ruhe bewahren und liegen lassen„.

Noch spannender als die Verkostung am 25. März war aber die Entwicklung der Weine in den Tagen danach. weiter…

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Blindverkoster sind auch nur Menschen (6)

Mittwoch, 1. April 2009 | Autor:

Auch die geübtesten (Blind-)Verkoster sind nur Menschen. Und den besten von ihnen ist immer bewußt, dass irren zum Menschsein dazugehört und es in (Wein-)Geschmacksfragen niemals eine richtige, eine alleingültige Meinung geben kann.

Verkostungserlebnisse, die mich daran erinnern, zählen deshalb zu meinen wichtigsten Erfahrungen:

Einige Lehren und kein Ergebnis

Vergangene Woche haben wir im Rahmen einer Veranstaltung unseres Weinbauvereines versucht, die heimischen Rotweinprämierungen des Jahrgangs 2006 teilweise nachzustellen. Und wie bei einer derart hochrangigen Besetzung nicht anders zu erwarten, war es ein wirklich spannender Abend.

Wer aber auf ausgeklügelte Beschreibungen oder gar Punktebewertungen hofft, den muß ich leider enttäuschen. Beides habe ich zwar mehr oder weniger ausführlich und erfolgreich versucht, die aufschlußreichsten Erfahrungen des Abends liegt aber für mich ganz wo anders: weiter…

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Alltäglicher Hochgenuss

Sonntag, 29. März 2009 | Autor:

Unser Grüner Veltliner ist zweifellos kein großer Wein. Dafür fehlt es ihm an aromatischer Vielschichtigkeit und dem entsprechenden Nachdruck am Gaumen.

Beim aktuellen 2008er kommt noch dazu, dass er eine jahrgangstypisch (und aus diesem Grund bewußt von uns belassene) rassige Säurestruktur aufweist, die manche Weinliebhaber wohl an der Harmonie des Weines zweifeln läßt.

Trotzdem mag ich gerade diesen Grünen Veltliner sehr sehr gern. Nicht zuletzt deshalb, weil auch er in Situationen wie dieser weit über sich hinauswachsen kann:

Es ist Samstag, und weil am Abend groß für Gäste aufgekocht werden soll, fällt das Mittagessen eher bescheiden aus. Resteverwertung ist angesagt: Eine Knackwurst, drei Eiklar (deren Dotter anderwertig gebraucht wurden), ein Schluck Schlagobers und die letzten Stummel von Schnittlauch im Topf.

Gemeinsam mit einem ganzen Ei, Salz und Pfeffer und einer gerade griffbereiten Teigwaren-Sorte entsteht daraus in wenigen Minuten ein simples Alltagsessen für die ganze Familie.

Zusammen mit einem Glas unseres Alltagsweines war es aber viel viel mehr…

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Blindverkoster sind auch nur Menschen (5)

Freitag, 20. März 2009 | Autor:

Auch die geübtesten (Blind-)Verkoster sind nur Menschen. Und den besten von ihnen ist immer bewußt, dass irren zum Menschsein dazugehört und es in (Wein-)Geschmacksfragen niemals eine richtige, eine alleingültige Meinung geben kann.

Verkostungserlebnisse, die mich daran erinnern, zählen deshalb zu meinen wichtigsten Erfahrungen:

Fehler oder wahre Größe?

Vor etwa 15 Jahren waren wir noch an einer Mörbischer Gemeinschaftsweinmarke beteiligt. Bei der Präsentation des neuen Jahrgangs standen damals unter anderem an die 20 Blaufränkisch des Jahrgangs 1992 zur Verkostung, die alle von verschiedenen Weinbauern nach den gleichen Richtlinien gekeltert wurden.

Zwei dieser Weine fielen damals deutlich aus der Reihe, der eines Kollegen und unserer. Beide waren deutlich von Aromen geprägt, die an Leder und Pferdeschweiß erinnern und die im Zuge des Weinausbaues von Brettanomyces-Hefen gebildet werden können. (Zum Glück hatten wir davon nur eine kleine Menge und seither keine nennenswerten Schwierigkeiten mit diesen Hefen mehr.) weiter…

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Blindverkoster sind auch nur Menschen (4)

Sonntag, 8. März 2009 | Autor:

Auch die geübtesten (Blind-)Verkoster sind nur Menschen. Und den besten von ihnen ist immer bewußt, dass irren zum Menschsein dazugehört und es in (Wein-)Geschmacksfragen niemals eine richtige, eine alleingültige Meinung geben kann.

Verkostungserlebnisse, die mich daran erinnern, zählen deshalb zu meinen wichtigsten Erfahrungen:

Sowas muß man mit Humor nehmen

Unseren Erfahrungen nach hat die von der Landwirtschaftskammer veranstaltete burgenländische Landesweinprämierung ihre eigenen Gesetze. Und da die Verkostungstermine für unsere Weine ohnehin meist zu früh sind, unser Weinstil von der Jury offenbar nicht unbedingt honoriert wird, und die zu erringenden Goldmedaillen ohnehin nur eine sehr beschränkte Marktrelevanz haben, nehmen wir seit Jahren nur noch sporadisch oder gar nicht daran teil.

Leider ist sie (beinahe) die einzige Möglichkeit, sich für den heimischen Weinsalon zu qualifizieren, der einen gewissen Werbewert bietet. Deshalb entschloß ich mich nach längerer Pause im Jahr 2005 mit unserem Cabernet Sauvignon 2003 wieder einmal mein Glück zu versuchen.

Alle Voraussetzungen schienen günstig: Der Wein kam einige Monate vor der Verkostung in die Flasche und war deshalb in guter Form. Trotz seiner Jugend war er jahrgangsbedingt relativ zugänglich und seine Tanninstruktur alles andere als hart und abweisend.

Außerdem ist der Cabernet jener Wein auf unserer Karte, der den deutlichsten Holz- und vor allem Toastingeinfluß zeigt und der deshalb gerade in Blindverkostungen einiges hermacht. Das der Wein selbst meiner Meinung nach von sehr sehr guter Qualität war (und ist), versteht sich von selbst und wurde später mehrfach bei anderen Verkostungen von diversen Fachmedien immer wieder bestätigt.

Die Blindverkoster der Landesweinprämierung sahen das aber anders. Unser Cabernet Sauvignon 2003 wurde mit einem lächerlich niedrigen Punktewert abgefertigt.

Über eine Silbermedaille, die so etwas wie einen Trostpreis darstellt, den praktisch jeder halbwegs trinkbare Wein erhält,  hätte ich mich richtig geärgert. Aber darüber, dass es nicht einmal dafür gereicht hatte, konnte ich nur noch laut loslachen.

Hier gehts zu Teil 1 mit Links zu allen Folgen.

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