Rotweinfinish

Dienstag, 23. Juni 2015 | Autor:

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Den heutigen Regentag nützen wir, um die letzten Entscheidungen für die Rotwein-Abfüllung in zwei bis drei Wochen zu treffen.

Die leichteren, fruchtbetonten 2014er entwickeln sich wie erwartet ein wenig rascher als die letzten Jahrgänge und deshalb werden wir die Abfüllung von Mitte/Ende August auf Anfang Juli vorziehen. Außerdem kommen bei der Gelegenheit Blaufränkisch Reserve, Rote Trilogie und Cabernet Sauvignon vom Jahrgangs 2013 in die Flasche.

Zur Erfrischung des Gaumens für die Nachverkostung am Nachmittag gibt es zum Mittagessen einen Moselriesling von Harald Steffens.

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Reife Genüsse

Dienstag, 31. Dezember 2013 | Autor:

Auch wir lassen es uns zwischen Weihnachten und Neujahr meistens gut gehen. Es wird ein wenig aufwendiger gekocht als sonst, Weihnachtsbäckereien sind allgegenwärtig und natürlich kommt auch der eine oder andere besondere Tropfen ins Glas.

Vorgestern war es neben einem tollen Riesling 2011 von Karl-Josef Thul (mein zweiter „Internet-Kollege“ von der Mosel neben Harald Steffens) unser Pinot blanc aus dem Hitzejahr 1992. Und obwohl die Flasche (wie wegen eines Korkdichtheitsproblems leider praktisch alle unsere von diesem Jahrgang gefüllten Weißweine) keinen besonders guten Füllstand aufwies, präsentierte sich der 21 Jahre alte Wein sensationell gut.

Natürlich braucht es für eine solche Einschätzung ein gewisses Maß an Liebe zu und Erfahrung mit Altweinen, denn ihre reife aromatische Vielfalt erschließt sich dem Verkoster nicht ganz so leicht, wie die erfrischende Fruchtigkeit junger Weine. Andererseits sollte man aber auch nicht in die Falle tappen, ältere Jahrgänge allein wegen der Ehrfurcht vor dem Alter unabhängig von ihrem Auftreten für gut zu befinden.

Nach dem 1992er mußte dann auch noch sein Nachfolger aus dem Jahr 2006 dran glauben. Und obwohl jahrgangsbedingt von ganz anderer Stilistik (deutlich mehr Säure, ein kleiner Hauch Restzucker) scheint der auch auf einem sehr guten Weg zu sein…

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Simple Genüsse

Montag, 13. Mai 2013 | Autor:

Ein richtiges Festmahl ist ohne Wein nicht vollständig. Das ist weitestgehend unbestritten und allgemein bekannt. Viel weniger geläufig ist allerdings, dass ein gutes Glas Wein auch einfachsten Speisen ein ganz besonders Flair verleihen kann.

So schmeckte zum Beispiel mein pannonisches Schmalzbrot zum Abendessen vor ein paar Tagen auch „solo“ recht gut. Erst mit ein (oder zwei) Gläsern Muskat Ottonel, der gerade offen im Kühlschrank stand, wurde allerdings ein grandioses Genusserlebnis daraus.

Weißer Spargel mit ein wenig Butter, Heurige (Kartoffeln) und ein wenig Schinken ergaben vergangene Woche ein wunderbares Mittagessen. Eine halbe Flasche Chardonnay machte es zum unvergleichlichen Festschmaus.

Diese beiden Erlebnisse innerhalb weniger Tage bestätigen mir wieder einmal: (Wein-)Genuss braucht weniger Planung, und Zeremoniell, als Spontanität und Offenheit.

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Langer Atem

Donnerstag, 29. November 2012 | Autor:

Foto: Leithaberg/steve.haider.com

Wie sich ein Wein nach dem Öffnen der Flasche entwickelt und wie lange er Trinkvergnügen bietet, ist eines der vielen Mysterien rund um den Rebensaft. Obwohl die wichtigsten Einflußfaktoren bekannt sind (SO2-Spiegel, Weinstil und -ausbau, etc.) läßt sich kaum vorhersagen, ob man einen Wein spätestens am nächsten Tag austrinken sollte, oder ob er auch nach einer Woche und mehr noch Freude macht.

Gestern hatte ich einen Besucher in unserem Verkostungsraum, der am weißen Leithaberg 2011 interessiert war. Wenn es keine Umstände mache und ich eine Flasche offen hätte, würde er ihn gerne probieren, sagte er. Und da ich im Kühlschrank tatsächlich ein geöffnetes Fläschchen fand, schenkte ich uns ein.

Der Wein präsentierte genauso, wie er sollte. Naturgemäß recht zugänglich, dabei aber auch noch ziemlich frisch und sehr lebendig. Blind hätte ich wohl auf zwei, drei Tage getippt, aber ein Blick aufs Etikett belehrte mich eines Besseren: Als Öffnungsdatum war dort nämlich der 7. September (!) vermerkt.

Damit hätte ich beim Elch-Wein-Test des Kollegen Würtz wohl auch nicht so schlecht abgeschnitten…

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Unverstanden

Sonntag, 19. Februar 2012 | Autor:

Foto: steve.haider.com

Wie regelmäßige Blogleser wahrscheinlich bereits mitbekommen haben, ist die in Weinfreak-Kreisen nicht selten praktizierte Überhöhung des vergorenen Traubensaftes meine Sache nicht.

Mein Zugang zum Thema Wein ist ein eher bodenständiger und die mitunter gebrauchte Formulierung vom „verstehen“ eines Wein(stil)es zählt deshalb auch nicht zu meinem Wortschatz.  Normalerweise.

Vor ein paar Tagen hat mir die aktuelle Print-Ausgabe der Zeitschrift Vinaria jedoch nicht nur ein Déjà-vu-Erlebnis der besonderen Art, sondern auch ein zumindest für mich recht eindeutiges Beispiel von Unverständnis in Sachen Wein beschert.

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Blindverkoster sind auch nur Menschen (13)

Freitag, 4. November 2011 | Autor:

 Foto: ÖWM-Griesch komprimiert

Auch die geübtesten (Blind-)Verkoster sind nur Menschen. Und den besten von ihnen ist immer bewußt, dass irren zum Menschsein dazugehört und es in (Wein-)Geschmacksfragen niemals eine richtige, eine alleingültige Meinung geben kann.

Verkostungserlebnisse, die mich daran erinnern, zählen deshalb zu meinen wichtigsten Erfahrungen:

Verschwimmende Koordinaten

Die Geschmacksvorlieben der heimischen Meinungsmacher in Sachen Wein befinden sich, wie z.B. hier für die Sorte Blaufränkisch beschrieben, stark im Wandel. Anders als noch vor zwei, drei Jahren singen heutzutage die allermeisten Weinmedien das hohe Lied der Eleganz und Feinheit (auch wenn dann nicht selten trotzdem die dicken Brummer auf den Podestplätzen der einschlägigen Verkostungen landen).

Wie es scheint, führt diese Entwicklung aber nicht nur zu einer Verschiebung der Stilbewertungskriterien in den Weinmedien, sondern vermehrt auch zu Fällen der völligen Auflösung des bisherigen Koordinatensystems der Weinbewertung.

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Ohne Worte

Mittwoch, 29. Juni 2011 | Autor:

Ohne Worte

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Erschreckendes Unverständnis

Montag, 20. Juni 2011 | Autor:

Welschriesling 1985

Reife Weine sind kein einfaches Thema. Gehen doch die Geschmäcker bei älteren Jahrgängen noch viel weiter auseinander, als bei aktuellen.

Honigaromen, Trockenfrüchte, Schwarztee, welkes Laub und Petroleum im Bukett eines Weines sind nicht jedermanns Sache. Und weil es heutzutage kaum noch gereifte Jahrgänge auf dem Markt gibt, hat der moderne Weinkonsument auch fast keine Chance mehr, diese Eindrücke kennen- und mit der Zeit vielleicht auch schätzen zu lernen.

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Blindverkoster sind auch nur Menschen (12)

Montag, 16. Mai 2011 | Autor:

Foto: steve.haider.com

Auch die geübtesten (Blind-)Verkoster sind nur Menschen. Und den besten von ihnen ist immer bewußt, dass irren zum Menschsein dazugehört und es in (Wein-)Geschmacksfragen niemals eine richtige, eine alleingültige Meinung geben kann.

Verkostungserlebnisse, die mich daran erinnern, zählen deshalb zu meinen wichtigsten Erfahrungen:

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Nüchtern betrachtet

Samstag, 16. April 2011 | Autor:

 Foto: steve.haider.com

Natürlich enthält mein Bericht über eine Studie, die festgestellt hat, dass Weininteressierte weniger mit alkoholärmeren Weinen anfangen können ein wenig Polemik und ein gehöriges Maß an Provokation.

Wie durchaus zurecht in den Kommentaren kritisiert, ist die Untersuchung nicht wirklich repräsentativ und steht wohl auch methodisch auf schwachen Beinen.

Völlig von der Hand zu weisen ist der Gedanke, dass Weinfreaks sich mit leichten Weinen schwerer tun meiner Meinung nach aber trotzdem nicht. Auch wenn manche Weinprofis sogar behaupten, niemand wolle die dicken Brummer wirklich.

Mehrere Alltagsbeobachtungen legen nämlich eher das Gegenteil nahe:

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