Blaufränkisch 2017

Sonntag, 10. September 2017 | Autor:

Das lesefreie Wochenende habe ich genutzt, um mir ein Bild vom Reifezustand der noch nicht geernteten Sorten zu machen. Und für ein paar bewegte Bilder beim Blaufränkisch. Vielleicht schaffe ich noch mehr Videos in den nächsten Tagen.

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Spätfrostfolgen (2)

Sonntag, 12. März 2017 | Autor:

Besonders deutlich merkt man die Folgen des Spätfrostjahrgangs 2016 im Lebensmittelhandel. Wo es um den Erhalt des Regalplatzes geht, sind insbesondere die vom Frost besonders betroffenen Kollegen aus der Steiermark sehr kreativ.

So wird z.B. aus „Frisch&Steirisch“ mit dem heurigen Jahrgang „Jung&Stylisch“ um dem Bezeichnungsrecht genüge zu tun. Wie auf dem Rücketikett korrekt ersichtlich handelt es sich nämlich nicht um steirischen Wein, sondern um einen Zukauf aus Kroatien.

Viele Weinbauern und auch zumindest eine der großen Handelsketten weisen geradezu vorbildhaft auf den Hintergrund dieser Weinimporte aus Slowenien, Kroatien, ja sogar Neuseeland (!) hin. Trotzdem wird den meisten Käufern im Supermarkt wohl gar nicht auffallen, dass sie keinen Österreicher im Glas haben…

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Zwischen den Stühlen

Samstag, 17. Dezember 2016 | Autor:

haider-45-komprimiert

Wie in (fast) allen Lebensbereichen gibt es auch im Weingeschmack Trends und Moden. In Österreich zählte zum Beispiel bis in die 1980er-Jahre überwiegend die Menge, und wenn es auf den Geschmack ankam, dann war auch dabei Masse gefragt. Intensives Aroma von Muskat, Müller-Thurgau und Traminer, kräftiger Alkohol und deutliche Restsüße.

Erste Veränderungen waren schon ab Anfang der 80er vereinzelt wahrnehmbar, aber erst der Weinskandal 1985 brachte eine regelrechte Zäsur im österreichischen Weinstil. Süße und übermächtiger Alkohol war plötzlich weitgehend verpönt und quasi als Überreaktion auf den Skandal waren dünne Wässerchen mit unreifer Säure en vogue.

Trotz solcher Irrwege war diese Zeit extrem spannend und lehrreich. Alles war in Bewegung, vieles möglich, und ich gerade dabei das Weinverkosten zu erlernen.

Spätestens Anfang der 1990er „normalisierte“ sich der Stil der Weißen, und trockene, ausgewogen-elegante Weine aus reifem, aber nicht überreifem Traubenmaterial beherrschten das Bild. Bei den Roten waren die gravierendsten Meilensteine zur Qualitätsverbesserung (Ertrag, Gärmethoden, Säureabbau) gemeistert und die Feinabstimmung voll in Gang.

In dieser Zeit haben wir – meine Eltern und ich – in Sachen Wein zu uns gefunden, erst bei den Weißweinen und mit etwas Zeitverzögerung auch auch bei den Roten. Wir lieben elegante, „leise“ Weine.

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Szechuanpfeffer

Samstag, 24. Mai 2014 | Autor:

Leithaberg-Flasche komprimiert

Dirk Würtz, Blogger- und Winzerkollege und Zampano in allen On- und Offline-Weingassen hat unseren Leithaberg-Blaufränkisch verkostet und schreibt (im unteren Teil seines Blog-Beitrages) zum 2010er unter anderem:

Ich rieche in das Glas und der Pfeffer hüpft mich an. Szechuan Pfeffer! Aber so was von! Nein, ich bin nicht verrückt. … Dieser Wein sollte als “Pegelwein” zu jedem Sensorikseminar. Genial! Ansonsten ist er ein zarter und filigraner, ein eleganter mit einer total animierenden Säure. Gänsehautwein!!! Der Wein packt mich und wird direkt ausgetrunken.

Den 2011er findet Würtz auch gut, er schätzt aber im Gegensatz zu den meisten Profi-Kostern den für uns Weinbauern wesentlich schwierigeren Jahrgang 2010 deutlich höher ein.

Allen Blog-Lesern, die in diesem Jahrgangsvergleich schauen wollen, auf welcher Seite sie stehen, allen, die auf der Suche nach einem Szechuan-Pfeffer-Pegel sind, und allen, die einfach nur ein paar Flaschen guten, eleganten, würzigen Blaufränkisch im Keller haben wollen mache ich folgendes Angebot:

Bis 15. Juni versende ich beide Jahrgänge beliebig sortiert im 6er-Karton österreich- und deutschlandweit zum Preis von 15 Euro pro Flasche (statt 18) frei Haus. Fragen und Bestellungen bitte einfach per Mail an weingut[at]grenzhof-fiedler.at

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Die burgenländischen Herkunftsweine im MAK

Dienstag, 22. Oktober 2013 | Autor:

Übermorgen Donnerstag präsentieren 130 burgenländische Weinbauern von 15.30 bis 21.oo Uhr ihre Herkunftsweine („DAC“) samt ein paar Ergänzungen im Museum für angewandte Kunst in Wien. Nähere Infos gibt es hier.

Ich präsentiere Muskat Ottonel 2012, Leithaberg weiß 2012, Leithaberg rot 2011 und 2009 sowie die Rote Trilogie 2009 und freue mich auf Ihren Besuch!

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Mörbisch zur Weinblüte

Sonntag, 26. Mai 2013 | Autor:

Nach dem langen Winter und der ungewöhnlich kühlen zweiten Maihälfte dauert es heuer noch ein wenig, bis die Reben blühen. Trotzdem feiern wir am kommenden Wochenende gemeinsam mit 12 Kollegen „Mörbisch zur Weinblüte“ und öffnen am Freitag, Samstag und Sonntag unsere Kellertüren.

Nähere Infos zum Programm gibt es hier, und den Folder mit weiteren Infos als pdf hier.

Ich freue mich auf alle, die diese Gelegenheit nützen und uns besuchen, um den Weinbauern und die Weine hinter diesem Blog kennenzulernen!

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Messetypologie

Donnerstag, 4. April 2013 | Autor:

Messen und Präsentationen sind für Winzer wie für Weinliebhaber eine spannende Sache. Da man als Nicht-Promi-Winzer bei solchen Veranstaltungen nicht immer ausgelastet ist, hatte ich im Lauf der Jahre die Gelegenheit, eine Theorie zur Typologie der Aussteller und Besucher zu entwicklen und zu verfeinern:

Die Aussteller:

Der Chaot

Der Chaot kommt zu Messen und Präsentationen immer zu spät und geht meist vor Ende der Veranstaltung. In der Regel hat er andere Weine mit, als die, die er Monate zuvor für den Verkostungskatalog angemeldet hat, was aber offenbar weder ihn, noch seine Besucher allzusehr stört.

Sein Stand ist nämlich verblüffender Weise trotz dieses unhöflichen und unprofessionellen Verhaltens meist gut besucht. Nicht nur einmal konnte ich Weinfreunde beobachten, die geduldig auf das Erscheinen des Meisters warteten oder den Stand so oft besuchten, bis sie das Glück hatten, ihn tatsächlich anzutreffen.

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Jungweinbusiness

Samstag, 24. November 2012 | Autor:

 

Foto: ÖWM/Griesch

Während auf dem internationalen Markt die Präsentation des Beaujolais nouveau am dritten Donnerstag im November das Jungweinbusiness einläutet, läuft das Geschäft mit den Frühabfüllungen bei uns in Österreich schon seit einigen Wochen.

Wie die Zeitschrift „Der Winzer“ berichtet, wurden heuer allerdings deutlich weniger Flaschen vom Junker, Primus, Jungen, Primeur, etc. gefüllt. Es scheint, als käme diese Art von Wein ein wenig aus der Mode.

Mir persönlich haben die Frühabfüllungen noch nie etwas gegeben. Keine andere Weintyp wird derart nach Schema F unter großem Zeitdruck mit enormem Technikaufwand in ein standardisiertes Geschmacksbild gepreßt.

Umso mehr wundert es mich, wenn immer wieder davon zu hören und zu lesen ist, dass diese Weine einen ersten Eindruck von der Qualität des Jahrgangs vermitteln sollen…

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MO 11 11/11

Mittwoch, 30. November 2011 | Autor:

Foto: steve.haider.com

Normalerweise füllen wir unsere Weißweine zwischen Februar und Mai des auf die Ernte folgenden Jahres. Das macht es sowohl den Weinen wie auch uns möglich, recht entspannt an die Sache heranzugehen.

Alle paar Jahre kommt es jedoch vor, dass wir uns gezwungen sehen, einen Wein noch im Jahr seiner Ernte in die Flasche zu bringen. Meist sind es kleine Erntemengen, manchmal aber auch ein ungewöhnlich guter Absatz einer Sorte, die uns dazu veranlassen.

Wirklich sinnvoll ist das freilich nur, wenn es sich um leichte, eher jung zu trinkende Weißweine handelt, bei denen im Gegensatz zu den gehaltvolleren keine negativen Auswirkungen auf das Qualitätspotential zu befürchten ist.

Und wenn es bei der Weinknappheit um Einzelfälle geht, die vom nächsten Jahrgang wieder ausgeglichen werden. Wenn man ohnehin jedes Jahr zu wenig Wein hat, kann man ja gleich bis zum normalen Fülltermin warten, anstatt die weinlose Zeit durch Frühabfüllungen lediglich vom Winter auf den Herbst zu verschieben.

Nach der kleinen Ernte im Vorjahr (und angesichts der normalen bis guten Menge des Jahrgangs 2011) ist es heuer wieder einmal soweit. Heute Vormittag haben wir eine kleine Teilmenge des Muskat Ottonel 2011 gefüllt, weil sein Vorgänger mitten im Weihnachtsgeschäft am ausgehen ist.

Unsere übliche Palettenkennzeichnung im Flaschenlager aus Sorte, Jahrgang, Abfüllmonat und -jahr ergibt in diesem Fall eine nicht unlustige Kombination: MO 11 11/11

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Bezeichnungschaos

Mittwoch, 20. Juli 2011 | Autor:

Prowein 2008

Die österreichischen Weinetiketten gelten – nach oder gemeinsam mit den deutschen – als die kompliziertesten der Welt. Theoretisch liefern sie sehr viele Informationen, die aber in der Praxis mangels Kenntnis der Bestimmungen z.B für bestimmte Prädikatsstufen oder Herkünfte bei den allerwenigsten Konsumenten wirklich ankommen.

Aus diesem Grund sind sehr viele heimische Weinbauern in den letzten Jahren dazu übergegangen, im Rahmen des weingesetzlich Möglichen auf all zu verwirrende Angaben zu verzichten.

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