Der tägliche Regen

Dienstag, 17. August 2010 | Autor: bf

Foto: ÖWM/Rauter

Seit fast zwei Wochen regnet es bei uns in Mörbisch beinahe jeden Tag. Schuld daran ist paradoxer Weise das überwiegend schöne Wetter mit für die Reben idealen 25 bis 28°C.

Die sommerlichen Temperaturen fördern nämlich die Verdunstung des nach den Regenschauern am Anfang des Monats reichlich vorhandenen Wassers und sorgen damit für regelmäßige Gewitter. Und solange sich die Großwetterlage nicht ändert, beginnt das Spiel jeden Tag von vorn:

Nach einer kühlen, feuchten Nacht setzt sich die Sonne durch und läßt durch die Verdunstung üppige Wolkentürme entstehen. Diese wiederum laden ihre Fracht in den Abend- und Nachtstunden ab und befeuchten Blätter und Boden.

Heute Nachmittag bin ich bereits zum zweiten Mal im August vom Regen überrascht worden zu spät mit dem Moped vom Weingarten nach Hause aufgebrochen, weil ich trotz der ersten Tropfen noch wenigstens die eine Rebzeile fertig machen wollte.

Beim ersten Mal ging das sehr schnell und es gab tatsächlich vom Helmrand bis zu den Zehen nicht eine einzige trockene Stelle mehr auf meinem Körper, als ich zu Hause vom Moped stieg. Heute war der Regen zum Glück schwächer, und es wurde nur der Arbeitsmantel naß.

Den Reben scheint diese Wetterlage vorläufig egal zu sein. Die Entwicklung der Trauben schreitet gut voran, und die meisten Weinbauern scheinen so wie wir die bei diesem Wetter extrem gefährliche Peronospora relativ gut im Griff zu haben.

Auch die zweite Mehltauart, Oidium, ist nicht zu unterschätzen. Sie benötigt zwar keine Wassertropfen auf den Blättern wie Peronospora, liebt dafür aber das schwüle Wetter mit hoher Luftfeuchte zwischen dem Abtrocknen am Vormittag, und dem nächsten Regen am Abend.

Beide Pilzkrankheiten können in diesem Reifestadium zwar nicht (bzw. kaum) mehr die Trauben befallen, aber ein Verlust der Blätter, die den für die Reife notwendigen Zucker produzieren ist nicht minder problematisch. Außerdem bedroht mit zunehmender Reife der Grauschimmel Botrytis cinerea die Trauben, wenn diese lange Zeit feucht sind.

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Streifschuß

Mittwoch, 21. Juli 2010 | Autor: bf

Blaufränkisch Hader am 25. 7. 2008

Während meiner Abwesenheit gingen zwei heftige Gewitter über unseren Rieden nieder. Eines davon auch mit leichtem Hagelschlag, der aber zum Glück nur einige wenige unserer knapp 30 Weingärten und auch diese nur leicht betroffen hat.

Der positive Aspekt eines kräftigen Wassernachschubes in dieser Zeit der intensiven Verdunstung überwiegt daher bei weitem. Nicht zuletzt, weil dank unserer weitgehenden Begrünung der Boden das kostbare Naß gut aufnehmen konnte, und in unseren Weingärten nur wenig Wasser oberflächlich abgeflossen sein dürfte.

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Déjà-vu

Montag, 21. Juni 2010 | Autor: bf

Bedeckter Himmel, wüchsige Reben

Wie schon 2008 und 2009 ist auch heuer der Juni deutlich feuchter als gewöhnlich, und wie im Vorjahr liegen auch im Moment die Temperaturen weit unter den Normalwerten.

Die Blüte dürfte dieses Jahr zwar etwas besser gelaufen sein, als 2009, aber zumindest beim empfindlichen Muskat Ottonel sind jene Gescheine (=Traubenansatz bis zur Blüte), die nicht vor dem Wetterumbruch Mitte der vergangenen Woche aufgeblüht sind sicher wieder verrieselt.

Auch die Peronospora-Gefahr (=falscher Mehltau) ruft Erinnerungen an die letzten beiden Jahrgänge wach, nachdem sie jahrzehntelang nur ein Nebenthema war.

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Naß und kalt

Donnerstag, 3. Juni 2010 | Autor: bf

Peronosporawetter

Jetzt ist es amtlich: Der Mai 2010 war zu kalt, zu naß und einer der drei sonnenärmsten seit 1880. Und weil der Wonnemonat in den letzten 18 Jahren (mit Ausnahme von 2004) immer überdurchschnittlich warm war, fühlt sich ein unterdurchschnittlicher wie der heurige noch viel schlimmer an.

Nach einem auch eher kühlen März und April, waren die Reben heuer schon Anfang Mai später dran, als in den letzten Jahren üblich. Und weil der Mai nichts dazu beigetragen hat, um diesen Rückstand aufzuholen, beginnt die Rebblüte heuer (wie kürzlich bereits hier spekuliert) natürlich auch später.

Wäre es zwischenzeitlich nicht auch einmal ein paar Tage warm gewesen, hätten sich die weit verbreiteten Symptome einer Kältechlorose wohl deutlich verschlimmert. Eine Woche Normaltemperatur hat aber genügt, um den zuvor eher fahlen, gelb-grünen Rebblättern mehr Leben einzuhauchen.

Dafür müssen wir aber auch erste Peronospora-Infektionen befürchten, denn wie bereits 2008 und 2009 bietet warmes, aber nasses Wetter diesem Mehltaupilz beste Bedingungen.

Wenn es am kommenden Wochenende tatsächlich endlich trocken(er) wird, und die Temperaturen steigen, wird sich das Wachstum der Reben wohl stark beschleunigen. Schließlich warten unsere Stöcke  schon lange genug darauf, und die üppigen Wasserreserven im Boden reichen für etliche Wochen.

Für uns bedeutet das nach einigen Wochen mit viel wetter- und vegetationsbedingtem Innendienst jede Menge Arbeit im Weingarten. Ich freue mich schon darauf.

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Reden wir übers Wetter

Dienstag, 11. Mai 2010 | Autor: bf

Ein spätes Frühjahr

Wenn man kein gemeinsames Gesprächsthema findet, unterhält man sich gerne übers Wetter, um ein unangenehmes Schweigen zu vermeiden.

Und wenn man derart mit (überwiegend nebenberuflicher) Arbeit eigedeckt ist, dass einem kaum Zeit zum Bloggen bleibt, sind ein paar Zeilen zur Witterung zumindest für die Blogstatistik auch sehr hilfreich.

Nach seinem späten Beginn entwickelt sich das heurige Frühjahr bisher sehr eigenartig. Nicht wirklich kalt, aber trotzdem mit recht langsamem Wachstum. Nicht wirklich feucht, aber mit regelmäßigen kleinen Regenschauern.

Die Reben reagieren darauf mit bravem, aber etwas zögerlichem Wuchs, die Gräser und Kräuter darunter entwickeln sich hingegen wesentlich üppiger als auf obigem alten Foto.

Wirklich schließen kann man daraus nichts, aber das ist ja auch nicht unbedingt der Sinn von Wettergesprächen…

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Vulkanjahrgang 2010?

Samstag, 17. April 2010 | Autor: bf

Vulkan Wikipedia Boaworm

Bildquelle: Wikipedia/Boaworm

Während die Einschränkungen des Luftverkehrs über Europa durch den Ausbruch des isländischen Vulkans Eyjafjallajökull alle Medien dominiert, kommen andere mögliche Auswirkungen dieses Naturereignisses bislang kaum zur Sprache.

Schon gestern kam mir zwischendurch ganz kurz der Gedanke, ob die Flugasche des Vulkans auch Einflüsse auf das Wetter haben könnte, und gerade eben habe ich hier (im zweiten Teil des Artikels) bei Captain Cork eine zwar vage, dafür aber umso düsterere Prognose für den Weinbau gelesen.

Ich bin zwar generell kein Schwarzseher und fürchte mich auch nicht vor einem kühleren Sommer und einem regnerischen Herbst. Wenn man aber nur ein klein wenig zu diesem Thema recherchiert, erscheint es für den Laien durchaus plausibel, dass der isländische Vulkanausbruch den Weinjahrgang in Mitteleuropa prägen könnte.

Der Ausbruch des Krakatau 1883 war zwar deutlich heftiger, aber dafür sind wir diesmal näher dran…

EDIT: Einige Quellen wie z.B. dieser Bericht des Max-Planck-Instituts für Meteorologie halten klimatische Folgewirkungen angesichts der vergleichsweise geringen emittierten Schwefelmenge derzeit für wenig wahrscheinlich. Mal sehen, was kommt.

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Frühlingsbeginn

Samstag, 27. März 2010 | Autor: bf

Mandelblüte am 12. Februar 2007

Nach einem langen Winter kehrt mit den überdurchschnittlichen Temperaturen der vergangenen Woche endlich Frühlingsstimmung ein. Die ersten Mandelblüten haben sich bereits geöffnet, ein paar Tage später als im Vorjahr, genau einen Monat später als 2008 und fast sechs Wochen später als 2007.

Solche Vergleiche sind zwar interessant, wie wenig man daraus aber für den kommenden Jahrgang schließen kann, zeigt das Jahr 2009. Trotz verzögertem Vegetationsbeginn konnte ich damals zwei Monate später über eine äußerst frühe Rebblüte berichten.

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Es wird Herbst

Donnerstag, 17. September 2009 | Autor: bf

Herbstlicher Sonnenaufgang

Sonnenaufgang über dem nebelverhangenen Neusiedlersee

am 16. September 2009

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Noch immer und schon wieder nass

Freitag, 26. Juni 2009 | Autor: bf

Regenmesser

Gestern war der erste (beinahe) regenfreie Tag dieser Woche. Blätter und Trauben waren endlich wieder einmal für ein paar Stunden nicht nass.

Bevor aber der Boden beginnen konnte abzutrocknen, hat ein Regenschauer heute früh schon wieder fünf Liter pro Quadratmeter gebracht. Langsam macht sich eine gewisse Nervosität wegen der zu befürchtenden Mehltauinfektionen breit.

Seit Montag hat es bei uns rund 125 Liter pro Quadratmeter geregnet. Ähnlich viel in vergleichbarer Zeit wie damals 2007, wenn auch zu einem nicht ganz so schlechten Zeitpunkt. Die aktuelle Situation ist daher eher mit dem feuchten Juni und Juli 2008 vergleichbar.

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Adriatief

Dienstag, 23. Juni 2009 | Autor: bf

Seit dem Wochenende ist der Osten Österreichs fest im Griff eines Tiefdruckgebietes über der Adria. Wenn die Prognosen stimmen wird uns diese sogenannte Vb-Wetterlage wohl die ganze Woche lang ausgiebig mit Regen versorgen.

Zum Glück müssen wir uns nicht vor Hochwasser fürchten, wie zum Beispiel die Kollegen in der Wachau. Und weil die Hanglagen in Mörbisch auch nicht besonders steil und unsere Böden zumindest teilweise begrünt sind, ist auch (noch) nicht mit ernstzunehmenden Erosionsschäden zu rechnen.

Ganz ohne ist so eine nasse Woche allerdings trotzdem nicht. Unsere letzte vorbeugende Mehltaubehandlung ist schon zwei Wochen her, und deshalb kaum noch wirksam. Und bis wir die Weingärten wieder mit dem Traktor befahren können, ohne den Boden zu verdichten, wird es wohl noch eine Woche dauern.

Bleibt zu hoffen, dass die aktuellen Temperaturen für eine Peronospora-Infektion zu niedrig sind…

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