Scheiße!

Donnerstag, 28. April 2016 | Autor:

Spätfrost

Das hätte Chardonnay 2016 werden sollen.

Nach den ersten kleinen Schäden am Dienstag hat uns (wie sehr, sehr viele Kollegen in ganz Österreich und sonstwo) der Spätfrost in der Nacht von gestern auf heute ziemlich übel erwischt. Ein Drittel unserer Weingärten ist nahe am Totalschaden, ein weiteres Drittel ist deutlich geschädigt und nur rund ein Drittel ist halbwegs unversehrt geblieben.

Natürlich bilden die Rebstöcke in ein paar Wochen wieder neue Triebe und Blätter, Trauben wachsen aber wohl nur sehr sehr vereinzelt nach. Wir müssen also damit rechnen, dass wir vom 2016er weniger als die Hälfte einer normalen Ernte in den Keller bekommen werden.

Diese Aussichten sind natürlich – man verzeihe mir die deutliche Wortwahl – scheiße.

Trotzdem möchte ich meine Schilderungen nicht als Wehklagen verstanden wissen. Wir Bauern haben bei manchen zwar den Ruf, ständig zu jammern, aber wenn ich von den Frostschäden berichte, dann nicht, um Mitleid oder Fördergelder zu erheischen.

Elementarereignisse wie dieses sind zum Glück selten, gehören aber zu meinem Beruf. Unser Betrieb ist gut genug aufgestellt, um damit umgehen zu können. Wir haben unsere Fixkosten im Griff, sind klein genug, um so etwas flexibel handhaben zu können, haben treue, verständnisvolle Kunden, einen auch quantitativ guten Jahrgang 2015 im Keller und vor allem bei den Rotweinen auch Reserven aus den Jahren davor.

Auch wenn es mir wohl nicht alle glauben werden: Mehr betroffen als das Loch in meiner Brieftasche im nächsten Jahr macht es mich, meine Rebstöcke in so einem Zustand zu sehen.

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Spätfrost!

Dienstag, 26. April 2016 | Autor:

Spätfrost1 bearbeitet

Archivbild 2011

Der frühe Austrieb der Reben und der kalte Wetterumschwung der letzten Tage sorgt bei uns Weinbauern für berechtigte Nervosität. Sobald die jungen Triebe nämlich die schützende Hülle der Knospen verlassen haben, führen schon Temperaturen knapp unter dem Gefrierpunkt zu Frostschäden.

Viele Kollegen in Österreich, Deutschland und Südtirol sind bereits massiv betroffen, und vergangene Nacht hat es leider auch uns ein wenig erwischt. Nicht allerdings in den tiefliegenden Lagen am See wie zu erwarten (und wie zuletzt 2011), sondern in unserer größten Parzelle am Goldberg, die nahe an einem kaltluftführenden Einschnitt im Hügelland liegt.

Nach Schätzung meines Vaters liegt der Schaden zum Glück nur bei vielleicht 10 Prozent, aber die Kältewelle ist noch nicht vorbei, bis zu den eigentlichen Eismännern dauert es noch zwei Wochen, und 2012 sind in einigen Gebieten sogar noch nach dem 15. Mai Reben erfroren…

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Viel Licht und etwas Schatten

Samstag, 15. August 2015 | Autor:

Nachdem es bei meinem vorigen Beitrag über den heurigen Jahrgang schon etwas zu dunkel zum Fotografieren war, möchte ich hier ein par aktuelle Ausnahmen aus unseren Weingärten nachreichen:

August 2015 4

Ich hoffe, dieser Blaufränkisch am Mörbischer Goldberg macht klar, warum ich mir den Jahrgang nicht schlechtreden lassen will.

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Jahrgangsorakel

Sonntag, 9. August 2015 | Autor:

August 2015 1

Ein Rekordsommer wie der heurige, dessen Hitzewellen sich nicht mehr zählen lassen, ruft natürlich alle möglichen Weinjahrgangsorakel auf den Plan.

Viel Sonne ist immer gut für den Wein, meinen die einen, und rufen bereits einen Jahrhundertjahrgang aus. Hitze und Trockenheit machen die Qualität zunichte und werden uns säurearme, alkoholüberladene Weine bescheren, unken die anderen.

Beides falsch, beides zu früh, wissen die, die wirklich Ahnung von der Materie haben.

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Vielversprechendes Pfingstwetter

Dienstag, 19. Mai 2015 | Autor:

Wetterbericht Mai 2015

Den Touristikern und Urlaubsgästen wird sie nicht so recht sein, wir aber freuen uns sehr über die aktuelle Wetterprognose. Seit dem Austrieb der Reben Ende März hatten wir nämlich keinen nennenswerten, d.h. die Wurzeln der Reben erreichenden Niederschlag.

Bis jetzt hat das den Weinstöcken zwar kaum direkt geschadet, spätere Folgen einer mangelnden Nährstoffaufnahme sind aber durchaus nicht auszuschließen. Außerdem würden wir schon seit längerem gerne den Boden mit unserem Spezialgerät lockern, um die Begrünung zu bremsen. Der war allerdings trockenheitsbedingt steinhart und nicht zu bearbeiten.

Ein ausgiebiger Regen – gerne auch 40 Liter oder mehr pro Quadratmeter wenn sie gemütlich und eisfrei fallen – käme uns also gerade recht. Die wirklich trockene Jahreszeit kommt ja erst, da können wir jeden Tropfen Reserve brauchen.

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Ein Frühling wie damals

Montag, 23. März 2015 | Autor:

Mandelblüte 2 bearbeitet

Während man in den letzten Jahren meist den Eindruck hatte, das Wetter läßt den Frühling aus und wechselt vom Winter nahtlos in den Sommer, scheint es heuer eine richtige Übergangszeit zu geben. Sonnige, aber nicht all zu warme Tage und Nachttemperaturen nur wenig über dem Gefrierpunkt.

Dementsprechend langsam und entspannt erwacht die Natur aus ihrem Winterschlaf. Die Mandelbäume haben zwar schon recht früh ihre ersten Blüten geöffnet, aber sie blühen drei Wochen später immer noch und von grünen Blattspitzen wie auf dem Archivfoto kann derzeit keine Rede sein.

Die Knospen der Reben zeigen nicht die kleinste Regung, und wie es scheint, ist noch nicht einmal der Saftfluß in den Stöcken in Gang gekommen. Tränende Reben findet man im Moment nur ganz selten.

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Wieder früh

Dienstag, 3. März 2015 | Autor:

Mandelblüte

Vor ein paar Tagen haben wir die ersten geöffneten Blüten der Mandelbäume gefunden. Bis heute sind wir zwar noch nicht so weit, wie auf dem Foto, das Jahr 2015 startet aber wieder einmal früh in die Vegetationsperiode.

Über das Weinjahr sagt das freilich nicht wirklich etwas aus, wie auch diese Gegenüberstellung mit den Ernteterminen der verschiedenen Jahre zeigt.

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Endlich Winter

Montag, 29. Dezember 2014 | Autor:

Schneemann

Nach einem sehr milden Dezember ist jetzt endlich der Winter eingekehrt. Nach dem gestrigen Schneefall sollen die nächsten Tage Temperaturen bis an die -10°C bringen.

Kalt genug um den Reben zu signalisieren, dass es Zeit für ihren erholsamen Winterschlaf ist, aber warm genug, um trotz noch nicht völlig zur Ruhe gekommenem Saftstrom in den Pflanzen keine Frostschäden befürchten zu müssen.

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Erwischt

Montag, 11. August 2014 | Autor:

Hagel 2012
Anders als am Samstag erhofft, hat der leichte Hagel in einigen Weingärten doch deutliche Spuren hinterlassen. Bei rund zwei Hektar ist es nur wenig mehr als ein Schönheitsfehler, ein Hektar ist allerdings stärker betroffen.

Mal sehen wie das weitergeht. Trockenes Wetter wäre jetzt wichtig, damit die angeschlagenen Beeren eintrocknen und nicht von Fäulnis befallen werden.

Das Foto ist übrigens nicht aktuell, die Trauben sind heuer schon deutlich weiter in ihrer Entwicklung.

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Nachschub

Samstag, 9. August 2014 | Autor:

Regen

Nicht dass wir das nach dem reichlichen Regen von neun Tagen und der nassen Woche davor gebraucht hätten. Aber eben sind in einem kurzen Wolkenbruch wieder rund 40 Liter Wasser pro Quadratmeter vom Himmel gefallen.

Ein paar Eiskörnchen waren auch dabei, aber recht groß kann der Schaden – wenn überhaupt – wohl nicht sein. Im Vergleich zum letzten Mal hat es uns ein bisschen mehr Erde weggeschwemmt, aber auch das ist halb so schlimm.

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