Das erste Grenzhof-Weinseminar

Montag, 30. Oktober 2006 | Autor:

Schon seit 1998 bin ich nebenbei als Vortragender für Weinseminare tätig, aber erst gestern habe ich das erste „richtige“ Seminar in eigener Sache abgehalten. weiter…

Thema: Verkauf und Marketing | Beitrag kommentieren

Von der Traube zum Weißwein, Teil 7

Donnerstag, 26. Oktober 2006 | Autor:

Das Abziehen vom Geläger

Irgendwann ist es Zeit, den Jungwein vom Geläger zu trennen. Wenn sich die zu Boden gesunkene Hefe negativ verändert (mehr dazu hier), kann dieser Zeitpunkt schon während der Endphase der Gärung gekommen sein. Wenn die Hefe in Ordnung ist, während der Gärung und Jungweinphase regelmäßig aufgerührt wird und eine fülligere, cremigere Stilistik mit komplexen Aromen gewünscht wird, kann der Wein aber auch bis kurz vor der Füllung, unter Umständen ein Jahr oder länger auf der Hefe bleiben. weiter…

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Die letzte Pressung

Dienstag, 24. Oktober 2006 | Autor:

Mit dem Cabernet Sauvignon habe ich heute den letzten Wein der heurigen Ernte abgepreßt. In den 17 Tagen auf der Maische hatte er Zeit, soviele Farbstoffe aus der Schale auszulaugen, daß er eher schwarz als rot von der Presse lief. Sein Aroma zeigt keinerlei „grüne“, unreife Nuancen nach Paprika oder Brennesseln und auch die Tannine, die vor allem während der zweiten Hälfte der Standzeit aus der Schale extrahiert werden, wirken zwar sehr massiv, dabei aber keineswegs bitter oder austrocknend. weiter…

Thema: Lese 2006 | Beitrag kommentieren

Ungarn im Herbst 1956 und 1989

Sonntag, 22. Oktober 2006 | Autor:

Unser Nachbarland gedenkt dieser Tage dem Aufstand gegen die kommunistische Diktatur von 1956, der dieser Tage vor 50 Jahren begann. weiter…

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Von der Traube zum Weißwein, Teil 6

Freitag, 20. Oktober 2006 | Autor:

Die ersten Jungwein-Wochen, eine Schlüsselphase für Qualität und Stil

Die Gärung ist zwar die Geburtsstunde des Weines, aber während die Hefe arbeitet, hat der Kellermeister kaum Einflußmöglichkeiten auf die Entwicklung des Weines. Jede Gärung ist anders, und selbst wenn man den gleichen Most in zwei verschiedenen Tanks mit der gleichen Reinzuchthefe bei der exakt gleichen Gärtemperatur vergärt, werden sich beide Chargen (wenn auch meist nur geringfügig) unterscheiden. weiter…

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Großkampftag im Preßhaus

Donnerstag, 19. Oktober 2006 | Autor:

Heute habe ich den Großteil unseres Blaufränkisch gepreßt. 11.000 Liter Wein (zuzüglich der auszupressenden Schalen) aus fünf verschiedenen Gärbehältern, jeweils getrennt in Seih- und Preßwein bedeuten einigen Aufwand und fünf Pressungen samt zugehöriger Tresterbeförderung an einem Tag.

Erschwert wurde die Sache dadurch, daß wir momentan nur recht wenige Tanks und Fässer leer haben, weil es in der Gär- bzw. Nachgärphase der Weiß- und Rotweine aus verschiedenen Gründen (unterschiedliche Gärstadien, Platzgründe, Behälter während der Gärung nicht voll, diverse „Experimente“ des Kellermeisters,…) mehr Chargen gibt als einige Wochen später. Und weil die Ernte auch quantitativ sehr zufriedenstellend war.

So mußte also ein ausgefeilter Schlachtplan her, um die Reihenfolge der Chargen zu optimieren und den vorhandenen Platz (zum Teil nur als Zwischenlager, damit sich über Nacht die Hefe absetzen kann und der Wein morgen möglichst klar in die Barriques bzw. Fässer kommt) bestmöglich auszunützen.

Einige Gerätschaften erhielten nebenbei auch ihre Abschlußreinigung, bevor sie wieder für ein Jahr eingemottet wurden. Auf der Maische steht nämlich nur noch der Cabernet Sauvignon. Und wenn der (voraussichtlich nächste Woche) gepreßt wird, braucht es weit weniger Aufwand. Schließlich ist es nur ein Bruchteil der Menge.

 

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Von der Traube zum Weißwein, Teil 5

Dienstag, 17. Oktober 2006 | Autor:

Die Gärung: Zügig…

Die ideale Gärung beginnt rasch und verläuft zügig. Schleppende Gärungen sind eine Quelle für die Entstehung von Weinfehlern und bergen das Risiko eines Steckenbleibens in sich. Stellt die Hefe ihre Tätigkeit vorzeitig ein, bedeutet der unerwünschte Restzucker im Wein nicht nur ein qualitatives Risiko (trockene Weine sind bei nicht-steriler Lagerung stabiler und benötigen weniger SO2 zur Stabilisierung bzw. als Oxidationsschutz), sondern oft auch einen wirtschaftlichen Schaden, wenn der Wein nicht dem gewünschten trockenen Ausbaustil entspricht. weiter…

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Denkwürdige Parallelen

Montag, 16. Oktober 2006 | Autor:

Heute Nachmittag war ich mit unserer „Großen“ (wieder einmal) im Kindertheater. Es war ein schöner Nachmittag, der mich auch zum Nachdenken angeregt hat:

Die Schauspieler, Autoren und Regisseure der Kinder-Stücke werden von den Meinungsbildnern und Kritikern nur selten beachtet. Sie stehen nur gelegentlich in der Zeitung, haben kein Star-Image und keine Villa auf Mallorca.

Sie liefern solides Theater-Handwerk, individuell, ehrlich und mit Liebe zum Beruf, gelegentlich mit Improvisation und gar nicht so selten auch mit Momenten schauspielerischer Größe.

Ihr Wirkungskreis ist beschränkt und ihr Publikum nimmt sich auch das Recht heraus, ihre Arbeit nicht immer mit ganzer Aufmerksamkeit zu verfolgen. Trotzdem genießt es den Theaterbesuch und zeigt seine Begeisterung in ehrlicher, spontaner und unmittelbarer Form.

Vielleicht machen die Kindertheater-Leute gerade deshalb ihre Arbeit mit so viel Engagement.

Das alles kommt mir als Winzer recht bekannt vor…

 

Thema: Allgemeine Randnotizen | Beitrag kommentieren

Traubendiebstahl

Freitag, 13. Oktober 2006 | Autor:

Wie der ORF berichtet, wurde ein Winzer-Kollege in Gumpoldskirchen von professionellen Traubendieben heimgesucht, die seelenruhig 800 Kilo Merlot geerntet haben und dabei auch von Winzerkollegen nicht beobachtet wurden.

Den Fernsehbildern nach war der Weingarten sehr gut gepflegt und die Qualität der Trauben und damit der finanzielle Schaden vermutlich dementsprechend hoch. 

So etwas ist uns gottseidank noch nicht passiert. Die einzelnen Beeren, die Radfahrer und Fußgänger verkosten, können wir verschmerzen. Und wenn Trauben-Liebhaber mit Sackerln oder kleinen Steigen ausrücken, um Trauben für den eigenen Verzehr-Bedarf zu stehlen, ärgert das zwar, ist aber wirtschaftlich zu verkraften.

Vielleicht stellt sich die Sache aber auch als Irrtum heraus. Es wäre nicht das erste Mal, daß bei den zersplitterten Besitzverhältnissen in unseren Weinbaurieden Hilfskräfte den falschen Weingarten bearbeiten. Als Jugendlicher habe ich in Abwesenheit meiner Eltern auch einmal unsere Lesehelfer instruiert, drei Zeilen zu ernten. Dabei hatte unser Weingarten nur zwei…

Thema: Wein-Medien-News | Beitrag kommentieren

Von der Traube zum Weißwein, Teil 4

Donnerstag, 12. Oktober 2006 | Autor:

Die Gärung und ihre „Nebenwirkungen“

Die alkoholische Gärung ist die „Geburtsstunde“ des Weines. Die echte Weinhefe (Saccharomyces cerevisiae), übrigens ein Pilz und nicht wie immer wieder fälschlich behauptet ein Bakterium, verstoffwechselt dabei Zucker zu Alkohol (Ethanol), Kohlendioxid (CO2, fälschlich: Kohlensäure) und Wärme.

Bei der Gärung von einem Liter Traubensaft mit mittlerem Zuckergehalt werden etwa 50 Liter (nein, kein Schreibfehler) Kohlendioxid frei, das sich als berüchtigtes Gärgas in Bodennähe sammelt, da es schwerer als Luft ist. Es ist geruchlos und wirkt erstickend, da es die Luft im Keller verdrängt und ohne Ventilatoren nicht von allein nach oben entweicht.

Pro Volumsprozent Alkohol, das entsteht, erwärmt sich der Most bei mittelgroßen Behältern und nicht besonders kalten Umgebungstemperaturen um ein Grad Celsius. Bei einer zu stürmischen Gärung steigt also die Temperatur von etwa 18°C auf 30°C an!

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