Beratung im Weinbau (2)

Montag, 30. April 2007 | Autor:

„Additive Oenologie“

Ein Grund für den bereits in Teil 1 beschriebenen schlechten Ruf der Berater sind weitverbreitete (Vor-)urteile über deren Tätigkeit. Viele Winzer (beratungsresistente, aber auch solche, die Beratung in Anspruch nehmen) und Weinkonsumenten sehen in den Beratern dubiose Wunderwuzzis, die mit allerlei Zaubertricks die Weine vor der Abfüllung „herrichten“.

Der oenologische Berater Volker Schneider hat für diese, von gar nicht so wenigen Winzern und Beratern tatsächlich gepflegte Praxis den Begriff „additive Oenologie“ erfunden, der den Kern der Sache recht gut trifft. Eine ausführliche Erklärung gibt es in diesem pdf. weiter…

Thema: Kunterbunte Weinwelt | Ein Kommentar

Messen und Präsentationen…

Freitag, 27. April 2007 | Autor:

…sind für Winzer wie für Weinliebhaber eine spannende Sache.

Vergangenen Montag war es wieder einmal soweit: über 130 Winzer aus dem Burgenland präsentierten in der Wiener Hofburg den neuen Jahrgang (ergänzt durch einige Vertreter aus den Vorgängerjahren).

Da man als Nicht-Promi-Winzer bei solchen Veranstaltungen nicht immer ausgelastet ist, hatte ich die Gelegenheit, meine Theorie zur Typologie der Aussteller und Besucher weiter zu verfeinern: weiter…

Thema: Verkauf und Marketing | 5 Kommentare

Kein Vergleich!

Freitag, 27. April 2007 | Autor:

„Meine Weine sind für mich wie meine Kinder“, sagen manche Winzer und wollen damit ihrer Liebe zum Beruf Ausdruck verleihen.

Und in der Tat: Ein Weinbauer, der seinen Beruf ernst nimmt, lebt mit seinen Reben und mit seinen Weinen. Er begleitet ihr Heranwachsen, versucht sie zu erziehen und ist immer auf der Suche nach dem goldenen Mittelweg zwischen behüten und frei entfalten lassen.

Auch ich habe eine sehr intensive Beziehung zu Reben und Weinen. Ich erfreue mich an deren Entwicklung und mache mir Sorgen, wenn es Probleme gibt.

Aber ich habe auch Kinder. Und bei aller Liebe zum Wein, als Vater zweier bezaubernder Töchter kann ich sagen:

Beides erlebt, kein Vergleich!

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Good News from America!

Mittwoch, 25. April 2007 | Autor:

Gute Weinbewertungen gehören zu den (vielen) angenehmen Seiten des Winzerberufes. Besonders wenn sie von Weinliebhabern kommen, denen man auch mit böser Absicht keinerlei Abhängigkeit oder Voreingenommenheit unterstellen kann. weiter…

Thema: Wein-Medien-News | Beitrag kommentieren

Beratung im Weinbau (1)

Samstag, 21. April 2007 | Autor:

Kaum ein Thema wird so kontrovers diskutiert wie die Tätigkeit von Beratern in der Weinbranche. Aus aktuellem Anlaß möchte ich in nächster Zeit meine Sicht der Dinge dazu darstellen. weiter…

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Capreolus capreolus

Donnerstag, 19. April 2007 | Autor:

Unter diesem unscheinbaren Doppelnamen verbirgt sich der um diese Jahreszeit gefährlichste Schädling der Weinrebe: Das Reh.

Bis vor wenigen Jahren war das Reh in unseren Ertragsweingärten kein wirklich gefährlicher Gegner. Wildfraß von Rehen und Hasen gab es nur an bodennahen, neugepflanzten Reben im ersten oder zweiten Standjahr.

Aber seit Mitte der 1990er stellt der Fraßschaden, den die Rehe in Ertragsweingärten an den austreibenden Knospen hervorrufen eine ernstzunehmenden Schaden dar. weiter…

Thema: Reben und ihre Pflege | 2 Kommentare

Ärgerlicher Zufall

Dienstag, 17. April 2007 | Autor:

Normalerweise gibt es beim Weinversand heutzutage kaum Probleme. Egal ob per Post, Paketdienst oder Spedition – wenn der Wein gut verpackt ist, kommt er in den allermeisten Fällen auch rechtzeitig und unversehrt an seinem Bestimmungsort an.

Das ist auch gut so, denn Versandprobleme sind immer eine unangenehme Sache. Zeitdruck, große Entfernungen, Kommunikationsprobleme mit mehr oder weniger entgegenkommenden Speditionsmitarbeitern, komplizierte logisitische Abläufe, zu Recht verärgerte Kunden und in der Regel schuldlose, aber trotzdem verantwortliche Winzer sind eine äußerst streßfördernde Mischung.

Besonders nervenaufreibend für uns Weinbauern wird es, wenn ein teuflischer Zufall so wie gestern Montag mit zwei solche Fällen an einem Tag aufwartet. weiter…

Thema: Verkauf und Marketing | Beitrag kommentieren

DAC: Zwischen Euphorie und Skepsis

Samstag, 14. April 2007 | Autor:

Wie ich hier schon prognostiziert habe, haben die Pläne für ein gemeinsames Zweigelt-DAC des Nordburgenlandes bei der Mehrzahl der Winzer in unserem Gebiet keine Zustimmung gefunden.

Aber die DAC-Euphoriker, die sich mitunter wahre Wunderdinge von den drei magischen Buchstaben versprechen, lassen sich dadurch offenbar nicht bremsen. Schon tauchen an allen möglichen und unmöglichen Ecken und Enden neue DAC-Gerüchte auf. Welch skurrile Argumente dabei ins Treffen geführt werden, fällt den Protagonisten offensichtlich gar nicht (mehr) auf. weiter…

Thema: Kunterbunte Weinwelt | Beitrag kommentieren

Das hat man davon

Donnerstag, 12. April 2007 | Autor:

Nachdem ich über eine Woche erfolglos versucht habe, die aufkeimende Verkühlung zu ignorieren, hält sie mich jetzt schon seit drei Tagen weitgehend im Bett gefangen.

Im Weingarten gibt es zwar im Moment wenig zu tun, aber die Fässer für den Mörbisch Weiß 2006 sollten verschnitten und der Wein langsam für die Füllung vorbereitet werden. Außerdem sollte die nächste Ausgabe unseres Newsletters „Die Weinpresse“ getextet, mit dem Grafiker endlich eine endgültige Lösung für Logo, Briefpapier und Stempel erarbeitet und mit unserem oenologischen Berater wieder einmal die gesamte Palette der Roten 2006er im Faß verkostet werden.

Und zu allererst muß ich am Samstag Abend zu einer Weinpräsentation in die Schweiz fliegen. Im Moment stehen die Chancen etwa fifty-fifty, daß ich bis dahin fit genug bin…

Thema: Allgemeine Randnotizen | 2 Kommentare

Rebholzzerkleinerung

Montag, 9. April 2007 | Autor:

Bis vor gut 20 Jahren lag in den Weingärten um diese Jahreszeit der typische Geruch von verbranntem Rebholz in der Luft. Jahrhundertelang wurden die beim Rebschnitt abgeschnittenen Triebe im Frühling zu den Enden der Rebzeilen getragen und dort verbrannt.

Diese Vorgangsweise ist nicht nur äußerst mühsam (manche unserer Rebzeilen sind über 400 Meter lang!), sonder auch eine ziemliche Verschwendung von Nährstoffen.

Während die Weinbauern mit dem Abtransport der Trauben dem Boden nämlich relativ wenige Nährstoffe entziehen (Trauben bestehen ja vorwiegend aus Wasser und Zucker), enthält das Rebholz große Mengen an Stickstoff, Kalium, Phosphor und zahlreichen Spurenelementen, die als Asche vom Wind verweht werden. weiter…

Thema: Reben und ihre Pflege | Ein Kommentar

Vereinsmeierei (Teil 5)

Samstag, 7. April 2007 | Autor:

Das Interprofessionelle Komitee (IK)

Vor etwa sechs Jahren hat uns das Weinrecht der EU mit dem IK ein zusätzliches Gremium beschert. Das Interprofessionelle Komitee hat seinen Namen von seiner Zusammensetzung aus Vertretern der beiden „Professionen“ Weinproduktion und Weinhandel.

Wie vor allem in Frankreich üblich, sollten die Weinbaugebiete der EU den Großteil ihrer Angelegenheiten in einer Art Selbstverwaltung der Weinwirtschaft in die Hand nehmen. Das französische Vorbild regelt dabei nicht nur die AOC-Vorschriften (die weit detailierter sind, als alle bisherigen österreichischen DAC-Definitionen), sondern betreibt auch Werbung für das Gebiet, beschäftigt Berater für Weinbau und Keller, steuert die Rebflächenentwicklung eines Gebietes und kauft zur Stabilisierung der Weinpreise in Jahren mit großer Ernte auch schon mal Wein auf, um ihn erst in ertragsschwächeren Jahren wieder auf den Markt zu bringen. weiter…

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Aller Anfang ist schwer

Dienstag, 3. April 2007 | Autor:

Austrieb

Der Austrieb hat begonnen! Die Augen (Knospen) der beim Rebschnitt belassenen und später mehr oder weniger halbrund oder waagrecht gebundenen Fruchtruten sind mittlerweile deutlich angeschwollen.

In Einzelfällen wie wie auf dem Foto (frühe Lage + leichter, warmer Boden + frühtreibende Sorte Blaufränkisch + dünne Fruchtrute) erreichen manche „Triebe“ bereits eine Länge von einem Zentimeter.

Mit ein bißchen Fantasie (und leider nicht auf diesem Foto) kann man sogar schon die Zacken der ersten kleinen Blätter erkennen.

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Der Frühling kommt!

Sonntag, 1. April 2007 | Autor:

Die Indizien mehren sich, daß nun eindeutig der Frühling ins Land zieht:

Seit dem Freitag sind wir nicht nur mit dem Rebschnitt bzw. dem Entfernen der bereits zuvor abgeschnittenen Rebtriebe fertig, sondern auch schon mit dem Anbinden der Fruchtbögen an den Drahtrahmen.

Gestern Samstag haben wir damit begonnen, die Oleander, die typischen Zierpflanzen der Region, aus ihrem Winterquartier zu holen und in unseren Höfen zu platzieren. Jeweils knapp 20 üppige, gut zwei Meter hohe Büsche im Weingut, bei meiner Oma und bei meinem Wohnhaus, in Summe also rund 60 Stück.

Heute Mittag vernahm ich das erste Klappern eines Storches in diesem Jahr.

Und heute Abend gab es das erste Froschkonzert von Zigtausenden Fröschen und Kröten, das man vom Schilfgürtel des Neusiedlersees kilometerweit hören kann.

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