Pisa-Test: Die Auflösung

Donnerstag, 29. November 2007 | Autor:

Da sage noch einmal einer, Anspruchsvolles bringt keine Quote. Kaum stellt man dem Publikum eine richtig schwere Aufgabe, läuft es zur Hochform auf, und bringt die in diesem Blog schon beinahe eingerostete Kommentar-Funktion zum glühen.

Zwar entspricht keine der Antworten meiner (und damit natürlich der richtigen 😉 ) Praxis, aber das tut wenig zur Sache. Auch die Aussagekraft der echten Pisa-Studie ist ja alles andere als unumstritten. Allein die Kreativität einiger Lösungsvorschläge zeigt, wie wenig angebracht eine schlichte Bewertung nach fachlichen Kriterien wäre.

Die Aufgabe lautete: weiter…

Thema: Kunterbunte Weinwelt | Beitrag kommentieren

Wein und Persönlichkeit

Montag, 26. November 2007 | Autor:

Zugegeben, die Situation ist nicht neu. Aber sie bringt mich jedes Mal aufs Neue in eine ganz eigenartige Befindlichkeit. Eine paradoxe Mischung aus nervöser Spannung und freudiger Erwartung.

Den aktuellen Anlaß liefert das (deutsche) Winzerblogger-Urgestein Thomas Lippert. Wie er hier ebenso freundlich wie treffend beschreibt, geben wir Blogger im Lauf der Zeit so einiges über uns preis.

Das führt dazu, daß sich die regelmäßigen Blog-Leser natürlich ein Bild von dem Menschen hinter den Zeilen machen. Und in meinem Fall wohl auch von den Weinen hinter dem Menschen hinter den Zeilen.

weiter…

Thema: Allgemeine Randnotizen | Ein Kommentar

Pisa-Test für Kellermeister

Samstag, 24. November 2007 | Autor:

Sie haben drei unterschiedliche Chargen Muskat Ottonel 2007 á ca. 4000l, ca. 2000l und ca. 800l im Keller. Wie mischen Sie diese Mengen zu einer homogenen Cuvée, wenn Ihr größter Behälter im Keller nicht mehr als ca. 4000 Liter Inhalt hat und keiner der Behälter geeicht ist?

Beachten Sie, daß jeder Pump- und Rührvorgang eine Belastung für den Wein darstellt. Jede vermeidbare Weinbewegung führt daher zu einem Punkteabzug bei der Bewertung.

Die Auflösung erfolgt nach dem Einlangen von genügend Lösungsvorschlägen via Kommentar-Funktion.

Thema: Kunterbunte Weinwelt | 10 Kommentare

Draußen wie drinnen

Donnerstag, 22. November 2007 | Autor:

Die meiste Zeit des Jahres sind wir Weinbauern (wenn nicht gerade Keller-, Büro- oder Verkaufsarbeit angesagt ist) den Launen des Wetters ausgesetzt. Regen, Schnee, Kälte und Wind aber auch Hitze und schwüles Wetter machen das Arbeiten im Weingarten nicht immer angenehm.

Umso erfreulicher ist es, daß wir während der trostlosesten Zeit des Jahres kaum im Weingarten zu tun haben. Nieselregen und hartnäckiger Novembernebel können uns wenig anhaben, da derzeit keine dringenden Außenarbeiten anstehen.

Wesentlich angenehmer ist es aber im Weinkeller auch nicht: Dort hat es mittlerweile nur noch 7°C und man hat ständig mit ähnlich kaltem Leitungswasser zu tun. Dauerhaft nasskalte Hände lassen sich daher ebensowenig zu vermeiden wie der eine oder andere Wasser- (oder Wein-) Guß auf Kopf, Pullover oder Hose.

Thema: Kunterbunte Weinwelt | Beitrag kommentieren

EU inside

Dienstag, 20. November 2007 | Autor:

Vergangenen Samstag hatte ich das Vergnügen, in einem relativ kleinen Kreis einen Vortrag des ehemaligen EU-Agrarkomissars Franz Fischler erleben zu dürfen.

Franz Fischler erhielt bei der Graduierung der neuen Weinakademiker (über die ich hier berichtet habe) als erster Österreicher den Titel „Weinakademiker h.c.“ für seine Verdienste um den heimischen Wein. Als „Einstand“ (Eigendefinition Fischler) hielt er für die Mitglieder des Clubs der Weinakademiker einen Vortrag zum Thema „Die EU-Agrarpolitik und ihre Weiterentwicklung“. weiter…

Thema: Kunterbunte Weinwelt | Ein Kommentar

Gault Millau Weinguide 2008

Montag, 19. November 2007 | Autor:

Wie der hier beschriebene A-la-Carte-Guide bewertet auch der zweite große heimische Gastro-Führer, der Gault Millau, neben den besten Köchen auch die besten Winzer des Landes.

Wurden dabei bis vor zwei (?) Jahren nur pauschale Noten in drei Sparten (Weiß-, Rot- und Süßwein) vergeben, so ist man mittlerweile auch auf eine Bewertung einzelner Weine umgeschwenkt. Dabei haben wir heuer sehr gute Noten bekommen: weiter…

Thema: Wein-Medien-News | Ein Kommentar

Graduation Ceremony

Freitag, 16. November 2007 | Autor:

Heute Abend wurden im Rahmen einer feierlichen Zeremonie im Schloß Esterhazy in Eisenstadt 41 neue Absolventen des Diplomseminars der Weinakademie Österreich geehrt.

So wie ich vor sieben Jahren haben sie die zahlreichen Prüfungen für das Diploma des Wine&Spirit Education Trust (der Partnerorganisation der Weinakademie) erfolgreich hinter sich gebracht und sind damit in den rund 400köpfigen Kreis der Weinakademiker aufgestiegen. Diese Ausbildung ist international anerkannt und gilt als direkte Vorstufe des Master of Wine.

Wie schon in den letzten Jahren waren nach der Veranstaltung jene Weinakademiker, die selbst ein Weingut besitzen oder leiten eingeladen, ihre Weine zu präsentieren. Diese Gelegenheit nehme ich immer wieder gerne wahr, weil sich im Smalltalk beim Wein alte Bekanntschaften auffrischen und neue knüpfen lassen.

Aufgrund meiner langjährigen und relativ breit gestreuten Tätigkeit als Vortragender an der Weinakademie durfte ich die meisten der neuen Weinakademiker im Laufe ihrer langen Seminarkarriere als Lektor kennenlernen. Und wenn einem das im Rahmen der Graduierung so bewußt wird, kommt man sich doch etwas alt vor…

Thema: Kunterbunte Weinwelt | Ein Kommentar

Erstens kommt es anders,…

Freitag, 16. November 2007 | Autor:

…zweitens als man denkt!

Der Jahrgang 2007 ist prädestiniert für hohe Eiweißgehalte im Wein. Ein trockener, heißer Juli fördert die Eiweißbildung in den Trauben und die vergleichsweise niedrigen Säurewerte verschlechtern die Wirksamkeit des Schönungsmittels Bentonit, das im Most (und bei Bedarf auch im Wein) dafür verwendet wird, den Eiweißgehalt zu reduzieren.

Trotz der Mostbehandlung habe ich daher sowohl bei unserem Chardonnay als auch vor allem beim säurearmen Muskat Ottonel damit gerechnet (siehe hier ganz unten), eine weitere Stabilisierung im Wein durchführen zu müssen.

Weil wir Teilmengen dieser beiden Weine voraussichtlich noch vor Weihnachten abfüllen werden, habe ich gestern ihre Eiweißstabilität untersuchen lassen, und siehe da: Beide Weine (bzw. alle drei, denn vom Muskat gibt es zwei Chargen) sind eiweißstabil und benötigen keine weiteren Maßnahmen. Das spart dem Kellermeister Zeit und Geld und, was noch wichtiger ist, dem Wein einen zusätzlichen Arbeitsschritt.

Möglicherweise ist es ein Zufall, aber sollte sich dieser Trend bei den anderen Weinen bestätigen, könnte es sich auch um ein jahrgangsbedingtes Phänomen handeln. Vielleicht liegt es aber auch „nur“ daran, daß ich heuer eine andere Bentonit-Marke ausprobiert habe und noch mehr Wert auf die Bentonitvorbereitung gelegt habe, als sonst.

Ein Teil des natürlichen Eiweißgehaltes im Wein ist thermolabil und neigt dazu, im abgefüllten Wein Trübungen zu verursachen. Auch wenn dieser milchig-weiße Schleier den Wein geschmacklich nicht verändert, werden fast alle Weißweine der Welt bei Bedarf mit Bentonit stabilisiert.

Bentonit ist eine aufbereitete Tonerde, eines der schonendsten Schönungsmittel und bindet das labile Eiweiß an sich. Kurze Zeit nach der Zugabe wird es samt Eiweiß vollständig aus dem Wein entfernt.

Thema: In Presshaus und Keller | Ein Kommentar

Kalium

Montag, 12. November 2007 | Autor:

Einer der wichtigsten Nährstoffe für den Rebstock ist das Kalium. Im Verhältnis zu anderen Nutzpflanzen nimmt die Weinrebe deutlich mehr davon auf, benötigt aber dafür z.B. vergleichsweise wenig Phosphor, neben Stickstoff der dritte Hauptnährstoff den die Pflanzen aus dem Boden aufnehmen.

Ausreichend mit Kali versorgte Reben sind weniger frostanfällig, verblühen besser und können mit Hitze und Trockenheit besser umgehen. Auch in Trauben und Wein erfüllt Kalium wichtige Aufgaben. Es zählt zum Extraktgehalt, ist damit am spürbaren Körper des Weines beteiligt und kann allzu hohe Säuregehalte abpuffern, weil es mit der Weinsäure reagieren kann. weiter…

Thema: Reben und ihre Pflege | 2 Kommentare

Cuvée-Tüftelei

Freitag, 9. November 2007 | Autor:

Heute haben wir im Familienrat die grobe Zusammenstellung unserer Roten Trilogie 2006 fixiert. Im Gegensatz zu manchen Kollegen lassen wir unsere Rotwein(cuvées) nämlich sehr lange reinsortig reifen und verschneiden sie erst ein paar Wochen vor der Abfüllung.

Zuerst habe ich mir ohne Verkostung ein paar Varianten überlegt, wie die Bilder der einzelnen Weine, ein Gesamtkunstwerk ergeben könnten, das unseren Zielvorstellungen nahekommt.

weiter…

Thema: In Presshaus und Keller | 4 Kommentare