Wie entsteht Rotwein? (Teil 7)

Montag, 31. Dezember 2007 | Autor:

Der Ausbau im Holz

In den meisten Weinkellern der Welt ist das Holzfaß nach wie vor der klassische Lagerbehälter für hochwertige Rotweine. Wie in Teil 6 dieser Serie beschrieben brauchen nämlich fast alle Rotweine für ihre Entwicklung eine gewisse Menge Sauerstoff, den sie am einfachsten und schonendsten durch die Poren von Holzfässern erhalten.

Manche Fässer beeinflußen den Geschmack der Weine aber nicht nur indirekt durch den fein dosierten Luftzutritt, sondern auch direkt, indem sie Geschmackstoffe an den Wein abgeben. Diese Art von Fässern (bzw. der darin gelagerte Wein) wird landläufig meist „Barrique“ genannt. weiter…

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Winterurlaub vor der Haustür

Mittwoch, 26. Dezember 2007 | Autor:

Der zugefrorene Neusiedlersee: Unendliche Weiten

Die deutlichen Minusgrade der letzten Woche haben den Neusiedlersee pünktlich zu den Weihnachtsfeiertagen vollständig und ausreichend dick zufrieren lassen.

Da das Wasser bei Nachttemperaturen um fünf Grad unter Null recht rasch zu Eis erstarrt ist und es dabei ausnahmsweise auch ziemlich windstill war, ist die Eisfläche so glatt wie selten. weiter…

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Liebe Weinfreunde!

Montag, 24. Dezember 2007 | Autor:

Rebstock mit Schneehaube Bildquelle: ÖWM/Lukan

Nach dem anstrengenden Jahr(gang) 2007 sind wir besonders froh, daß die Natur nach der Zeit des Wachsens auch eine kurze Zeit der Ruhe für uns bereithält. Voll Dankbarkeit verkosten wir die vielversprechenden Weine im Keller und mit Zuversicht erwarten wir die Herausforderungen des neuen Jahres.

Ich danke allen Kunden für Ihr Vertrauen und allen Blog-Lesern für Ihr Interesse.

Frohe Weihnachten und alles Gute für 2008 wünscht Ihnen

Bernhard Fiedler

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Üdvözöljük szomszéd!

Freitag, 21. Dezember 2007 | Autor:

In der Nacht von gestern auf heute ist Mörbisch wieder ein kleines Stück mehr in den Mittelpunkt Europas gerückt: Um Mitternacht ist unser unmittelbarer Nachbar Ungarn dem Schengen-Vertrag beigetreten und die Kontrollen an den Grenzen wurden eingestellt. Damit wurde innerhalb von 18 Jahren ein Eiserner Vorhang zu einer vergleichsweise bedeutungsarmen Linie auf der Landkarte.

Entgegen der weitverbreiteten xenophoben Stimmung befürchte ich keine Kriminalitätswelle, sondern freue ich mich über dieses historische Ereignis.

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Einigung bei EU-Weinmarktreform

Mittwoch, 19. Dezember 2007 | Autor:

Nachdem sich der Rat der EU-Agrarminister gestern nach hitziger Debatte noch vertagt hatte, dürfte es heute doch noch eine Einigung in Sachen Weinmarktordnung gegeben haben. Das berichten zumindest diese beiden Quellen ohne allzu viele nähere Angaben zu machen. EDIT: Während ich diesen Bericht zu Ende geschrieben habe, hat der Drink-Tank hier zahlreiche Details veröffentlicht.

Weil sie schon seit längerer Zeit verhandelt wird und natürlich Auswirkungen auf den einzelnen Winzer hat, habe ich schon öfter über Weinmarktreform berichtet: Über deren grundsätzliche Ziele, die unterschiedlichen Interessen und Anschauungen der verschiedenen Weinbauländer und die Insider-Meinung des Vorgängers der jetzigen Agrar-Kommissarin Fischer-Boel.

Das größte Hindernis auf dem Weg zu einer Einigung war das von der Kommission geplante Verbot der Aufbesserung mit Zucker, um die Winzer in den nördlicheren Weinbauländern zur Verwendung von (vorwiegend italienischem) Traubensaftkonzentrat (RTK) zu diesem Zweck zu zwingen.

Die RTK-Lobby witterte dabei nämlich das große Geschäft und schaffte es erfolgreich, der Kommission die erzwungene RTK-Verwendung als Maßnahme zum Abbau von Wein(trauben)überschüssen zu verkaufen. Während das mit seinen nördlicheren Gebieten ebenfalls betroffene Frankreich bis zuletzt auffallend ruhig war, wehrten sich Deutschland und Österreich vehement gegen ein Verbot der Zuckerung zur Alkoholerhöhung.

In den Medien hatte das recht unterschiedliche Folgen: weiter…

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Der Blog als Selbstbedienungsladen

Mittwoch, 19. Dezember 2007 | Autor:

Jeder Blogger freut sich, wenn seine meist liebevoll verfassten Texte für irgendwen von Nutzen sind. Nur um des Bloggens willen nimmt man die geistige Anstrengung, die dahintersteht nicht auf sich. Zugriffszahlen, Verlinkungen, Zitate und durch eigene Beiträge in Gang gekommene Diskussionen sind das Salz in der Bloggersuppe.

Jemand, der öffentlich schreibt, läuft aber offenbar zwangsläufig Gefahr, dass seine Leistungen auch mißbraucht werden. Damit meine ich aber nicht das Übernehmen von Themen oder einzelnen Formulierungen – wer da völlig ohne Schuld ist, der nehme den ersten Stein.

Ich meine das de facto vollständige Kopieren von Texten ohne Zustimmung des Autors und ohne Quellenangabe. Irgendwann ist das wahrscheinlich schon jedem Blogger passiert (auch wenn er es nie erfahren hat), aber trotzdem ist diese ganze Serie von Fällen, die Thomas Günther von Weinverkostungen.de zusammengetragen hat, besonders bemerkenswert.

Anders als in meinem Fall geht es nämlich um ein großes Unternehmen, von dem man annehmen müßte, das es so etwas noch weniger nötig hätte, als ein unkreativer kleiner Winzer.

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Wein-Rallye 6: Silvester-Schaumwein

Dienstag, 18. Dezember 2007 | Autor:

Weinrallye

Nachdem ich einige Etappen pausiert habe, bin ich diesmal wieder dabei, bei der mittlerweile sechsten Ausgabe der vom Winzerblogger initiierten Wein(blog)rallye. Dabei liegt mir das Thema eigentlich gar nicht, denn auf Wunsch von Schreiberswein, der diese Etappe ausgerufen hat, soll es um den Schaumwein gehen, mit dem ich ins neue Jahr feiere. weiter…

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Der Meisterblogger

Montag, 17. Dezember 2007 | Autor:

Schneller als erst gestern von mir erhofft bzw. angedeutet sind heute die nächsten Weinjournalisten-Komplimente bei mir eingetrudelt. Es scheint tatsächlich Wei(h)nachten zu werden:

Im brandneuen A-la-Carte-Magazin schreibt der bekannte Weinjournalist Michael Pronay in seinem Artikel über bloggende österreichische Winzer unter anderem von Bernhard Fiedlers „We(in)blog“, der es in Sachen Niveau und Sprachbeherrschung locker mit Profijournalisten aufnehmen kann und adelt mich in der Überschrift zu „meinem“ Kapitel gar zum Meisterblogger.

In der folgenden Beschreibung unseres Weingutes und meiner Blog-Historie zitiert er mich mit den Worten „Logischerweise kommt ein Großteil der Themen aus dem eigenen Betrieb, aber ich will eine Grenzhof-Fiedler-Werbeplattform doch eher vermeiden.“ und kommentiert: Was durchaus gelingt, denn den Fiedler’schen Blog empfindet man als angenehm uneitel.

Herzlichen Dank, Michael Pronay, aber wenn das so weiter geht, kann sich das schnell ändern 😉

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Aktuellster Winzerweblog Österreichs

Sonntag, 16. Dezember 2007 | Autor:

Als ich obige Bezeichnung unlängst zufällig in der Blogroll von Wolfis Wein-Worten entdeckt habe, war mein Erstaunen ziemlich groß. Schließlich führt der Link hierher zu mir!

Herzlichen Dank, Wolfgang Fassbender. Lob von einem „professionellen“ Leser (einem Wein- und Gastrojournalisten) freut mich ebenso wie solches von privaten Weinfreunden und Winzerkollegen.

Mal sehen, ob die heimische Weinmedienszene ähnlich urteilt. Nach meinen Infos ist da nämlich etwas im Busch…

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Schlag auf Schlag

Freitag, 14. Dezember 2007 | Autor:

Der Verkauf der letzten Flaschen eines Weines ist immer wieder ein besonderer Moment. Auf der einen Seite freut man sich darüber, weil es eindeutig nachvollziehbar zeigt, dass er seine Liebhaber gefunden hat und der Betrieb auf dem Markt erfolgreich ist.

Auf der anderen Seite ist aber auch eine gehörige Portion Wehmut dabei. Wir heben zwar von den meisten Weinen jedes Jahrgangs einige Flaschen auf, um ihre weitere Entwicklung verfolgen zu können, aber das Verschwinden eines Weines von der Weinkarte ist trotzdem eine Art Abschied. Jeder Jahrgang der geht, macht dem Winzer bewußt, dass er älter wird.

Außerdem gibt es garantiert Kunden, die genau diesen Jahrgang, diesen Wein nachbestellen wollen und es ist nicht immer einfach, ihnen den Nachfolger schmackhaft zu machen. weiter…

Thema: Verkauf und Marketing | Beitrag kommentieren

Neu in der Blogroll: Johners Weinwelten

Freitag, 14. Dezember 2007 | Autor:

Der deutsche Winzer Patrick Johner ist fast so etwas wie ein alter Bekannter. Wie ich schreibt er seit mehreren Jahren im Wein-Diskussionsforum Talk-about-Wine, und weil dort Winzer etwas sehr sehr Seltenes sind, wird man als solcher zwangsläufig auf seine Berufskollegen aufmerksam.

Das Weingut Johner keltert nicht nur nur im deutschen Baden Wein, sondern hat auch ein Standbein in Neuseeland. Seit ein paar Monaten bloggt Patrick über beide Hemisphären und liefert das, wofür ich meistens zu faul bin: sensationelle Bilder.

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Erntemeldung

Mittwoch, 12. Dezember 2007 | Autor:

Jeder österreichische Weinproduzent ist verpflichtet, mit Stand Ende November bis spätestens 15. Dezember seine Weinernte detailiert der Bundeskellereiinspektion zu melden. Die Erntemeldung kann entweder per Formular (hier die Ausfüllanleitung als pdf) oder online erfolgen.

Gemeinsam mit der (Lese-)Absichtsmeldung bei den Prädikatsweinen ist die Erntemeldung die Grundlage für die gesamte Kellerbuchführung. Sie ermöglicht die Kontrolle des gesetzlich erlaubten Hektarhöchstertrages von 9000 kg bzw. 6750 l pro Hektar für Land-, Qualitäts- und Prädikatswein . weiter…

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Falstaff-Rotweinguide 2007/2008

Montag, 10. Dezember 2007 | Autor:

Zum Sortensieg wie im vergangenen Jahr mit dem 2004er hat es diesmal zwar nicht gereicht, aber auch bei den 2005ern hat sich unser Cabernet Sauvignon nach Meinung des Weinmagazins Falstaff einen Platz in der Spitzengruppe verdient.

Das freut mich ganz besonders, weil es der Cabernet im kühlen und spätreifen Jahrgang 2005 besonders schwer hatte. Nur mit extrem sorgfältiger Weingartenarbeit und einer Ertragsreduktion auf beinahe lächerliche 1600 l/ha war es überhaupt möglich, reife Trauben zu ernten und daraus ohne kellertechnische Tricks einen guten Cabernet zu vinifizieren.

Und so beschreibt ihn Chefredakteur Peter Moser im Falstaff-Rotweinguide 2007/2008:

Cabernet Sauvignon 2005

Dunkles Rubingranat, schwarzer Kern, violette Reflexe. In der Nase feinwürzig unterlegte Beerenfrucht, tabakig, Gewürzanklänge, Vanille. Am Gaumen stoffige Cassis- und Brombeernoten, feine Orangennote, lebendige Struktur, süße Tannine, die gut eingebunden sind, gute Länge, zarte Röstaromen, gutes Reifepotential.

90 Punkte („Ausgezeichneter Wein, unter den Besten des Jahrgangs“)

Auch wenn jetzt der Run auf den Wein wohl nicht ganz so groß ausfallen wird, wie im Vorjahr auf den 2004er, könnte der Cabernet 2005 wegen der deutlich geringeren Erntemenge ähnlich schnell zur Neige gehen.

Gut, das er mit dem vergangene Woche abgefüllten Jahrgang 2006 einen qualitativ und quantitativ „großen“ Nachfolger hat.

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Fernsehkoch sucht Sommelier

Sonntag, 9. Dezember 2007 | Autor:

Der vor allem durch seine regelmäßigen Fernsehauftritte bei Kochen bei Kerner, Lafer!Lichter!Lecker! und der Kocharena bekannte Johann Lafer ist auf der Suche nach einem Sommelier für sein Restaurant Le Val d`Or.

Da er offenbar auch Weinakademiker in Betracht zieht, habe auch ich eine detailierte Stellenausschreibung erhalten. Darin heißt es unter anderem:

Skillprofil:
Beratung und Unterstützung des Gastes bei der Auswahl des Weines zur Begleitung des gewählten Menues, wobei der Schwerpunkt in der Hinführung mit sachlichen Argumenten auf die Auswahl des Weines liegt und nicht das ‚Überfahren‘ des Gastes gemeint ist.

Eigenverantwortliche Führung und Bestückung des Weinkellers auf Grundlage der nachgefragten Weine und durch Erkennen von Trends der allgemeinen Geschmacksrichtung, z.B. eine verstärkte Nachfrage nach trockenen Weinen oder Weinen einer bestimmten Region z.B Rheingauer Riesling.

Kostenoptimierter Einkauf und Pflege der eingelagerten Weine sowie Ausnutzung und Optimierung der bestehenden Ressourcen. Intensive Pflege von bestehenden Kontakten zu Weingütern im In- und Ausland und pro-aktive Aufnahme von Verbindungen bis zu dato externen Weingütern gemäß der Philosophie des Hauses Val d’Or, d.h. Anreicherung bzw. Erweiterung des Weinangebotes.

Falls Sie Lust haben, sich zu bewerben, gebe ich auf Anfrage gerne die Kontaktadresse weiter.

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Kork vs. Schrauber, die wievielte?

Donnerstag, 6. Dezember 2007 | Autor:

Die Zeiten des Kork-Monopols als Flaschenverschluß sind ja gottseidank vorbei, und alle Informationen über die Vor- und Nachteile der verschiedenen Verschlüsse bekannt und diskutiert.

Trotzdem ist es immer wieder interessant zu sehen, mit welchen Methoden die Kork-Industrie versucht, verloren gegangenes Terrain wieder gutzumachen. Der Werbebrief einer Kork-Firma, den wir heute erhalten haben ist diesbezüglich besonders aufschlußreich. weiter…

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Weinflaschen als Wertanlage

Dienstag, 4. Dezember 2007 | Autor:

Wie die verschiedenen Wein-Investmentfonds, Weinbörsen und WeInvestment-Blogs zeigen, sind Weinflaschen nicht einfach zum Trinken da, sondern zum Geldverdienen.

Die internationalen Ultra-Premium-Weine erfahren Jahr für Jahr eine satte Wertsteigerung, die nicht zuletzt darauf beruht, dass die Weine mit jeder Flasche die ausnahmsweise irgendwo auf der Welt auch einmal getrunken wird rarer und damit teurer werden.

Aber was ist das langfristige Investieren (und spätere Verkaufen) in Mouton, Latour und Co. gegen meine Wein-Anlage?

Der Wert meiner Flaschen steigt innerhalb weniger Wochen um sieben bis zehn Prozent! Zudem sind meine Flaschen sehr pflegeleicht und auch völlig unproblematisch bei der Lagerung.

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Alles Klassenkampf, oder was?

Samstag, 1. Dezember 2007 | Autor:

Nach einem Mehrheitsbeschluß des EU-Agrarministerrates müssen ab 2009 auch in Österreich die Bezieher von Agrarförderungen samt genauem Förderbetrag veröffentlicht werden. Dabei erinnern manche Argumente und die Begleitmusik in der öffentlichen Diskussion an die längst vergangen geglaubten Zeiten des Klassenkampfes.

Nicht das ich unkritisch in das mehr oder weniger plumpe Abwehrfeuer der Agrarlobby einstimmen möchte. Dafür stehe ich vielen Funktionären viel zu kritisch gegenüber. Und ich schäme mich auch nicht dafür, von der Allgemeinheit Fördergelder für die Erhaltung und kontrolliert umweltbewußte Bewirtschaftung unserer Weingartenflächen anzunehmen. Wer hier den Fördersatz nachliest und hier unsere Rebfläche kann sich ziemlich leicht ausrechnen, wie viel das ausmacht.

Ja ich bin sogar gerne bereit, die Notwendigkeit und Sinnhaftigkeit des EU-Fördersystems und Vor- und Nachteile von Förderungsobergrenzen für Großbetriebe grundsätzlich zu diskutieren. Aber ich wehre mich gegen die Scheinheiligkeit, die die Befürworter der Veröffentlichung an den Tag legen. weiter…

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