Von großen und von guten Weinen…

Dienstag, 3. Juni 2008 | Autor:

…schreibt David Schildknecht hier in seiner aktuellen Glosse in Vinaria und spricht mir dabei über weite Strecken aus der Seele.

Schildknecht bricht nämlich eine Lanze für ehrliche, gute Alltagsweine, die nicht mehr sein wollen, als sie sind. Und für Winzer, die den Mittelweg zwischen echter oder angemaßter Größe und banaler Masse beschreiten.

Es gibt heutzutage zu viele Weine, denen gut zu sein offensichtlich nicht genügt und die, indem sie Größe anstreben, weder das eine noch das andere werden. Man schreibt dem Wein die Schuld zu, aber natürlich sind es Menschen, die letztlich die Verantwortung tragen müssen.

Die Aufgabe also, einen ansprechenden, balancierten Wein zu keltern, spiegelt die ebenfalls nicht triviale Aufgabe wider, einen Wein zu keltern, der den Haushaltsplan nicht aus der Balance laufen lässt. Die Kunst des Guten oder Machbaren ist – auch abgesehen vom Geld – keineswegs weniger fordernd als die Kunst des Großen, als Handwerk und Ideal keineswegs weniger ehrenhaft und auch kein bissel weniger (eher sogar mehr) Kunst.

Wenn Konsumenten die Kunst des Guten nicht mehr ehren und Winzer sie nicht pflegen, so droht sich ein Abgrund aufzutun. Einerseits gäbe es große Weine (oder ebenso teure, die für groß gehalten werden wollen); andererseits brauchbare, bestenfalls amüsante, zunehmend massenweise hergestellte Weine.

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Mühsam

Sonntag, 1. Juni 2008 | Autor:

Auch wenn es bei uns in der Familie gelegentlich scherzhaft heißt, dass ich nur deshalb alleine auf Messen fahre, damit wenigstens irgendjemand (nämlich die zu Hause gebliebenen) etwas arbeitet, ist allen Beteiligten natürlich bewußt, dass das Präsentieren von Wein ebenso wichtig für den Betriebserfolg ist, wie das Produzieren desselben. Und ebenso anstrengend.

Mittlerweile bin ich in dieser Beziehung ja schon einiges gewohnt, aber die heurige Vievinum ist bisher (nach den ersten beiden von drei Tagen) besonders mühsam. Die hochsommerlichen Temperaturen sowohl außerhalb als auch in der Hofburg sind weder für die Aussteller noch für die Weine sehr erbaulich und wohl auch mit ein Grund, warum sich heuer deutlich weniger Besucher in den Sälen tummeln, als vor zwei oder vier Jahren.

Als Nicht-Promi-Weingut sind wir durchaus gewohnt, dass sich der Andrang an unserem Stand in Grenzen hält, aber dass sich auch bei vergleichsweise prominenten Kollegen stundenlang wenig bis nichts tut, ist neu, ganz egal ob es daran liegt, dass wir einen etwas entlegenen Raum zugeteilt bekommen haben, dass die Fußball-EM vor der Tür steht, der Eintrittspreis sehr hoch ist oder das Wetter zu anderen Aktivitäten einlädt. weiter…

Thema: Verkauf und Marketing | 4 Kommentare