Blog-Feedback

Sonntag, 12. Oktober 2008 | Autor:

Neben den (zugegeben im Vergleich zu anderen Blogs eher spärlichen) Kommentaren hier erhalte ich hin und wieder auch in der wirklichen Welt Rückmeldungen zu meinem Online-Tagebuch. So hat sich vorgestern eine Weinseminar-Teilnehmerin bei mir für einen Artikel bedankt, weil er ihr offenbar bei einer Art Diplomarbeit weitergeholfen hat.

Gerade von diesem Beitrag wurde mir schon vor längerer Zeit berichtet, dass er auch von einigen angehenden Weinakademikern bei der Erarbeitung einer ihrer Seminararbeiten zum Thema „Die Rolle der Genossenschaften in der Weinbranche“ genützt wurde.

Schon komisch, irgendwie. Da schreibt man in über zwei Jahren gut 420 Beiträge über allerlei Weinthemen. Und ausgerechnet dieser eine, einzige, der sich etwas ausführlicher mit dem Thema Winzergenossenschaften beschäftigt und den man selber nicht einmal als besonders wichtig erachtet, findet offenbar ein besonders interessiertes Publikum.

Entweder weichen meine Vorstellungen vom „Wert“ eines Beitrages ganz erheblich von denen meiner Leser ab. Oder aber es werden auch jene Beiträge, die ich für wichtiger halte entsprechend „genützt“, und ich erfahre nur nichts davon. (Z.B. weil sie ohne Angabe der Quelle zitiert werden.)

Eigentlich ist das aber auch egal. Schließlich schreibe ich in erster Linie – sorry für die Arroganz – für mich, und nicht für eine bestimmte Zielgruppe.

Thema: Allgemeine Randnotizen | 6 Kommentare

Fast fertig

Donnerstag, 9. Oktober 2008 | Autor:

Mit den letzten drei (langen) Rebzeilen Blaufränkisch am Mörbischer Goldberg haben wir gestern Mittwoch die Weinlese 2008 beinahe beendet. Jetzt fehlt nur noch unser Neuburger-Weingarten, bei dem wir auf eine Beerenauslese hoffen.

Ob und wann es soweit sein könnte, läßt sich momentan nicht sagen. Wenn sich jetzt trockenes, mildes Wetter einstellt, kann es noch Wochen dauern, bis die vorhandenen Botrytis-Ansätze um sich greifen und eine nennenswerte Menge Edelfäule daraus wird.

An und für sich sind wir u. a. mit einer Beerenauslese aus dem Jahrgang 2006 gut mit Hochprädikaten versorgt. Wenn aber die Chance im Raum steht, dass wir nach einer Sonderabfüllung dieses Weines in Bouteillen für das Hospiz in St. Christoph am Arlberg auch weiterhin in diesem Keller vertreten sein könnten, sollte man diese wohl nicht leichtsinnig vergeben.

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Zeitlupenlese

Dienstag, 7. Oktober 2008 | Autor:

Gestern und heute stand der Cabernet Sauvignon auf dem Ernteprogramm, und wie schon 2006 (lustigerweise exakt am gleichen Tag) waren wir auch heuer mit einem massiven Auftreten von Stiellähme konfrontiert.

Diese physiologischen Erkrankung wird vermutlich durch ein Ungleichgewicht der Nährstoffe im Boden ausgelöst, wobei aber auch Zeitpunkt und Menge der Niederschläge sowie Unterlagsrebe und Bodenbearbeitung eine Rolle spielen dürften. Trotz zahlreicher Gegenmaßnahmen wie z.B. Blattdüngung mit Magnesium zeigt der Cabernet (nicht nur bei uns) vor allem in relativ feuchten Jahren immer wieder starke Symptome.

Dabei vertrocknet bei einzelnen Trauben oder Traubenteilen während des Reifeverlaufes der Stiel und die Beeren können sich nicht weiterentwickeln. Jene Trauben, die früh befallen werden, sind leicht zu erkennen, aber es gibt auch solche, die relativ spät die Reife einstellen und guten Trauben sehr ähnlich sind. Die sind fast nur durch ein Verkosten der Beeren zu erkennen.

Reife Cabernet-Traube mit Stiellähmebefall der unteren Hälfte

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Erste Eindrücke

Sonntag, 5. Oktober 2008 | Autor:

Rotwein im Glas

Je mehr Weine sich dem Endstadium der Gärung nähern oder diese bzw. den beim Rotwein nachfolgenden biologischen Säureabbau beendet haben, umso wichtiger wird das tägliche Verkosten.

Noch ist es für ein auch nur halbwegs treffendes Urteil über den Jahrgang viel zu früh, und das Probieren dient vor allem dazu, auch kleinste (und möglicherweise unerwünschte) Entwicklungen frühzeitig wahrnehmen und richtig einordnen zu können.

Was mir im Moment dabei aber generell auffällt, ist, dass die Zweigelt-Weine nach dem Säureabbau vergleichsweise mild schmecken, was die Säure betrifft, und dabei über ein relativ markantes, aber reif wirkendes Tannin verfügen.

Beides spricht durchaus dafür, dass (zumindest in unserem Fall) die wenigen Schönwetterwochen zwischen 20. August und Mitte September gereicht haben könnten, um wirklich ausgereiftes Traubenmaterial zu erhalten. Und das unsere mühsame Auslese doch Früchte trägt.

Bei den Weißweinen kann man bisher nur den Muskat Ottonel und die erstgelesenen Veltliner-Chargen ernsthaft verkosten. Ersterer scheint sich im Stil der letzten Jahre zu präsentieren (also nicht extrem intensiv, aber sehr sauber und feingliedrig) und letztere sind zwar ob der nicht allzuhohen Zuckergrade eher schlank, ihre Säure wirkt aber bei aller Rasse nicht agressiv.

Das läßt sich durchaus auch als Zeichen dafür deuten, dass die Trauben trotz nur mittlerer Zuckergrade ein gewisses Maß an Reife im Sinne von „innerer Harmonie“ erreicht haben.

Foto: steve.haider.com

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Es ist Zeit

Freitag, 3. Oktober 2008 | Autor:

Gestern habe ich zum erste Mal seit unserem Lesebeginn vor viereinhalb Wochen den Cabernet Sauvignon ausgiebig besichtigt.

Dabei habe ich mich weniger auf die Zuckermessung (von rund 18,5°KMW) oder gar irritierende Säureanalysen 😉 konzentriert, sondern hauptsächlich auf den Geschmack von Saft, Fruchtfleisch und Kernen.

Von den vielen Beeren, die ich gekostet habe erinnerte nur eine einzige an grünen Paprika, ein typisches Zeichen für Pyrazine Unreife. Und von den vielen zerbissenen Kernen war kein einziger unangenehm bitter.

Cabernet Sauvignon Ende August 2008

Trotz nicht unbedingt idealer Wetterverhältnisse seit diesem Foto vom 26. August wirken die Trauben reif.

Eine weitere Verbesserung scheint mir in diesem Stadium und um diese Jahreszeit (samt Nebel- und Botrytisgefahr, kurzer Tageslänge und dem zunehmenden Risiko des Vogelfraßes) kaum noch möglich und so werden wir die prognostizierten schönen Tage der nächsten Woche nützen, um den Cabernet (und den verbliebenen Blaufränkisch) zu lesen.

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Pause

Mittwoch, 1. Oktober 2008 | Autor:

Nach der gestrigen Ernte unserer Traminer-Trauben und des letzten Rests Welschriesling legen wir zumindest bis Montag eine Lesepause ein.

Von den Weißweinsorten wartet jetzt nur noch der Neuburger, bei dem wir auf einen Prädikatswein hoffen. Dazu kommt ein Teil unseres Blaufränkisch-Weingartens in der Riede Goldberg (wie hier ganz unten erwähnt) und der Cabernet Sauvignon, der in den Rieden Hader, Satz und Goldberg gedeiht.

Zu den Faktoren, die deren Erntetermin bestimmen, ist in den letzten Tagen ein weiterer hinzugekommen: Die Stare, von denen bislang zum Glück wenig zu sehen war, treten in immer größeren Schwärmen auf und stürzen sich gerne auf jene mittlerweile wenigen Weingärten, die noch nicht geerntet sind.

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