Denkwürdige Jahrgänge

Samstag, 31. Januar 2009 | Autor:

Natürlich ist es eine Binsenweisheit, dass jeder Weinjahrgang anders ist. Manche Jahrgänge sind aber mehr anders, als andere und bleiben dem Weinbauern in besonders guter, besonders schlechter oder einfach nur besonderer Erinnerung.

Meist liegt es am Witterungsverlauf und dessen Einfluß auf die Traubenentwicklung und den Ertrag. In unserem Klima gibt es besonders nasse Jahre ebenso, wie extrem trockene. Jahrgänge mit schlimmen Frostschäden und solche in denen mangels ernstzunehmendem Winter die Vegetation schon Ende Februar in den Startlöchern scharrt. Es gibt gute Jahre, die es einem relativ leicht machen und ebenso gute, denen das Resultat mühsam abgerungen werden will. Und schlechte gibt es (zum Glück recht selten) natürlich auch.

Hin und wieder liegt der eigene Ort (durch Wetterglück) oder der eigene Betrieb (durch gute Arbeit aber auch durch eine glückliche Hand bei den anstehenden Entscheidungen) besser als der allgemeine Trend. Das es aber auch umgekehrt sein kann, lernt man als Weinbauer mit der Zeit auch. Und manchmal sind es Ereignisse, die nicht unmittelbar mit dem eigenen Wein zu tun haben, die ein Weinjahr zu etwas ganz besonderem machen.

Je mehr Jahrgänge man selbst erlebt hat, umso auffälliger müssen sie sein, um einem dauerhaft in Erinnerung zu bleiben. Noch vor wenigen Jahren habe ich mich darüber gewundert, dass ich die Weinernten der 1990er-Jahre besser im Kopf hatte, als mein Vater. Mit jedem Jahr mehr werden aber auch bei mir die Erinnerungslücken größer.

Damit nicht alles dem Vergessen anheim fällt, habe ich mir vorgenommen hier in meinem Blog in klassischer Tagebuchmanier von Zeit zu Zeit über einen denkwürdigen Jahrgang zu berichten.

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Ruhe bewahren und liegen lassen

Mittwoch, 28. Januar 2009 | Autor:

Heute haben wir mit dem Cabernet Sauvignon und der Roten Trilogie unsere letzten 2007er in Flaschen gefüllt. Nach dem Streß der Vorbereitungen und der Abfüllung selbst heißt es jetzt Ruhe bewahren.

Rotweine „leiden“ weit stärker unter den verschiedenen Manipulationen, die mit der Abfüllung verbunden sind. Anders als Weißweine brauchen sie mitunter einige Monate, bis sie wieder dort anschließen können, wo sie vor der Füllung schon waren.

Verkostet man in dieser Phase Weine, deren Qualitäten man als Faßprobe geschätzt hat, ist man in den allermeisten Fällen enttäuscht (auch wenn man es natürlich besser wissen müßte). So konnten Cabernet und Trilogie bei der gestrigen Jungweinprobe des Weinbauvereines am Tag zwischen ihrer Vorfiltration und Füllung auch nicht wirklich reüssieren. Im Vergleich zu den „entspannten“ Faßproben der Kollegen, die deutlich später füllen als wir, wirkten sie etwas müde.

Nicht zuletzt um den Liebhabern unserer Weine solche Erlebnisse zu ersparen, füllen wir unsere roten Spitzenweine seit einigen Jahren etwas früher und lassen ihnen dafür mehr Zeit in der Flasche, bis sie in Bestform in Verkauf kommen. Bei der Roten Trilogie wird es voraussichtlich im März oder April soweit sein, beim Cabernet frühestens im Herbst.

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The Printed Blog

Sonntag, 25. Januar 2009 | Autor:

Blogger und (Print)Journalisten sind immer wieder für verbale Scharmützel gut, nicht zuletzt deshalb, weil manche Blogger sich selbst als modern und Printmedien als völlig rückständig betrachten. Erst unlängst schwappte wieder (einmal) eine Welle an verschiedensten Meldungen über den Niedergang der Print-Weinmagazine durch alle möglichen Weinblogs. (Ich spare mir hier die Links, wen das interessiert, der nütze die Suchmaschine seines Vertrauens.)

Aber es gibt offenbar auch Blogger, die Papier nicht für verzichtbar halten. Und es gibt Menschen, wie Joshua Karp, den Gründer von „The Printed Blog„, die es sogar als sinnvoll erachten, Blog-Inhalte regelmäßig auf Papier zu drucken und als Blog(ger)-Zeitung herauszubringen.

Nach Aussage der Betreiber möchte man mit der Themen- und Meinungsvielfalt verschiedener unabhängiger Blogger ein Gegenmodell zum Top-Down-Ansatz „one size fits all“ herkömmlicher Printmedien anbieten.

Wär das nicht etwas für deine Weinmagazin-Idee, Thomas?

Gefunden via Standard

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Junge Reben braucht das Land

Samstag, 24. Januar 2009 | Autor:

Frisch geschnittene Edelreisreben

Wie hier bereits berichtet, haben wir schon des öfteren unsere Reben als Vermehrungsbasis für neue eigene Weingärten herangezogen. Im heurigen Jahr geht die Verbreitung unserer Weinstöcke aufgrund besonderer Umstände aber weit über die bisherigen Dimensionen hinaus. weiter…

Thema: Reben und ihre Pflege | Ein Kommentar

Jungweinverkostung

Mittwoch, 21. Januar 2009 | Autor:

Rotweinglas

Seit Jahren organisiert unser Weinbauverein um diese Jahreszeit Jungweinverkostungen im Kollegenkreis. An mehreren Abenden werden jeweils Weine des neuen Jahrgangs aus bestimmten Sorten miteinander verglichen und jeder, der möchte kann dazu seine mehr oder weniger edlen Tropfen mitbringen.

Diese werden vom Vereinsvorstand gereiht und anschließend von allen Weinbauern gemeinsam blind verkostet und diskutiert. Am Ende gibt es eine Liste mit den Namen, die gelegentlich zu weiteren Detailgesprächen führt.

Auch wenn sich daran mittlerweile (leider) nur noch eine recht überschaubare Gruppe von Weinbauern beteiligt, ist es für mich immer wieder spannend, die eigenen Weine zum ersten Mal in professioneller Form mit jenen von Kollegen zu vergleichen: weiter…

Thema: Im Glas und drumherum | 5 Kommentare

Drei Grad über null

Montag, 19. Januar 2009 | Autor:

Tankkeller

Im Jänner erreicht die Temperatur in unserem Keller jedes Jahr ihren Tiefpunkt. Dank der Kältewelle der letzten drei Wochen sind es heuer mit ca. 3°C um zwei, drei Grad weniger, als in den letzten Jahren. Ungewöhnlich oder gar problematisch ist diese Kälte jedoch nicht. Im Gegenteil, sie ist seit Jahrzehnten ein kleiner, aber feiner Baustein unseres Weinstils. weiter…

Thema: In Presshaus und Keller | 2 Kommentare

Weinrallye Nr. 19 – Aufgespritete Weine

Freitag, 16. Januar 2009 | Autor:

Heute geht die 19. Etappe der von Winzerblogger Thomas Lippert initierten Wein(blog)rallye über die Bühne, bei monatlich an einem bestimmten Tag zahlreiche deutschsprachige Genussblogger mit völlig unterschiedlichen Zugängen über ein gemeinsames Thema schreiben. Betreut wird diese Etappe von Vinissimus, einem der seltenen Landsmänner und -frauen in der Weinbloggerszene und auf sein Geheiß sind diesmal aufgespritete Weine aus aller Welt das Thema.

Passenderweise habe ich erst vorige Woche wieder einmal bei einem Aufbauseminar II über diesen besonderen Weintyp referiert. Da ich mich aber als Lektor im Seminar auch auf die Teilnehmer und nicht nur auf die Weine konzentrieren muß, gibt es leider keine Verkostungsnotizen von Sherry, Port, Madeira und Co.

Dafür kann ich aber – in etwas großzügiger Interpretation des Themas – mit ein paar Informationen zur Herstellung dienen: weiter…

Thema: Weinrallye | 4 Kommentare

Weinbäuerin mit Leib und Seele

Mittwoch, 14. Januar 2009 | Autor:

Oma Sommer

Meine Sommer-Oma ist Weinbäuerin mit Leib und Seele. Schon in frühester Jugend arbeitete sie fleißig im Weingarten und auf den Feldern mit. Dabei hatte es am Anfang gar nicht gut ausgesehen, als sie 1922 während der Weinlese als Frühgeburt auf die Welt gekommen war. Die Hebamme meinte damals zu ihren Eltern, dass die kleine Susanna wohl nicht lange leben werde.

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Thema: Allgemeine Randnotizen | 9 Kommentare

Der gläserne Wein (11)

Samstag, 10. Januar 2009 | Autor:

In dieser Serie stelle ich, wie im ersten Beitrag angekündigt, jene Weinbehandlungsmittel und -zusatzstoffe ausführlich vor, die in unserem Keller bei der Weinbereitung zum Einsatz kommen. Das Gesamtbild unserer „gläsernen“ Weine entsteht dabei nach und nach in der entsprechenden Beitragskategorie und in Form von Querverweisen zu den einzelnen Teilen dieser Serie unterhalb des ersten Beitrages.

Luft (bzw. Sauerstoff)

Sauerstoff ist ein unverzichtbares Weinbehandlungsmittel. Obwohl er mittlerweile auch in reiner Form mittels technischer Geräte fein dosiert eingesetzt werden kann, verlassen wir uns auf die altbewährte Methode der Belüftung. Wichtiger als die exakte Dosis ist nämlich der Zeitpunkt der Anwendung. Er entscheidet, ob der Sauerstoff der Weinqualität nützt oder schadet, oder „nur“ zu einem stilistischen Unterschied führt.

Je nach Bedarf erfolgt der Einsatz von Sauerstoff aktiv, z.B. durch das plätschernde Befüllen eines Behälters von oben mit intensivem Luftkontakt oder passiv, z.B. durch die Lagerung des Weines im luftdurchlässigen Holzfaß.

Gebremst bzw. weitgehend unterbunden wird die Sauerstoffaufnahme durch möglichst seltenes Umpumpen des Weines, durch die Lagerung in Edelstahltanks, durch den Einsatz von SO2 bzw. Kaliumpyrosulfit und durch die Verwendung von Schraubverschlüssen.

Auch Inertgase wie Stickstoff oder CO2 können verwendet werden, um jegliche Luft samt dem in ihr enthaltenen Sauerstoff aus Schläuchen und Behältern zu verdrängen, bevor sie mit Wein befüllt werden. Da ein derartig reduktiver (d.h. sauerstoffarmer) Weinstil nicht in unserem Sinn ist, verzichten wir aber darauf.

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Thema: Der gläserne Wein | Ein Kommentar

Relaunch-Provisorium

Freitag, 9. Januar 2009 | Autor:

Wie hier angedeutet, hat die Neugestaltung unserer Weinguts-Website bei mir auch die Lust auf einen Blog-Relaunch geweckt.

Deshalb ist dieser Blog seit einem Monat (vor allem hinter den Kulissen) mehr oder weniger Baustelle. Leider funktioniert das von mir ausgewählte neue Theme nämlich nicht so, wie es sollte und wie es das bei der wordpress-basierten Betriebs-Seite tut. Auch das Update auf WordPress 2.7 hat daran – entgegen unseren Vermutungen – nichts geändert.

Da eine zufriedenstellende Lösung für den deppensicheren anwenderfreundlichen Upload eines individuellen Headerbildes nicht in Sicht ist (ich mich aber am bisherigen WordPress Standard-Theme schon sattgesehen habe), gibt es das neue Theme jetzt mit dem Standardfoto.

Ob bzw. wie lange es bei diesem Provisorium bleibt, kann ich nicht sagen. Immerhin sagt man Österreich nach, dass Provisorien hier besonders lange halten. Und das alte Theme, das auch nur als Anfangs(not)lösung gedacht war, hat es immerhin auf beinahe zweieinhalb Jahre gebracht…

Thema: Allgemeine Randnotizen | Ein Kommentar