Ein guter Anfang

Donnerstag, 30. April 2009 | Autor:

Das Weinjahr 2009 fängt gut an. Anders als in den letzten Jahren haben wir heuer bisher keine nennenswerten Schäden durch Rehe zu verbuchen, und angesichts der vergleichsweise weit fortgeschrittenen Vegetation sind auch keine größeren Probleme mehr zu befürchten.

Seit Anfang April beobachten wir unsere besonders gefährdeten Weingärten genau, um die jungen Triebe so spät wie möglich, aber so früh wie nötig mit einem Wildverbissmittel auf biologischer Basis zu besprühen, damit sie von einer wohlschmeckenden Delikatesse zu ungenießbaren Sprossen werden.

Diese Schutzmaßnahme ist sehr mühsam, weil sie wegen der geringen auszubringenden Menge und der nur lokal notwendigen Ausbringung von Hand mit einer Rückenspritze durchgeführt werden muß. Und weil augrund der kurzen Wirkungsdauer oft eine Wiederholung der Prozedur notwendig ist.

Umso erfreulicher ist es, wenn sie sich nach einigen Jahren mit starkem Wildschaden heuer erübrigt.

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Schlag auf Schlag

Montag, 27. April 2009 | Autor:

Holzpfähle in der Junganlage am Goldberg

Nicht immer folgt das Erstellen des Unterstützungsgerüstes unmittelbar auf die Pflanzung. Weil es aber vom Wetter und vom Arbeitsablauf her gerade paßt, geht es heuer Schlag auf Schlag.

Vergangenen Freitag und heute haben wir rund 530 Löcher in den Goldberg-Boden gebohrt, und unsere Akazienpfähle Marke Eigenbau so exakt wie möglich hineingestellt.

Langsam nimmt der neue Weingarten Gestalt an. Die einzelnen Rebzeilen sind jetzt schon deutlicher zu erkennen, als unmittelbar nach der Pflanzung.

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Sie wachsen schon!

Freitag, 24. April 2009 | Autor:

Frisch gepflanzte Jungrebe

Gestern war es soweit. Den ganzen Tag über haben Thomas und Csaba von der Rebschule unseres Vertrauens mit unserer Hilfe rund 3730 Reben gepflanzt. Und auch wenn man natürlich noch nichts davon sieht, spricht man in Weinbauernkreisen am Abend eines solchen Tages gerne davon, dass die Reben jetzt schon wachsen. weiter…

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In den Startlöchern

Mittwoch, 22. April 2009 | Autor:

Jungreben vor der Pflanzung

Morgen ist es soweit! Wenn uns die prognostizierten vereinzelten Regenschauer keinen Strich durch die Rechnung machen, erfolgt die Pflanzung unserer Junganlage am Mörbischer Goldberg.

Bereits gestern hat die Rebschule unseres Vertrauens die Reben geliefert, die sie genau nach unseren Wünschen veredelt hat. Bis dahin waren die Pflanzen dank Kühlhaus im Winterschlaf und tragen daher noch alle im vergangenen Jahr eingelagerten Reservestoffe in sich.

Jetzt stehen sie mit den Wurzeln im Wasser, damit sie noch einmal Feuchtigkeit tanken können. Wegen des für die Pflanzung notwendigen Rückschnittes der Wurzeln auf rund 15 Zentimeter wird es nämlich ein paar Wochen dauern, bis sie Wasser aus dem Boden aufnehmen können.

Damit bis dahin so wenig wie möglich verloren geht, ist der oberirdische Teil der Pflanzreben in grünes Wachs getaucht worden. Die Wachsschicht unterbindet einerseits die Verdunstung nach außen, kann aber andererseits von innen von den austreibenden Knospen leicht aufgebrochen werden, wenn es soweit ist.

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Hightech für exakte Reihen

Mittwoch, 22. April 2009 | Autor:

Leitdrähte für die Pflanzmaschine

Obwohl die maschinelle Pflanzung von Reben schon seit Jahrzehnten möglich und üblich ist, haben wir unsere Junganlagen bis vor drei Jahren ausschließlich händisch ausgepflanzt.

Maschinell gepflanzte Reben wachsen zwar oft besser an (vor allem weil ihnen längere Wurzeln belassen werden können), aber die bisher üblichen Verfahren waren uns nicht exakt genug.

Eine genaue Pflanzung ist nämlich für eine optimale Bearbeitung des Weingartens sehr wichtig. Und da die meisten unserer Weingärten „Kurven“ aufweisen, ist es gar nicht so einfach, die Rebzeilen so hinzukriegen, wie sie die Grundstücksform vorgibt.

Bei vielen Pflanzmaschinen gleicht ein Laser-Sensor die Abweichungen des Traktorfahrers aus, sodass die Reihen auch dann halbwegs so ausfallen, wie sie sollen, wenn der Traktorfahrer aus Unachtsamkeit oder z.B. wegen eines größeren Steins von der Ideallinie abweicht.

Bei unserer heurigen Pflanzung probieren wir erstmals ein neues System aus. Dafür haben wir heute den ganzen Tag lang parallel zu jeder künftigen Rebzeile einen Draht mit exakt 120 Zentimeter Abstand zur Reihe verlegt.

Diese Drähte werden beim Aussetzen mit einer Batterie unter Strom gesetzt und ein Sensor auf der Pflanzmaschine, der diesen Stromfluß messen kann, richtet die Maschine so aus, dass sie die Reben genau an der gewünschten Stelle in den Boden steckt.

Hoffentlich funktioniert diese Methode so gut wie erhofft. Auch wenn der verlegte Draht später auch für das Unterstützungsgerüst der Reben verwendet werden kann, steckt doch einige (Mehr-)Arbeit dahinter.

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Das Wunder der Reife

Dienstag, 21. April 2009 | Autor:

Oder: Was Analysenwerte über die Lagerfähigkeit von Wein aussagen

Bei allem Rätselraten über die Reifung von Weinen gibt es doch ein paar Parameter, die weitgehend unbestritten als Indiz für ein gutes Entwicklungspotential gelten. Einer davon ist der Extraktgehalt, also die Summe aller nicht verdampfenden Bestandteile des Weines.

Landläufig werden vor allem Mineralstoffe wie Kalium und das bei der Gärung entstehende Glycerin damit gemeint. Der Säure- und (Rest-)Zuckergehalt zählt aber ebenso dazu.

Ein hoher Extraktgehalt ist ein Indiz für niedrige Erträge, eine gute Wasserversorgung der Reben und körperreiche Weine. Zieht man den Umkehrschluß, wie das häufig passiert, müßten extraktarme Weine also dünne und damit auch nicht wirklich lagerfähige Weine sein.

Ein Paradebeispiel dafür, dass dem nicht automatisch so ist, hatte ich vor ein paar Tagen im Glas:

Im trockenen Jahrgang 1990 hat eine (im Nachhinein betrachtet) falsche Begrünungsstrategie des Bodens unserer Weingärten zu Weinen mit außergewöhnlich niedrigen analytischen Extraktwerten geführt.

Negativ-Spitzenreiter war damals der trocken ausgebaute Neuburger, den wir nur dank einer jahrgangsspezifischen Ausnahmeregelung beim damals noch geltenden gesetzlichen Mindestextraktgehalt überhaupt als Qualitätswein vermarkten durften.

Auch wenn er mit seinen 11,8 Prozent Alkohol (neben dem sehr niedrigen Extraktgehalt) natürlich nicht wirklich üppig war, präsentierte sich der Neuburger in seiner Jugend als guter und eleganter Vertreter seiner Sorte. Der burgenländischen Landesweinprämierung war er sogar eine Goldmedaille wert.

Eigentlich war das schon mehr, als man angesichts der analytischen Daten erwarten durfte. Das sich unser Neuburger 1990 aber auch nach mehr als 18 Jahren nicht nur trinkbar, sondern gut und in sich stimmig präsentiert, fällt aber schon beinahe in die Kategorie Wunder.

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Angewandte Geometrie für Fortgeschrittene

Freitag, 17. April 2009 | Autor:

 

Ausstecken eines neuen Weingartens

Je mehr Arbeiten im Weingarten maschinell erfolgen, umso exakter muß dieser angelegt werden. Davon abgesehen sieht es aber auch schöner und professioneller aus, wenn eine Investition für die nächsten 30 oder mehr Jahre sorgfältig vorbereitet wird.

Unsere Parzelle am Mörbischer Goldberg hat uns diesbezüglich in den letzten Tagen einiges abverlangt. Auf einer Länge von gut 300 Metern verringert sich die Breite von fast 50 Meter auf weniger als zehn. Damit gleicht das Grundstück eher einem Dreieck, als einem Rechteck.

Noch komplizierter wird die Einteilung der Rebzeilen durch eine deutliche Rechtskurve des künftigen Weingartens, wobei der Kurvenradius der beiden seitlichen Grundstücksgrenzen stark voneinander abweicht. Und wie fast immer gibt es auch keine Grenzsteine (mehr) als Anhaltspunkte für die Vermessung der Grundstücksgrenzen. weiter…

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Es tut sich was!

Mittwoch, 15. April 2009 | Autor:

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Nachdem der lange Winter vor drei Wochen nahtlos in den Sommer übergegangen ist, haben sich die Reben in den letzten Tagen unglaublich rasant entwickelt. Erst vor gut einer Woche habe ich einen Beitrag zu diesem Thema entworfen und wollte ihn mit diesem Foto illustrieren: weiter…

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Weinrallye #22 – Regionale Spezialitäten

Dienstag, 14. April 2009 | Autor:

Mit der heutigen 22. Etappe ist die Wein(blog)rallye wieder bei ihrem Erfinder Thomas Lippert vom Winzerblog gelandet. Traditionellerweise beschäftigen sich im Rahmen dieser Rallye alle deutschsprachigen Genussblogs die Lust dazu haben mit einem Thema, das der Ausrichter der jeweiligen Etappe vorgibt.

Thomas Vorgabe für die 22. Etappe sind „regionale Spezialitäten, flüssig, trinkbar und in eurer Region produziert“. Und auch wenn er dabei sogar Bier, Wasser, Schnaps, Tee, Kaffee, Limo oder Milch akzeptieren würde, kommt für mich natürlich nur Wein in Frage. Keines der anderen Getränke hat bei uns den Charakter einer regionalen Spezialität, der Wein dafür aber um so mehr.

An und für sich halte ich alle unsere Weine für regionale Spezialitäten, weil ich mich bemühe, durch eine zurückhaltende Kellerwirtschaft die geschmacklichen Eigenheiten von Boden und Klima im Wein zu bewahren.

Weil es aber selbstverständlich nicht der Sinn einer Weinrallye sein kann, meine eigenen Weine zu bewerben (dafür gibt es außerdem unsere Betriebswebsite, nicht diesen Blog), und weil Wein als Kategorie für regionale Spezialitäten doch etwas zu allgemein ist, beschäftige ich mich mit jenen Weinen, die ganz besonders regional speziell sind bzw. zumindest sein könn(t)en.

Ginge ich bei meiner Auswahl nach „Weinarten“ vor, müßte ich zweifellos über die hochgradigen Süßweine aus edelfaulen Trauben schreiben. Mit Beerenauslese, Ausbruch und Trockenbeerenauslese spielt das Burgenland am ehesten in der internationalen Liga der Top-Spezialitäten mit.

Ich möchte aber die Gelegenheit der Weinrallye nutzen, um über eine bestimmte Traubensorte zu schreiben. Denn bei all unserer Vielfalt an hochwertigen Sorten und dem allgemeinen Anspruch, regionaltypische Weine zu keltern, gibt es eine, die ganz besonders heraussticht: weiter…

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Gute Kondition

Freitag, 10. April 2009 | Autor:

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Am Mittwoch, den 25. März habe ich für eine Verkostung mit einem Journalisten jene Rotweine des Jahrgangs 2007 geöffnet, die zwar schon seit dem vergangenen Sommer bzw. seit Jänner dieses Jahres gefüllt sind, die aber erst im Lauf der nächsten Monate in Verkauf kommen werden.

Das war auch für mich höchst interessant, weil ich Blaufränkisch, Blaufränkisch Reserve, Rote Trilogie und Cabernet Sauvignon seit der Abfüllung nicht mehr probiert habe. Schließlich „leiden“ Rotweine weit stärker unter den verschiedenen Manipulationen, die mit der Abfüllung verbunden sind, und es gilt bei uns das Motto „Ruhe bewahren und liegen lassen„.

Noch spannender als die Verkostung am 25. März war aber die Entwicklung der Weine in den Tagen danach. weiter…

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Rosige Aussichten für den österreichischen Wein (?)

Dienstag, 7. April 2009 | Autor:

Wie das Fachmagazin „Der Winzer“ hier berichtet, prognostiziert eine aktuelle Studie des Marktforschungsbüros IWSR dem heimischen Weinbau eine rosige Zukunft:

Im Jahr 2007 betrug der Konsum von Still- und Schaumwein in Österreich 374,5 Mio. Flaschen – fast 1 % mehr als 2003. Für den Zeitraum von 2008 bis 2012 sagt die VINEXPO-IWSR-Studie einen weiteren Anstieg um mehr als 2 % voraus…Innerhalb von zehn Jahren wird der Verbrauch von Still- und Schaumwein in Österreich damit um mehr als 5 % gestiegen sein.

Die Vorliebe der Österreicher für heimischen Wein bleibt erhalten. Ausgehend von 85 % Marktanteil rechnet das Marktforschungsunternehmen mit einem kleinen Zuwachs von 2 % bis 2012.

Außerdem ist in der Meldung davon die Rede, dass Herr und Frau Österreicher nicht nur mehr heimischen Wein trinken werden, sondern dass sie dafür auch etwas mehr Geld ausgeben werden. Den stärksten Zuwachs soll es im gehobenen Preisbereich über zehn Euro geben (wobei dieses Segment insgesamt nur einen sehr kleinen Teil des Marktes ausmacht).

Obwohl ich an und für sich eher optimistisch veranlagt bin, fällt es mir schwer, solchen Prognosen Glauben zu schenken. Nicht wegen der Wirtschaftskrise und ihren möglichen Auswirkungen auf den Weinmarkt, sondern weil meine praktischen Erfahrungen (und die gut befreundeter Kollegen) so gar nicht mit den Weissagungen zusammenpassen.

Aber in diesem Fall irre ich mich gerne.

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Der Feinschliff

Montag, 6. April 2009 | Autor:

Die letzte Bodenvorbereitung vor der Pflanzung

Das trocken-warme Frühlingswetter der letzten Tage hat den Boden unserer Parzelle am Goldberg gut abtrocknen lassen. Das gab uns die Möglichkeit, eine letzte feine Bodenbearbeitung vor der Pflanzung durchführen zu lassen.

Der ebene und feinkrümelige Oberboden wird uns nicht nur das Ausmessen des Grundstückes erleichtern, sondern auch eine exakte Pflanzung und den jungen Reben eine gute Wurzelbildung ermöglichen.

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Denkwürdige Jahrgänge: 1993

Samstag, 4. April 2009 | Autor:

1993 war bei uns einer der besseren Jahrgänge der letzten Zeit. Ein milder Frühling brachte einen deutlichen Vegetationsvorsprung, der trotz des nicht besonders auffälligen Sommers bis zur Ernte erhalten blieb.

Anders als im Trockenjahr 1992 gab es im Juli und August zwischendurch immer wieder ergiebige Regenschauer, die die Reben mit Wasser versorgten. Das führte dazu, dass der Säuregehalt der Trauben auffallend hoch blieb, obwohl die Zuckergrade sehr früh nach oben kletterten.

Die Ernte begann früh und erbrachte eine zufriedenstellende Menge gesunder Trauben. Nur ganz vereinzelt fanden sich von Edelfäule befallene Beeren, und nur beim Pinot blanc lohnte sich deren Verwertung zu einer kleinen Menge Beerenauslese. weiter…

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Blindverkoster sind auch nur Menschen (6)

Mittwoch, 1. April 2009 | Autor:

Auch die geübtesten (Blind-)Verkoster sind nur Menschen. Und den besten von ihnen ist immer bewußt, dass irren zum Menschsein dazugehört und es in (Wein-)Geschmacksfragen niemals eine richtige, eine alleingültige Meinung geben kann.

Verkostungserlebnisse, die mich daran erinnern, zählen deshalb zu meinen wichtigsten Erfahrungen:

Einige Lehren und kein Ergebnis

Vergangene Woche haben wir im Rahmen einer Veranstaltung unseres Weinbauvereines versucht, die heimischen Rotweinprämierungen des Jahrgangs 2006 teilweise nachzustellen. Und wie bei einer derart hochrangigen Besetzung nicht anders zu erwarten, war es ein wirklich spannender Abend.

Wer aber auf ausgeklügelte Beschreibungen oder gar Punktebewertungen hofft, den muß ich leider enttäuschen. Beides habe ich zwar mehr oder weniger ausführlich und erfolgreich versucht, die aufschlußreichsten Erfahrungen des Abends liegt aber für mich ganz wo anders: weiter…

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