Nass, kalt und windig

Sonntag, 31. Mai 2009 | Autor:

Trübes Wetter

Nach fast zwei Monaten ohne nennenswertem Regen haben wir in den letzten Tagen immerhin gut 25 Liter pro Quadratmeter abbekommen. Die kleinen Hagelkörner, die am Freitag Abend auch dabei waren, haben zum Glück keinen Schaden angerichtet.

Trotzdem ist die Freude über das lang ersehnte Nass und die derzeitige Wetterlage nicht ungetrübt. Schließlich ist die Rebblüte noch nicht zu Ende, und bei empfindlichen Sorten wie dem Muskat Ottonel können solche Bedingungen leicht zum Verrieseln führen.

Dabei werden viele der kleinen Blüten nicht befruchtet und fallen ab, anstatt zu stattlichen Beeren heranzuwachsen. Im Extremfall kann das einen Ertragsausfall von 50 Prozent und mehr bedeuten.

Thema: Dauerthema Wetter | Beitrag kommentieren

Mörbisch zur Weinblüte

Samstag, 30. Mai 2009 | Autor:

Weinblüte

Am Wochenende nach Pfingsten feiern 12 Mörbischer Weinbauern die Weinblüte und öffnen aus diesem Anlaß ihre Kellertüren.

Nähere Infos für alle Kurzentschlossenen gibt es hier. Ich würde mich freuen, wenn der eine oder andere Blog-Leser die Gelegenheit dazu nützen würde, die Person hinter diesem Blog und seine Weine kennenzulernen.

Thema: Verkauf und Marketing | 2 Kommentare

Frau S. fragt

Donnerstag, 28. Mai 2009 | Autor:

Sehr geehrter Herr Fiedler!

Vor einigen Wochen bin ich auf Ihren Weinblog gestossen, den ich nun mit Begeisterung verfolge. Ich hätte allerdings zu einem älteren Thema einige Fragen…

Es geht um die Rotweinbereitung.
Wieviele Tage wird bei der Gärung umgepumpt? Sie haben geschrieben, dass der Wein am Ende der Gärung nur mehr befeuchtet wird, wie geschieht dies? Auch mittels Rundpumpen??

Sie haben glaube ich irgendwo im blog erwähnt, dass der Biologische Säureabbau beim Rotwein nicht auf der Maische erfolgen sollte. Warum ist dies so? Kann es sein, dass einige Betriebe den Biologischen Säureabbau auf der Maische durchführen, da laut Ihnen nach 5 Tagen bis 5 Wochen erst abgepresst wird?

Auf wieviel mg/l wird Rotwein bei der Lagerung im Barriquefass, Großem Holzfass oder Stahltank geschwefelt? Wird durch hohe Schwefelgaben die Farbe reduziert?

Ich hoffe Sie finden Zeit um mir meine Fragen zu beantworten.
Vielen Dank im Voraus!

Liebe Grüße
S.

Auch wenn es sich um sehr detailierte Fragen handelt, möchte ich, wenn es schon um meinen Blog geht, versuchen (wie Frau S. bereits per Mail angekündigt) an einer Art offenem Brief zu antworten: weiter…

Thema: In Presshaus und Keller | 4 Kommentare

Fünf Wochen später…

Dienstag, 26. Mai 2009 | Autor:

Fünf Wochen nach der Pflanzung

Übermorgen ist es fünf Wochen her, dass wir unsere Jungreben am Goldberg gepflanzt haben. Und wie man an diesem Foto sehen kann, waren seither nicht nur wir, sondern auch die Reben fleißig.

Zugegeben, nicht alle Stöcke sind so kräftig gewachsen, wie der auf dem Foto. Aber abgesehen von denen, die uns abhanden gekommen sind, gibt es kaum Ausfälle. Und auch die schwächeren Reben haben sich bisher immerhin so entwickelt, dass es keinen Grund zur Klage gibt.

Thema: Ein Weingarten entsteht | Beitrag kommentieren

Wer macht denn sowas?

Samstag, 23. Mai 2009 | Autor:

Rebendiebstahl

Seit der Pflanzung vor einem Monat sehen wir fast täglich nach unseren jungen Reben am Goldberg. Sie entwickeln sich prächtig, aber seit gestern oder vorgestern fehlen am Beginn einer Rebzeile sieben Stück, die ursprünglich ganz sicher da waren.

Vandalismus ist wohl auszuschließen, denn erstens fehlen die Reben und sind nicht nur beschädigt. Und wenn jemand absichtlich einen Schaden anrichten möchte, beläßt er es wohl nicht nur bei sieben Pflänzchen.

Diebstahl von Kollegen ist auch eher unwahrscheinlich. Nicht das ich die Weinbauernschaft grundsätzlich über jeden Verdacht erhaben sehe, aber ein Profi hätte die Reben wohl wenige Tage nach der Pflanzung gestohlen. Er wüßte schließlich, dass sie jetzt, da sie schon einen Großteil ihrer Reservestoffe verbraucht haben einen weiteren Ortswechseln kaum noch überstehen werden.

Also werden es wohl „Hobbygärtner“ gewesen sein, die per Rad oder zu Fuß an unserem Weingarten vorbei gekommen sind, und sich mehr oder weniger spontan dazu entschlossen haben, es auch einmal mit ein paar Weinreben zu probieren.

Da die Chancen gering sind, dass die Reben das überleben, werden die Diebe wohl (hoffentlich) keine Freude mit ihnen haben. Uns aber bleibt ein kleiner finanzieller Schaden, zusätzliche Arbeit beim Nachpflanzen im nächsten Frühjahr und vor allem großer Ärger.

Thema: Ein Weingarten entsteht | 2 Kommentare

Es blüht so grün…

Donnerstag, 21. Mai 2009 | Autor:

rebblute-bearbeitet

…wenn Mörbischs Weingärten blühen

Die Büte ist ein wichtiger Wendepunkt im Weinjahr. Der Rebstock verlagert seine Energie vom (Trieb-)Wachstum hin zur Traube, und auch wenn in den nächsten rund 100 bis 110 Tagen bis zur Ernte noch viel passieren kann, hat die Blüte einen großen Einfluß auf die Menge und Qualität des Jahrgangs.

Da kann man schon einmal euphorisch werden, und den Titel des bekanntesten Liedes jenes Musicals verballhornen, das heuer zum ersten Mal bei den Mörbischer Seefestspielen aufgeführt wird.

Gestern habe ich die ersten geöffneten Rebblüten in unseren Weingärten gefunden, etwa eine Woche früher als 2008 und vergleichbar mit 2007. Wie es aussieht, müssen wir uns heuer wieder auf einem Erntebeginn im August oder in den ersten Septembertagen einstellen.

Natürlich kann ein ungewöhnlich kalter oder trockener Sommer oder ein nasser Herbst den Lesetermin noch um die eine oder andere Woche verschieben. Das es keine späte Ernte wird, steht aber jetzt fest, denn nach der Blüte ist nicht mehr damit zu rechnen, dass sich das Blatt in zwei Monaten so wendet, wie im April und Mai:

Während ich jetzt nämlich von einer sehr frühen Blüte berichten kann, habe ich am 22. März noch darüber geschrieben, dass sich 2009 Zeit läßt.

Thema: Reben und ihre Pflege | 2 Kommentare

Das Logo mit dem Punkt

Sonntag, 17. Mai 2009 | Autor:

Österreich Wein

Der österreichische Wein hat ein neues Logo. Mit Punkt. Und auch wenn der rotweißrote Punkt auf den ersten Blick vielleicht etwas verloren gewöhnungsbedürftig wirkt, ist er eigentlich die Hauptsache.

Der Punkt symbolisiert nämlich jene Banderole, die die Mündung aller heimischen Qualitätsweinflaschen zieren muß, und die Tafel- und Landweine nicht zieren darf. Und die damit jenes Erkennungszeichen darstellt, dass im Unterschied zum Kleingedruckten auf dem Etikett auch von Weitem die Identifikation eines österreichischen Qualitätsweines ermöglicht. weiter…

Thema: Wein-Medien-News | Ein Kommentar

Wein-Blogosphäre ohne Winzerblog?

Donnerstag, 14. Mai 2009 | Autor:

Auch wenn ich es noch nicht wirklich glauben will, wie es hier aussieht, verliert die deutschsprachige Weinblogger-Szene leider eines ihrer aktivsten und beliebtesten Mitglieder.

Als Endpunkt einer schon seit längerer Zeit laufenden Blogger-Fehde hat sich Thomas Lippert offenbar entschlossen, seinen Winzerblog und seinen deutschsprachigen Twitter-Account einzustellen.

Obwohl ich die Hintergründe bestenfalls erahnen bzw. zwischen den Zeilen lesen kann, liegen meine Sympathien in diesem Streit eindeutig bei Thomas. Nicht zuletzt, weil ich auch schon (allerdings offenbar in vergleichsweise dezenter Form) negative Bekanntschaft mit seinem Kontrahenten schließen mußte.

Die deutschsprachige Wein-Blogosphäre ohne Winzerblog kann und will ich mir gar nicht vorstellen. Der Winzerblog ist eine Insitution, ein Fels in der Brandung, der (zumindest gefühlt) immer schon da war, und den wahrscheinlich jeder Weinblogger verlinkt hat.

Mit seinen vielen Ideen ist Thomas der Motor der Szene, und viele Weinblogger „treffen“ sich gerne virtuell bei ihm via Kommentarfunktion. Er hat die Weinrallye ins Leben gerufen, die viele spannende Beiträge gebracht hat, die den Austausch zwischen den Blogs gefördert und auch neue Blogger zum Teilnehmen bewegt hat.

Weil aber sein Tag offenbar mehr als 24 Stunden hat, betreibt der Winzerblogger nebenbei auch noch genussblogs.net, hat erst kürzlich mit dem Aufbau einer Weinblogger-Community begonnen und Weinblog-Awards angekündigt. Das er auch noch in Englisch blogt, ist da schon beinahe selbstverständlich.

Schade, dass Du diesen Schritt für dich als notwendig erachtest, lieber Thomas!

Mal sehen, welche Entscheidungen die nächsten Tage bringen, wenn sich die Wogen vielleicht etwas geglättet haben. Zur Not lese ich deine Beiträge aber auch gerne in Englisch.

Thema: Allgemeine Randnotizen | 2 Kommentare

Bordeaux

Montag, 11. Mai 2009 | Autor:

Paul Torday: BordeauxNeulich fand ich im Weinbuchregal meiner Lieblingsbuchhandlung Paul Tordays „Bordeaux“ und war darüber etwas verwundert, weil Weinkrimis sonst üblicherweise unter „Krimi“ und nicht unter „Wein“ zu finden sind.

Und um einen Krimi handelte es sich wohl, schloß ich aus dem Kurztext auf der Rückseite:

Frankie Wilberforce, Anfang dreißig, IT-Unternehmer, Single, weiß genau, was er will. Bis er sich verführen lässt. Er verliebt sich, er kauft einen Weinkeller, er genießt das pralle Leben. Doch dann fällt er umso tiefer…

Recht schnell stellte sich beim Lesen aber heraus, dass sich der „Roman in vier Jahrgängen“ nicht um ein Verbrechen dreht, sondern ausschließlich um den dramatischen Verfall der Hauptfigur, an dem das titelgebende Getränk einen entscheidenden Anteil hat. weiter…

Thema: Wein-Medien-News | Beitrag kommentieren

Preiskontrolle

Samstag, 9. Mai 2009 | Autor:

Gestern war ich wieder einmal als Vortragender tätig. Und weil die Themen „Weinbau“ und „Kellerwirtschaft“ auf dem Programm standen, nützte ich die dabei für Lektoren vorgesehene Möglichkeit auch (konkret zwei) eigene Weine mit den Teilnehmern zu verkosten.

In den meisten Fällen ergibt sich daraus eine klassische Win-Win-Situation. Die Seminarbesucher erfahren anhand von konkreten Weinen mehr über deren Entstehungsgeschichte, als ihnen der Lektor über fremde Weine je erzählen könnte. Und der vortragende Winzer erhält ein interessantes Feedback (auch wenn dieses zweifellos aufgrund der Seminarsituation nicht ungefiltert übermittelt wird).

Gestern entstand aus der Situation heraus auch eine Art Preiskontrolle. Als sich ein Teilnehmer nach abgeschlossener Verkostung nach dem Preis unseres Cabernet Sauvignon 2006 erkundigte, drehte ich den Spieß um und fragte in die Runde, wieviel man als Weinbauer denn dafür verlangen dürfe.

Daraufhin wurden Preise von 12 und 25 Euro genannt, und besonders oft fielen 15 und 17 Euro. Wie es scheint, liegen wir also gar nicht so schlecht. Unser Cabernet kostet tatsächlich nämlich 16 Euro.

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