Jetzt heißt es abwarten

Montag, 29. Juni 2009 | Autor:

Nach diesem Mißgeschick konnte mein Vater die dringend notwendige Behandlung gegen (primär den falschen) Mehltau am Samstagnachmittag problemlos weiterführen, und heute Vormittag nach einem erneuten Regenschauer am gestrigen Sonntag abschließen.

Mehr können wir im Moment nicht tun. „Normaler“ Regen ist für die kommenden Tage zwar nicht prognostiziert, aber in der feuchtwarmen Luft können sich jederzeit Gewitter bilden. So hat es z.B. heute Abend schon wieder kurz, aber intensiv geregnet und die Blätter werden wohl erneut eine ganze Nacht lang nass sein.

Die Frage der nächsten Tage ist nicht, ob nach der Inkubationszeit Peronosporainfektionen sichtbar werden. weiter…

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Versenkt

Samstag, 27. Juni 2009 | Autor:

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Die aktuelle Wetterlage ist sehr gefährlich für unsere Reben. Unsere letzte vorbeugende Spritzung gegen Oidium (echten) und Peronospora (falschen Mehltau) ist mehr als zwei Wochen her und wäre auch ohne die abwaschende Wirkung des Dauerregens der letzten Tage nicht mehr wirksam.

Gleichzeitig ist vor allem das Peronospora-Risiko extrem hoch und die heurige Ernte in großer Gefahr. Deshalb haben wir uns gestern nach einer ausgiebigen Besichtigung der Bodenverhältnisse entschlossen, in jenen Weingärten mit den sandigsten (und damit am schnellsten abtrocknenden) Böden eine Pflanzenschutzbehandlung zu wagen.

Eine solche Entscheidung trifft man nicht leichtfertig, denn ein zu frühes Befahren kann zu Verdichtungen in den tieferen Schichten des Bodens führen, die die Wurzeln beim Wachstum behindern. weiter…

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Noch immer und schon wieder nass

Freitag, 26. Juni 2009 | Autor:

Regenmesser

Gestern war der erste (beinahe) regenfreie Tag dieser Woche. Blätter und Trauben waren endlich wieder einmal für ein paar Stunden nicht nass.

Bevor aber der Boden beginnen konnte abzutrocknen, hat ein Regenschauer heute früh schon wieder fünf Liter pro Quadratmeter gebracht. Langsam macht sich eine gewisse Nervosität wegen der zu befürchtenden Mehltauinfektionen breit.

Seit Montag hat es bei uns rund 125 Liter pro Quadratmeter geregnet. Ähnlich viel in vergleichbarer Zeit wie damals 2007, wenn auch zu einem nicht ganz so schlechten Zeitpunkt. Die aktuelle Situation ist daher eher mit dem feuchten Juni und Juli 2008 vergleichbar.

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Adriatief

Dienstag, 23. Juni 2009 | Autor:

Seit dem Wochenende ist der Osten Österreichs fest im Griff eines Tiefdruckgebietes über der Adria. Wenn die Prognosen stimmen wird uns diese sogenannte Vb-Wetterlage wohl die ganze Woche lang ausgiebig mit Regen versorgen.

Zum Glück müssen wir uns nicht vor Hochwasser fürchten, wie zum Beispiel die Kollegen in der Wachau. Und weil die Hanglagen in Mörbisch auch nicht besonders steil und unsere Böden zumindest teilweise begrünt sind, ist auch (noch) nicht mit ernstzunehmenden Erosionsschäden zu rechnen.

Ganz ohne ist so eine nasse Woche allerdings trotzdem nicht. Unsere letzte vorbeugende Mehltaubehandlung ist schon zwei Wochen her, und deshalb kaum noch wirksam. Und bis wir die Weingärten wieder mit dem Traktor befahren können, ohne den Boden zu verdichten, wird es wohl noch eine Woche dauern.

Bleibt zu hoffen, dass die aktuellen Temperaturen für eine Peronospora-Infektion zu niedrig sind…

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Die unendliche Geschichte (2)

Sonntag, 21. Juni 2009 | Autor:

Nachdem Ende der 1990er-Jahre das Feld auf diese Weise vorbereitet worden war, präsentierten die die maßgeblichen Weingremien ihr Konzept einer herkunftsorientierten Weinbezeichnung als DIE Lösung für viele echte und behauptete Probleme der österreichischen Weinwirtschaft.

Auch durch die Tatsache, dass es sich dabei um ein Experiment handelt, das einen Bruch mit allen bekannten Weinbezeichnungssystemen darstellt und deshalb durchaus dazu geeignet ist, neue Probleme aufzuwerfen, hielt die Verantwortlichen nicht davon ab.

Die Quadratur des Kreises

„Germanisches“ Weinrecht

Das österreichische Weinrecht definiert (wie auch das deutsche) Qualität in erster Linie über die Traubenreife, die – nicht ganz unumstritten, aber auch nicht völlig falsch – der Einfachheit halber über den Zuckergehalt definiert wird.

Natürlich zählt auch der Hektarertrag, der Geschmack (via obligater Prüfnummernverkostung ab der Stufe Qualitätswein) und die Herkunft (die z.B. beim Qualitätswein wesentlich enger gefaßt ist, als beim Tafel- oder Landwein). Hauptkriterium für die Weinbezeichnung sind aber letztlich trotzdem die Zuckergrade der Trauben.

Damit hat dieses System etwas sehr demokratisches: Es verwehrt keinem Winzer die höchsten Qualitätsbezeichnungen, wenn er in der Lage ist (durch gute Lagen und sorgfältige Arbeit), am Ende des Weinjahres hochreife Trauben zu ernten. weiter…

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Leider nicht nahe-liegend

Samstag, 20. Juni 2009 | Autor:

WeinrallyeHeute findet Etappe 24 der deutschsprachigen Wein(blog)rallye statt. Gastgeber ist der Ultes, und nach seiner Vorgabe schreiben heute alle, die Lust dazu haben über das deutsche Weinbaugebiet Nahe und seine Weine.

Für einen eigenen Beitrag liegt mir die Nahe doch etwas zu fern, aber ich freue mich schon auf die üblicherweise höchst unterschiedlichen Herangehensweisen der teilnehmenden Blogger an das Thema. Hier hat der Ultes schon einmal mit einer Beschreibung des Gebietes angefangen.

Heute lassen sich die Beiträge am einfachsten via Genussblogs verfolgen. Demnächst gibt es dann auch eine Zusammenfassung des Gastgebers.

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Deutsche Aufregung um Gault Millau

Dienstag, 16. Juni 2009 | Autor:

Wie der deutsche Winzerblog hier berichtet (und via Beitrag und Kommentarfunktion auch zu anderen Quellen verlinkt), gehen bei unseren Nachbarn gerade die Wogen hoch, weil Gault Millau seinen Weinführer bzw. ein Zusatzpaket für Winzer zum Buch offenbar kostenpflichtig machen möchte.

Für die freiwillige Gebühr von 195 Euro (plus Mwst.) erhält der Winzer nicht nur den bisher kostenlosen Eintrag im Weinguide, sondern auch noch eine Urkunde, zwei Buchexemplare und die Nutzungsrechte für das Gault-Millau-Logo.

Auch wenn man über solche Gebühren an sich, deren Höhe und speziell deren Auswirkungen auf die Objektivität einer Bewertung und ihr Verhältnis zum Werbewert einer Auszeichnung für den Weinbaubetrieb natürlich trefflich diskutieren kann, verstehe ich die Aufgregung dennoch nicht ganz.

Vielleicht liegt das daran, dass ich die Weinmedien schon seit langer Zeit nicht mehr als Hort der Wahrheitsverkündung betrachte, sondern als (zugegeben wichtige) Co-Akteure im großen Weintheater. Und wie unter den Weinbauern gibt es auch unter den Medien recht unterschiedliche Ansichten darüber, was an Geld und Methoden einem die Aufmerksamkeit des Publikums wert sein muß. weiter…

Thema: Wein-Medien-News | Beitrag kommentieren

Mein aktueller Blick in die Welt

Montag, 15. Juni 2009 | Autor:

Blickfeld Laubschnitt

Nach dem kräftigen Triebwachstum der letzten Wochen und der abgeschlossenen Blüte ist in den nächsten Tagen ist der erste Laubschnitt angesagt.

Das Entfernen der Triebspitzen verhindert nicht nur das Abbrechen oder Über-die-Trauben-hängen der langen Triebe, sondern lenkt auch die Kraft des Weinstocks verstärkt in die Trauben.

Vor zwei Jahren habe ich hier bereits ausführlicher darüber berichtet. Zum Glück haben wir mittlerweile aber einen anderen Traktor.

Dass das Einkürzen der Triebe maschinell erfolgt, ist natürlich eine enorme Arbeitserleichterung. Man sollte aber nicht unterschätzen wie anstrengend es sein kann, stundenlang konzentriert nach rechts oben zu starren, um einerseits den Laubschneider und andererseits via Rückspiegel den Mulcher zum Zerkleinern der Naturbegrünung unter Kontrolle zu haben.

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Mal was Neues!

Freitag, 12. Juni 2009 | Autor:

Heute habe ich an der leichter zugänglichen Seite jedes unserer Weingärten kleine Hinweistafeln montiert, die unseren Helfern das Finden unserer Weingärten erleichtern und Passanten die Möglichkeit geben sollen, sich von unserer sorgfältigen Weingartenarbeit zu überzeugen.

Wie bei allen Ausfahrten mit dem Auto habe ich dabei auch gleich Müllabfuhr gespielt. Es gibt nämlich offenbar jede Menge Zeitgenossen, die nicht in der Lage sind, ihren Dreck bis zum nächsten Mistkübel zu transportieren. Und weil ich in vielen Weingärten entlang von Bundesstraßen und Radwegen war, kam leider eine Menge zusammen:

Bier- und Energydrink-Dosen, McDonalds-Verpackungen (obwohl die nächste Filiale 20 km entfernt liegt), leere und halbvolle Kunststoffflaschen, die Hüllen von Schoko- und Müsliriegeln, etc. bin ich ja schon gewohnt.

Heute fand sich aber auch mal was Neues. Einen Meter neben der Bundesstraße vor einem Weingarten. Eine leere Packung der blauen Pillen, die ich sonst nur von den Spam-Kommentaren kenne.

Da konnte ich mir trotz der Müll-Sauerei ein Schmunzeln nicht verkneifen.

Thema: Allgemeine Randnotizen | Beitrag kommentieren

Die einen wachsen,…

Mittwoch, 10. Juni 2009 | Autor:

Nach der Blüte

…und um die anderen müssen wir noch zittern.

Während sich diese Zweigelt-Traube schon im Stadium der Schrotkorngröße befindet, blühen die letzten Gescheine „dank“ des naßkalten Wetters der letzten Wochen immer noch.

Um den Muskat Ottonel machen wir uns mittlerweile echte Sorgen. Wie es scheint, sind sehr viele der kleinen Blüten dieser empfindlichen Sorte nicht richtig befruchtet worden und werden wohl in den nächsten Wochen abfallen.

Zum Glück ist unser Muskat-Lager nach der reichen Ernte 2008 gut gefüllt, denn vom 2009er wird es ganz sicher deutlich weniger geben.

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