Die unendliche Geschichte (3)

Montag, 6. Juli 2009 | Autor:

Um die weinbezeichnungsrechtliche Quadratur des Kreises – die Etablierung von herzkunftsbezeichneten DAC-Weinen – in der Praxis umsetzen zu können, waren einige Umbauarbeiten im österreichischen Weingesetz erforderlich.

Neue Weinbaugebiete…

Im romanischen Weinbezeichnungsrecht tragen Herkunftsweine den Namen ihres Weinbaugebietes als Hauptmerkmal auf dem Etikett. Dieses System funktioniert natürlich nur, wenn solche Weine relativ genau definiert sind, und für alle Weine, die nicht den Richtlinien entsprechen ein anderer, in der Regel größer gefaßter Herkunftsbegriff verwendet wird.

Für Österreich wurden Ende der 1990er von den Proponenten des DAC-Konzeptes jene 16 Weinbaugebiete als DAC-Herkünfte ins Auge gefaßt, die bereits damals bestanden. Ohne eine Änderung des Weingesetzes wären aber mit der Etablierung von DAC-Weinen alle anderen im jeweiligen Gebiet produzierten Qualitätsweine ohne Herkunftsbezeichnung dagestanden. weiter…

Thema: Verkauf und Marketing | 2 Kommentare

Blindverkoster sind auch nur Menschen (7)

Donnerstag, 2. Juli 2009 | Autor:

Das Verkosten von Wein und das genussvolle Trinken waren immer schon zwei Paar Schuhe. Die kaum zu vermeidende Bevorzugung sättigender Üppigkeit gegenüber belebender Eleganz dürfte aber bei der heurigen  Finalverkostung der Salonweine besonders groß ausgefallen sein.

Anders ist es nämlich kaum zu erklären, dass sich ÖWM-Chef und Salon-Veranstalter Willi Klinger in der aktuellen Printausgabe von News öffentlich unzufrieden zeigt und eine neue Degustationsphilosophie für Rotweine fordert, weg von unnötiger Schwärze, Schokoladigkeit und Üppigkeit hin zu gebietstypischer Eleganz. Und von einem Abkratzen des Make-up spricht.

Ursache für Klingers Unzufriedenheit mit den Ergebnissen sind aber nicht primär die Verkoster, denen er attestiert, dass gut gekostet wurde. Das Problem ist seiner Meinung nach vielmehr, dass die Kriterien nicht in jeder Kategorie zeitgemäß sind.

Diese Analyse scheinen die Verantwortlichen für die burgenländische Landesweinprämierung, nach deren Ergebnissen die burgenländischen Weine für die Salonausscheidung nominiert werden, nicht zu teilen.

Wie Blogger-Kollege Franz Schneider in seiner aktuellen BOKU-Masterarbeit erläutert, sieht man Schwachpunkte allenfalls im PR-Bereich. Allerdings klaffen das Selbstbild der Prämierungsveranstalter und die Wahrnehmung von Weinbauern, Gastronomen und Journalisten doch deutlich auseinander.

Besonders auffallend sind folgende Aspekte, die ich der Presseaussendung von Franz Schneider entnommen habe:

Die Veranstalter sehen die Prämierung eindeutig als „aktiv“, eher „modern“, eher „einflußreich“ und klar als „bedeutend“. Die Weinbauern hingegen nehmen die gleiche Veranstaltung als eher „passiv“, eindeutig „traditionell“, klar „einflußlos“ und eher „unbedeutend“ wahr.

Mich verwundert diese Diskrepanz nicht, sehrwohl aber die Tatsache, dass angesichts dieser Einschätzung noch immer Jahr für Jahr deutlich mehr als 1000 Weine eingereicht werden.

Wir sind nach der Entwicklung der letzten Jahre, die ihren Höhepunkt mit dieser Geschichte erreicht hat auf jeden Fall nicht mehr dabei.

Hier gehts übrigens zu Teil 1 dieser Serie mit Links zu allen Folgen.

Thema: Wein-Medien-News | Ein Kommentar