Leithaberg DAC (5)

Mittwoch, 30. September 2009 | Autor:

Die letzte Besonderheit des neuen Leithaberg DAC im Vergleich zu den anderen derzeitigen DAC-Gebieten, die ich nach dem Weinstil gegen den Trend anführen möchte, ist dessen Vorgeschichte.

DAC mit Vorläufer

Während in allen Weinbaugebieten, die das DAC-Konzept bisher umgesetzt haben die Strukturen und/oder Weinstile dafür neu geschaffen wurden, haben die DAC-Weine im Gebiet am Westufer des Neusiedlersees echte Vorläufer.

Seit gut fünf Jahren arbeitet nämlich eine Gruppe von 14 Weinbauern an einem bestimmten gemeinsamen Weinstil und vermarktet diesen als privater Verein unter dem Markennamen „Leithaberg“.

Als es um die Beschlußfassung eines DAC-Weines für das Neusiedlersee-Westufer ging, wurde das Konzept (und wird möglicherweise auch die Organisation) dieses Vereines nahezu eins zu eins übernommen.

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Weinrallye Nr. 27 – Tankstop

Dienstag, 29. September 2009 | Autor:

WeinrallyeHeute ist wieder Weinrallye-Tag. Die Aufgabe für die 27. Etappe stammt von Winzerblogger Thomas Lippert, dem Initiator dieses Events, bei dem alle deutschsprachigen Genussblogger an einem bestimmten Tag über das gleiche Thema schreiben.

Leider wird es von mir keinen Bericht über einen Wein von der Tankstelle geben. Nicht nur, weil wir eine eigene Hofzapfsäule haben, und weil unsere örtliche Tankstelle tatsächlich nur Treibstoffe und Autozubehör führt. Sondern auch, weil mein Kopf zu Weinlesezeiten für solche Experimente nicht frei genug ist.

Ich hoffe aber, dass ich es zumindest schaffe, die Beiträge der Kollegen zu lesen. Am schnellsten über Genussblogs.net, oder wohl in ein paar Tagen via Zusammenfassung im Winzerblog.

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Lesehelfer

Montag, 28. September 2009 | Autor:

Weinlesehelfer

Heute hatten wir bei der Blaufränkisch-Lese drei zusätzliche Helfer: Meine große Tochter und zwei ihrer Freundinnen waren eine Weile mit dabei und haben eifrig Trauben von den Weinstöcken geschnitten.

Meine jüngere Tochter durfte dabei natürlich auch nicht fehlen.

Lesehelfer

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Wie hoch pokern?

Samstag, 26. September 2009 | Autor:

 Blaufränkisch 2009

Und wieder ist eine Woche mit sommerlichen Tagtemperaturen, kühlen Nächten und ohne Regen oder nennenswerten Nebel vergangen.  Eine derart stabile Wetterphase während der Endreife der Spätsorten ist auch im Burgenland selten.

Bei solchen Bedingungen wird die Festlegung des Erntetermines der besten Blaufränkisch-Trauben zur Pokerpartie:

Wie lange wird die Glückssträhne noch anhalten?

Ist die Wetterprognose ernst zu nehmen, oder nur ein Bluff?

Gehen wir auf Nummer sicher, freuen uns über den bisherigen Gewinn, und ernten den Blaufränkisch? Oder spekulieren wir auf den ganz großen Jackpot?

Der Einsatz ist hoch, denn die Trauben sind schon jetzt sehr sehr reif. Das macht sie einerseits äußerst anfällig für Fäulnis und andererseits einen möglichen Verlust besonders bitter.

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Entspanntes Abwarten

Mittwoch, 23. September 2009 | Autor:

Blaufränkisch 2009

Dem Herbstbeginn zum Trotz war es auch heute wieder trocken, sonnig und ungewöhnlich warm. Und weil auch für die nächsten Tage keine Schlechtwetterfront prognostiziert wurde, lassen wir uns mit der Blaufränkisch-Ernte noch ein paar Tage Zeit.

Obwohl angesichts der fortgeschrittenen Reife und der hohen Temperaturen eine tägliche Kontrolle der Trauben auf erste Anzeichen von Überreife und Botrytis angesagt ist, können wir heuer die weitere Entwicklung relativ entspannt abwarten.

Während mir nämlich heute ein Kollege aus einem anderen heimischen Weinbaugebiet von massivem Botrytisbefall im Anfangsstadium berichtet hat, sind wir von solchen Bedingungen wie 2007 zum Glück noch weit entfernt.

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Leithaberg DAC (4)

Montag, 21. September 2009 | Autor:

Nicht nur in der Art der Weine und deren Qualitätslevel geht Leithaberg DAC andere Wege, als bestehende Herkunftsweinregionen:

Ein Weinstil gegen den Trend

Während die bereits etablierten DAC-Weine gängige Weinstile der jeweiligen Gebiete aufgegriffen haben, ist Leithaberg DAC auch der Versuch einer Identitätsfindung eines von Vielfalt geprägten Weinbaugebietes.

Abgesehen von ein paar Vorläufern (zu denen ich im nächsten Teil kommen werde) existiert der als DAC definierte Weinstil derzeit nämlich eher in den Köpfen mancher Winzer, Weinfreaks und Journalisten als tatsächlich auf dem Markt.

Das bedeutet nicht, dass der angestrebte Stil nicht typisch für das Neusiedlersee-Westufer wäre, ganz im Gegenteil. Aber es sagt aus, dass man sich bisher mehr auf die Vielfalt konzentriert hat, als auf die Überlegung, was denn die Stärken des Gebietes sind.

Diese ohnehin nicht ganz einfache Ausgangslage wird noch schwieriger durch die Tatsache, dass der als gebietstypisch angesehene Weinstil der (ver)öffentlich(t)en österreichischen Weinmeinung eher wider- als entspricht.

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Im falschen Film

Sonntag, 20. September 2009 | Autor:

 pH-Wert des Neuburgermostes 2009

Knapp vor der Lese war ich bei einem Vortrag eines deutschen Önologen, der in seinen Ausführungen über die Reifeprozesse der Traube unter anderem einen Zusammenhang zwischen der Anzahl der Kerne in den Beeren und dem Säurepotential der Trauben herstellte.

Je mehr Kerne sich in den Beeren befinden, so seine Theorie, umso mehr Fruchtfleischgewebe (Kernsäcke) gibt es auch, die sie umgeben, und in denen vornehmlich Säuren gespeichert werden. Und da die Anzahl der Kerne primär vom Blütewetter abhängt, müßte man nach dem verregneten Juni 2009 mit einer niedrigen Kernanzahl in den Beeren und demzufolge mit sehr niedrigen Säurewerten rechnen, warnte er Anfang September.

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Der aktuelle Zwischenstand

Samstag, 19. September 2009 | Autor:

Traubenstiele nach dem Rebeln

Die Hauptlesewoche liegt hinter uns, und da wir auch bereits davor einige Weingärten geerntet haben, sind mittlerweile rund drei Viertel des Jahrgangs im Keller.

Die besten Parzellen vom Blaufränkisch, der Cabernet Sauvignon sowie Traminer und Weißburgunder für eine süße Auslese hängen jetzt noch draußen. Da es sich um keine großen Mengen handelt, sind wir relativ flexibel und können uns je nach Wetterbericht auch recht kurzfristig zur Lese entschließen.

Bisher verlief die Ernte aus mehreren Gründen so entspannt wie selten. Die ungewöhnlichen Reifeunterschiede der verschiedenen Sorten und die dem folgende Lese in Etappen mit mehreren Pausen hat mir zwischendurch genug Zeit für jene Arbeiten gelassen, die sonst meist in den Abend- oder Nachtstunden erledigt werden.

Auch die Qualität der bisher eingebrachten Trauben hat das ihre zum Wohlbefinden des Kellermeisters beigetragen. Und die Tatsache, dass es heuer wesentlich geringere Mengen zu verarbeiten gibt, hielt den Stress ebenso in Grenzen.

Wobei letzteres natürlich auch weniger positive Auswirkungen hat. Aber diese zu verdrängen ist angesichts der vielversprechenden Trauben ein Leichtes.

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Kein Vergleich

Freitag, 18. September 2009 | Autor:

Traubenwelke beim Zweigelt

In manchen Dingen ist der Jahrgang 2009 seinem Vorgänger sehr ähnlich: Die gute Wasserversorgung im Sommer, der trotzdem frühe Erntebeginn und die gute Säurestruktur der Trauben.

Was die Traubenwelke betrifft, so gibt es aber zum Glück keine Gemeinsamkeiten. Während wir im Vorjahr durch diese Krankheit mehr als 30 Prozent unseres Zweigelt verloren haben (siehe hier und hier), mußten wir heuer nur ganz wenige schlaffe, nicht ausgereifte Trauben aussortieren.

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Es wird Herbst

Donnerstag, 17. September 2009 | Autor:

Herbstlicher Sonnenaufgang

Sonnenaufgang über dem nebelverhangenen Neusiedlersee

am 16. September 2009

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Maischestandzeit

Mittwoch, 16. September 2009 | Autor:

 Chardonnay-Maische 2009

Normalerweise verarbeiten wir unsere Weißweintrauben möglichst zügig und pressen sie ungerebelt mit den Stielen. Das reduziert nicht nur den Anteil an Trubstoffen im Most (die nach dem Pressen entfernt werden müssen), sondern führt auch zu tendenziell zarteren, eleganteren Weinen mit einem etwas höheren Säuregehalt (was in unserem Klima meist einen Vorteil darstellt).

Wenn es paßt, ist unser Preßhaus aber auch flexibel genug, um die Weißweintrauben zu rebeln und anschließend eine sogenannte Maischestandzeit durchzuführen. Beim Chardonnay 2009 war es heute wieder einmal soweit.

Die Trauben waren frei von Fäulnis, physiologisch reif (was man auf dem Foto an den reifen braunen Kernen erkennen kann) und hatten dank der guten Wasserversorgung während des Sommers einen relativ hohen Säuregehalt.

Deshalb habe ich der Chardonnay-Maische bis zur Pressung ein paar Stunden Zeit gelassen, in der der Saft Aroma- und Mineralstoffe aus den Schalen aufnehmen konnte.

Einen Haken hat die Sache allerdings: Die Maischestandzeit schiebt den ganzen Tagesablauf nach hinten und damit natürlich auch den Feierabend des Kellermeisters.

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Leithaberg DAC (3)

Dienstag, 15. September 2009 | Autor:

Das neue Herkunftsweingebiet „Leithaberg DAC“ unterscheidet sich nicht nur in Sachen Grenzziehung deutlich von den bestehenden DAC-Regionen, sondern auch bei den Weinen selbst:

Rot- und Weißwein

Mit Leithaberg DAC wird es erstmals in einem österrreichischen Weinbaugebiet Weiß- und Rotweine unter einer gemeinsamen Herkunfts-Flagge geben. Damit trägt die DAC-Bezeichnung der Weinvielfalt am Westufer des Neusiedlersees Rechnung (wobei genaugenommen auch eine Süßweinkategorie dazugehören würde).

Die roten Herkunftsweine werden aus der traditionsreichsten und qualitativ spannendsten Sorte der Gegend, dem  Blaufränkisch gekeltert. Nicht zuletzt aus kellerpraktischen Notwendigkeiten hat man allerdings die 15-Prozent-Fremdsorten-Regel des Weingesetzes auch für die DAC-Weine übernommen, diesen Anteil aber beschränkt auf die Sorten Zweigelt, St. Laurent und Pinot Noir.

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Erfreuliches Jahrgangsphänomen

Montag, 14. September 2009 | Autor:

Trubdepot komprimiert

Neben dem ungewöhnlichen Reifeverlauf der verschiedenen Sorten (über den ich hier und hier schon berichtet habe), zeigt der Jahrgang 2009 bislang auch noch eine weitere Besonderheit:

Die frisch gepreßten weißen Moste sind auffallend arm an Trubstoffen, wie sich beim Entschleimen der verschiedenen Chargen immer wieder herausstellt.

Und nachdem wir die Art der Traubenverarbeitung in den letzten Jahren nur geringfügig verändert haben, muß es wohl am Jahrgang liegen. Ich vermute ein gutes Zusammenspiel von Gesundheitszustand und Reifegrad der Trauben.

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Wie weiter?

Sonntag, 13. September 2009 | Autor:

 Zweigelt 2000

Wenn nicht gerade ein hoher Fäulnisdruck alle Erntepläne über den Haufen wirft und höchste Eile angesagt ist, gibt es während jeder Weinlese eine Phase der Unsicherheit über den richtigen Zeitpunkt. Im Jahr 2009 ist es an diesem Wochenende soweit.

Die besten Trauben von Zweigelt, Pinot blanc und Chardonnay sind der idealen Reife mittlerweile recht nahe gekommen. In diesem Bereich läßt sich kaum noch beurteilen, ob und wenn ja wie viele Milli- oder Mikrometer noch fehlen.

Noch weniger kann man über das als wechselhaft prognostizierte Wetter der nächsten Tage sagen. Und darüber, wie weit sich die Trauben nach einem möglichen Regen wieder vom Idealzustand entfernen werden.

Angesichts derart vieler Variablen läßt sich die Richtigkeit des gewählten Erntetermins bestenfalls im Nachhinein erahnen. Wirklich wissen wird man es aber nie.

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Der erste Rote

Samstag, 12. September 2009 | Autor:

Überfluten der gärenden Rotweinmaische

Die meisten unserer Zweigelt-Trauben haben noch ein paar hoffentlich sonnige Tage Zeit, bevor sie gelesen werden. Ein Weingarten war aber nicht zuletzt aus logistischen Gründen schon am Donnerstag dran, und gärt dank der milden Temperaturen bereits munter vor sich hin.

In dieser Phase ist es wichtig, die vom entstehenden CO2 nach oben gedrückten Schalen laufend mit gärendem Saft zu befeuchten, damit dieser möglichst viele Farbstoffe aus den Beerenschalen lösen kann. Auf diese Weise wird aus dem blaßrosa Saft innerhalb weniger Tage ein tiefdunkler Rotwein.

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Traubenreife aktuell

Freitag, 11. September 2009 | Autor:

Zweigelt am 11. September 2009

Zweigelt, Pinot blanc und Chardonnay sind der physiologischen Reife meinem Gefühl nach schon recht nahe. Und auch an den Trieben und Blättern merkt man schön langsam, dass sich die Vegetationsperiode ihrem Ende nähert.

Zweigelt Ried Wasser: 18°KMW

Zweigelt Ried Goldberg 8 Trauben/Stock: 17,5°KMW

Zweigelt Ried Goldberg 6 Trauben/Stock: -18°KMW

Chardonnay Ried Hofwiesörter: +19°KMW

Pinot blanc Ried Wieser (jüngere Reben): +17°KMW

Blaufränkisch Ried Goldberg 6 Trauben/Stock: -18°KMW

Im Vergleich zu dieser Beobachtung vor einer Woche hat der Zweigelt punkto geschmacklicher Reife zwar deutlich aufgeholt, seine Zuckergehalte sind aber z.B. in Relation zum normalerweise deutlich späteren Blaufränkisch weiterhin auffallend niedrig.

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Wie gezeichnet

Donnerstag, 10. September 2009 | Autor:

Pinot blanc 2009

Von einem kleinen Muskat-Weingarten mit Wespenfraß abgesehen bot sich uns bei der Weinlese bisher überall das gleiche Bild: Die Trauben sind so gesund und optisch reif wie selten. Fast zu schön um echt zu sein.

Wie gezeichnet, sagt man in der Mundart.

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Leithaberg DAC (2)

Mittwoch, 9. September 2009 | Autor:

Wie hier berichtet hat Österreich seit dem 30. Juli ein weiteres Weinbaugebiet in dem das Konzept der herkunftsbezeichneten DAC-Weine umgesetzt wird. Bei näherer Betrachtung der Fakten fällt auf, dass sich Leithaberg DAC in einigen Punkten gravierend von den bereits bestehenden Herkunftsweintypen unterscheidet.

Grenzüberschreitend

Während sich alle bisherigen DAC-Definitionen penibel an die bestehenden (und mitunter eher verwaltungstechnisch als önologisch begründeten) Weinbaugebietsgrenzen gehalten haben, definiert Leithaberg DAC eine neue, bisher in dieser Form nicht existierende Herkunft.

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Aus dem Archiv: Wann sind die Trauben reif?

Sonntag, 6. September 2009 | Autor:

In den drei Jahren meiner Bloggerei haben sich hier zahlreiche Beiträge angesammelt, die nicht aktuelle, sondern grundsätzliche Themen aus der Welt des Weines behandeln.

Manche davon sind über die Einteilung in Kategorien (hier rechts in der Menüleiste) noch halbwegs leicht auffindbar, andere verstauben gut versteckt im Archiv.

Viele Artikel haben das zweifellos auch verdient, aber weil es meiner Meinung um den einen oder anderen doch schade wäre, habe ich mir vorgenomen, von Zeit zu Zeit auf solche Texte zu verweisen.

Aus aktuellem Anlaß geht es diesmal um folgenden Beitrag, der genau drei Jahre alt ist:

Wann sind die Trauben reif?

Eine beliebte Fangfrage von mir in Weinseminaren zum Thema Weinbau und Kellerwirtschaft für Nicht-Winzer lautet: Wann würden Sie die Trauben ernten? Üblicherweise folgt die Antwort wie aus der Pistole geschossen: Wenn sie reif sind! Worauf ich kontere: Und wann sind die Trauben reif?

Darauf folgt fast immer ein betretenes Schweigen. Das ist wenig verwunderlich, denn selbst viele Winzer haben kaum eine Ahnung von den komplexen Vorgängen in den Trauben während des Reifeprozesses.

Weiterlesen kann man hier im Originalbeitrag vom 6. September 2006.

Thema: Allgemeine Randnotizen | Beitrag kommentieren

Nur nicht ungeduldig werden

Samstag, 5. September 2009 | Autor:

Zweigelt fast reif

Obwohl wir erst am Beginn der Weinlese stehen, läßt sich eine Besonderheit des Jahrganges 2008 bereits ausmachen: Selten war die (geschmackliche) Reife der Traubensorten so weit gestreut, wie heuer.

Während nämlich Muskat Ottonel und Grüner Veltliner nicht nur schöne Zuckergradationen aufweisen, sondern auch reif schmecken (und deshalb auch bereits geerntet wurden bzw. nächste Woche werden), kann beim Zweigelt davon noch keine Rede sein.

Normalerweise kommt diese frühreife Rotweinsorte unmittelbar nach dem Muskat, wie man auch meinen Ernteaufzeichnungen 2006, 2007 und 2008 entnehmen kann. Heuer werden aber wohl zehn Tage oder gar zwei Wochen vergehen, bis wir die Zweigelt-Trauben lesen können.

Auch Weißburgunder und Chardonnay weisen zwar bereits gute Zuckerwerte auf, sind aber noch deutlich zu sauer, um als reif zu gelten.

Möglicherweise liegen diese Differenzen an der wetterbedingt sehr verzettelten Blüte im Juni und/oder den dadurch verursachten untypischen Ertragsunterschieden in den Weingärten. Wie auch immer, es heißt jetzt trotz allgemeiner Weinlesestimmung Ruhe bewahren und nicht ungeduldig werden.

Der Regen am vergangenen Samstag und gestern hat zwar das Fäulnisrisiko erhöht, aber noch können wir warten und der Wetterbericht für die kommende Woche klingt nicht schlecht…

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Unprofessionell oder frech?

Freitag, 4. September 2009 | Autor:

Heute durfte ich ein großes, modernes Weingut besichtigen, das nicht zuletzt dank massiver Investitionen in den letzten Jahren in allen Weinmedien sehr präsent ist.

Bei der Wahl der Etiketten, der Präsentation und natürlich der Kellereinrichtung wurde zweifellos nichts dem Zufall überlassen. Professionalität von A bis Z. Man muß schon ein chronischer Nörgler sein, um sich daran zu stoßen, dass dieser Perfektionismus etwas zu gewollt, zu durchschaubar ist.

Ein solider Vorzeigebetrieb also, könnte man jenseits aller geschmacklichen Fragen meinen.

Der Zufall wollte es allerdings, dass mir im Verkostungsraum eine Flasche in die Hände fiel, deren Herkunftsbezeichnung widersprüchlich – um nicht zu sagen grob gesetzeswidrig – war.

Was zumindest für mich die Frage aufwirft, ob man in einem solchen Haus auch nicht mehr Ahnung vom Bezeichnungsrecht hat, als der kleine Hobbyweinbauer von nebenan. Oder ob man die diesbezüglichen Regelungen bewußt ignoriert.

Wirklich sympathisch ist mir keine der beiden Möglichkeiten.

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Drei und vier Kerzen

Donnerstag, 3. September 2009 | Autor:

Während der Weinlese werden Geburtstage bei uns nur im sehr kleinen Rahmen gefeiert. Zum Beispiel heute mit drei virtuellen Kerzen auf der Torte hier im Blog, den ich nach einer inoffiziellen Probephase am 3. September 2006 mit diesem Beitrag so richtig eröffnet habe.

Und gestern mit meiner kleinen Tochter, die mittlerweile auch schon vier Jahre alt ist und Wert darauf legt, wie ihre Schwester als „Große“ bezeichnet zu werden.

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Die Weinlese hat begonnen!

Dienstag, 1. September 2009 | Autor:

muskattrauben-bearbeitet

Frühreife Jahre wie das heurige haben für uns den Nachteil, dass wir bei den laufenden Arbeiten im Weingarten meist ein klein wenig hinterher hinken, und nach Abschluß der letzten Laubarbeiten beinahe direkt in den Lese-Streß stolpern.

Während manche Kollegen nämlich den Erntetermin primär von ihrer eigenen Bereitschaft zur Ernte abhängig machen, versuchen wir uns an den Trauben zu orientieren und diese zu ernten, wenn sie optimal reif sind. Selbst dann, wenn aus Zeitmangel noch nicht alle Vorbereitungen getroffen sind.

Dafür werden halt in den ersten Lesetagen Doppelschichten gefahren und zum Beispiel die letzten Tanks erst gereinigt, wenn der Most in den ersten schon mit der Gärung begonnen hat.

Aber auch wenn die nächsten Wochen die anstrengendsten des ganzen Weinjahres sind, in denen man mitunter auch an die Grenzen der physischen und psychischen Belastbarkeit gerät, ist heute für mich ein Tag der Freude:

Die Lese 2009 hat begonnen!

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