Morgen ist es soweit!

Dienstag, 31. August 2010 | Autor:

Leithaberg-Flasche komprimiert

Ab Mittwoch, den 1. September 2010 dürfen gemäß DAC-Verordnung die neuen Herkunftsweine unserer Region unter dem Namen „Leithaberg“ in Verkehr gebracht werden. Und pünktlich zum offiziellen Startschuß geht auch die neue Leithaberg-Website online.

Regelmäßige Blog-Leser wissen vielleicht, dass diesem Ereignis eine unendliche Geschichte in Sachen DAC in Österreich (Teil 1 bis 6) und eine schwierige Entscheidungsfindung in unserem Betrieb (Teil 1 bis 6) vorausgegangen ist.

Spätestens ab Donnerstag steht aber nicht mehr seine komplizierte Geburt im Vordergrund, sondern der Wein selbst.

Und da wir bereits im Premierenjahrgang mit von der Partie sind, gibt es unseren roten „Leithaberg“ (wie alle anderen auch) am 2. September ab 15 Uhr im Raiffeisenforum Wien erstmals zu verkosten. Infos dazu (für Schnellentschlossene) gibt es hier.

Thema: Verkauf und Marketing | 2 Kommentare

Schwarzmalerei oder Zweckoptimismus?

Sonntag, 29. August 2010 | Autor:

Dunkle Wolken ÖWM-Lukan komprimiert

2010 ist ein sehr schwieriger und ganz sicher kein großer (sehr guter) Jahrgang. Von diesem Jahr werden Sie noch ihren Enkelkindern erzählen, so etwas hat es – bezüglich Feuchtigkeit, warmen Nächten und Krankheitsdruck – noch nicht gegeben.

So sprach (nahezu wörtlich) ein von mir durchaus geschätzter Weinbauberater über die kommende Ernte, und ich kam mir dabei vor, wie im falschen Film.

Ähnliches ist mir vor ein paar Jahren auch schon mit einem anderen, ebenfalls äußerst kompetenen Konsulenten passiert, weshalb sich die Frage stellt, ob ich (oder gar die Weinbauern an sich) zum Zweckoptimismus neige(n), oder ob außenstehende Fachleute bei deutlichen Abweichungen von ihrem Idealbild gerne der Schwarzmalerei anhängen.

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Thema: Lese 2010 | Ein Kommentar

Erste Prognosen

Donnerstag, 26. August 2010 | Autor:

Erste Prognosen

Wie die Zeitschrift „Der Winzer“ hier berichtet, liegt die erste Mengenschätzung für die Ernte 2010 mit 2,2 Millionen Hektoliter um 8 Prozent unter der (bereits kleinen) Lese 2009 und um 14 Prozent unter dem Fünfjahresschnitt.

Die ersten (allerdings noch sehr spärlichen) Reifeanalysen der Weinbauschule Klosterneuburg könnten hier vorsichtig auf ein etwas höheres Zuckerniveau bei gleichzeitig auch höherem Säureniveau als in den letzten beiden Jahren hindeuten.

Über die sehr unterschiedlichen Ansichten zur möglichen Qualität des Jahrgangs werde ich morgen oder übermorgen berichten.

Thema: Wein-Medien-News | Beitrag kommentieren

Muskateller-Phänomen

Montag, 23. August 2010 | Autor:

Muskateller ÖWM Faber bearbeitet

Gestern hat mich der zweite Kollege innerhalb von wenigen Tagen auf die gleiche Beobachtung beim Gelben Muskateller angesprochen. Beide Weinbauern haben in ihren Weingärten festgestellt, dass viele Beeren dieser Traubensorte ohne sichtbare Krankheitssymptome aufplatzen und wollten vom mir wissen, ob ich eine Erklärung dafür habe.

Wir selbst haben zwar keinen Muskateller angepflanzt, aber ich weiß von Freunden, dass seine Trauben sehr empfindlich auf größere Regenmengen während der Reifezeit reagieren. Deshalb gehe ich nach ungewöhnlich feuchten Sommer und den fast täglichen Niederschlägen der letzten zwei Wochen davon aus, dass im konkreten Fall tatsächlich nicht irgendwelche unbekannten Krankheiten oder Schädlinge am Werk sind.

Dass es sich in beiden Fällen um sehr junge Weingärten handelt, spricht auch dafür, dass die Muskateller-Reben einfach nicht wissen, wohin mit dem vielen Wasser und deshalb die Beeren stärker anschwellen, als die Schale verkraften kann. Junge Reben haben nämlich ein sehr oberflächliches Wurzelsystem und reagieren besonders schnell und stark auf zuviel (aber auch auf zu wenig) Wasser.

Thema: Reben und ihre Pflege | Ein Kommentar

Weinrallye #36: Wein und Musik

Freitag, 20. August 2010 | Autor:

WeinrallyeHeute ist wieder Wein(blog)rallye-Tag, und alle deutschsprachigen Genussblogger, die Lust dazu haben, befassen sich deshalb mit einem bestimmten Thema. Die 36. Etappe wird betreut vom WeinReich-Blog und steht unter dem Motto „Wein und Musik“.

Nicht zuletzt, weil ich einen ziemlich anstrengenden Tag hinter mir habe, war die Versuchung groß, einfach diesen Beitrag für die Rallye wiederzuverwerten. Zumal sich das damalige Erlebnis vor wenigen Wochen wiederholt hat.

Aber weil das erstens ziemlich langweilig und zweitens wohl der kürzeste Weinrallye-Beitrag aller Zeiten wäre, ist mir dann doch noch etwas anderes eingefallen. Ich habe mir überlegt, ob es Ähnlichkeiten zwischen meinen Wein- und Musikvorlieben gibt, und bin tatsächlich fündig geworden:

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Thema: Weinrallye | 2 Kommentare

Der tägliche Regen

Dienstag, 17. August 2010 | Autor:

Foto: ÖWM/Rauter

Seit fast zwei Wochen regnet es bei uns in Mörbisch beinahe jeden Tag. Schuld daran ist paradoxer Weise das überwiegend schöne Wetter mit für die Reben idealen 25 bis 28°C.

Die sommerlichen Temperaturen fördern nämlich die Verdunstung des nach den Regenschauern am Anfang des Monats reichlich vorhandenen Wassers und sorgen damit für regelmäßige Gewitter. Und solange sich die Großwetterlage nicht ändert, beginnt das Spiel jeden Tag von vorn:

Nach einer kühlen, feuchten Nacht setzt sich die Sonne durch und läßt durch die Verdunstung üppige Wolkentürme entstehen. Diese wiederum laden ihre Fracht in den Abend- und Nachtstunden ab und befeuchten Blätter und Boden.

Heute Nachmittag bin ich bereits zum zweiten Mal im August vom Regen überrascht worden zu spät mit dem Moped vom Weingarten nach Hause aufgebrochen, weil ich trotz der ersten Tropfen noch wenigstens die eine Rebzeile fertig machen wollte.

Beim ersten Mal ging das sehr schnell und es gab tatsächlich vom Helmrand bis zu den Zehen nicht eine einzige trockene Stelle mehr auf meinem Körper, als ich zu Hause vom Moped stieg. Heute war der Regen zum Glück schwächer, und es wurde nur der Arbeitsmantel naß.

Den Reben scheint diese Wetterlage vorläufig egal zu sein. Die Entwicklung der Trauben schreitet gut voran, und die meisten Weinbauern scheinen so wie wir die bei diesem Wetter extrem gefährliche Peronospora relativ gut im Griff zu haben.

Auch die zweite Mehltauart, Oidium, ist nicht zu unterschätzen. Sie benötigt zwar keine Wassertropfen auf den Blättern wie Peronospora, liebt dafür aber das schwüle Wetter mit hoher Luftfeuchte zwischen dem Abtrocknen am Vormittag, und dem nächsten Regen am Abend.

Beide Pilzkrankheiten können in diesem Reifestadium zwar nicht (bzw. kaum) mehr die Trauben befallen, aber ein Verlust der Blätter, die den für die Reife notwendigen Zucker produzieren ist nicht minder problematisch. Außerdem bedroht mit zunehmender Reife der Grauschimmel Botrytis cinerea die Trauben, wenn diese lange Zeit feucht sind.

Thema: Dauerthema Wetter | Ein Kommentar

Entblättern

Samstag, 14. August 2010 | Autor:

Entblätterung bearbeitet

Während man sich als Weinbauer noch vor ein paar Jahren kaum Gedanken darüber gemacht hat, ist die gezielte Entblätterung der Traubenzone heute in vielen Betrieben Standard.

Hier im Weinforum kann man nachlesen, wie Profis darüber diskutieren, und damit Nichtwinzer die verschiedenen Meinungen nachvollziehen können, möchte ich versuchen, dieses komplexe Thema etwas verständlicher zu machen.

Warum entblättern?

Das mehr oder weniger konsequente Entfernen der Blätter in der Traubenzone der Weinstöcke (und nur um diese geht es) hat verschiedene Auswirkungen. So führt z.B. das intensivere Einwirken des Sonnenlichtes zu einer höheren Temperatur während des Reifeverlaufes in den Beeren.

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Thema: Reben und ihre Pflege | Ein Kommentar

Ein idealer Sommer

Mittwoch, 11. August 2010 | Autor:

Junganlage am Goldberg Anfang August 2010

Während es für unsere Ertragsweingärten (vor allem, aber nicht nur während der Blüte) eine Spur trockener sein könnte, ist der feuchte Sommer für die Junganlage am Goldberg geradezu ideal.

Die bereits im heurigen zweiten Jahr nach oben formierten Stöcke sind nicht mehr von ihren deutlich älteren Kollegen im Weingarten des Nachbarn zu unterscheiden. Ganz besonders dort, wo wir beim Wegschneiden der Trauben die eine oder andere vergessen haben.

Auch die allermeisten der etwas schwächeren Reben, die wir im Winter stark zurückgeschnitten haben, sind kräftig gewachsen. So wie es aussieht, werden fast alle von ihnen im nächsten Jahr die ersten Trauben tragen können.

Zwischen den Rebzeilen gedeiht eine üppige Naturbegrünung. Um tiefer wurzelnde und Insekten anlockende Blütenpflanzen zu forcieren, werden wir aber demnächst in jeder zweiten Reihe eine Mischung verschiedener Kleearten einsäen.

Zur Vorbereitung des Saatbeetes haben wir – wie auf dem Foto zu sehen – bereits in jeder zweiten Reihe die Begrünung umgebrochen.

Thema: Ein Weingarten entsteht | 4 Kommentare

Bodenlose Dummheit

Sonntag, 8. August 2010 | Autor:

Foto: ÖWM/Faber

Selbst wenn man die rund dreiwöchige Hitzeperiode im Juli berücksichtigt, ist der heurige Sommer bisher sehr niederschlagsreich verlaufen. Erst in den vergangenen Tagen sind wieder zweimal je 25 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen.

Gleichzeitig läßt aber der Wasserbedarf der Reben mit dem Reifebeginn etwas nach, und die gemäßigten Temperaturen der letzten Zeit zwischen 22 und 28°C tun ein übriges, um den Durst der Reben in Grenzen zu halten.

Darüber hinaus sind die Wasserspeicher im Boden gut gefüllt, und die Wahrscheinlichkeit einer andauernden Hitzewelle ist nach dem Wetterverlauf der letzten Wochen einigermaßen gering.

In Anbetracht dieser Situation ist es naheliegend, die Weingartenböden jetzt zu begrünen (so man dies nicht ohnehin wie wir das ganze Jahr über tut). Anders als vielleicht im Juni oder Juli ist nämlich nicht mehr zu befürchten, dass eine Pflanzendecke den Rebwurzeln zu viel Wasser wegnimmt.

Dafür verbessert sie aber nicht nur die Befahrbarkeit des Bodens für die letzten Bearbeitungsgänge und die Lese, sondern bindet auch Nährstoffe wie Stickstoff. Der treibt in der jetzigen Entwicklungsphase der Reben vor allem das Größenwachstum der Trauben an, fördert damit die Quantität zulasten der Qualität und macht die Trauben anfälliger für Fäulnis.

Trotz dieser Binsenweisheit aus dem kleinen Winzer-Einmaleins wurden auch in den letzten Tagen einige Weingärtenböden in der Region erneut umgearbeitet. Für teures (Diesel-)Geld und deutlich überwiegende Nachteile hat sich der eine oder andere Kollege ohne das Gespür für den richtigen Zeitpunkt damit eine vermeintlich schönere Optik erkauft.

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Aus dem Archiv: Der letzte Feinschliff

Dienstag, 3. August 2010 | Autor:

Ausdünnen beim Blaufränkisch

Auch wenn das Ausdünnen angesichts des zum Teil äußerst spärlichen Traubenbehanges im heurigen Jahr einen etwas kleineren Stellenwert hat, erlaube ich mir aus aktuellem Anlass auf diesen Artikel aus dem August 2007 und diesen darin verlinkten Beitrag vom Juli 2007 hinzuweisen.

Seit einigen Tagen sind wir nämlich dabei, den Ertrag der Rebstöcke auf ein qualitativ wie wirtschaftlich sinnvolles Niveau zu reduzieren.

Während wir uns aber bei den Weißweinsorten und bei Blaufränkisch und Cabernet auf kleine Korrekturen bei einzelnen Stöcken beschränken können, ist der Behang des Zweigelt fast so üppig, wie in Normaljahren und muß entsprechend reduziert werden.

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