Traminer

Donnerstag, 30. September 2010 | Autor:

Traminer

Mittlerweile haben wir auch den Traminer gelesen. Die jahrgangstypische Menge reicht gerade mal für ein paar Liter Nachschub an Traubenbrand und zwei ältere Barriques für die (halb)trockene Variante der Sorte, die wir alle paar Jahre keltern.

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Der erste Rote in der Presse

Dienstag, 28. September 2010 | Autor:

Der erste Rote in der Presse

Eine Woche nach der Ernte habe ich gestern den ersten Zweigelt gepreßt. Die Gärung war so gut wie abgeschlossen und damit auch der allergrößte Teil an Farb- und Aromastoffen aus der Schale extrahiert.

Im Unterschied zu den anderen Chargen erschien mir eine weitere Maischestandzeit zur Tanninauslaugung nicht sinnvoll, da in den Schalen der Trauben aus der kühleren Riede Haderwald auch nicht ganz so reife Gerbstoffe zu befürchten sind.

Außerdem findet dieser Zweigelt als jung zu trinkender Landwein seine Verwendung, wofür ein markantes Tanningerüst eher kontraproduktiv ist.

Die anderen drei Tanks hingegen werden (je nach Entwicklung) wohl frühestens Ende dieser oder nächste Woche in die Presse kommen.

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Zwischenbilanz

Sonntag, 26. September 2010 | Autor:

Zweigelt in der Box

Die (heuer geradezu ungewöhnlich) schöne vergangene Woche haben wir genützt, um fast alle unsere Weißweine und den Zweigelt zu ernten. Wie bereits berichtet, hält sich die Menge ziemlich in Grenzen, dafür gibt es aber in Sachen Qualität nicht nur diese positive Überraschung.

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90-60-90

Samstag, 25. September 2010 | Autor:

Pinot-Trauben bearbeitet

Was in einer anderen Branche diese legendäre Zahlenkombination, sind für uns Weinbauern Werte wie jene beim Pinot blanc, den wir am Donnerstag gelesen haben: +18°KMW (d.h. später etwa 12,5% vol) – pH 3,29 – Säure 7,8 g/l.

Natürlich kommt es aber auch bei den Weintrauben (auch) auf die inneren Werte an, über die solche Analysen keinerlei Auskunft geben. Umso erfreulicher ist es, dass die Kerne braun und reif, die Aromen gut ausgeprägt und die Trauben sehr gesund waren.

Diese Freude können auch auch jene nicht trüben, die schon vor einer Woche gemeint haben, den Jahrgang 2010 per voreiliger Ferndiagnose in Grund und Boden schreiben zu müssen.

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Leere Fässer, lange Gesichter

Donnerstag, 23. September 2010 | Autor:

Leere Fässer

Dass 2010 keine große Ernte wird, war angesichts des schwachen Traubenansatzes bereits im Mai zu erahnen. Spätestens nach dem Wettersturz während der Blütezeit Mitte Juni stand dann fest, dass die Menge heuer wohl nicht einmal durchschnittlich ausfallen wird.

Wie klein die Ernte aber tatsächlich ist, wird erst jetzt langsam offenbar. Nachdem schon die Augustschätzung (pdf) mit 2,2 Mio. hl unter der (bereits unterdurchschnittlichen) Menge des Vorjahres lag, hat die Statistik Austria im September (pdf) ihre Progose auf 2,0 Mio. hl nach unten korrigiert.

Behalten die Statistiker recht, läge 2010 damit um 15 Prozent unter 2009 und um 20 Prozent unter dem langjährigen Durchschnitt. Besonders schlecht sind die Prognosen für die beiden größten Weinbaugebiete Weinviertel und Neusiedlersee, während unserem Gebiet nur ein kleines Minus vorhergesagt wird.

Diese Einschätzung habe ich während unserer Weingartenbegehungen vor der Lese durchaus geteilt. Umso ernüchternder ist ein Blick auf die Zahlen einiger Weingärten, die wir bereits geerntet haben:

Beim Zweigelt beträgt das Minus gegenüber 2009 in den verschiedenen Rieden 15 bis 30 Prozent, beim Chardonnay sogar gut 40 Prozent! Da hilft das Plus von knapp 15 Prozent beim Muskat Ottonel ebenso wenig weiter, wie die Tatsache, dass es in anderen Kellern ähnlich aussieht. Zumal einige Sorten, bei denen der Ertragsausfall offensichtlicher ist, als beim Zweigelt erst an die Reihe kommen.

Gut, dass unser Flaschenlager insbesondere von Zweigelt, Chardonnay und Blaufränkisch dank des Jahrgangs 2008 (und teilweise auch 2009) ausreichend bestückt ist.

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Der Zweigelt ist zu Hause

Dienstag, 21. September 2010 | Autor:

Trauben in Gosse bearbeitet

Nach dem Muskat Ottonel ist mit dem Zweigelt jetzt die zweite Sorte komplett geerntet. Die Zuckergradationen liegen zwischen 17,5°KMW (ein Weingarten in kühlerer Lage mit höherem Ertrag) und +18°KMW. Dem Jahrgang entsprechend sind die Säurewerte etwas erhöht, aber ebenso akzeptabel wie der Gesundheitszustand der Trauben.

Noch beschränkte sich die Botrytis auf einzelne kleine Nester, aber die Beeren(schalen) ließen erkennen, dass sie keine weiteren Tau- oder Regentropfen mehr vertragen. Ein möglicher kleiner Reifegewinn durch weiteres Zuwarten hätte also leicht von einem fäulnisbedingten Mengen- und/oder Qualitätsverlust zunichte gemacht werden können.

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Muskat liegt in der Luft

Sonntag, 19. September 2010 | Autor:

Muskat liegt in der Luft

Vielleicht bilde ich mir das ja nur ein, weil es die ersten gelesenen Trauben waren und sonst noch nichts im Keller ist. Möglicherweise ist der Muskat Ottonel heuer aber wirklich besonders aromatisch.

Auf jeden Fall hat er vergangenen Dienstag und Mittwoch das ganze Preßhaus parfümiert, der Trester danach noch tagelang unseren Garten und der mittlerweile gärende Most verbreitet sein süßliches Muskataroma im ganzen Keller.

Schön.

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Traubenreife aktuell

Donnerstag, 16. September 2010 | Autor:

Blaufränkisch 2009

Nachdem die Trauben zumindest halbwegs abgetrocknet waren, habe ich heute Nachmittag einige unserer Weingärten begutachtet:

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Jetzt wird es wohl schnell gehen (müssen)

Mittwoch, 15. September 2010 | Autor:

Welschriesling-Traube mit beginnendem Botrytisbefall

Noch sind wir nicht ganz mit der Lese des Muskat Ottonel fertig, da regnet es schon wieder. Und diesmal bei ein paar Grad Celsius mehr und etwas reiferen, d.h. auch empfindlicheren Beeren als vergangene Woche. Und die Wochen davor.

Manche Weingärten – in unserem Fall ein junger Weißburgunder – sind schon deutlich von Botrytis gezeichnet, und viele andere stehen kurz davor (wie der Welschriesling auf dem Foto von 2007). In diesem Stadium genügt ein weiterer Regen oder ein paar Tage Morgentau, und die Botrytis überzieht die ganze Traube.

Damit es nach der aktuellen Schlechtwetterfront nicht soweit kommt, haben wir unsere Mannschaft für nächste Woche verstärkt. Gut möglich, dass in zehn Tagen nur noch ein Teil des Blaufränkisch und der Cabernet draußen hängt.

Zum Glück sind unsere Lesehelfer aber auch flexibel genug, um einige Tage zu pausieren. Falls doch noch der Altweibersommer ausbricht, und wir die Lese hinauszögern können…

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Es geht los!

Dienstag, 14. September 2010 | Autor:

muskattrauben-bearbeitet

Schon nach den Reifeanalysen vom vergangenen Montag haben wir uns für heute die Lese des Muskat Ottonel vorgenommen, und die gestrigen Werte haben uns darin bestätigt:

Muskat Ottonel in verschiedenen Rieden: 16,5 bis +17°KMW

Eine erste Säuremessung ergab (für diese Sorte) optimale 5,9 g/l bei einem pH-Wert von 3,30, und auch der Gesundheitszustand ist noch zufriedenstellend. Den Schalen einzelner Beeren sieht man allerdings schon an, dass sie wohl beim kleinsten Regen innerhalb von wenigen Stunden aufplatzen würden.

Der heute gepreßte Most hat übrigens exakt jene Gradation, die ich gestern mittels 50-Beeren-Stichprobe ermittelt habe.

Zweigelt in verschiedenen Rieden: 16,5 bis 17,5°KMW

Die Zuckerwerte haben beim Zweigelt in den letzten sieben Tagen offenbar weniger stark zugenommen als beim Muskat. Auch hier zeichnen sich bereits erste negative Auswirkungen des feuchten Wetters ab, und wir planen die Lese ab kommenden Montag.

Der Säuregehalt von 6,8 g/l bei einem pH-Wert von etwa 3,30 (gemessen im Weingarten mit dem niedrigsten Ertrag) deutet bereits auf eine gewisse Reife hin, aber Schalen und Kerne sind noch nicht so weit, wie wir sie gerne hätten.

Anders als 2009 läßt der heurige Jahrgang keine längerfristigen Planungen zu, denn im Zweifelsfall geht beim Erntetermin immer (bestmögliche) Gesundheit vor (höchstmöglicher) Reife.

Aber auch wenn die nächsten Wochen die anstrengendsten des ganzen Weinjahres sind, in denen man mitunter an die Grenzen der physischen und psychischen Belastbarkeit gerät, ist heute für mich ein Tag der Freude:

Die Lese 2010 hat begonnen!

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Sauer macht nicht unbedingt lustig

Sonntag, 12. September 2010 | Autor:

Foto: ÖWM/Faber

Der bisherige Wetterverlauf und die ersten Reifeanalysen lassen heuer einen sehr säurereichen Jahrgang erwarten. Das kann durchaus seine Vorteile haben, denn ein hoher Säuregehalt bremst unerwünschte Mikroorganismen in Most und Wein deutlich stärker, als die echte Weinhefe und führt zusätzlich noch zu einer besseren Wirkung von SO2.

Weil in sauren Jahren Jahren die Äpfelsäure meist die Weinsäure überwiegt, halten sich die geschmacklichen Auswirkungen der säurereichen Trauben beim Rotwein einigermaßen in Grenzen. Schließlich wird beim für Blaufränkisch und Co. obligatorischen biologischen Säureabbau Äpfel- in Milchsäure umgewandelt und der Säuregehalt reduziert.

Beim Weißwein hingegen wird die Säure aber heuer wohl nicht selten an oder über die Grenze des von den meisten Menschen als harmonisch empfundenen Geschmacksbildes gehen. Selbst dann, wenn die Trauben richtig reif waren.

Als Kellermeister hat man verschiedene Möglichkeiten darauf zu reagieren, wenn man es für notwendig erachtet:

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European Wine Bloggers Conference in Wien

Donnerstag, 9. September 2010 | Autor:

Quelle: http://winebloggersconference.org/europe

Ende Oktober findet in Wien die dritte Konferenz der europäischen Weinblogger statt. Mit Unterstützung der ÖWM werden sich dabei im noblen Rahmen von Schloß Schönbrunn mehr als hundert Weinblogger und Nichtblogger mit verschiedenen Themen rund um den Wein im sogenannten Web 2.o befassen.

Für mich ist das quasi ein Heimspiel, und deshalb gab es auch kein langes Überlegen, ob ich mich zu dieser (mittlerweile ausgebuchten) Konferenz anmelden soll. Obwohl ich zugeben muß, dass ich mir unter den meisten Programmpunkten nicht allzuviel vorstellen kann.

Die Liste der Teilnehmer sagt mir da schon ein klein wenig mehr, und ich hoffe, bei der Konferenz die eine oder andere virtuelle Bekanntschaft ins richtige Leben herüberholen zu können.

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Traubenreife aktuell

Montag, 6. September 2010 | Autor:

Pinot blanc 2009

Obwohl die letzte Woche wieder zu kalt und auch nicht trocken war, ist mein Zweckoptimismus ungebrochen. In fast allen Weingärten sind die Trauben immer noch sehr gesund und entwickeln sich (zwar nur langsam, aber immerhin) weiter.

Da wir nach diesem Sommer von (zu) hohen Säurewerten in den Trauben ausgehen, beschränken sich meine Reifemessungen im Moment auf den Zuckergehalt. Folgende Werte habe ich heute ermittelt:

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1461 Tage und kein Ende in Sicht

Freitag, 3. September 2010 | Autor:

Foto: steve.haider.com

Nach einer Testphase unter Ausschluß der Öffentlichkeit ging mein Blog genau heute vor vier Jahren mit diesem Beitrag online.

Seither habe ich im Schnitt jeden zweiten Tag einen neuen Beitrag veröffentlicht. Manchmal kürzer, manchmal länger. Hin und wieder einigermaßen oberflächlich. Hin und wieder aber auch mit mehr Tiefgang. Selten auch kommentiert, ein oder zweimal sogar heiß umstritten. Regelmäßig aber offenbar gerne gelesen.

Mitunter aus der Verlegenheit, etwas schreiben zu sollen. Meist aber gerne, mit dem Sendungsbewußtsein, dass meine mehr oder weniger persönlichen Ansichten auch andere interessieren könnten.

Gelegentlich mit schlechtem Gewissen, ob der vielen investierten Zeit. Oft aber auch mit großem Spaß am stundenlangen Feilen an der richtigen Formulierung und – in letzer Zeit verstärkt – einer halbwegs passenden Bildauswahl.

Trotz zahlreicher „Hänger“ zwischendurch scheint ein Ende nicht in Sicht. Schließlich steht die Weinlese vor der Tür und bietet zwar wenig Zeit, dafür aber Blogstoff zuhauf…

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