Guten Rutsch!

Freitag, 31. Dezember 2010 | Autor:

Eisstimmung an Neusiedlersee

Ich wünsche allen Lesern einen guten Rutsch ins Jahr 2011.

Nach einem kleinen Durchhänger in den letzten Wochen habe ich mir für die nächste Zeit vorgenommen, wieder etwas öfter zu bloggen.

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Weinrallye #40: Autochthone Rebsorten

Dienstag, 28. Dezember 2010 | Autor:

WeinrallyeHeute ist wieder Wein(blog)rallye-Tag, und alle deutschsprachigen Genussblogger, die Lust dazu haben, befassen sich auf Vorschlag von Hausmannskost mit autochthonen Rebsorten.

Streng genommen geht es also um Sorten, die dort, wo sie heute gepflegt werden auch ihren biologischen Ursprung haben. Aber weil die Evolutionsgeschichte der Rebsorten vor dem 18. oder 19. Jahrhundert weitgehend im Dunkeln liegt (und mangels fundierter Quellen und dank unzähliger richtig und falsch gebrauchter Namenssynonyme wohl auch bleiben wird), genügt es für die Rallye, wenn die Sorten einer Region eine lange, prägende Tradition haben.

Im Burgenland trifft das eigentlich nur auf den Blaufränkisch zu, der im Unterschied zur traditionellen weißen Sortenvielfalt lange Zeit in den meisten Orten die einzige in nennenswertem Umfang gepflanzte (und damit prägende)Rotweinsorte war.

Nachdem ich dem Blaufränkisch aber schon anläßlich der 22. Weinrallye-Etappe diesen umfangreichen Beitrag gewidmet habe, schreibe ich diesmal über die traditionellen Weißweinsorten meiner Heimat.

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Frohe Weihnachten!

Freitag, 24. Dezember 2010 | Autor:

Winter im Weingarten

Wie regelmäßige Besucher vielleicht auch schon an der Beitragsfrequenz gemerkt haben, war mein Advent weniger besinnlich als arbeitsreich.

Umso mehr freue ich mich auf die Feiertage und wünsche auch allen Lesern frohe Weihnachten.

Thema: Allgemeine Randnotizen | Beitrag kommentieren

Wachauer Weihnachtsfrieden

Mittwoch, 22. Dezember 2010 | Autor:

Foto: ÖWM/Gregor Semrad

Dem alten Journalistenspruch „Only bad news is good news“ folgend, wird nicht selten über negative Ereignisse eher berichtet, als über gute Nachrichten.

Damit das gerade in Zusammenhang mit einem von mir durchaus geschätzten Weinbaugebiet an dieser Stelle nicht der Fall ist, möchte ich nach meinem Bericht über diesen Rechtsstreit auch über dessen Beilegung berichten.

Wie man dieser Pressemeldung entnehmen kann, hat der betroffene Kollege seine Klage zurückgezogen und wurde im Gegenzug wieder vom Gebietschutzverein Vinea Wachau als Mitglied aufgenommen.

Die zahlreichen Problemfelder im Zusammenspiel von privatrechtlichen Vereinigungen mit öffentlich Institutionen und den Bezeichnungsvorschriften des Weingesetzes, die nicht nur die Wachau allein betreffen, sind damit natürlich nicht vom Tisch. Sie lassen sich allerdings wohl auch nicht unbedingt vor Gericht lösen…

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Was ist ein Kultwein?

Samstag, 18. Dezember 2010 | Autor:

Chateau Mouton-Rothschild 1982

 Foto: Dale Cruse

Dieser und anderen Fragen gehen drei Studentinnen des Universitätslehrganges für Werbung und Verkauf an der Wirtschaftsuni Wien im Rahmen ihrer Studie „Marketingstrategie von Kultweinen und wie sie als Bindeglied in der Kommunikation fungieren“ nach.

Per E-Mail haben sie mich gebeten, an dieser Umfrage teilzunehmen, und sie auch in meinem Blog zu bewerben, um ein größeres Publikum zu erreichen. Wer also den drei Damen helfen möchte, und ein paar Minuten Zeit hat, möge diesem Link folgen.

Mir selbst hat der Online-Fragebogen die (zugegebenermaßen nicht ganz neue) Erkenntnis gebracht, dass es gar nicht so einfach ist, den Begriff Kultwein pauschal zu definieren. Folgt man einigen der in Frage zwei angebotenen Definitionsmöglichkeiten, so gibt es zu (fast) jedem Attribut ein Kultwein-Gegenbeispiel:

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Thema: Kunterbunte Weinwelt | Beitrag kommentieren

Glücksgriff

Dienstag, 14. Dezember 2010 | Autor:

Foto: steve.haider.com 

Auch wenn um diese Jahreszeit naturgemäß die heurigen Jungweine im Vordergrund stehen, sollte man als Kellermeister die noch in den Fässern schlummernden Rotweine des vorigen Jahrgangs nicht unbeaufsichtigt lassen.

Aus diesem Grund habe ich vor ein paar Tagen alle roten 2009er durchprobiert und mir dabei zum ersten Mal auch konkrete Gedanken über mögliche Mischungsverhältnisse der verschiedenen Barriques gemacht.

Bis zur Abfüllung dauert es zwar noch einige Monate, aber weil ich nach der bisherigen Entwicklung der Weine mit sehr viel Arbeit bei der Feinabstimmung gerechnet habe, wollte ich rechtzeitig damit anfangen.

Nicht das es Probleme mit der Qualität der 2009er gäbe, ganz im Gegenteil. Aber die einzelnen Weinchargen und innerhalb dieser die einzelnen Fässer haben sich heuer deutlich unterschiedlicher entwickelt, als sonst.

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Thema: In Presshaus und Keller | Beitrag kommentieren

Selbstzweifel

Samstag, 11. Dezember 2010 | Autor:

Haider 131 komprimiert

Es ist immer wieder faszinierend zu erleben, mit welcher Selbstsicherheit manche private und professionelle Weinfreaks von ihren Verkostungseindrücken berichten. Und welch absolute Gültigkeit sie Weinbeschreibungen und -bewertungen zubilligen.

Mit großer Ernsthaftigkeit diskutieren sie minimale Bewertungsdifferenzen von ein oder zwei Punkten (von hundert möglichen), identifizieren unterschiedliche Verfassungen von zwei Flaschen des gleichen Weines auch wenn diese in mehrwöchigem Abstand getrunken wurden und diagnostizieren millimetergenau „Verschlußphasen“ eines Weines während der Flaschenreife.

Ein Klassiker ist dabei auch das Thema Flaschenfehler. Nicht erst einmal habe ich erlebt, dass in Verkostergruppen ein einziger einen Wein reklamiert. Und dass auch wenn der (vermeintliche) Fehler für die Mehrzahl der Koster noch so wenig nachvollziehbar war – oh Wunder – die zweite Flasche immer fast allen deutlich besser geschmeckt hat.

Obwohl ich meine (und hin und wieder sogar darin bestärkt werde) auch ein durchaus passabler Verkoster zu sein, ist mir ein derartiges sensorisches Selbstbewußtsein fremd.

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Thema: Im Glas und drumherum | 4 Kommentare

Wein lebt!

Mittwoch, 8. Dezember 2010 | Autor:

Sprossende Hefezelle

Bildquelle: Wikipedia

Wie in jedem Naturprodukt steckt auch im Wein eine Vielzahl von Mikroorganismen. Dank der dominanten Art der echten Weinhefe, den unwirtlichen, sauer-alkoholischen Lebensbedingungen und spielverderbenden Kellermeistern, die ihre Fässer immer voll halten und den Weinen SO2 zugeben treten in den allermeisten Fällen nur die guten von ihnen nennenswert in Erscheinung.

Das ist schade, findet zumindest Erika Szymanski und hat für das englischsprachige Online-Weinmagazin „Palate Press“ eine interessant (aber leider nur in Englisch) zu lesende Liste der Top Ten Mikroben im Wein verfasst.

Thema: Wein-Medien-News | Beitrag kommentieren

Von der Traube zum Weißwein, Teil 12

Sonntag, 5. Dezember 2010 | Autor:

Stabil oder instabil?

Trockene Weißweine, die durch die Zugabe von SO2 vor Oxidation (und ein wenig auch vor unerwünschten Bakterien) geschützt wurden, sind mikrobiologisch weitgehend stabil.

Es kann jedoch auch in diesen Weinen zu chemischen Reaktionen kommen, die, obwohl sie den Geschmack (meist) gar nicht beeinträchtigen trotzdem unerwünscht sind. Zumindest dann, wenn sie erst nach der Abfüllung in Flaschen stattfinden.

Sieht man von sehr selten gewordenen Metalltrübungen ab, bei denen ein ursprünglich klarer Wein durch einen erhöhten Gehalt von z.B. Kupfer aus Messingarmaturen trüb wird, gibt es vor allem zwei Ursachen der Instabilität: Weinstein und Eiweiß.

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Thema: Von Traube zu Weißwein | Ein Kommentar

Sinnlich

Donnerstag, 2. Dezember 2010 | Autor:

Überfluten der gärenden Rotweinmaische

Wer ein bißchen Ahnung vom Weinverkosten hat, kann sich vielleicht vorstellen, wie wichtig Seh-, Geruchs- und Geschmackssinn für uns Weinbauern sind.

Wirklich nachvollziehbar ist das Sinnliche am Werden des Weines aber wohl nur für jene, die schon selbst einmal dabei waren. Die mit eigenen Augen gesehen haben, wie aus blauen Trauben roter Wein wird. Die jedes Stadium der olfaktorischen Metamorphose in sich aufgesogen haben. Und die schon einmal von der rasanten Geschmacksentwicklung  junger Weine überrascht wurden.

Gerade der Herbst fordert aber auch die anderen Sinne des Kellermeisters. Beim Beurteilen der Traubenreife ist nämlich ebenso Fingerspitzengefühl (und damit der Tastsinn) gefordert, wie zum Beispiel beim Prüfen des Auspressungsgrades der Trauben.

Und ein feines Gehör benötigt man, um (via Einschätzung der CO2-Entwicklung) dem Beginn oder Ende der Gärung oder des biologischen Säureabbaus auf die Schliche zu kommen. Und um zu wissen, wie voll ein Faß ist, ohne hineinsehen zu müssen.

Selbst bei der allergrößten Sensibilität reichen die fünf Sinne aber nicht immer aus, um die richtigen Entscheidungen in Weingarten und Keller zu treffen. Deshalb braucht ein guter Weinbauer manchmal auch so etwas wie einen sechsten…

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