212 Tage

Freitag, 29. April 2011 | Autor:

Chardonnay-Geläger

Vergangenen Dienstag habe ich unseren Chardonnay 2010 umgezogen. Das war die erste Bewegung dieses Weines seit dem Tag nach der Lese am 24. September 2010, als ich den Most von den über Nacht abgesunkenen Trubstoffen getrennt und in jene Fässer gefüllt habe, in denen er bis vor ein paar Tagen zuerst gären und danach reifen durfte.

Genau so wie das bei hochwertigen Weinen sein soll, ist in diesen 212 Tagen abgesehen vom laufenden Verkosten eigentlich recht wenig mit dem Chardonnay passiert.

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Thema: In Presshaus und Keller | Ein Kommentar

Die Weingärten blühen auf

Dienstag, 26. April 2011 | Autor:

Löwenzahn

Während die Reben erst langsam aus den Knospen kommen, sind die Pflanzen zwischen den Weinstöcken schon einige Schritte weiter und stehen bereits in voller Blüte.

Neben dem Löwenzahn fühlen sich in unserer Naturbegrünung aber auch zahlreiche andere Arten wohl.

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Thema: Reben und ihre Pflege | 2 Kommentare

Das Ende der Nachkriegszeit

Montag, 25. April 2011 | Autor:

Diese spannende Analyse von Michael Prüller gab es in der gestrigen Ausgabe der Tageszeitung „Die Presse“ zu lesen. Unter anderem heißt es darin:

„Die Kultur des gemütlichen Stillstands und des bequemen Vermeidens jeglicher Konfrontation, die das Österreich der vergangenen Jahrzehnte geprägt hat, bröckelt an allen Ecken und Enden.“

„Die Menschen sind dabei, sich neue geistige Behausungen zu suchen. Das ist ein faszinierender und in einer offenen Gesellschaft eigentlich auch ganz normaler Prozess. Er passt nur so gar nicht zu der Art, wie heute Parteien auftreten, sich definieren, Politik machen, wie sie reden, und wie sie die Zukunft vorbereiten.“

„Es braucht in solchen Zeiten nur ein oder zwei charismatische Persönlichkeiten oder ein paar wirklich handfeste Skandale, und alles liegt in Scherben.“

Thema: Allgemeine Randnotizen | Beitrag kommentieren

Erwachsenwerden

Freitag, 22. April 2011 | Autor:

Junger Rebstamm

Kein Arbeitsgang bringt Übergang von der Junganlage zum „erwachsenen“ Weingarten so auf den Punkt, wie das erste Wegbrechen der Triebe am neu formierten Rebstamm.

Bis dahin verhalten sich  jungen Stöcke anders als ihre älteren Kollegen und genießen deshalb auch eine altersspezifische Sonderbehandlung.

Während nämlich schon aus zweijährigen Rebstämmen nur noch einzelne grüne Triebe sprossen, treiben bei den frisch als Stamm nach oben gebundenen Reben so viele Knospen aus, dass eine Unterscheidung zwischen Stamm und Fruchtholz (wie auch auf dem Foto) nicht wirklich möglich ist.

Erst das Wegbrechen des jungen Grün im unteren Teil der Stöcke weist dem Stamm seine Aufgabe als Leitungs- und Speicherorgan zu, während der obere Teil für den Austrieb und damit für Blätter und Trauben zuständig ist.

Gibt es keine Frostschäden oder andere Ereignisse, die einen neuen Stamm notwendig machen, bleibt das unverändert so bis ins hohe Alter.

Thema: Ein Weingarten entsteht | 4 Kommentare

Intervitis Vienna

Dienstag, 19. April 2011 | Autor:

Intervitis 1

Am vorletzten Wochenende ging der Wiener Ableger der Weinbau- und Kellertechnikmesse Intervitis über die Bühne.

Obwohl nur einen Bruchteil so groß wie das Stuttgarter Original  ist so eine Veranstaltung fast vor der Haustür für sehr viele österreichische Weinbauern natürlich ein Pflichttermin. Dem Sprachengewirr auf der Messe nach, nützten aber auch viele Kollegen aus den nord- bis südöstlichen Nachbarländern die Gelegenheit, sich zu informieren.

Während die Messe in Sachen Kellertechnologie einen guten Überblick bot, war der Weinbau heuer zumindest für mein Gefühl relativ schwach vertreten. So fehlten z.B. die meisten Traktorenhersteller bzw. -importeure, die normalerweise sehr viel Aufmerksamkeit nicht nur der jüngsten Messebesucher auf sich ziehen.

Da wir aber ohnehin gut motorisiert sind, richtete sich meine Aufmerksamkeit sowieso auf ganz andere Bereiche.

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Thema: Kunterbunte Weinwelt | Ein Kommentar

Nüchtern betrachtet

Samstag, 16. April 2011 | Autor:

 Foto: steve.haider.com

Natürlich enthält mein Bericht über eine Studie, die festgestellt hat, dass Weininteressierte weniger mit alkoholärmeren Weinen anfangen können ein wenig Polemik und ein gehöriges Maß an Provokation.

Wie durchaus zurecht in den Kommentaren kritisiert, ist die Untersuchung nicht wirklich repräsentativ und steht wohl auch methodisch auf schwachen Beinen.

Völlig von der Hand zu weisen ist der Gedanke, dass Weinfreaks sich mit leichten Weinen schwerer tun meiner Meinung nach aber trotzdem nicht. Auch wenn manche Weinprofis sogar behaupten, niemand wolle die dicken Brummer wirklich.

Mehrere Alltagsbeobachtungen legen nämlich eher das Gegenteil nahe:

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Thema: Im Glas und drumherum | 7 Kommentare

Stehen Weinfreaks auf Prozente?

Mittwoch, 13. April 2011 | Autor:

Foto: ÖWM/Faber

Seit einigen Jahren gibt es einen deutlichen Trend zu höheren Alkoholwerten im Wein, der (nicht nur) meiner Meinung nach weniger mit dem Klimawandel, als mit einem bewußten Einsatz der Prozente als Stilmittel zu tun hat.

Natürlich bestreitet jeder private und professionelle Weinfreak, der auf sich hält, den Alkoholbomben mitunter einen kleinen Bonus bei der Beurteilung zu geben. Gelten doch vor allem ahnungslose Weinbanausen als „Wuchttrinker“.

Liest man hingegen den Bericht der Sensorik-Spezialistin Eva Derndorfer in der akutellen Print-Ausgabe der Zeitschrift „Der Winzer“ über zwei französische Studien, könnte man freilich zu einem ganz anderen Schluß kommen.

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Thema: Wein-Medien-News | 4 Kommentare

Trocken

Sonntag, 10. April 2011 | Autor:

Bodengesundung

Wenn Landwirte und Weinbauern übers Wetter reden, tun sie das nicht unbedingt, weil es ihnen an Gesprächsthemen mangelt. Aber auch mit Jammern haben unsere meteorologischen Betrachtungen in der Regel weniger zu tun, als meiner Berufsgruppe manchmal unterstellt wird.

Das Wetter prägt einfach viele unserer Entscheidungen und Arbeiten, und wird – auch wenn man es nicht ändern kann – dementspechend intensiv beobachtet.

Derzeit ist es zum Beispiel nach einer längeren Regenpause und ungewöhnlich hohen Temperaturen ziemlich trocken. Den spät austreibenden Weinreben mit ihren tiefen Wurzeln ist das ziemlich egal, aber für die vor zwei Wochen ausgesäten Begrünungspflanzen gäbe es zweifellos bessere Startbedingungen.

Und weil der ausgetrocknete Boden derzeit auch nicht gelockert werden kann, wie eigentlich geplant, ziehen wir andere Arbeiten vor.

Thema: Dauerthema Wetter | Beitrag kommentieren

Bodenständige Betrachtungen (2)

Donnerstag, 7. April 2011 | Autor:

Naturbegrünung

Wie in Teil 1 beschrieben brachte oder beschleunigte das Förderprogramm der integrierten Produktion ab 1995 in vielen Betrieben ein Umdenken in Sachen Bodenbearbeitung.

Die erste und einfachste Modifikation dabei war der Verzicht auf eine großflächige Bodenbearbeitung nach der Lese, um zumindest über die Wintermonate und im Frühjahr das Wachstum von Kräutern und Gräsern im Weingarten zuzulassen.

Spätestens dabei stellte sich allerdings heraus, dass die Böden mancher Betriebe durch das jahrzehngelange penible Offenhalten bereits so viel Fruchtbarkeit verloren hatten. Nicht selten entwickelt sich trotz des Verzichts auf die Bearbeitung nur eine sehr spärliche und lückenhafte Gründecke.

Betriebe denen ihr Boden auch schon vor dieser Wende am Herzen lag, haben hingegen in der Regel kein Problem, mit dem spontanen Naturbewuchs eine geschlossene Begrünung zustande zu bringen.

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Thema: Reben und ihre Pflege | 2 Kommentare

Bodenständige Betrachtungen (1)

Montag, 4. April 2011 | Autor:

Offener Boden

Obwohl der Boden wahrscheinlich das größte Kapital des Weinbauern ist, wird er von manchen weder als solches verstanden, noch gewürdigt, oder gar bewußt gehegt und gepflegt.

Das liegt auch (aber bei weitem nicht ausschließlich) daran, dass der Boden selbst und seine Bewirtschaftung eine ziemlich komplexe Sache darstellt. Ersteres habe ich bereits in meiner Serie „Pedologische Sprachverwirrung“ versucht, zu erklären, weshalb sich die nächsten Beiträge die Bearbeitung der Erde drehen werden.

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Thema: Reben und ihre Pflege | Ein Kommentar