Fürs Protokoll

Samstag, 30. Juli 2011 | Autor:

Blaufränkisch Mörbischer Seeacker Ende Juli 2011

Wie hier berichtet, liegen hinter uns zwei ungewöhnlich kühle und feuchte Wochen. Glaubt man dem Wetterbericht, soll ab Montag aber zum Glück der Sommer wieder zurückkehren, wenn auch wohl nicht mehr mit den ganz hohen Temperaturen über der 30-Grad-Marke (die die Reben ohnehin nicht brauchen).

Damit später keine Mißverständnisse wie hier aufkommen, sei an dieser Stelle – quasi fürs Protokoll – festgehalten, dass die letzten Wochen zwar feucht, aber nicht nass waren. Es hat fast jeden Tag geregnet, aber nie mehr als ein paar Liter pro Quadratmeter.

Rechnet man den seit Mitte Juni ziemlich ausgetrockneten (und im Frühling davor nie wirklich ganz durchfeuchteten) Boden und die Verdunstung zwischen den Regenschauern der letzten Zeit, kann man bestenfalls von knapp ausreichenden Wassermengen für die nächsten paar Wochen sprechen, die jetzt im Boden vorhanden sind.

Beste Ausgangsbedingungen für die Reben im August also, wenn die Sonne jetzt tatsächlich wiederkommt…

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Spatenprobe

Dienstag, 26. Juli 2011 | Autor:

Spatenprobe

Im Rahmen unserer (nicht nur wie in der Vergangenheit intuitiven, sondern jetzt auch) systematischeren Beschäftigung mit dem Thema Bodenbegrünung in den letzten zwei, drei Jahren haben wir unter anderem auch die Spatenprobe kennengelernt.

Sie dient dazu, Durchwurzelung, Bodenstruktur und die Aktivität von Bodenlebewesen wie dem Regenwurm zu beurteilen, um daraus Schlüsse für die Bearbeitung, für die Wahl der Begrünung und der Düngestrategie ziehen zu können.

Dazu sticht man einen Erdblock aus den obersten 25 bis 30 cm Boden, zerteilt ihn langsam mit den Fingern und begutachtet Anzahl und Art der Wurzeln sowie deren Verlauf und Zustand. Außerdem achtet man auf mögliche Bodenverdichtungen und Regenwurmgänge.

Im Moment bin hauptsächlich noch mit dem Sammeln von Erfahrungs- und Vergleichswerten beschäftigt, aber bereits jetzt kann ich sagen, dass unsere Böden in einem deutlich besseren Zustand sind, als die meisten, die unser Weinbauberater bei mehreren Vorträgen zu diesem Thema untersucht hat.

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19 Grad und Regen

Samstag, 23. Juli 2011 | Autor:

Regen im Juli

Vor einigen Tagen hat sich der Sommer recht abrupt verabschiedet, und seine Rückkehr ist laut Wetterbericht nicht in Sicht. Obwohl Temperaturen um oder unter 20°C im Juli ungewöhnlich sind, und wohl nicht den Vorstellungen der meisten Weinfreunde von einem Jahrgang entsprechen, nehmen wir diese Wetterphase aber recht gelassen.

Einerseits haben wir ja einen guten Entwicklungsvorsprung, sodass ein paar Tage Reifeverzögerung keinen Beinbruch bedeuten (sondern vielleicht sogar die Reife in den qualitativ interessanteren, weil kühleren September verschieben könnten).

Und andererseits waren unsere Böden vor dem Wetterumschwung schon recht ausgetrocknet, und der Regen (der gerne ergiebiger als in den letzten Tagen ausfallen könnte) tut den Reben wie auch der Begrünung gut.

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Bezeichnungschaos

Mittwoch, 20. Juli 2011 | Autor:

Prowein 2008

Die österreichischen Weinetiketten gelten – nach oder gemeinsam mit den deutschen – als die kompliziertesten der Welt. Theoretisch liefern sie sehr viele Informationen, die aber in der Praxis mangels Kenntnis der Bestimmungen z.B für bestimmte Prädikatsstufen oder Herkünfte bei den allerwenigsten Konsumenten wirklich ankommen.

Aus diesem Grund sind sehr viele heimische Weinbauern in den letzten Jahren dazu übergegangen, im Rahmen des weingesetzlich Möglichen auf all zu verwirrende Angaben zu verzichten.

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Der Wüde mit seina Maschin

Montag, 18. Juli 2011 | Autor:

Maschinelle Entlaubung

Das Entblättern der Traubenzone ist eine äußerst interessante Option auf dem Weg zu hochwertigen Trauben und ebensolchem Wein. Wie hier bereits ausführlich beschrieben, kann man damit nicht nur Einfluß auf den Reifeverlauf und verschiedene Traubeninhaltsstoffe nehmen, sondern auch Fäulnis vorbeugen.

Entfernt man die Blätter, die die Trauben beschatten jedoch zu radikal und/oder zum falschen Zeitpunkt, droht aber nicht nur Sonnenbrand (und damit ein Ertragsverlust), sondern vor allem bei den Weißweinsorten auch eine Verschlechterung der Weinqualität.

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Terminplan

Freitag, 15. Juli 2011 | Autor:

Beginn der Umfärbung beim Zweigelt

Auch wenn wir nach der Reife der Trauben und nicht (wie immer noch manche Weinbauern) nach dem Kalender ernten, versuchen wir möglichst früh einen groben Termin für die Weinlese zu erstellen.

Immerhin liegt zwischen ganz frühen und recht späten Jahrgängen ein Monat Entwicklungsunterschied, und nur eine rechtzeitige Planung macht eine gut vorbereitete Ernte mit ausreichend verfügbaren Helfern möglich.

Das 2011 ein frühes Jahr werden könnte, hat sich ja schon bei der Blüte im Mai abgezeichnet, und mit jeder Woche, die seither vergangen ist, hat diese Prognose an Zuverlässigkeit gewonnen.

Der recht genau definierbare Zeitpunkt der ersten Umfärbung beim Zweigelt Mitte dieser Woche macht nun auch einen ganz konkreten Vergleich mit anderen Jahren möglich.

Bis zur Lese kann zwar noch allerhand passieren, aber wie nicht zuletzt die Erfahrungen des Jahres 2006 zeigen, spielt die Dauer des Reifeprozesses mindestens eine ebensogroße Rolle wie das Wetter dabei.

Deshalb rechnen wir heuer vorerst mit einem Erntebeginn rund um den 10. September, bleiben aber natürlich sowohl nach vorne wie auch nach hinten flexibel.

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Laubarbeit nach Lenz Moser

Montag, 11. Juli 2011 | Autor:

Laubarbeit nach Lenz Moser

Obwohl die allermeisten Weinbaubücher davon berichten, dass die heimischen Weingärten überwiegend als Hochkultur nach Lenz Moser erzogen sind, ist diese Form der Bewirtschaftung im eigentlichen Sinn in der Praxis (zumindest des Burgenlandes) kaum noch zu finden.

Spätestens mit dem Rotweinboom sind die Stämme der Weingärten nämlich wieder deutlich niedriger geworden, und manchmal sogar kaum mehr als halb so hoch, wie von Moser propagiert. Auch die breiten Rebzeilen von drei Metern und mehr mit entsprechend niedriger Pflanzdichte sind in den meisten Betrieben Geschichte (so es sie überhaupt je gegeben hat).

Und selbst dort, wo es noch hohe Stämme und breite Reihen gibt, fehlt heutzutage fast immer eines der wesentlichsten Elemente der Reberziehung nach Lenz Moser.

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Guter Behang

Freitag, 8. Juli 2011 | Autor:

Chardonnay am Goldberg

Wie fast alle Weingärten entwickelt sich auch unsere Junganlage am Goldberg prächtig. Nachdem wir vor allem beim Chardonnay bereits nach dem ersten Jahr einen Stamm formieren konnten, sind heuer, im dritten Jahr fast alle Stöcke dort, wo sie sein sollten und tragen ihre ersten Trauben.

Dabei ist der Behang der Chardonnay-Stöcke ist relativ locker und wir rechnen mit einer kleinen, feinen ersten Ernte.

 Beim Muskat Ottonel gibt es mehr Trauben (die erfahrungsgemäß auch sortentypisch groß werden können) und mit etwas Glück werden wir schon beim ersten Mal eine Normalernte einfahren können.

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Schlechte Nachrichten

Dienstag, 5. Juli 2011 | Autor:

Leere Fässer

Nachdem bald nach der Weinlesezeit weitgehend Ruhe eingekehrt war, haben sich verschiedene Medien in den letzten Tagen wieder mit der äußerst kleinen Ernte 2010 und ihren Folgen beschäftigt.

ORF Burgenland berichtete über Engpässe speziell bei preisgünstigen Weißweinen im Lebensmittelhandel, was der Weinhandel so nicht ganz stehen lassen wollte.

Und auch im Export heißt es offenbar haushalten: Wie der Drink-Tank unter Berufung auf das deutsche Statistikamt berichtet, wurde von Jänner bis April rund 47 Prozent weniger heimischer Wein nach Deutschland geliefert, als im Vorjahr.

Nach österreichischen Angaben (die u.a. auch kleine, in Deutschland nicht meldepflichtige Exporte beinhalten) beträgt das Minus von Jänner bis März 34,8 Prozent und betrifft wie zu erwarten vor allem den (praktisch zum Erliegen gekommenen) Faßweinmarkt und billige Flaschenweine.

Welch ein Glück, dass unsere Vorräte reichen, um die Freunde unserer Weine zu versorgen und frühe Notabfüllungen des Jahrgangs 2011 vermeiden zu können.

Thema: Wein-Medien-News | Beitrag kommentieren

Gesunde Skepsis

Samstag, 2. Juli 2011 | Autor:

ZW Hofwiesort

Wie man diesen zwei Beiträgen aus dem Jahr 2007 entnehmen kann, stehe ich kompetenten Beratern in Weinbau und Kellerwirtschaft durchaus positiv gegenüber. Zahlreiche Verbesserungen unserer täglichen Arbeit wären ohne ihre Empfehlungen nicht oder nur zaghaft und/oder verspätet erfolgt.

Trotzdem versuche ich mir auch bei Konsulenten, die ich sehr schätze, eine gesunde Skepsis zu erhalten. Passiert es doch immer wieder, dass sich ihre Aussagen, so fundiert sie auch klingen, kaum mit unseren Beobachtungen in der Praxis in Einklang bringen lassen.

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