Doch noch Winter

Sonntag, 29. Januar 2012 | Autor:

Raureif

Nach einem bisher deutlich zu milden Winter liegen die Nachttemperaturen bei uns jetzt seit einigen Tagen endlich unter dem Gefrierpunkt.

Hoffentlich reicht das, um die Vegetation (und natürlich speziell unsere Reben) wieder in eine der Jahreszeit angemessene Stimmung zu bringen. Blühende Palmkätzchen, dicke Blütenknospen bei den Mandelbäumen und beim Fällen in Saft stehende Waldbäume im Jänner erinnerten nämlich eher an den Frühling.

Wenn der Wetterbericht Recht behält, könnte die Quecksilbersäule in der kommenen Woche sogar unter -10°C sinken. Normalerweise wäre das kein Problem für unsere Reben, angesichts der heurigen Vorgeschichte sind jedoch Zweifel, ob sich die Weinstöcke tatsächlich in tiefster Winterruhe befinden durchaus angebracht.

Was passiert, wenn etwas passiert, kann man in meiner Serie „Frost im Weingarten“ aus dem Vorjahr nachlesen: Teil 1, 2 und 3.

Thema: Dauerthema Wetter | Beitrag kommentieren

Rationell

Mittwoch, 25. Januar 2012 | Autor:

Traubenübernahme

Zeit ist während der Weinlese (neben bestmöglichen Trauben) das kostbarste Gut des Kellermeisters. In der kurzen Phase zwischen Traubenübernahme und Gärbeginn sind manche Versäumnisse, die durch wenige Stunden Zeitverzug entstehen können, nie mehr ganz wettzumachen.

Besonders hohe Temperaturen bei der Ernte, niedrige Säure- und damit verbunden hohe pH-Werte der Trauben, Fäulnis und andere Traubenschäden machen eine extrem rasche Traubenverarbeitung unumgänglich.

Gleichzeitig ist es aber nicht zuletzt aus Kostengründen wichtig, sich diese Geschwindigkeit nicht mit einem überdimensionierten Personalaufwand zu erkaufen. Schließlich ist es wesentlich sinnvoller, die menschliche Arbeitskraft vorwiegend dort einzusetzen, wo sie nicht durch Maschinen ersetzbar ist. Also bei der selektiven Handlese im Weingarten und nicht beim Hantieren mit zu kleinen oder schlecht aufeinander abgestimmten Gerätschaften.

Ein zeitgemäßes Presshaus muß dem Kellermeister deshalb ein rationelles Arbeiten ermöglichen, angefangen von den Zufahrtswegen über Traubenübernahme und -transport bis hin zur Entsorgung der Pressrückstände.

Bis zum Baubeginn unseres neuen Presshauses versuche ich in loser Folge zu erklären, welche Anforderungen ein solches Gebäude heutzutage erfüllen muß. Alle Beiträge zum Thema findet man in dieser Kategorie.

Thema: Ein neues Presshaus | Beitrag kommentieren

Born Digital Wine Awards

Sonntag, 22. Januar 2012 | Autor:

Born DigitalNach der (auch für mich) erfolgreichen Premiere im Vorjahr organisieren die Macher der European Wine Bloggers Conference (EWBC), Gabriella und Ryan Opaz und Robert McIntosh heuer die zweite Ausgabe ihres Wettbewerbes für Online-Weinpublikatione.

Mit ihren Born Digital Wine Awards wollen sie diesen einen größeren Stellenwert verleihen und haben dazu wieder eine tolle Jury und ein Preisgeld von 1000 Euro für den Sieger in jeder der sechs Kategorien aufgetrieben.

Die Teilnahme ist kostenlos und in jeder Sprache möglich. Dazu muß man seine Texte nicht einmal selbst übersetzen, sondern kann ein dementsprechendes Service der Veranstalter nutzen.

Bis zum Anmeldeschluß am 31. Jänner bleibt zwar nur noch gut eine Woche Zeit, aber die sollte wohl reichen, um in den eigenen Blogarchiven des Jahres 2011 Beiträge zu finden, die den Teilnahmebedingungen entsprechen, diese in ein Pdf-Format zu bringen und hier online einzureichen.

Thema: Wein-Medien-News | Beitrag kommentieren

Nachts im Buchgeschäft

Donnerstag, 19. Januar 2012 | Autor:

Thema: Allgemeine Randnotizen | 3 Kommentare

Der Jahrgang 2011

Sonntag, 15. Januar 2012 | Autor:

 

Foto: steve.haider.com

Nach dem ohrenbetäubenden Schweigen zum 2010er wird der der Weinjahrgang 2011 allerorten um so mehr über den grünen Klee gelobt. Immer wieder ist von einem großen Jahrgang die Rede, einem der allerbesten der letzten drei Jahrzehnte.

Der frühe Vegetationsbeginn, ein sonniger und niederschlagsarmer Spätsommer und Herbst sowie die deshalb besonders gesunden und sehr reifen Trauben seien dafür verantwortlich, heißt es oft.

Deutlich seltener ist hingegen von den in vielen Betrieben außergewöhnlich hohen Alkoholwerten die Rede (über die ich hier bereits im Oktober berichtet habe), und den zum Teil sehr niedrigen Säurewerten (die naturgemäß vorwiegend ein Weißweinproblem darstellen).

Wenn man also schon Pauschalurteile fällen möchte, dann würde ich den heurigen Jahrgang beim Weißwein als ähnlich schwierig (wenn auch aus ganz anderen Gründen) wie seinen Vorgänger bewerten, mit schönen Lichblicken aber auch gar nicht so wenig Schatten.

Die roten 2011er sind hingegen zweifellos höher einzustufen. Der niedrigere Säuregehalt ist ihrer Harmonie nicht so schnell abträglich, und ihre Qualität ist noch viel stärker von gesundem Traubenmaterial mit höchstmöglicher Reife abhängig.

Worin aber ihre Einzigartigkeit im Vergleich zu den anderen sehr guten Rotweinjahrgängen der letzten zehn Jahre (also v.a. 2009, 2006, 2004, 2003, 2002 und 2000) liegen soll, will sich mir dennoch nicht ganz erschließen.

Ganz sicher kein außergewöhnlicher Jahrgang ist der 2011er hingegen bei den höhergradigen Prädikatsweinen. Trotz langer Warterei gab es kaum Edelfäule, die die Zuckergradationen nach oben treiben hätte können. Auch die Hoffnung auf Eiswein wurde (zumindest bis jetzt, angesichts des Datums und der Wetterprognose aber wahrscheinlich sogar endgültig) nicht erfüllt.

Eine etwas detailiertere Jahrgangseinschätzung sieht für unseren Keller derzeit folgendermaßen aus:

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Thema: Lese 2011 | 3 Kommentare

Neusiedlersee DAC

Donnerstag, 12. Januar 2012 | Autor:

Foto: Wein Burgenland/Lukan

Hinter den Kulissen ist ja schon länger bekannt, dass die zuständigen Gremien und einige Weinbauernkollegen vor Ort eifrig an einem Herkunftsweinkonzept für das größte der vier burgenländischen Weinbaugebiete basteln.

Spätestens mit diesem Artikel im Kurier ist es jetzt aber auch offiziell, und wie es scheint ist man optimistisch, schon heuer entsprechende Weine auf den Markt bringen zu können.

Mit ewas Feinarbeit sollte es damit mittelfristig auch möglich sein, die Herkunft der burgenländischenWeine klarer zu kommunizieren:

Sorten- und Stilvielfalt unter dem Etikett „Burgenland“, besonders regionaltypische, klar definiererte Herkunftsweine unter dem DAC-Label Leithaberg, Eisenberg, Mittelburgenland und (neu) Neusiedlersee.

Thema: Wein-Medien-News | Beitrag kommentieren

Ein neues Presshaus

Montag, 9. Januar 2012 | Autor:

Pneumatische Presse

Obwohl nur ein paar Wochen im Jahr in Betrieb ist das Presshaus einer der wichtigsten Arbeitsräume des Kellermeisters.

Art und Weise der Traubenübernahme, Verarbeitungskapazität und -geschwindigkeit, Sauberkeit und Flexibilität entscheiden darüber (mit), ob und mit welchem Personal- und Kraftaufwand das Qualitätspotential der angelieferten Trauben ausgeschöpft werden kann.

Dabei bleibt die Zeit natürlich nicht stehen, und es gibt immer wieder Fortschritte in Technik und Know-How, denen man sich als qualitätsorientierter Betrieb nicht verschließen kann.

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Weinanalytik anno dazumal

Freitag, 6. Januar 2012 | Autor:

Analysedaten anno 1857

Tabelle aus Petermanns Geographischen Mitteilungen 1862 (von mir bearbeitet)

Wie schon des öfteren berichtet unterliegt der Weingeschmack laufend Veränderungen. Manche davon lassen sich als Modewellen charakterisieren, während andere auf das Klima und die zur jeweiligen Zeit weinbaulich und kellertechnisch zur Verfügung stehenden Möglichkeiten zurückzuführen sind.

Ein schönes diesbezügliches Zeitdokument findet sich in Petermanns Geographischen Mitteilungen von 1862 (hier ab Seite 321). Der Vater von August Wilhelm von Babo, dem Begründer der Weinbauschule Klosterneuburg hat darin nämlich die wichtigsten Analysendaten von über 120 Weinen des Jahrgangs 1857 veröffentlicht.

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Waldarbeit

Dienstag, 3. Januar 2012 | Autor:

Gerade Akazienstämme mit einer Länge von 2,5 Metern.

Auch heuer haben wir die ersten Tage des neuen Jahres wieder zur Forstarbeit genutzt. Wie hier berichtet sind wir ja vor gut fünfzig Jahren gemeinsam mit zahlreichen anderen Mörbischer Familien auf recht abenteuerlichem Weg zu einem kleinen Waldanteil gekommen.

Seither werden Jahr für Jahr die Bäume eines Teilstückes des gemeinschaftlich bewirtschafteten Waldes markiert, und vor Weihnachten erhält jeder Anteilseigner per Los einige davon zum Fällen zugwiesen.

Unsere heurige Ausbeute reicht für eine Heizsaison meiner Eltern und zusätzlich werden wir wohl auch rund 140 Weingartenpfähle erhalten, wenn unser längst pensionierter örtlicher Fassbinder die dafür geeigneten Stämme mit unserer Hilfe zersägt.

Wie das abläuft kann man übrigens hier nachlesen.

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