Schonend

Dienstag, 28. Februar 2012 | Autor:

 Maische

Je schonender Weintrauben verarbeitet werden, umso größer ist die Chance, ihr Qualitätspotential im späteren Wein wiederfinden zu können.

Falsche Materialien, scharfe Ecken und Kanten, schnell laufende Pumpen, enge Rohrleitungen und veraltete Maschinen und Geräte führen nicht nur zu mehr Trubstoffen in Most und Wein, sondern begünstigen auch die Extraktion unerwünschter Stoffe aus Schalen, Stielen und Kernen.

Die Folgen sind eine geringere Saftausbeute, Hochfärbigkeit beim Weißwein, Farbverluste bei den Roten, unangenehme Bitterstoffe und ein höheres Weinfehlerrisiko.

In zeitgemäßen Presshäusern stehen deshalb nicht einfach nur schonend arbeitende Geräte wie z.B. pneumatische Pressen, die die Trauben mit wenig Druck entsaften. Wenn irgendwie möglich wird schon die Planung der Gebäude auf eine besonders schonende Verarbeitung hin ausgerichtet.

Unterschiedliche Verarbeitungsebenen, denen Trauben, Maische und Most per Schwerkraft folgen, können z.B. helfen, Pumpvorgänge einzusparen. Und dort wo das nicht geht, erlaubt eine ausreichende Gebäudehöhe, diese Ebenen mit Hilfe eines Gabelstaplers bei Bedarf nachzustellen.

Bis zum Baubeginn unseres neuen Presshauses versuche ich in loser Folge zu erklären, welche Anforderungen ein solches Gebäude heutzutage erfüllen muß. Alle Beiträge zum Thema findet man in dieser Kategorie.

Thema: Ein neues Presshaus | Beitrag kommentieren

2,8 Millionen Hektoliter

Dienstag, 21. Februar 2012 | Autor:

Foto: ÖWM/Griesch

Wie die Zeitschrift „Der Winzer“ hier berichtet, ergab die Auswertung der Erntemeldungen des vergangenen Jahres eine Gesamtmenge von  2,81 Millionen Hektoliter.

Der Jahrgang 2011 liegt damit trotz Winter- und Spätfrostschäden sowie einiger Hagelschläge deutlich über der letzten Schätzung vom Oktober mit 2,45 Millionen Hektoliter und etwa 19 Prozent über dem Durchschnitt der letzten sechs Jahre.

Grund dafür ist einerseits wohl das passende Wetter während der Wachstumsperiode der Trauben, andererseits ganz sicher bei zahlreichen Weinbauern aber auch das Anstreben höherer Erträge (in Form entsprechender Weingartenbearbeitung), um die nach der sehr kleinen Ernte 2010 leergeräumten Keller wieder aufzufüllen.

Thema: Wein-Medien-News | Beitrag kommentieren

Unverstanden

Sonntag, 19. Februar 2012 | Autor:

Foto: steve.haider.com

Wie regelmäßige Blogleser wahrscheinlich bereits mitbekommen haben, ist die in Weinfreak-Kreisen nicht selten praktizierte Überhöhung des vergorenen Traubensaftes meine Sache nicht.

Mein Zugang zum Thema Wein ist ein eher bodenständiger und die mitunter gebrauchte Formulierung vom „verstehen“ eines Wein(stil)es zählt deshalb auch nicht zu meinem Wortschatz.  Normalerweise.

Vor ein paar Tagen hat mir die aktuelle Print-Ausgabe der Zeitschrift Vinaria jedoch nicht nur ein Déjà-vu-Erlebnis der besonderen Art, sondern auch ein zumindest für mich recht eindeutiges Beispiel von Unverständnis in Sachen Wein beschert.

weiter…

Thema: Im Glas und drumherum | 9 Kommentare

Eiskalt

Freitag, 10. Februar 2012 | Autor:

Eis im Keller

Die aktuelle Kältewelle macht sich auch in unserem Keller bemerkbar. Das (offensichtlich nicht all zu genaue) Thermometer zeigt -1°C, und in jener Ecke, die aus dem Erdreich ragt, gefriert das Kondenswasser an der Wand.

Wie hier schon 2009 beschrieben, ist das kein Problem für die Weine sondern allenfalls für den Kellermeister. Beim Einfüllen von drei Musterflaschen unserer Auslese, die zwecks Weinsteinstabilisierung im noch kälteren Presshaus lagert, hätte ich mir vor ein paar Tagen beinahe Erfrierungen am rechten Zeigefinger zugezogen.

Das heuer besonders schöne Eis am Neusiedlersee macht da schon bedeutend mehr Spaß. Und weil das Gleiten auf gefrorenem Wasser bergab auch seinen Reiz hat, nütze ich die kommende Ferienwoche zu einem Schiurlaub in den heimischen Bergen.

Damit ich nach meiner Rückkehr nicht im Spam ersticke, ist die Kommentarfunktion bis dahin deaktiviert.

Thema: Dauerthema Wetter | Beitrag kommentieren

Vinocamp Deutschland

Mittwoch, 8. Februar 2012 | Autor:

Vinocamp Deutschland

Am 17. und 18. März findet heuer in Geisenheim zum zweiten Mal das Vinocamp Deutschland statt. Dabei handelt es sich um eine Art Weinblogger-Konferenz mit zahlreichen von den Teilnehmern selbst gestalteten Vorträgen und Verkostungen.

Nach der Welle der Begeisterung, die im Zuge der Premiere 2011 durch die Weinbloggerwelt gegangen ist, habe ich mich heuer auch angemeldet und harre gespannt der Dinge die da kommen.

Einen ersten Einblick bieten bis dahin die entsprechende Community-Seite und der zugehörige Blog.

Thema: Wein-Medien-News | Beitrag kommentieren

Flexibel

Sonntag, 5. Februar 2012 | Autor:

Trauben in Gosse bearbeitet

Sieht man vom zwingend notwendigen Unterschied zwischen Rot- und Weißwein ab, folgte die Traubenverarbeitung über Jahrhunderte dem selben Schema. Jede Traube und jeder Liter Most ging den selben Weg vom Transportwagen über die Presse bis in den Gärbehälter.

Mit Hilfe des technischen Fortschritts der 60er, 70er und 80er-Jahre wurde dieser Weg derart perfektioniert, dass am Ende große Mengen an Trauben in kürzester Zeit bewältigt werden konnten, ohne sich in der Hektik der Entezeit über das „Wie?“ Gedanken machen zu müssen. Schließlich hatte man die Entscheidung darüber ein für alle Mal mit der Errichtung des Presshauses getroffen.

Sosehr derartige Einrichtungen den Kellermeister aber bei der Alltagsarbeit entlasten, sosehr erschweren sie auch alle Abläufe, die von „Schema F“ abweichen. Ganztraubenpressung einer kleinen Teilcharge, wenn die Presshauslogistik auf Maischestandzeiten ausgerichtet ist? Ein rascher Wechsel von Weiß- auf Rotweinverarbeitung, weil die Erntelogistik dazu zwingt? Klassische Presshäuser der 70er und 80er-Jahre sind da schnell überfordert.

Gerade in der flexiblen Traubenverarbeitung steckt jedoch ein enormes Potential, dass wesentlich zur Qualitätsentwicklung der letzten Jahre beigetragen hat. Jeder Jahrgang ist anders, jede Sorte reagiert auf unterschiedliche Weise, und ihre Besonderheiten kommen nur bei einer individuellen Traubenverarbeitung zur Geltung.

Moderne Presshäuser sind deshalb flexibel und lassen dem Kellermeister alle Optionen. Der Traubentransport erfolgt heutzutage in vergleichsweise kleinen Behältern, deren Wege sich an der Schwelle zum Presshaus im Fall des Falles leicht trennen lassen. Rebler und Pressen sind nicht mehr fix montiert, sondern bewegliche Einzelmodule, die sich nahezu beliebig kombinieren lassen. Und der Gabelstapler hat Pumpen und Maischeleitungen dazwischen in vielen Fällen als Transportmittel abgelöst.

Bis zum Baubeginn unseres neuen Presshauses versuche ich in loser Folge zu erklären, welche Anforderungen ein solches Gebäude heutzutage erfüllen muß. Alle Beiträge zum Thema findet man in dieser Kategorie.

Thema: Ein neues Presshaus | Beitrag kommentieren

Wie man eine Zeitung auch umblättern kann

Donnerstag, 2. Februar 2012 | Autor:

Thema: Allgemeine Randnotizen | Beitrag kommentieren