Stau im Keller

Dienstag, 29. Januar 2013 | Autor:

Seit mehr als 25 Jahren betreiben rund 60 Mörbischer Weinbaubetriebe, de facto also fast alle vom Hobbywinzer bis zu den relativ “großen”, eine gemeinsame Abfüllanlage, die uns das Füllen dank fix beschäftigtem Personal ohne all zu großem Streß und mit einer Ausrüstung auf dem aktuellen Stand der Technik ermöglicht.

Morgen kommen unsere leichten Weine (Grüner Veltliner, Muskat Ottonel und Zweigelt Rose) des letzten Jahrgangs in die Flasche und deshalb habe ich sie schon heute im Zug der füllvorbereitenden Filtration in unsere Transportbehälter gepumpt.

Während die Edelstahl- und Kunststofftanks auf Rädern samt Inhalt bei fast allen Kollegen im Freien stehen, können wir sie zwischen unseren Holzfässern in den Keller stellen. Vor allem bei sehr hohen oder den derzeitigen tiefen Temperaturen ist das ein enormer Vorteil.

Stehen vier verschiedene Chargen zum Füllen an, wird es allerdings auch in unserem Keller eng, und die Tanks blockieren dicht an dicht fast die gesamte Bewegungsfläche im Faßkeller.

Thema: In Presshaus und Keller | Beitrag kommentieren

Frechheit siegt…

Mittwoch, 23. Januar 2013 | Autor:

…denkt sich wohl jene Dame, die mir (und wahrscheinlich auch anderen Weinbauern) folgende E-Mail geschickt hat:

Sehr geehrte Damen und Herren,

gerne würde ich Ihre Produkte näher kennenlernen. !
Ist es möglich ein kostenloses Muster (trock.Weißwein o.u.
trock.Rotwein) von Ihnen
zu bekommen. ?!
Das wäre ganz lieb von Ihnen.
Im voraus möchte ich mich ganz herzlich dafür bedanken !
Adresse: Claudia O…., K… 73, 9…. F. (Deutschland!)

Liebe Grüße
Claudia O.

Thema: Allgemeine Randnotizen | Ein Kommentar

Es hat geschneit

Freitag, 18. Januar 2013 | Autor:

Wie ich vergangene Woche wieder einmal erleben durfte, herrscht am Morgen nach nächtlichem Schneefall eine ganz besondere Stimmung. Das Dorf wirkt leiser und seine Bewohner gehen es – soweit es ihnen möglich ist – ein klein wenig ruhiger an als sonst. Man trifft Nachbarn und Bekannte beim Schneeschaufeln und nimmt sich auch die Zeit für ein paar Worte. Schließlich liegt das Gesprächsthema ja auf der Hand.

In der Nacht von Vorgestern auf Gestern fiel bei uns so viel Schnee wie nur alle zehn oder mehr Jahre, der seit gestern noch dazu ständig vom heftigen Wind verblasen wird. In den engen Gassen wissen viele kaum noch wohin mit der weißen Pracht, die sich am Straßenrand teilweise bereits meterhoch türmt.

Schulbusse haben ausgiebige Verspätung oder kommen erst zum Unterrichtsende an, obwohl sie morgens gestartet sind. Zahlreiche Hauptverbindungen sind gesperrt, weil sie trotz größtem Aufwand nicht gegen die ständigen Schneeverwehungen befahrbar gehalten werden können. Die Abholung einer Palette Wein durch den Spediteur wird zum Geduldspiel und deren Verladung zur Herausforderung, da der Gabelstapler nicht tiefschneetauglich ist…

Vieles ist also im Moment ziemlich mühsam. Und doch ist die besondere Schneestimmung immer wieder zu spüren. Wenn sich die Nachbarin dafür bedankt, dass ich auch von ihrem Straßenrand mit dem Traktor ein paar Kubikmeter Schnee abtransportiert habe. Wenn mich jemand beim Vorbeifahren fragt, ob ich seinen steckengebliebenen PKW aus dem Tiefschnee ziehen könnte. Und wenn mir drei Passanten aus einer Schneewächte helfen, in die ich mit dem Auto geraten bin.

In diesem Sinne (und wohl nur für Insider verständlich):

weiter…

Thema: Dauerthema Wetter | Beitrag kommentieren

Lagenfragen

Freitag, 11. Januar 2013 | Autor:

Nach der Entwicklung und teilweisen Umsetzung des DAC-Konzeptes und der EU-Weinmarktordnung, die beide von der Idee der Herkunft als Qualitätsmerkmal beim Wein geprägt sind, nimmt sich die österreichische Weinbaupolitik jetzt die kleinste geographische Weinherkunft, die Lage oder Riede vor. Kaum ein Weinbautag, eine Weinbauverbandssitzung, bei der nicht darauf hingewiesen wird, wie wichtig eine klare Ordnung und Benennung in diesem Bereich wäre.

Aus burgenländischer Sicht ist das nicht immer nachvollziehbar (*), aber wie es scheint, ist in den anderen Bundesländern nicht immer wirklich klar definiert, wo eine bestimmte Weinbaulage beginnt, und wo sie aufhört.

Solange Riedenbezeichnungen auf den Etiketten eine Seltenheit waren und diese auch nur in wenigen Einzelfällen Auswirkungen auf den Weinpreis hatten, spielte das kaum eine Rolle. Mit der Verankerung solcher Herkunftsnamen als Qualitätsmerkmal in den Köpfen zahlungskräftiger Weinkonsumenten hat sich die Situation freilich geändert.

Klar definierte und benannte Lagen sind auch deshalb wichtig, weil das Weingesetz in konsequenter Umsetzung des Herkunftsgedankens ausdrücklich Phantasiebezeichnungen verbietet, die geeignet sind, fälschlich den Eindruck einer geografischen Herkunftsangabe zu erwecken, oder einen geografischen Hinweis enthalten. Was nicht als Lage, Großlage, Gemeinde, Weinbau- bzw. DAC-Gebiet oder Weinbauregion definiert ist, hat deshalb nichts auf Etiketten verloren.

Bei allen Bemühungen geht es den Verantwortlichen aber ausdrücklich NICHT um eine Klassifikation im Sinne einer Reihung nach ihrer Wertigkeit. Auch meiner Meinung nach wäre ein solches Vorhaben weder sinnvoll noch auch nur halbwegs nachvollziehbar umzusetzen.

 

(*) Dieser Unterschied liegt möglicherweise daran, dass die ungarischen Katasterbehörden (die bis zum Ende der österreichisch-ungarischen Doppelmonarchie 1918 für das Burgenland zuständig waren) wesentlich genauer und konsequenter gearbeitet haben, als die damaligen österreichischen.

Thema: Kunterbunte Weinwelt | 2 Kommentare

Ergiebige Ernte

Sonntag, 6. Januar 2013 | Autor:

Gerade Akazienstämme mit einer Länge von 2,5 Metern.

Obwohl das Jahr erst wenige Tage alt ist, haben wir schon eine ergiebige Ernte hinter uns. Vergangene Woche waren wir nämlich als Holzfäller unterwegs und haben unseren Anteil am gemeinsam bewirtschafteten Wald geschlägert.

Sobald die Forststraßenverhältnisse es zulassen werden wir das Holz dann auch abtransportieren und jenen Teil, der sich zur Herstellung von Weingartenpfählen eignet weiterverarbeiten (lassen). Wie das ungefähr funktioniert, kann man hier nachlesen.

Der Mörbischer Wald ist rund 150 Hektar groß und wird von etwa 190 Besitzern gemeinsam bewirtschaftet. Wie es dazu kam ist eine – wie ich finde – recht interessante Geschichte, die ich hier schon einmal erzählt habe. Jahr für Jahr werden in einem Teilgebiet des Waldes 190 kleine Parzellen markiert und anschließend unter den Besitzern zum Fällen verlost.

Thema: Allgemeine Randnotizen | Beitrag kommentieren