Mit allen Sinnen

Montag, 30. September 2013 | Autor:

Vor allem in der Weinlesezeit sind alle Sinnesorgane des Kellermeisters gefordert. Ohne sehen, riechen und schmecken läßt sich weder der richtige Reifezeitpunkt der Trauben, noch die Entwicklung der Jungweine (und allfällige Maßnahmen) einschätzen.

Darüber hinaus ist aber auch der Tastsinn laufend im Einsatz. Nicht nur, um festzustellen wie leicht sich die Beeren schon von ihren Stielen lösen lassen (was viel über ihre Reife aussagt), sondern z.B. auch, um zu fühlen, ob die Trauben ausreichend, aber nicht zu sehr ausgepresst wurden. Jede Sorte (und manchmal sogar jeder Weingarten) verhält sich diesbezüglich nämlich anders, und auch die beste Technik kann den beherzten Griff in die Pressrückstände nicht ersetzen.

Selbst das Gehör des Kellermeisters wird tagtäglich beansprucht: Gluckst, knistert oder rauscht es schon im Fass und wie verläuft die Gärung? Wird der Behälter langsam voll, weil der Ton des hineinplätschernden Mostes höher wird? Läuft die Pumpe noch rund, oder mischen sich schon Luftblasen in den Most, weil der Behälter leer wird?

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Farbenspiel im Presshaus

Mittwoch, 25. September 2013 | Autor:

So etwas entsteht, wenn beim Reinigen verschiedener Behälter Trubstoffe des Rosé-Mostes mit Rotweinspuren Reinigungsmittelresten und Wasser zusammentreffen. Je nach pH-Wert zeigen sich die Anthocyane blau (wie in der Traube, wo sie nicht direkt in Kontakt mit der Säure stehen) oder rot (wie im Wein).

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Pflicht erledigt, Kür folgt

Samstag, 21. September 2013 | Autor:

Nach gut zehn Tagen, an denen es fast immer zumindest einmal, meist aber mehrmals getröpfelt hat, haben wir ungefähr die Hälfte der Ernte zu Hause, die Einstiegsweine und den Mittelbau unseres Sortiments.

Der für uns sehr wichtige Muskat Ottonel gesund und (in einem Jahr mit schlechtem Blütewetter besonders erfreulich) in ausreichender Menge, Grüner Veltliner und Welschriesling ebenfalls mit vernünftigem Ertrag und bei nahezu perfektem Zucker-Säure Verhältnis und der Zweigelt schön reif und fast ohne Welke.

Gründe genug also für eine positive Zwischenbilanz, zumal sich langsam auch das Wetter stabilisieren dürfte. Was jetzt noch folgt, ist die Kür, unsere Spitzensorten Weißburgunder, Chardonnay, Blaufränkisch und Cabernet (sowie hoffentlich eine Beerenauslese).

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Mehr Pausen als Lese

Dienstag, 17. September 2013 | Autor:

Großkistenanhänger

Nach der zweimonatigen Trockenheit im heurigen Sommer scheint es jetzt fast so, als ob der Wettergott die Niederschlagsbilanz des Jahres binnen kürzester Zeit wieder ausgleichen wollte. Vergangene Nacht hat es mehr als 40 Liter pro Quadratmeter geregnet, und seit Beginn der Ernte waren wir feuchtigkeitsbedingt mehr zu Hause als im Weingarten.

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Schwieriger Beginn

Donnerstag, 12. September 2013 | Autor:

Wie es scheint, haben wir bei der heurigen Lese  – abgesehen vom Regenbogen heute nachmittag – kein besonders großes Glück mit dem Wetter.

Weil die Trauben vom nächtlichen Regen sehr lange feucht waren, konnten wir gestern erst zu Mittag mit der Ernte starten. Heute war es während der Lese zwar trocken, nach Feierabend ist aber erneut ein kleiner Regenschauer über Mörbisch gezogen. Und morgen Freitag soll es ebenso wechselhaft sein, wie auch Anfang nächster Woche…

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Lesebeginn

Dienstag, 10. September 2013 | Autor:

Nachdem sich die Trauben in den letzten Tagen sehr positiv entwickelt haben, werden wir morgen Mittwoch mit der Weinlese 2013 beginnen. Wenn der Wetterbericht Recht behält, sollten die Reben nach den nächtlichen Regenschauern relativ bald abtrocknen und unser Plan halten.

Bis Freitag möchten wir den größeren Teil des Grünen Veltliners und zumindest einen Muskat-Ottonel-Weingarten nach Hause holen. Wie unsere Reifemessungen der letzten Tage gezeigt haben, stehen beide Sorten im Bereich von 16° KMW (d.h. später ca. 11% Alkohol) und schmecken knackig-frisch mit gewisser Reife und (vor allem der Muskat natürlich) schön aromatisch.

Die ausgiebige Grundreinigung des Presshauses ist erledigt, und im Keller ist auch schon der größere Teil der Tanks auf die neuen Moste vorbereitet. Außerdem habe ich mich heute mit der Steuerung unserer Weinpresse beschäftigt, bei deren Programmierung ich nach nur einer Ernte und einem Jahr Pause noch nicht ganz sattelfest bin.

Obwohl die nächsten Wochen die anstrengendsten des ganzen Weinjahres sind, in denen man mitunter an die Grenzen der physischen und psychischen Belastbarkeit gerät, ist heute für mich ein Tag der Freude:

Morgen beginnen wir mit der Lese 2013!

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Ruhe bewahren

Mittwoch, 4. September 2013 | Autor:

 

Seit vielen Jahren sind wir immer bei den allerersten im Ort, die mit der Weinlese beginnen. Aus nicht immer erklärbaren Gründen erreichen unsere Trauben nämlich vergleichsweise früh und bei moderaten Zucker- (d.h. späteren Alkohol-) werten ihre physiologische Reife. Und weil uns vor allem bei den Weißweinen Frische und Lebendigkeit wichtiger sind, als Überreife und Wucht (die in unserem Klima relativ oft „drohen“), holen wir die Trauben reif, aber rechtzeitig nach Hause.

War das vor 30 Jahren noch ziemlich ungewöhnlich und hat meinen Eltern hämische Kommentare beschert, sind die meisten qualitätsbewußten Kollegen seit einiger Zeit fast immer ähnlich früh dran wie wir. Heuer allerdings scheint sich das Blatt zu wenden. Schon mehrmals wurde der von uns zuerst angepeilte Lesebeginn am 16. September mit ungläubigem Staunen und der Frage „So spät?“ kommentiert.

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