Technisches Gebrechen

Mittwoch, 26. Februar 2014 | Autor:

Heute war großer Abfülltag. Wie hier beschrieben füllen wir in einer gemeinsamen Anlage, die nur wenige hundert Meter von uns entfernt ist. Für den Weg dorthin habe ich unsere Weine im Zug der letzten Filtration vor der Füllung gestern in Transportbehälter gepumpt, die für die paar Stunden auch nicht unbedingt randvoll gefüllt sein müssen.

Neben Grünem Veltliner, Muskat Ottonel und Pinot blanc standen auch drei Landweine und unsere kleine Menge Rosé auf dem Programm. Dementsprechend stressig war der Vormittag, als es galt, gleichzeitig die zu füllenden Weine in die Gemeinschaftsanlage zu bringen und die bereits gefüllten Flaschen nach Hause zu transportieren.

Gegen 10 Uhr wurde es dann aber unerwartet ruhig. Ein technisches Gebrechen am Flaschensterilisator machte ein Weiterarbeiten unmöglich. Leider konnte auch ein Monteur, der innerhalb einer Stunde da war, das Problem nicht gleich beheben, sondern erst nach Eintreffen einiger Ersatzteile am späteren Nachmittag.

Weil ich aber unsere Weine nicht bis morgen Früh einfach so offen herumstehen lassen wollte, war ich gezwungen, mir kurzfristig ein paar Immervolltanks* auszuleihen und die noch nicht gefüllten Weine dorthin umzulagern. Der Nachmittag war also nicht weniger arbeitsreich, nur steht mir jetzt der Großteil des Abfüllzirkus morgen nochmal bevor.

*Immervolltanks sind Behälter mit einem Deckel, der auf dem Wein schwimmt (und in denen es deshalb egal bei welcher Füllmenge keinen Luftraum über dem Wein gibt). Die Fuge zur Behälterwand wird mit einer Art aufblasbarem Fahrradschlauch abgedichtet. Für die kurz- und mittelfristige Lagerung sind sie recht praktisch und flexibel.

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Unklar

Sonntag, 16. Februar 2014 | Autor:

Hochgradige Prädikatsweine gären meist eher langsam, da es ihr enormer Zuckergehalt und der bei der Gärung entstehende Alkohol den Weinhefen nicht leicht machen zu überleben. Nach diesem Maßstab war der Hefestamm der in unserer Beerenauslese gearbeitet hat vergleichsweise robust.

Nicht nur, dass die Gärung flott über die Bühne ging, sie wollte auch trotz sensorisch deutlich merkbarem Alkoholgehalt (von dem ich noch keinen Analysenwert habe) nicht so einfach von selbst enden, wie das bei derartigen Weinen meist eher zu früh als zu spät der Fall ist.

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Meilensteine

Dienstag, 4. Februar 2014 | Autor:

Der österreichische Rotwein hat in den letzten 25 Jahren enorm an Qualität zugelegt. Geht es mittlerweile vorwiegend um Stilfragen und die Feinadjustierung der diversen Schrauben, an denen man als Weinbauer und Kellermeister drehen kann, standen am Beginn des Weges zum heutigen Standard einige wenige Meilensteine.

Im Weingarten legten deutlich niedrigere Erträge und ein besseres Verständnis für die Traubenreife und den optimalen Lesezeitpunkt den Grundstein für hochwertige Weine. Und im Keller helfen seither Technik und Know-How rund um die Maischegärung, der biologische Säureabbau und das Wissen um die Verwendung von mehr oder weniger neuen Eichenfässern die Qualität der Trauben auch in die Flasche zu bringen.

Während diese Aspekte des heimischen „Rotweinwunders“ den meisten Weininteressierten relativ geläufig sind, ist ein weiterer, meiner Meinung nach kaum weniger wichtiger, weitgehend unbekannt.

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