Schau mir in die Augen, Kleines!

Mittwoch, 16. April 2014 | Autor:

Je länger die neuen Rebtriebe werden, um so deutlicher wird ein ganz besonderes Phänomen des Jahrgangs 2014.  Außergewöhnlich viele Knospen (Augen) sind von den Raupen des Rhombenspanners und/oder Erd- bzw. Eulenraupen ausgehöhlt und treiben nicht aus.

Einzelne „nackte“ Fruchtruten zwischendurch sind wir Weinbauern gewohnt, aber dass großflächig die Weingärten jetzt noch so kahl aussehen, wie vor einem Monat ist auch für meinen Vater neu. weiter…

Thema: Reben und ihre Pflege | 3 Kommentare

Schrecksekunde

Donnerstag, 10. April 2014 | Autor:

Kaum haben wir das mulmige Gefühl wegen des frühen Austriebes und der dadurch hohen Spätfrostgefahr ein wenig verdrängt, bescherte uns heute ein ganz anderes Wetterereignis einen ziemlichen Schreck. Ganz ohne Blitz und Donner fielen für ein paar Minuten jede Menge kleiner Hagelkörner vom Himmel.

In kürzester Zeit war die Straße (nicht flächendeckend aber doch deutlich sichtbar) mit den kleinen, etwa 5 bis 10 mm großen Eiskügelchen bedeckt.

Ich gehe zwar davon aus, dass unsere Reben den Hagelkörnern noch nicht genug Angriffsfläche für einen nennenswerten Schaden bieten, aber ein ungutes Gefühl  hatte (und habe) ich dennoch. Mal sehen, ob ich morgen verletzte oder abgebrochene Knospen und Triebe finde.

Thema: Dauerthema Wetter | Ein Kommentar

Denkwürdige Jahrgänge: 1977

Sonntag, 6. April 2014 | Autor:

Die derzeitige – außergewöhnlich frühe – Entwicklung in den Weingärten weckt Erinnerungen an den Jahrgang 1977. Ein warmer März hatte damals zu einem besonders frühen Austrieb der Reben geführt, und schon Mitte des Monats waren die jungen Triebe der frühen Sorten in den besten (frühesten) Lagen einige Zentimeter lang.

Ende März fielen die Temperaturen wieder auf der Jahreszeit eher entsprechende Werte und erreichten ihren Tiefpunkt bei etwa -5 bis -6°C. Für die allermeisten Triebe in den allermeisten unserer Weingärten war das deutlich zu kalt und massive Spätfrostschäden waren die Folge.

Die betroffenen Stöcke trieben danach zwar wieder aus, bildeten allerdings kaum Trauben und die Erntemenge war verschwindend gering.

Einen nennenswerten Ertrag konnten wir lediglich bei der sehr späten Sorte Welschriesling einfahren (deren Knospen noch klein genug waren, um in der Wolle vor den Temperaturen geschützt zu sein), und in einem Weingarten außerhalb unseres Gemeindegebietes (der aufgrund der schlechten Lage deutlich später dran war und den wir seit mehr als 10 Jahren nicht mehr bewirtschaften).

Genaue eigene Zahlen habe ich dazu leider nicht, aber von einem Kollegen gibt es die glaubwürdige Erzählung, dass er vom 1977er statt durchschnittlicher 15.000 Liter nur 3.000 Liter Wein im Keller hatte.

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