Weinblüte in Mörbisch

Montag, 26. Mai 2014 | Autor:

Blüte

Gestern haben wir die ersten geöffneten Weinblüten gefunden. Damit liegt der 2014er gleichauf mit frühen Jahrgängen wie 2012 und 2011, ist aber zum Glück nicht mehr so außergewöhnlich wie noch sein Austrieb (was ich hier bereits vermutet habe).

Ob es ein guter oder nicht ganz so guter Jahrgang wird, läßt sich vom Blütetermin nicht ableiten. Zu vieles kann in den nächsten drei Monaten noch passieren: Wird der Sommer heiß und trocken, kühl und verregnet oder irgendwas dazwischen? Gibt es einen Spätsommer, der seinen Namen verdient oder folgt analog zum Frühjahr auf den Sommer direkt der Winter? Zwingen Regenfälle im September zur frühen Ernte oder können wir den Trauben ein paar Tage länger gönnen?

Damit zumindest die Erntemenge stimmt, wünschen wir uns in den nächsten zwei Wochen auf gutes Wetter. Kälte und Regen behindern nämlich die Befruchtung der Trauben und führen zum Abfallen vieler potentieller Beeren, dem sogenannten Verrieseln.

Diesbezüglich guter Hoffnung feiern wir übrigens am kommenden Wochenende unsere Tage der offenen Kellertür unter dem Motto „Mörbisch zur Weinblüte“. Infos zum Programm gibt es hier.

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Szechuanpfeffer

Samstag, 24. Mai 2014 | Autor:

Leithaberg-Flasche komprimiert

Dirk Würtz, Blogger- und Winzerkollege und Zampano in allen On- und Offline-Weingassen hat unseren Leithaberg-Blaufränkisch verkostet und schreibt (im unteren Teil seines Blog-Beitrages) zum 2010er unter anderem:

Ich rieche in das Glas und der Pfeffer hüpft mich an. Szechuan Pfeffer! Aber so was von! Nein, ich bin nicht verrückt. … Dieser Wein sollte als “Pegelwein” zu jedem Sensorikseminar. Genial! Ansonsten ist er ein zarter und filigraner, ein eleganter mit einer total animierenden Säure. Gänsehautwein!!! Der Wein packt mich und wird direkt ausgetrunken.

Den 2011er findet Würtz auch gut, er schätzt aber im Gegensatz zu den meisten Profi-Kostern den für uns Weinbauern wesentlich schwierigeren Jahrgang 2010 deutlich höher ein.

Allen Blog-Lesern, die in diesem Jahrgangsvergleich schauen wollen, auf welcher Seite sie stehen, allen, die auf der Suche nach einem Szechuan-Pfeffer-Pegel sind, und allen, die einfach nur ein paar Flaschen guten, eleganten, würzigen Blaufränkisch im Keller haben wollen mache ich folgendes Angebot:

Bis 15. Juni versende ich beide Jahrgänge beliebig sortiert im 6er-Karton österreich- und deutschlandweit zum Preis von 15 Euro pro Flasche (statt 18) frei Haus. Fragen und Bestellungen bitte einfach per Mail an weingut[at]grenzhof-fiedler.at

Thema: Verkauf und Marketing, Wein-Medien-News | Beitrag kommentieren

Gebremst

Montag, 19. Mai 2014 | Autor:

Sturmschaden

Die vergangene Woche hat uns nicht nur üppigen Wassernachschub, sondern auch etliche vom Sturm geknickte Triebe beschert. Zum Glück hält sich der Schaden aber in Grenzen und wir können uns über den vielen Regen und die merkbare Verzögerung der Vegetation freuen.

Wäre die Entwicklung der Reben ungebremst so weitergegangen, wie sie im März begonnen hat, stünden die Gescheine jetzt wohl schon in voller Blüte. Dank zweier kühler Aprilwochen und der letzten zehn Tage dürfte die Blüte aber erst gegen Ende Mai beginnen, auch wenn das Wetter jetzt gleich wieder von Winter direkt auf Sommer umzuschalten scheint.

Damit ist 2014 derzeit zwar immer noch ein früher Jahrgang, so außergewöhnlich früh, wie er begonnen hat, ist er jedoch zum Glück nicht mehr.

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Nummernsalat

Sonntag, 4. Mai 2014 | Autor:

Quelle: gis.bgld.gv.at

Wie hier und hier bereits beschrieben sind unsere Weingärten geprägt von der ungarischen Erbteilung, die uns innerhalb weniger Generationen Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts eine Vielzahl kleiner und kleinster Parzellen beschert hat.

Jahrzehntelang haben sich meine Eltern bemüht, diese Strukturen überwiegend durch Tausch, gelegentlich aber auch durch Zu- oder Verkauf von Grundstücken zu verbessern. Dabei waren sie zumindest so oft erfolgreich, dass wir heute bei etwa gleichgebliebener Gesamtfläche statt über 60 nur noch weniger als 30 Weingärten bewirtschaften.

Während die Arbeit im Weingarten dadurch wesentlich einfacher geworden ist, hat sich der Verwaltungsaufwand aber kaum verändert. Grundstücksnummern bleiben Grundstücksnummern, egal ob sie nebeneinander liegen, oder weit voneinander entfernt.

Geht es zum Beispiel darum, die jährlichen Anträge für die kontrollierte integrierte Produktion zu stellen, brauche ich für unseren Weingarten in der Riede Mittlere Hofwiesörter 11 Zeilen, da es sich um ebensoviele nebeneinanderliegende Parzellen mit einer Gesamtfläche von (nur) ca. 6600 m2 handelt. Und gibt es Meldungen und Kontrollen beim Weinbaukataster darf ich für unseren größten Weingarten (der nicht ganz ein Hektar groß ist) mit 12 Grundstücksnummern jonglieren.

Wenn alles gut geht, habe ich die meisten dieser Nummern aber vor ein paar Tagen zum letzten Mal geschrieben. Mit einem Antrag auf Grundstückszusammenlegung am zuständigen Vermessungsamt sorgen wir jetzt nämlich dafür, dass der Strukturwandel endlich auch in der Bürokratie Einzug halten kann und lassen immerhin 67 Kleinparzellen verschwinden.

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