Sonnenbad

Dienstag, 26. August 2014 | Autor:

Entblätterung

Obwohl das Wetter etwas besser geworden ist, besteht heuer kaum noch die Gefahr von übermäßiger Hitze und Sonneneinstrahlung.

Sonnige, aber für Ende August außergewöhnlich kühle Tage sind für die meisten Sorten jetzt durchaus positiv, wenn die Trauben gesund bleiben und wir die Ernte lange genug hinauszögern können. Niedrige Temperaturen bei der Reife erhalten mehr Säure in den Trauben und fördern die Aromatik und Eleganz der Weine.

Dem spätreifen Cabernet kommen solche Bedingungen aber nicht unbedingt entgegen. Er braucht die Sonne nicht nur auf den Blättern, die via Fotosynthese Zucker für die Traubenreife produzieren, sondern in einem Jahr wie heuer auch auf den Trauben. Nur wenn diese warm genug sind, verlieren sie ihre grün-grasigen Aromen und entwickeln den unverkennbaren Johannisbeergeschmack des Cabernet.

Damit der 2014er nicht unreif schmeckt, vergönnen wir den Cabernet-Trauben heuer ein besonderes Sonnenbad und haben in den letzten Tagen auch die Traubenzone auf der Südseite unserer Rebzeilen entblättert, wie rechts auf dem Foto zu sehen.

Auf der Schattenseite der Stöcke haben wir schon vor längerer Zeit Blätter entfernt, um die Durchlüftung zu fördern. Die südseitigen Blätter haben wir bisher zur Beschattung belassen (wie links auf dem Foto), weil wir in den meisten Jahren im August eher mit Sonnenbrand als mit Sonnenmangel zu kämpfen haben.

Jetzt hängen die Cabernet-Trauben schön frei und können noch einige Wochen lang die Spätsommersonne genießen.

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Ernteszenarien

Dienstag, 19. August 2014 | Autor:

Hagel 2014

Das Wetter läßt sich – trotz Hagel zum Glück – nicht ändern. Wir Weinbauern haben aber viele Möglichkeiten, um auf seine Folgen zu reagieren. Und weil es in der Lesezeit meist recht hektisch zugeht, spielt man als verantwortungsvoller Kellermeister schon vorab alle Szenarien durch:

Im Weingarten…

Bei (in Relation zur Traubenreife) spätem Hagelschlag wie heuer sind die Optionen im Weingarten ziemlich begrenzt. Bis auf den späten Cabernet Sauvignon haben wir schon vor dem Hagel alle Sorten auf einen wirtschaftlich und qualitativ sinnvollen Ertrag eingestellt. Ein großzügiges Wegschneiden der beschädigten Trauben zum jetzigen Zeitpunkt ist deshalb nur mehr beim Cabernet möglich.

Bei den anderen Sorten können wir lediglich bei der Ernte versuchen, beschädigte und vor allem von Fäulnis befallene Trauben auszusortieren. Je nach Schaden und angestrebtem Qualitäts- und Preisniveau entweder Beere für Beere oder auch z.B. durch eine getrennte Ernte der beiden Seiten eines Weinstockes. Fast immer ist nämlich nur eine Seite der Laubwand (und damit der Trauben) vom Hagel beschädigt. weiter…

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Erwischt

Montag, 11. August 2014 | Autor:

Hagel 2012
Anders als am Samstag erhofft, hat der leichte Hagel in einigen Weingärten doch deutliche Spuren hinterlassen. Bei rund zwei Hektar ist es nur wenig mehr als ein Schönheitsfehler, ein Hektar ist allerdings stärker betroffen.

Mal sehen wie das weitergeht. Trockenes Wetter wäre jetzt wichtig, damit die angeschlagenen Beeren eintrocknen und nicht von Fäulnis befallen werden.

Das Foto ist übrigens nicht aktuell, die Trauben sind heuer schon deutlich weiter in ihrer Entwicklung.

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Nachschub

Samstag, 9. August 2014 | Autor:

Regen

Nicht dass wir das nach dem reichlichen Regen von neun Tagen und der nassen Woche davor gebraucht hätten. Aber eben sind in einem kurzen Wolkenbruch wieder rund 40 Liter Wasser pro Quadratmeter vom Himmel gefallen.

Ein paar Eiskörnchen waren auch dabei, aber recht groß kann der Schaden – wenn überhaupt – wohl nicht sein. Im Vergleich zum letzten Mal hat es uns ein bisschen mehr Erde weggeschwemmt, aber auch das ist halb so schlimm.

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Nicht vergessen!

Freitag, 8. August 2014 | Autor:

Foto: ÖWM/Griesch

„Die Arbeit des Kritikers ist in vieler Hinsicht eine Leichte. Wir riskieren sehr wenig und erfreuen uns dennoch einer Überlegenheit gegenüber jenen, die ihr Werk und sich selbst unserem Urteil überantworten.

Am dankbarsten sind negative Kritiken, da sie amüsant zu schreiben und auch zu lesen sind. Aber wir Kritiker müssen uns der bitteren Wahrheit stellen, dass im Großen und Ganzen betrachtet das gewöhnliche Durchschnittsprodukt wohl immer noch bedeutungsvoller ist, als unsere Kritik, die es als solches bezeichnet.“

Anton Ego in „Ratatouille

Thema: Allgemeine Randnotizen | Beitrag kommentieren