Die Jubiläumsetappe der Weinrallye

Freitag, 29. Juli 2016 | Autor:

Weinrallye-100

Heute ist wieder einmal Wein(blog)rallye-Tag. Und weil es nicht irgendeine, sondern die 100. Etappe (!) ist, möchte ich nach sehr sehr langer Abstinenz wieder einmal einen kleinen Beitrag abliefern.

Alle deutschsprachigen Weinblogs, die Lust dazu haben, schreiben bei der Weinrallye zu einem Thema, das der Ausrichter der jeweiligen Etappe vorgibt. Und weil es ein Jubiläum ist, gibt dieses Mal der Erfinder der Rallye, Thomas Lippert vom Winzerblog, das Thema vor. Er lädt ein, eines der vergangenen 99 Themen wieder aufzugreifen oder selbst ein Thema rund um die Zahl 100 zu finden.

Meine vergangenen Rallye-Beiträge findet man hier. Leider ist die Zeit fürs Bloggen und zugegebenermaßen auch die Inspiration in den letzten Jahren deutlich weniger geworden und die ausgelassenen Etappen deshalb immer mehr.

So wie Thomas Lippert geht es auch mir, wenn er in seinem Jubiläumsbeitrag schreibt:

Blogs waren damals noch was Neues, sie wurden beachtet und es war richtig Bewegung im Internet. Ja als ganz normaler Mensch konnte man plötzlich publizieren und man hatte Leser, es gab Kommentare  und irgendwie hat man sich wohl auch wichtiger gefühlt als man tatsächlich war. Aufbruchstimmung halt!

Nun ja, dann erschienen Twitter und Facebook und haben die social media in kürzester Zeit radikal verändert. Ich glaube bis heute das dies auch für die Weinrallye ein entscheidender Einschnitt war, dazu kam das die Blogs zunehmend als Begleitung für kommerzielle Webshops eingesetzt wurden was dazu führte das sich viele “Blogger” für die Weinrallye interessierten aber eigentlich nur die links abgreifen wollten.

Was ich sagen will, mit Facebook und Twitter haben die Leute aufgehört zu lesen, nur noch schnell überfliegen und gut ist.  Da will ich mich selber gar nicht ausnehmen, es ist ja einfach und schnell, ein Foto + “Super” als Text hinzufügen und fertig ist der Artikel.

Viel hat sich verändert im WorldWineWeb in den letzten neun Jahren, nicht nur bei der Weinrallye. Was bleibt, sind neben vielen schönen Verkostungserlebnissen und spannenden Artikeln vor allem die Freundschaften mit den bloggenden Kollegen:

Mit Thomas Lippert, dem einzigen wahren Winzerblogger, der immer wieder neue Anläufe unternimmt, die Szene zu vernetzen und zu aktivieren.

Mit Harald Steffens, dessen Bildergeschichten von meinem PC und dessen Moselrieslinge aus meinem Keller nicht mehr wegzudenken sind.

Und mit Armin Kobler, der mir mit seinen sachlichen Blogbeiträgen das Weinland Südtirol erst so richtig ins Bewußtsein gebracht hat.

Heute werde ich wie so oft in den letzten Wochen ziemlich müde ins Bett fallen, aber bei nächster Gelegenheit mache ich mir ein gutes Fläschchen auf und trinke auf euch!

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Farbenspiel

Sonntag, 24. Juli 2016 | Autor:

Umfärbung

Vor ein paar Tagen hat der Zweigelt mit der Umfärbung begonnen. In einem prächtige Farbenspiel wechseln jetzt innerhalb von ein paar Wochen die grünen Beeren über alle möglichen Rosa-, Lila- und Violett-Töne in ein schönes Dunkelblau.

Damit stehen wir am Beginn der Traubenreife und im Vergleich mit anderen Jahren scheint eine nicht all zu frühe Ernte in der zweiten Septemberhälfte wahrscheinlich.

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Jahrgangsparadoxon

Freitag, 15. Juli 2016 | Autor:

Ausdünnen 2016

Wie vor längerer Zeit hier und hier beschrieben, ist es öfter notwendig, den Traubenbehang auszudünnen, um ein entsprechendes Qualitätsniveau zu erreichen, wenn es die Natur zu gut mit uns meint.

Mit dieser „Notbremse“ bringen wir das über Jahrhunderte forcierte Ertragspotential unserer Bewirtschaftungssysteme, mancher unserer Sorten und die ungestüme Kraft jüngerer Weingärten mit den erst seit vergleichsweise kurzer Zeit geltenden Qualitätsansprüchen der meisten Weinliebhaber unter einen Hut.

Lieblingsbeschäftigung ist das Wegschneiden gut entwickelter Trauben knapp vor Reifebeginn nie, aber heuer fällt es besonders schwer. Spätfrostbedingt wird die Ernte nämlich insgesamt nur sehr klein ausfallen, aber trotzdem gibt es einzelne Weingärten, die mehr tragen, als uns lieb ist.

Und weil eine große, dafür aber nur mittelmäßige Menge Weißburgunder oder Cabernet nicht den knappen Muskat Ottonel oder Zweigelt ersetzen kann (sondern vielleicht sogar Kunden verärgert, die besseres von uns gewohnt sind), landen auch 2016 Trauben auf dem Boden.

Auch wenn ich sie gerne wenige hundert Meter weiter in den erfrorenen Weingärten ohne nennenswerten Ertrag an die Reben heften würde…

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Stress lass nach

Sonntag, 10. Juli 2016 | Autor:

Erbsengröße

Langsam lässt die Arbeit im Weingarten etwas nach. Alle Triebe sind dort, wo sie sein sollen und mittlerweile auch gewipfelt. Jetzt lenkt der Weinstock seine Energie – soweit diese nicht Ende April erfroren sind – überwiegend in die Trauben, die schon eine beachtliche Größe erreicht haben.

Auch die merkbare Trockenheit trägt dazu bei, dass das Triebwachstum langsam zum Stillstand kommt. Anders als die Kollegen in Deutschland hatten wir nämlich im Juni keine nennenswerten Niederschläge und ein ergiebiger, langsam fallender und vor allem eisfreier Regen würde unseren Reben gut tun.

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