Zweifel

Sonntag, 27. Oktober 2019 | Autor:

Foto: Armin Bardel

Langsam kehrt Ruhe ein im Keller. Alle Weine haben ihre Gärung beendet, die Roten sind gepresst und viele von ihnen haben auch schon den biologischen Säureabbau hinter sich.

Das (beinahe) tägliche Verkosten lässt langsam das Bild eines sehr, sehr guten Jahrgangs entstehen. Die Weißweine deutlich frischer als es Hitze und Trockenheit erwarten haben lassen. Und die Roten genauso dicht und ausgereift, wie man hoffen durfte. Die zwei, drei kleinen Experimente bringen spannende Erkenntnisse und alles in allem gibt es keine echten Sorgenkinder im Keller

Nur Tank 18 lässt mich hin und wieder beim Verkosten ratlos zurück. Nicht immer, manchmal schmeckt mir der Grüne Veltliner, der eigentlich für unseren leichten Qualitätswein von dieser Sorte vorgesehen wäre richtig gut.

Manchmal allerdings erscheint er mir ein wenig ausdruckslos, fast müde und lässt mich darüber nachdenken, ob ich etwas und was ich unternehmen sollte. Umziehen, um auch die feinere Hefe zu entfernen und ihm dabei ein wenig Luft zu gönnen? Das Gegenteil anstreben, die geringe SO2-Dosis, die er bekommen hat ergänzen, um ihn vor weiterem Lufteinfluss zu schützen? Oder einfach nur abwarten?

Weil er mir zwischendurch immer wieder auch gut gefällt, habe ich mich bisher fürs Abwarten entschieden. Ich bin mir keiner Fehler in Weingarten und bisheriger Kellerarbeit bewusst und wirklich schlecht schmeckt er auch in den unsicheren Phasen nicht. Außerdem gibt es auch noch Grünen Veltliner Tank 2 aus einer nicht ganz so guten Lage, der heuer ungewöhnlich gut und fein ausgefallen ist…

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Fertig

Dienstag, 1. Oktober 2019 | Autor:

Ein Monat (bzw. 17 echte Lesetage) nach Beginn haben wir gestern Montag die Weinlese 2019 abgeschlossen. Süßwein stand heuer nicht auf dem Programm, deshalb war der Cabernet Sauvignon der letzte und es gibt kein Warten auf Edelfäule für Auslese und Co.

Geht man nach den Trauben und den ersten bereits durchgegorenen Jungweinen, dürfte die Ernte qualitativ sehr gut, bei den Rotweinen vielleicht sogar ausgezeichnet ausgefallen sein. Die Weißen haben etwas mehr Säure als ihre Vorgänger von 2018 und weiß wie rot profitieren vom deutlich niedrigeren Ertrag.

Insgesamt ist der Jahrgang mengenmäßig zwar nur leicht unterdurchschnittlich, bei einigen Sorten sind wir aber sehr nah an der wirtschaftlichen Schmerzgrenze. Beim Zweigelt hat uns – wie hier berichtet – die Welke mehr als ein Drittel der Menge gekostet, beim Chardonnay war der Traubenbehang von Haus aus äußerst gering und beim Blaufränkisch waren auch deutlich weniger und deutlich kleinere Trauben da, als wir gewohnt sind.

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