Traubenreife 2021

Montag, 30. August 2021 | Autor:

Die Lese rückt näher, aber noch ist Geduld gefragt, weil die Reife beim derzeit ungewöhnlich kühlen Wetter nur langsam fortschreitet. Für die Aromatik und Struktur der 2021er-Weine sind das gute Nachrichten, denn wir haben noch alle Zeit der Welt, um die Reife abzuwarten und die Trauben sind gesund und stabil genug, das auch zuzulassen.

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Wie früher

Montag, 23. August 2021 | Autor:

Während wir in den letzten Jahren meist von den letzten Weingartenarbeiten nahtlos in die Lesevorbereitungen gestolpert sind, beschert und 2021 eine kleine Verschnaufpause vor der Ernte. Wie früher, als Traubenreife und Lesebeginn meist im September stattgefunden haben, bleiben auch heuer ein, zwei Wochen Zeit zur Erholung.

Die Reife hat natürlich schon begonnen, aber noch sind die gemessenen Zuckergrade zu niedrig und ungenau, um eine gute Aussagekraft zu haben. Aus heutiger Sicht werden wir die Lese wahrscheinlich am 13. September starten, es ist aber auch nicht ausgeschlossen, dass es erst am 20. losgeht.

Wer den Reifeverlauf der Trauben in ganz Österreich wöchentlich verfolgen möchte, kann das hier bei der Weinbauschule Klosterneuburg und hier beim Bundesamt für Weinbau tun.

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Boden-Bildung

Montag, 16. August 2021 | Autor:

Als Weinbauer lernt man sein Leben lang nicht aus. Jeder Jahrgang ist anders, bei jeder Arbeit in Weingarten und Keller entdecken offene Augen etwas Neues und auch die Wissenschaft liefert laufend bislang unbekannte Erkenntnisse.

Sehr viel kann man auch im Erfahrungsaustausch mit offenen Kollegen lernen. Und noch mehr, wenn dieser Austausch von einer ebenso kompetenten wie kommunikativen Beraterin moderiert und ergänzt wird, wie ich das vor ein paar Wochen zum Thema „Weingartenbegrünung“ erleben durfte.

Besonders spannend war für mich zu sehen, wie sehr sich das Verständnis sehr vieler Weinbauern für den Boden in den letzten Jahrzehnten verändert hat. Die ideale Bodenbewirtschaftung (die es ohnehin nicht gibt) hat keiner, aber alle im Seminar (und viele darüber hinaus) verbindet die Einsicht, dass ein dauerhaft offener (d.h. bewuchsfrei gehaltener) Boden keine sinnvolle Option darstellt. Und das Bestreben, dem Boden mit Begrünungen etwas Gutes zu tun.

Bewachsener Boden ermöglicht ein Bodenleben, dass den Reben zugute kommt. Er fördert den Humusaufbau, speichert CO2, verhindert Erosion und damit Wasser- und Nährstoffverluste. Außerdem ist begrünter Boden besser befahrbar, kühler und fördert auch die oberirdische Artenvielfalt.

Darüber wie das passiert, und über viele weitere Aspekte der Themen „Boden“ und „Begrünung“ habe ich nicht zuletzt durch spannende praxisnahe Versuche bei dem Seminar einiges dazulernen dürfen.

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Weinpflege

Samstag, 7. August 2021 | Autor:

Sobald die allermeisten Weißweine der letzten Ernte abgefüllt sind, bin ich nur mehr selten im Fasskeller. Umso wichtiger ist es, die dort nach wie vor reifenden (Rot)weine im Stress der Weingartenpflege nicht zu vergessen.

Ein Regentag wie der vergangene Donnerstag kommt da gerade recht. Bei perfekter Rotwein-Trinktemperatur (im Winter müssen wir die Roten fürs Verkosten aufwärmen) habe ich alle Fässer durchprobiert und dabei auch gleich deren SO2-Gehalt gemessen und gegebenenfalls ergänzt.

Beides dient nicht nur der normalen Qualitätskontrolle und Weinpflege, sondern ist für einige Chargen auch schon die wichtigste Vorarbeit für die in zwei Wochen geplante Abfüllung unserer leichteren Roten.

Die Fässer der noch im Keller verbleibenden Weine werden dann bei dieser Gelegenheit gestiftet, d.h. der durch Verdunstung und Verkostung entstandene Schwund wird ergänzt. So vermeidet man ein größeres, der Weinqualität nicht zuträgliches Luftvolumen in den Fässern.

Auch die leeren Fässer wollen übrigens gut gepflegt werden. Alle paar Wochen verbrennt man in ihrem Inneren Schwefelstreifen, damit das dabei entstehende SO2 die Entwicklung von Schimmelpilzen hemmt. Vor der nächsten Ernte werden sie mit Wasser befüllt, einige Tage so belassen und danach gründlich ausgespült.

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