Jetzt heißt es abwarten

Montag, 29. Juni 2009 |  Autor:

Nach diesem Mißgeschick konnte mein Vater die dringend notwendige Behandlung gegen (primär den falschen) Mehltau am Samstagnachmittag problemlos weiterführen, und heute Vormittag nach einem erneuten Regenschauer am gestrigen Sonntag abschließen.

Mehr können wir im Moment nicht tun. „Normaler“ Regen ist für die kommenden Tage zwar nicht prognostiziert, aber in der feuchtwarmen Luft können sich jederzeit Gewitter bilden. So hat es z.B. heute Abend schon wieder kurz, aber intensiv geregnet und die Blätter werden wohl erneut eine ganze Nacht lang nass sein.

Die Frage der nächsten Tage ist nicht, ob nach der Inkubationszeit Peronosporainfektionen sichtbar werden. Die letzte Woche hat dem falschen Mehltau tagelang so günstige Infektionsbedingungen geboten, dass ihr Auftreten dadurch garantiert ist. Wie stark die Peronospora aber auf Blättern und Trauben wachsen wird, läßt sich im voraus nicht abschätzen.

In Sachen Pflanzenschutz haben wir für den Moment alles getan, was möglich und sinnvoll war. Bis Klarheit herrscht und die nächste Behandlung ansteht, wenden wir uns deshalb anderen Dingen zu.

Im Keller stehen Vorbereitungen für die Abfüllung der fruchtbetonten Rotweine am Mittwoch dieser Woche an, und im Weingarten haben wir bei den Rotweinsorten mit dem vorsichtigen Entblättern der Traubenzone auf der weniger stark besonnten Seite unserer Rebzeilen begonnen.

Dabei handelt es sich einerseits um eine vorbeugende Pflanzenschutzmaßnahme, die die Trauben rascher abtrocknen läßt und andererseits um eine Arbeit, die Farbstoff- und Tanninbildung in den Beerenschalen fördert. Außerdem erleichtert es das demnächst anstehende Ausdünnen des Traubenbehanges.

Nach dem zuerst sehr kalten und später recht nassen Juni gehen wir im Moment davon aus, dass sich die Entwicklung der Trauben (und damit der Erntetermin) etwas nach hinten verschoben hat.

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Thema: Reben und ihre Pflege

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4 Kommentare

  1. 1
    erwin 

    Und der Wetterbericht verheißt bis zur nächsten Woche eine gleichbleibend feucht-schwüle und windstille Periode – na bravo…. Muss oft an Eure hohen Arbeitsrisiken denken und wünsche Euch von Herzen alles Gute. Liebe Grüße: Erwin

  2. 2
    roland 

    hallo bernhard,

    bis wann denkst du wird man das ausmaß der pernosporainfektion sehen? wann werdet ihr dann die nächste behandlung durchführen?

    grüsse aus niederösterreich

  3. 3
    bf 

    Hallo Roland!

    Ich denke die ersten Ölflecken von den Infektionen Anfang voriger Woche werden wir bei genauerer Kontrolle wohl in den nächsten Tagen zu sehen bekommen.

    Wir werden voraussichtlich Mitte nächster Woche, also nach etwa 10 bis 12 Tagen wieder spritzen. Angesichts der täglichen Abendgewitter bleibt die Peronospora-Gefahr hoch, das schwüle Wetter könnte aber auch den echten Mehltau Oidium auf den Plan rufen und der Schlupf der ersten Sauerwurm-Raupen des Traubenwicklers steht auch unmittelbar bevor.

    Grüße

    Bernhard

  1. […] den Traktor im Matsch versenkt und hofft, dass seine Reben von den gefährlichen Pilzkrankheiten verschont bleiben, ist bei uns die Peronospora schon ausgebrochen. Zuerst gelbe Flecken auf der Blattoberseite, […]

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