Wachauer Winzergenossenschaft Dinstlgut Loiben vor dem Aus?

Sonntag, 6. August 2006 |  Autor:

Nach einer von Wein-Plus zitierten Meldung der deutschen Weinzeitschrift Weinwirtschaft steht die Winzergenossenschaft Dinstlgut Loiben vor der Liquidierung. Das Dinstlgut ist die weniger bekannte der zwei Genossenschaften in der Wachau und war bis zu dessen Auflösung ein Teil des Netzwerkes des niederösterreichischen Winzerverbandes. Nach dem Zusammenbruch der Dachorganisationen der Winzergenossenschaften (Burgenländischer Winzerverband bzw. später Weinkellerei Burgenland und Winzerhaus Niederösterreich) kämpfte das Dinstlgut jahrelang um eine erfolgreiche Positionierung als eigenständiges Unternehmen und erwarb sich vor allem für Hochprädikate aus der Sorte Riesling einen guten Ruf.

Letztlich waren aber scheinbar sowohl Walter Kutscher (der ehemalige Chef der österreichischen Weinmarketing GesmbH) als Dinstlgut-Geschäftsführer als auch seine Nachfolgerin Elisabeth Altenriederer (die in der HBLA Klosterneuburg ein Jahr vor mir maturierte) nicht erfolgreich genug.

Diese Nachricht ist umso bemerkenswerter, als auch die bekanntere Genossenschaft der Wachau, die Freien Weingärtner einige turbulente Jahre mit mehreren Obmann- und Geschäftsführerwechseln hinter sich hat. Die Mitglieder beider Genossenschaften bewirtschaften gemeinsam rund die Hälfte der Rebfläche der Wachau und die Turbulenzen in den Winzergenossenschaften haben daher nicht zu unterschätzende Auswirkungen auf das ganze Weinbaugebiet.

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Thema: Wein-Medien-News

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Ein Kommentar

  1. […] Nur wenigen Genossenschaften ist es gelungen, nach dem Zerfall der Dachverbände eigene Vermarktungsstrukturen aufzubauen. Das Dinstlgut Loiben scheiterte erst vor wenigen Monaten endgültig mit diesem Versuch, wie ich hier berichtet habe. Die meisten produzier(t)en weiter anonyme Faßweine, die sie mehr oder weniger gut an größere Handelsbetriebe verkauf(t)en. Dabei bewegen sie sich in einem Teufelskreis, in dem eine geringe Wertschöpfung zu einem geringen Auszahlungspreis für die Trauben und einer dementsprechend geringen Motivation der Mitglieder bei der qualitätsorientierten Weingartenarbeit führt. Was wiederum die Weinqualität verschlechtert und damit den möglichen Erlös. […]

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