Regen, anderswo!

Freitag, 15. Juni 2007 |  Autor:

Seit über einer Woche erleben wir täglich das gleiche Schauspiel: In der Früh ist es kühl und bedeckt, zu Mittag heiß und schwül und den ganzen Nachmittag brauen sich Gewitterwolken am Horizont zusammen und es donnert in der Ferne.

Gegen Abend kommt dann für kurze Zeit ein kühler Wind auf, gelegentlich begleitet von ein paar vereinzelten Regentropfen. Und später hört man, daß es da oder dort einen starken Gewitterregen gegeben haben soll.

Bis zu uns hat sich bislang kein Gewitter verirrt, obwohl unsere Reben einen ausgiebigen Wassernachschub gut brauchen könnten.

Während die Kaulwein-Blogger in Rheinhessen starke Gewitter (bzw. deren Zunahme in den letzten Jahren) als auffallend bezeichnen, sind wir in der pannonischen Tiefebene dieses Phänomen schon lange gewöhnt. In den heißen und trockenen Sommermonaten waren die Gewitter immer schon die einzige Chance auf Wassernachschub für die Reben.

Trotzdem sind Gewitter ein zweischneidiges Schwert. Manchmal (bei uns gottseidank recht selten) gehen Sie mit Hagelschlag einher, und wenn nicht, führen sie zumindest zu mehr oder weniger starken Erosionsschäden. Unter anderem um dieser Abschwemmung des Bodens vorzubeugen, haben wir vor einigen Jahren unsere Bodenbearbeitung umgestellt, und verwenden seither ein Spezialgerät, das den Boden zwar lockert, dabei aber nicht die gesamte natürliche Begrünung (die die Erosion mindert) umbricht.

Da die teilweise vorhandene Begrünung unserer Böden aber auch Wasser verbraucht, ist diese Bodenbearbeitungsstrategie in einem Trockengebiet wie dem Burgenland immer eine Gratwanderung. Ob es (zu) trocken wird, weiß man nämlich erst, wenn der Boden schon zu hart geworden ist, um die gewählte Strategie (die sich im Nachhinein als falsch herausgestellt hat) noch ändern zu können.

Noch sind wir von echten Trockenschäden in den Weingärten ein gutes Stück entfernt. Aber bei jüngeren Rebstöcken auf wenig wasserspeicherfähigen Böden hat man schon das Gefühl, daß sie sich mit mehr Wasser (noch) besser entwickeln würden. Immerhin befinden sie sich im Moment in jenem Entwicklungsstadium, in dem sie am meisten Wasser benötigen.

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Thema: Dauerthema Wetter

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Ein Kommentar

  1. 1
    Lars 

    „Da die teilweise vorhandene Begrünung unserer Böden aber auch Wasser verbraucht, ist diese Bodenbearbeitungsstrategie in einem Trockengebiet wie dem Burgenland immer eine Gratwanderung“.

    Hi-Hi – kenne ich doch, geht aber meisten gut und im jahre 2007 müßte es doch klappen 😉

    Viele Grüße

    Lars
    Weingut Villa Riesling
    Mittelrhein

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