Nicht ganz falsch

Freitag, 25. März 2011 |  Autor:

Foto: steve.haider.com

Während der Jahrgang 2010 mancherorts schon sehr früh in Grund und Boden geschrieben wurde, war ich von Anfang an eigentlich recht zufrieden mit der Qualität der letzten Ernte. Langsam zeigt sich (mitunter an Kleinigkeiten), dass das wohl durchaus berechtigt ist.

So waren zum Beispiel vor ein paar Tagen zwei Weinhändler im Rahmen ihrer ausgiebigen Verkostungstour durch zahlreiche heimische Keller auch bei uns, und beide waren sowohl von den weißen wie auch den roten 2010ern sehr angetan.

Wie es scheint, ist der letzte Jahrgang in unserem Betrieb etwas besser ausgefallen, als bei dem einen oder anderen Kollegen. Und da wir im Keller (bis auf die eine oder andere eigentlich nur geringfügige Entsäuerung) kaum etwas anderes gemacht haben, als unser übliches Minimalprogramm, bleibt wohl nur der Weingarten als Ursache.

Interessanterweise haben wir aber 2010 auch dort keine jahrgangsbedingten Überstunden geleistet, sondern unseren Reben lediglich die gleiche sorgfältige Pflege angedeihen lassen wie immer.

Natürlich hat da und dort der natürliche Ausünnungseffekt durch den geringen Traubenansatz und die schlechte Blüte geholfen, aber mein Erklärungsansatz für unser Jahrgangsphänomen 2010 ist trotzdem ein anderer:

Nach den Erfahrungen der recht unterschiedlichen letzten Jahre glaube ich, dass die Art und Weise, wie wir mit unseren Weingärten umgehen zu recht ausgeglichenenen Reben führt, die auch schwierige Situationen gut meistern können.

In heißen, frühreifen Jahren steigt der Zucker- und damit der Alkoholgehalt nicht ins unermeßliche und die Säure ist normalerweise nicht so niedrig, wie bei manchen Kollegen. Und in kühlen, späten Jahren erreichen die Trauben trotzdem eine gute Reife mit ausreichenden Zuckergraden und einer harmonischen Säure.

Der Grund dafür ist ganz sicher ein Mix aus vielen verschiedenen Aspekten der Weingartenarbeit. Und obwohl sich ganz sicher immer noch etwas verbessern läßt, zeigt mir der Jahrgang 2010, dass wir mit unserer Arbeit offensichtlich nicht ganz falsch liegen.

Tags »   

Trackback: Trackback-URL | Feed zum Beitrag: RSS 2.0
Thema: Kunterbunte Weinwelt

Diesen Beitrag kommentieren.

Ein Kommentar

  1. 1
    Harald 

    Genau so funktioniert das! Qualität wird vom Winzer im Weinerg gemacht und nicht vom Kellermeister.
    Gruß von der Mosel
    Harald

Kommentar abgeben

*

code