Küchendienst

Montag, 4. September 2017

Das gemeinsame Mittagessen ist ein wichtiger Teil unserer Weinlese. Es vereinfacht die Organisation, trägt aber vor allem zur Motivation unserer Helfer bei. Lesen ist zwar keine besonders schwere Arbeit, aber die frische Luft macht hungrig.

Seit ihrer Jugend kümmert sich meine Mutter darum, statt der ganzjährigen zwei, drei, vier, vielleicht einmal sechs Portionen wochenlang für 10, 12 oder mehr hungrige Mäuler zu kochen.

Heute konnte ich ihr dabei helfen. Im Presshaus ist alles bereit für die Trauben und im Keller ist kein Most von gestern zu versorgen. Also habe ich mich freiwillig zum Kartoffelschälen gemeldet.

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Kompromisslos?

Samstag, 2. September 2017

Man liest das öfter in Magazinen und Betriebsprospekten: Winzer XY macht keine Kompromisse, ist Qualitätsfanatiker, vom Weinvirus befallen.

Viele Kollegen fühlen sich von solchen Beschreibungen wohl geehrt (sonst würden sie sie ja auch nicht selbst verwenden) und treffend charakterisiert. Ich nicht. Mir stellen sich bei sowas alle Haare auf, die ich noch habe.

Mein Weininteresse ist weder krankhaft, denn bei aller Liebe zum Wein ist es mir wichtig, ihn nicht über Familie, Freunde, andere Interessen und Lebensglück dominieren zu lassen.

Noch bin ich fanatisch, halte meine Vorstellung von Wein(qualität) nicht für die alleingültige Wahrheit, versuche anderen Meinungen gegenüber offen und tolerant zu bleiben und habe keinerlei Ambitionen, meine Weinansichten mit missionarischem Eifer in die Welt zu tragen.

Und schon gar nicht bin ich kompromisslos, denn für mich ist ein guter Wein geradezu die Summe vieler kleiner bestmöglicher Kompromisse. Die beginnen schon bei der Auspflanzung eines neuen Weingartens und ziehen sich bis zur Abfüllung des Weines.

Um ganz aktuell zu bleiben: Ernte ich meine Trauben spät, um so viel Zucker (=Alkohol, Kraft, Extrakt) wie möglich zu bekommen? Oder früher, um mehr Säure (=Feinheit, Frische, Eleganz) zu bewahren? Oder versuche ich den Kompromiss aus beidem, entweder durch einen mittleren Erntetermin oder durch das spätere Verschneiden von früh- und spätgelesenen Chargen?

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Grüner Veltliner 2017

Mittwoch, 30. August 2017

Die nächsten Wochen sind die anstrengendsten des ganzen Weinjahres, in denen man mitunter an die Grenzen der physischen und psychischen Belastbarkeit gerät. Trotzdem ist heute für mich ein Tag der Freude:

Wir haben die Weinlese begonnen und der erste Wagen Grüner Veltliner 2017 ist schon in der Presse!

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Es war einmal ein Plan

Montag, 28. August 2017

In der Weinlesezeit halten Pläne oft nicht lang. Das Wetter, der unübersichtliche Reifeverlauf der vielen verschiedenen Parzellen und Sorten, die Logistik und unvorhersehbare Zwischenfälle können in wenigen Stunden alles ändern.

Nicht erst einmal hat meine Mutter das Mittagessen zum falschen Weingarten gebracht, weil mein Vater und ich den beim Frühstück gemeinsam mit ihr ausgeheckten Plan kurzfristig geändert hatten ohne ihr Bescheid zu geben.

In dieser Tradition hat bereits unser erster Plan der Ernte 2017 nur eine Woche gehalten. Das aktuelle Hochsommerwetter lässt die Reife der Trauben nämlich geradezu explodieren und erfordert eine Vorverlegung des Erntebeginns.

In zwei Veltliner-Weingärten mit – aus nicht nachvollziehbaren Gründen – sehr geringem Ertrag liegt der Zuckergehalt der Trauben bereits jetzt am oberen Limit dessen, was für unseren leichten, erfrischenden Stil bei dieser Sorte gerade noch vertretbar ist. Eine weitere Woche bei Temperaturen an die 30°C würde deutlich weniger Säure und 12,5% Alkohol oder mehr im Wein bedeuten.

Deshalb holen wir diese Trauben übermorgen Mittwoch nach Hause und ich werde morgen wohl eine Nachtschicht einlegen müssen, damit im Presshaus und Keller alles bereit ist.

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Der Termin steht

Samstag, 19. August 2017

Wie berichtet war nach der frühen Blüte um dem Beginn der Umfärbung Mitte Juli mit einer frühen Weinlese zu rechnen. Während mein Bauchgefühl bisher den 11. September für wahrscheinlich hielt, war mein Vater eher schon beim 4. des Monats.

Vorgestern habe ich die ersten konkreten Reifemessungen in unseren Weingärten durchgeführt und dabei war schnell klar, dass er recht hat. Vor allem in einigen Grüner-Veltliner-Weingärten, die heuer wenig Ertrag bringen ist die Reife schon so weit fortgeschritten, dass ein längeres Zuwarten keinen leichten, erfrischenden Sortenvertreter mehr zulassen würde.

Noch offen ist, ob wir in gut zwei Wochen gleich mit großer Mannschaft starten, oder die erste Woche etwas langsamer und nur mit dem Grünen Veltliner angehen. Die anderen Sorten sind zwar in Relation ähnlich weit, dort drängt uns aber die Vermeidung von zu hohen Alkoholwerten nicht so sehr zur Ernte. Außerdem sind die Trauben sehr gesund, das Wetter soweit absehbar stabil und Weißburgunder, Chardonnay, Zweigelt und Co. geschmacklich noch deutlich weiter von unserem Ideal entfernt als der Veltliner.

Entscheiden wird die Frage vor allem der Muskat Ottonel, an dem wir mehrere Tage zu lesen haben. Geschmacklich ist er schon recht weit, aber seine Zuckergrade sind noch ziemlich bescheiden. Gerade in trockenen Jahren wie heuer müssen wir beim Erntetermin dieser Sorte allerdings immer auch den rasch abnehmenden Säuregehalt in den Trauben im Auge behalten. Es bleibt also spannend…

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Mal was Neues!

Samstag, 12. August 2017

Die Unwetterfront von Donnerstag-Abend war zum Glück hagelfrei. Ganz ohne Schaden sind wir allerdings nicht davongekommen, denn der orkanartige Wind hat uns eine ganze Rebzeile in der Ried Hofwiesörter geknickt.

Trotz ähnlicher Bilder im Internet konnte ich mir das für unsere Weingärten nicht vorstellen und habe den Schaden deshalb erst heute bemerkt. Die Betonpfähle sind erdbodengleich oder knapp darüber gebrochen, die Eisenbewehrung im Beton gerissen.

Wäre die dem Südwind nähergelegene Nachbarparzelle auch bepflanzt, hätte es wohl keinen Schaden gegeben, denn auch bei uns hat die erste Reihe den Druck von den anderen abgehalten. Möglicherweise hat auch das Starenetz seinen Teil dazu beigetragen, denn ohne wäre die Angriffsfläche wohl geringer gewesen.

Zum Glück haben die Endpfähle und die Verankerung des Drahtrahmens gehalten. Blätter und Trauben hängen im untersten Draht, liegen deshalb nicht am Boden und die Stämme sind nicht gebrochen.

Am Montag werden wir versuchen die Laubwand wieder aufzustellen und bis zur Lese provisorisch stützen. Mal was Neues!

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Auf ins Finale

Donnerstag, 3. August 2017

Das Weinjahr 2017 geht ins Finale. Nur zwei Wochen nach der ersten blauen Zweigelt-Beere ist auch der spätreife Cabernet Sauvignon mitten im Umfärben. Bei allen Weißweinsorten finden sich bereits erste weiche Beeren und die vom Muskat Ottonel schmecken auch schon nach Muskat.

Trotz kleinerer Regenfälle Mitte Juli ist es nach wie vor sehr trocken, aktuell bei 37 oder 38°C, oft mit heißem Südwind. Echte Trockenschäden sind aber bislang kaum zu beobachten.

Von kleinräumigen Ausnahmen an Stellen mit besonders seichtgründigem Boden abgesehen ist das Laub der Reben nach wie vor grün und sogar das Gras zwischen den Reihen ist noch nicht völlig vertrocknet. Ganz anders als mein Video von 2013 zeigt.

An den Trauben ist der Wassermangel allerdings zu erkennen. In den meisten Lagen sind sie nämlich deutlich kleinbeeriger als normalerweise zu diesem Reifestadium. Für die Rotweine könnte das ein Vorteil sein, für die Weißen und vor allem für die Erntemenge aber nicht.

Langsam nähern wir uns dem Ende der Weingartenarbeit. Die letzte Pflanzenschutz-Behandlung gegen Mehltau haben wir heute in den frühen Morgenstunden abgeschlossen, den Laubschneider heute Nachmittag eingewintert. Da und dort gibt es noch ein paar kleine Korrekturen an der Laubwand durchzuführen, ein paar überzählige Trauben beim Cabernet wegzuschneiden. Und in den gefährdeten Weingärten die Trauben mit Netzen gegen Vogelfraß zu schützen.

Bis zum Lesebeginn, mit dem wir je nach weiterer Witterung in der ersten oder zweiten Septemberwoche rechnen, kümmern wir uns noch um unsere Junganlagen und füllen die leichteren Rotweine des vergangenen Jahrgangs. Und machen ein paar Tage Urlaub, bevor die Erntevorbereitungen beginnen.

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Es geht los

Samstag, 15. Juli 2017

Gestern habe ich die ersten (rot-)blauen Beeren beim Zweigelt gefunden. Damit treten die Trauben in die Reifephase ein und wir können mit einem Lesebeginn in der ersten Septemberhälfte rechnen.

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Aus dem Weinbauern-Bilderbuch

Freitag, 7. Juli 2017

Trotz anhaltender Trockenheit entwickeln sich die Reben bisher prächtig. Selbst der heuer erst gepflanzte Chardonnay wächst unbekümmert vor sich hin und die Jungreben aus dem Vorjahr sind sowieso eine Sensation.

Bei guter Pflege einer Junganlage wachsen die Reben im ersten Jahr normalerweise einen guten Meter und nach entsprechendem Rückschnitt im zweiten zwei Meter oder mehr. Daraus wird dann der Stamm des neuen Weinstockes und im dritten Jahr ist mit einer kleinen Ernte zu rechnen

Der größere Teil unseres Muskat Ottonel in der Riede Satzwiesort war aber bereits im ersten Jahr kräftig genug, um einen Stamm zu bilden. Und weil die Reben so schön dastehen, werden wir ihnen heuer im zweiten Jahr auch die Trauben belassen.

weiter…

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Früher als erwartet

Mittwoch, 31. Mai 2017

Früher als erwartet haben wir gestern die ersten geöffneten Blüten in unseren Weingärten gefunden. Nach dem Wetterumschwung zu Ostern und den zwei, drei kalten Wochen danach hätte ich nicht gedacht, dass die Reben noch im Mai soweit sein werden.

Jetzt hoffen wir auf warmes, aber nicht extrem heißes Wetter ohne lange Regenphasen in den nächsten ein, zwei Wochen. Einerseits, weil die Blüten bei diesen Bedingungen am besten befruchtet werden, andererseits weil wir derzeit sehr viel draußen arbeiten, um alle Triebe in Position zu bringen.

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