Ein besonderer Moment

Freitag, 31. August 2018

Es ist immer ein besonderer Moment, neue Fässer zu befüllen. Heute war es wieder einmal soweit mit dem Chardonnay vom Goldberg, den wir vorgestern gelesen haben.

In einem guten halben Jahr wird er  mit dem im Tank vergorenen aus den Rieden Hofwiesort und Kräften zu unserem Chardonnay Duett vereint werden.

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Muskat fertig, Chardonnay begonnen

Mittwoch, 29. August 2018

Chardonnay 2018 vom Mörbischer Goldberg

In den ersten drei Tagen Weinlese 2018 haben wir den Muskat Ottonel abgeschlossen, zwischendurch etwas Grünen Veltliner gelesen und heute Mittag den Chardonnay begonnen. Obwohl das gleiche Rebmaterial und viel jünger trägt der Weingarten am Goldberg immer deutlich weniger Trauben als unser zweiter großer Chardonnay-Weingarten. Dementsprechend weiter ist er in der Reife.

Im Vorjahr waren es bei der Ernte unglaubliche 22°KMW, die mich dazu bewogen haben, einen kleinen Teil davon separat abzufüllen. Die gestern dafür erhaltene Prüfnummer weist einen Alkoholgehalt von 15% aus…

Die versteckt der Wein zwar recht gut, aber für unser reguläres Sortiment habe ich es gerne etwas leichter und eleganter. Deswegen haben wir heute schon den Goldberg gelesen, hochreif mit sehr aromatischen Trauben und „nur“ 20,5°KMW.

Morgen folgt der Chardonnay von der Ried Hofwiesort und die kleine Kräften. Für das danach gibt es derzeit noch keinen Plan, zu groß ist die Auswahl an erntereifen Sorten.

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Morgen geht es (richtig) los!

Sonntag, 26. August 2018

Nach einer kleinen Notlese am 13. August um einen ganz ganz jungen Weingarten zu entlasten und einem halben Tag Grüner Veltliner am 16. August starten wir morgen richtig in die Weinlese.

Damit sind wir heuer ein wenig später dran als manche Kollegen, nicht zuletzt, weil ich in der vergangenen Woche – schon im eher auf ein spätes Jahr hindeutenden März geplant – unterwegs war.

Um die kleine Verspätung aufzuholen, legen wir morgen mit einer etwas größeren Crew los und haben auch schon einen Grünen Veltliner, bei dem uns die Leichtigkeit und Frische besonders wichtig ist vorab geerntet.

Keller und Presshaus sind geputzt, alle Geräte stehen parat und die auswärtigen Lesehelfer sind auch schon eingetroffen. Der Wetterbericht verspricht gutes, nicht so heißes Wetter wie in den letzten Wochen und die Trauben sind reif und bei fast allen Sorten sehr gesund. Lediglich beim Zweigelt werden wir einiges zu tun haben, um die heuer wieder einmal besonders stark auftretende Traubenwelke auszusortieren.

Die nächsten Wochen sind die anstrengendsten des ganzen Weinjahres, in denen man mitunter an die Grenzen der physischen und psychischen Belastbarkeit gerät. Trotzdem ist heute für mich ein Tag der Freude:

Morgen beginnen wir mit der Lese 2018!

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Lesespekulationen

Montag, 6. August 2018

Wie immer um diese Jahreszeit gibt es unter den Weinbauern derzeit nur ein Thema: Wann beginnst du mit der Weinlese?

Sommerlochgeplagte Medien greifen das in einem rekordverdächtigen Jahr wie heuer besonders dankbar auf. Die früheste Weinlese aller Zeiten, hört und liest man. Mitte August geht es los, nicht nur für Sturm, auch für Qualitätsweine.

Mag sein, dass die Entwicklung der Trauben anderswo tatsächlich so rekordverdächtig ist, bei uns brauchen selbst die Frühsorten noch ein bisschen.

Für unseren feingliedrigen Weißweinstil ernte ich zwar gerne früh, aber wenn ich meine ersten Reifemessungen mit anderen Jahren vergleiche und die Entwicklung der nächsten Wochen hochrechne, werden wir wohl nicht vor dem 27. August beginnen. Das wäre immer noch sehr früh, allerdings kein Rekord, sondern vergleichbar mit 2007.

Sollte es am kommenden Wochenende nicht regnen, lesen wir vielleicht schon nächste Woche vorab die Trauben einer Junganlage, um die Stöcke zu entlasten. Bis zum Beginn der aktuellen Hitzewelle hatten wir zwar nicht besonders viel, aber genug Feuchtigkeit, doch jetzt zeigen die ganz jungen Reben erste Symptome von Trockenstress.

Den älteren Weingärten würde ein Regen auch gut tun, aber sie stehen immer noch sehr schön da und wir erwarten eine qualitativ und quantitativ gute Ernte. Wie gut verrate ich sobald die Trauben im Keller sind. Sollen andere jetzt schon darüber spekulieren.

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Laubschnitt

Mittwoch, 18. Juli 2018

Der zweite (und letzte) Laubschnitt soll verhindern, dass die seit dem ersten nachgewachsenen Triebe vom Wind abgebrochen werden oder nach unten hängen und Blätter und Trauben beschatten.

Dabei geht es nicht darum, möglichst viel wegzuschneiden, sondern nur so viel als nötig. Schon das Entfernen der Triebspitze genügt, um die Kraft des Weinstocks in die kleinen Seitentriebe („Geiztriebe“) und vor allem natürlich in die Trauben zu lenken.

Hinten am Traktor läuft ein Mulcher mit, um die Begrünung kurz zu halten. Normalerweise kommen jetzt die trockensten Wochen des Jahres und es gilt Wasser für die Reben zu sparen.

Ich bitte die schlechte Tonqualität zu entschuldigen. Im Video sage ich in etwa das, was ich hier auch geschrieben habe. Um filmen zu können habe ich die Fahrgeschwindigkeit deutlich reduziert, das Messer des Laubschneiders erscheint aber nur im Video so langsam, in Wirklichkeit rotiert es natürlich deutlich schneller.

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Es geht schon los

Samstag, 7. Juli 2018

Wenig überraschend ist hat auch die Umfärbung so früh wie nie in den letzten Jahrzehnten begonnen. Vergangenen Dienstag haben wir die ersten blauen Beeren beim Zweigelt gefunden.

Jetzt ist der richtige Zeitpunkt um den Ertrag dieser reichtragenden Sorte im Interesse der späteren Weinqualität zu korrigieren. Im Weingarten im Film werden dafür nur acht Trauben pro Stock belassen und die anderen in der kommenden Woche weggeschnitten.

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Ein fordernder Jahrgang

Freitag, 15. Juni 2018

2018 hat es in sich. Die Reben wachsen so schnell wie selten und fordern unsere ganze Aufmerksamkeit. Laubarbeit ohne Ende, Laubschnitt, Bodenbearbeitung, Pflanzenschutz, alles möglichst zur gleichen Zeit.

Mal sehen wie das weitergeht.

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So früh wie nie

Samstag, 19. Mai 2018

Vergangenen Montag habe ich die allerersten geöffneten Weinblüten gefunden, und seit gestern kann man wohl vom richtigen Beginn der Blüte sprechen. Das ist so früh wie nie in den letzten Jahrzehnten, ein paar Tage früher als die bisherigen „Spitzenreiter“ 2007 und 2009.

Auch wenn in den nächsten Monaten noch viel passieren kann, ist damit durch den ungewöhnlich warmen April und Mai eine frühe Weinlese, vielleicht noch im August beginnend wahrscheinlich geworden.

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Alles wächst

Samstag, 5. Mai 2018

Nach diesem hochsommerlichen April ist der späte Winter im März längst vergessen. Und auch wenn es oberflächlich sehr trocken ist, wächst alles wie wild. Dort wo es soll, aber natürlich auch dort, wo wir es nicht so gerne haben.

Um mit der schnellen Vegetation halbwegs mitzuhalten, sind unsere Arbeitstage derzeit recht lang und intensiv. Der Boden unter den Rebstöcken muß gelockert und die Beikräuter entfernt werden. Die Triebe am Stamm, die wir dort nicht benötigen sind zu entfernen. Und da und dort kann man auch schon die Triebe oben an den Fruchtbögen in das erste Drahtpaar einstricken, damit sie Halt finden und nicht dem Wind zum Opfer fallen.

Weil das Wasser heuer ein knappes Gut werden könnte, das wir lieber den Reben zukommen lassen, haben wir die Begrünung zwischen den Zeilen mit unserem Mulchbodenlockerer ein wenig gestört, ohne sie allerdings umzubrechen.

Fast nebenbei ging die Pflanzung unseres neuen Cabernet-Weingartens und das Erstellen des Unterstützungssystems dafür. Am Goldberg, wo wir im Herbst Cabernet Sauvignon und Grünen Veltliner gerodet haben wächst dafür seit gestern (bzw. genaugenommen mit dem nächsten Regen) Luzerne für eine mehrjährige Phase der Bodenerholung.

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Feinabstimmung

Samstag, 14. April 2018

Mit der Abfüllung eines Weines enden die Einflussmöglichkeiten des Kellermeisters auf Stil und Qualität. Dementsprechend wichtig ist die Zeit davor, für die der Kellereiartikelhandel eine riesige Auswahl an Mitteln zur „Feinabstimmung“ anbietet.

Weil ich für meine Idee von Wein versuche, mit so wenig Eingriffen wie möglich auszukommen, mache ich davon normalerweise keinen Gebrauch. Selbst das beliebte Abrunden trockener Weine vor der Füllung mit ein paar Gramm Restzucker in Form von Traubensaft(konzentrat) ist für mich kaum ein Thema. Wir füllen fast alle unsere Weine so knochentrocken wie sie normalerweise sind.

Meine Form der Feinabstimmung besteht im wesentlichen aus dem Verschneiden verschiedener Chargen. Aus logistischen, aber auch stilistischen und experimentellen Gründen gibt es bei jeder Ernte deutlich mehr verschiedene Weine jeder Sorte im Keller als später in der Flasche. Verschiedene Lesetermine, unterschiedliche Lagen, kleine Gebindegrößen und Ausbauweisen in Tanks, kleinen und großen Fässern bieten jede Menge Spielraum für ein möglichst optimales Endprodukt in der Flasche.

Auch für unseren – mehr oder weniger – trockenen Traminer, den wir nur alle paar Jahre füllen, hatte ich in den letzten Wochen einen Verschnitt angedacht. Weil diesem aromatischen Wein im Gegensatz zu unseren anderen Sorten meist ein paar Gramm Restzucker gut stehen, wollte ich ihn mit ein paar Prozent unserer süßen Auslese aus Traminer und Welschriesling auf drei bis fünf oder sechs Gramm Restzucker bringen.

Recht schnell hat sich bei meinen Vorversuchen aber herausgestellt, dass der Traminer 2017 dadurch deutlich weniger gewonnen hätte, als verloren. Er wäre zwar (noch) üppiger und runder geworden, was sicherlich vielen gut gefallen hätte. Für mich wäre dabei aber viel Feinheit und Präzision verloren gegangen, und der Hauch von bitterer Würze am Gaumen, die verhindert, dass er trotz all seiner Intensität und Kraft breit und zerfließend wirkt.

Was für ein Geschenk, dass wir es uns fast immer erlauben können, unseren Stil zu pflegen und dafür Kunden zu suchen anstatt umgekehrt!

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