Da kommt Urlaubsstimmung auf

Samstag, 26. Juli 2008 |  Autor:

Peronospora

So sieht es aus, wenn die Peronospora erbarmungslos zuschlägt. Auch bei bestmöglicher Sortierung bei der Lese ist keine einzige Traube dieses Rebstockes mehr für ernstzunehmende Weinqualitäten zu gebrauchen.

Peronospora

Wie Anfang Juni hier erstmals befürchtet und erklärt und Anfang Juli hier berichtet, tritt dieser sogenannte Falsche Rebenmehltau heuer sehr stark auf und infiziert Blätter und Trauben.

Das es außerdem auch massive Oidium-Infektionen gibt (über die ich in oben genanntem Link auch bereits berichtet habe) ist eher ungewöhnlich, denn normalerweise dominiert je nach Witterung eine der beiden Mehltauarten.

Oidium

Die verschrumpelten lila Beeren im Vordergrund sind zwar vermutlich ein Schaden vom Laubschnitt oder von der Entblätterung, die dunkelgrauen und zum Teil bereits aufgeplatzten Beeren stammen aber eindeutig von Oidium. Im Extremfall sieht der echte Mehltau so aus:

Oidium

Dieses Träubchen stammt von einer verwilderten Hausgartenrebe und ist das einzige Foto dieser Serie, das eine unserer Trauben zeigt. Im Unterschied zu den Ertragsweingärten von verschiedenen Kollegen, in denen ich obige Fotos gemacht habe, dient diese Reben aber nur als Zierpflanze.

In unseren „richtigen“ Weingärten gibt es zum Glück keine nennenswerten Oidiumsymptome, die ich fotografieren könnte, und die Peronospora beschränkt sich im schlimmsten Fall auf einige junge Blätter im oberen Bereich der Laubwand.

Peronospora-Ölflecken

Der Großteil der Blattfläche und die Trauben sind gesund und sehen nach dem im Moment stattfindenden Ausdünnen des Behanges zum Beispiel so aus:

Blaufränkisch Hader am 25. 7. 2008

Je nach Sorte und angestrebter Qualität landen dabei mehr oder weniger Trauben auf dem Boden, damit die verbleibenden besser ausreifen können.

Ausdünnen beim Blaufränkisch

Da wir mit dieser Arbeit gut im Zeitplan liegen (und angesichts des zufriedenstellenden Gesundheitszustandes unserer Reben) gönnen wir uns ab morgen ein paar Tage Urlaub.

Tags »   

Trackback: Trackback-URL | Feed zum Beitrag: RSS 2.0
Thema: Reben und ihre Pflege

Diesen Beitrag kommentieren.

5 Kommentare

  1. Ausdünnen Ausdünnen Ausdünnen !!!…

    In den letzten Wochen war nur eines angesagt: “Ausdünnen”.

    Im Idealfall muß man nicht in der Sommerhitze zur Schere greifen um den Ertrag zu erleichtern…
    Die natürlichen Umstände sind nun nicht optimal und dann bleibt nichts and…

  2. […] zu hoffen, dass die aktuellen Temperaturen für eine Peronospora-Infektion zu niedrig sind… Tags »    Trackback: Trackback-URL | Feed […]

  3. […] gut voran, und die meisten Weinbauern scheinen so wie wir die bei diesem Wetter extrem gefährliche Peronospora relativ gut im Griff zu […]

  4. […] der extreme Peronosporadruck ist – nach zugegebenermaßen längerer Pause davor – seit 2008 und 2009 nicht mehr wirklich […]

  5. […] harmlose Blattflecken kennengelernt habe, und mir die Gefahr dieser Krankheit für die Trauben erst 2008 von der Natur vor Augen geführt wurde. Damals war zwar auch Oidium ein Thema, aber seither ist es wieder relativ ruhig darum […]

Kommentar abgeben

*